26.4.08

Österreich

soooo, an alle zweifler möchte ich nun das wort richten. ja, felix hat nicht nur die fränkische grenze sondern gleich auch die bundesgrenze überschritten!!! und kaum war ich drüben, musste ich gleich mal meine "reisedokumente" herzeigen. die bullen sind eben überall gleich! aber wenigstens hat sich die österreichische polizei nicht so assozial verhalten, wie ich es bis jetzt nur von der bayrischen kenne. die haben mir sogar einen schönen abend gewünscht. hört hört. naja, aber erst mal von vorne.
von würzburg hab ich mich also in südliche richtung aufgemacht und kam so zur wörnitz (kleiner fluss, der in die donau mündet), an dem ich mich eigentlich mit björn und martn treffen wollte, um sie zu befahren. ich pumpte mein knallrotes gummiboot auf und los gings. nachdem ich beim start halb ins wasser gefallen bin und mein rechtes bein nass war und ich die ersten meter "dahin trieb" merkte ich, dass es eine dreiste utopie war so nach budapest kommen zu wollen. mit treiben lassen war da nich viel bei einer fließgeschwindigkeit von ca. 0,5 km/h. außerdem mäandriert der fluss so krass, dass man ungelogen für 10km luftlinie bestimmt 25 flusskilometer fährt. ich hab mir also die arme aus den schultern gepaddelt und konnte nach 3 stunden immer noch den bauernhof sehen, an dem ich eingestiegen bin. das war verdammt deprimierend. mit einem richtigen kanu läufts da mit sicherheit richtig gut. da ist der fluss perfekt. aber nicht mit dem knallroten gummiboot!!! am abend habe ich neben dem fluss meine plane aufgespannt, was gegessen und eine sehr warme und trockene nacht gehabt. doch wie es das gesetz so will, kam am morgen natürlich mal wieder regen. in einer kurzen phase der wässrigen ruhe stopfte ich alles in den rucksack und wollte gerade die luft aus dem boot lassen, um auch dieses einzupacken, da ich weiter trampen wollte (den grund kennt ihr schon). und dann gings erst richtig los. platzregen. laut fluchend hab ich dem himmel entgegen geschrien und das war der moment, an dem ich wasser zu meinem natürlichen feind erklärte. wasser, überall und jeder zeit. wasser vom himmel (permanent die letzten wochen), dann in den klamotten, in den schuhen, im zelt, im essen, im boot, im schlafsack. einfach überall ist andauernd dieses wasser, dass mich kalt und krank macht, dass den boden aufweicht und mich durch matsch laufen lässt. das ist konzentrationsausgleich! es versucht überall dorthin zu kommen, wo es noch nicht ist, aber auch teilweise eben nicht hin soll. mittlerweile gehört die prozedur des trocknens von gegenständen zu meinem tagesablauf dazu wie zähneputzen oder essen, zumindest wenn ich draußen bin. das war also mein zweiter bootstag, ein kläglicher. obwohl es auch schöne momente gab. die landschaft ist schon toll dort. und mir sind ungefähr hundert millionen bisamratten über den weg geschwommen. die haben mich und das knallrote gummiboot teilweise begleitet wie die delphine die yachten in der südsee. naja, eigentlich sind sie meist in panischer flucht vor mir hergeschwommen weil sie oft nicht gleich ein versteck gefunden haben. war trotzdem sehr amüsant.
auf jeden fall hab ich nach dem morgentlichen platzregen entschieden das knallrote gummiboot aufzugeben. ich wollte einfach nur noch so schnell wie möglich in den süden, ans mittelmer, zur sonne, weg vom wasser das ausm himmel fällt. und da hat das boot eben nur gestört. deswegen hab ich es an meinem schlafplatz liegen lassen, mit nem zettel dran:"wer das knallrote gummiboot findet, dem gehörts!".
am abend war ich dann in freising und hab arianne überrascht. die war ganz erquickt mich zu sehen, wir haben am abend mit freunden wok-essen gemacht und gut gequatscht. am nächsten tag war ich doch noch mal beim hautarzt. hab mir bestätigen lassen, dass mein abgerissener leberfleck (snowboardunfall vor 4 wochen) nicht gefährlich ist. und der rest des tages war die beschissenste zeit auf der bisherigen reise. anfangs lief das trampen noch super. aber dann hing ich einfach bei passau fest. da ging nix vor und nix zurück. beschissene autobahnauffahrten, unwillige leute, regen. dann hat sich aber 22.00 uhr doch ein seeeeehr cooler junger deutscher berufssoldat gefunden, der mich bis kurz vor judenburg mitgenommen hat. mit ihm hatte ich sehr gute gespräche, hauptsächlich über krieg, die bundeswehr und medien-lügen. er hat mich dann mitten auf einem autobahnkreuz rausgelassen, ein totgefährliches unterfangen, ich bin zum bahnhof gelaufen, doch es fuhr kein zug mehr (0.30 uhr). also habe ich eine sehr unbequeme 4-stündige nacht auf einem bahnhofs-wartesitz hinter mich gebracht und bin frühs mit dem ersten zug zu nach judenburg gefahren. dann auf dieser 30 minütigen fahrt noch mal kurz eingeschlafen und natürlich aufgewacht, als der zug gerade den judenburger bahnhof wieder verließ. mit einem lauten "FUCK" brachte ich meinen unmut zum ausdruck, stieg die nächste haltestelle aus um wieder zurück zu fahren, wartete auf den nächsten zug (der nicht kam), nahm nach 45 min warten den übernächsten, kam in judenburg an, lief zu meiner schwester bergüßte sie kurz und wir legten uns beide noch mal schlafen. es war 8.00 uhr morgens.
das waren unglückseelige 24 stunden. aber damit wars dann zum glück vorbei. es gab nach diesem 2. schlaf ein sehr schönes früstück und wir verbrachteh den tag mit "am pc rumfummeln" und ins fitnessstudio gehen. am abend gabs spargel mit souce hollondäse und kartoffeln und jetzt hab kein bock mehr zu schreiben.
gute nacht.

neue fotos: http://picasaweb.google.de/felix.nolde/April08

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ohje, das tut mir ja leid dass es dann noch so scheiße für dich gelaufen ist!
Aber ich hoffe Anna hat ihr Versprechen eingelöst und dir die Waden schön durchgeknetet:-)
Jetzt kommt ja auch langsam das schöne Wetter durch und ich hoffe auf den nächsten Stationen läuft wieder alles glatt!
Liebe Grüße, Ari