<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742</id><updated>2012-01-18T12:31:36.235+01:00</updated><title type='text'>Tuffis Weltreise</title><subtitle type='html'>Tagebuch meiner open-end-Weltreise</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>87</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-1016459541817216495</id><published>2011-11-02T23:06:00.001+01:00</published><updated>2011-11-02T23:06:45.003+01:00</updated><title type='text'>Kanada und USA "die Letzte"</title><content type='html'>Mit gepacktem Rucksack Rucksack stand ich an der Straße. Mein Bekannter John fuhr mich zur Tankstelle an der Kreuzung Klomdike-Dempster-Highway. Dort stand ich mich eine Ewigkeit lang die Beine in den Bauch und begann schließlich wie ein trotziges Kind den Highway lang zu laufen. &lt;br /&gt;“Dann lauf ich halt die 60km wenn mich von euch Blödmännern keiner aulesen will.”, sagte ich zu mir.&lt;br /&gt;Das war natürlich albern, besonders weil ich die Entfernung yum Stewart River falsch in Erinnerung hatte. Am Ende waren es nämlich 160km. Doch ein nettes Päarchen hatte Gnade und sie fuhren mich direkt zum Fluss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sowie ich das McQuesten Flugfeld verlassen habe und in den Wald eindrang, wurde mir klar, worauf ich mich eingelassen habe. Schon letztes Jahr gab es an unserem Platz, wo wir das Floss gebaut haben, recht viele Mücken. Doch das war letztes Jahr, wie mir alle versicherten: ein ausgesprochen gutes Mückenjahr. Diese Mal sah es anders aus: ein  ausgesprochen schlechtes Mückenjahr. All die Erlebnisse von zuvor beim Pilze sammeln kamen mir wie ein Witz vor. Der alte Bauplatz liegt direkt neben einem Sumpf, an dem der Fortsweg vorbeiführt, der sich parallel durch den Wald schlängelt. Die einzige Möglichkeit dort lebend vorbei zu kommen, war, mich in meinen dicken Kaputzenpulli zu hüllen, meine lange Hose anzuziehen und mit all meinem Kram so schnell wie ich konnte zu rennen. An der “richtigen” Stelle angekommen, rupfte ich sofort mein Zelt aus dem Rucksack, baute das Innenzelt auf und setzte mich Schwei überströmt hinein, um der Hölle zu entkommen und meine Situation zu überdenken. &lt;br /&gt;Eines war klar, genau an diesem Ort, der letztes Jahr den optimalen Bauplatz darstellte (ein riesiger Haufen mit Stämmen, seicht abfallendes Ufer und eine kleine Bucht), hätte ich niemals ein Floß zusammen zimmern können, zumindest nicht ohne vorher an Blutarmut und Psychose zu sterben. Es musste einen besseren Paltz geben oder ich wäre zurück nach Dawson getrampt und hätte den Plan aufgegeben. Nach ein paar kleinen Vorbereitungen (T-Shirt in die Hose gesteckt, Kaputze über den Kopf und bis auf ein kleines Guckloch zugezogen und die Hände in die Ärmel versenkt und einen Knoten ins Ende gemacht) öffnete ich das Zelt und rannte in die Wolke aus Mücken. &lt;br /&gt;Nach der dritten Wegbiegung stellte ich im Sprint fest, dass nicht eine einzige Mücke zu sehen war. &lt;br /&gt;“Verrückt”, dachte ich und verlangsamte mein Tempo auf Gehgeschwindigkeit. Und wie ein Blitzschlag kamen aus allen Ecken des Waldes die Geschwarder mit dem allmächtigen Summen, das einem den Angstschweis auf die Knochen treibt. &lt;br /&gt;Anscheinend gab es eine kritische Fortbewegungsgeschwindigkeit, ab der die Mücken nicht mehr hinterher kamen die CO2- und Wärmefahne “aus zu schnüfflen”. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Kilometer weiter Fluss abwärts schimmerte eine kleine Kiesinsel durch die licht stehenden Bäume, an deren Spitze wieder ein massiver Stapel aus Baumstämmen ruhte. Ohne zu überlegen sprang ich von meinen Verfolgern gejagd die Böschung runter, preschte durch die Wand aus Büschen, riss mir die Kleidung vom Leib und hüpfte ins Wasser. &lt;br /&gt;Die Insel wurde vom “Festland” nur von einem ca fünfzehn Meter breiten Kanal getrennt, der sich als nur Brust tief herausstellte. Mit einem kräftigen Atemzug versenkte ich mich unter Wasser und tauchte mehr oder weniger die Strecke bis zur anderen Seite, um die “Schnüffelspur” der Mücken abzureißen.&lt;br /&gt;Es hat geklappt. Mir ist so gut wie keine Mücke gefolgt und die Kiesinsel sah perfekt aus. Es gab mehr als genug Stämme, die sich zum Flossbau eigneten und keine Bäume, die nach meiner Erfahrung nötig sind, um Mücken zu beherbergen.&lt;br /&gt;Zwei Stunden später war alles so weit vorbereitet. Das Zelt stand, ich hatte in einem zusammen gefallenen Blockhaus ein paar Bretter für Ruder gefunden und ein kleiner Snack hat meinen Körper und meine Spirits wieder ins Lot gerichtet. Die Arbeit konnte beginnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon am nächsten Tag war das Floß so ziemlich abfahrbereit. Mit meinem Fuchsschwanz sägte ich mir vier dicke Stämme auf gleiche Länge ab, nagelte sie mit zwei Querstreben zusammen, baute links und rechts jeweils einenlativ bequeme Aufenthaltsplattform über die Stämme. Nachdem ich kleine Konstruktionsfehler in meinem Rudersystem beseitigt habe (ich musste die Ruder zwei Mal bauen, um sie funktionstüchtig zu bekommen), ging die Fahrt am dritten Tag los. &lt;br /&gt;Das ganze Rumgebastel dauerte am Ende viel kürzer als erwartet, was sehr zu meiner Entspannung beitrug, da ich so mehr Zeit auf dem Fluss und in Maysimay haben konnte. Auch musste ich mir keine Gedanken machen, dass Joe und Dana ein Rettungsteam schicken würden, worum ich sie gebeten habe, sollte ich nach neun Tagen nicht zurück gewesen sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Start verlief dieses Jahr ohne Reibung, im wahrsten Sinne des Wortes. Da es mehr Regen gab als im letzten Sommer, war der Wasserspiegel deutlich höher und somit die Gefahr auf einer der vielen Sand/Kies-Bänke aufzulaufen stark gemindert. Außerdem lag das Floß bei weitem nicht so tief im Wasser, als das letzte. Mit einem Lächeln und aufflammenden Erinnerungen an den fast zwei stündigen Kampf von Francis und mir das fest gesetzte Floß wieder ins tiefe Wasser zu bekommen, trieb ich nach der ersten Kurve an der verhängnisvollen Flachstelle vorbei. &lt;br /&gt;Mein Rudersystem funktionierte prachtvoll. Mit ein paar kräftigen Schlägen konnte ich problemlos jedem Hindernis ausweichen, und mir es dann wieder auf meiner Matratze gemütlich machen und in Mückenloser Freude die Landschaft an mir vorbei ziehen sehen.&lt;br /&gt;Es wurde Abend und ich fing an meinen Kartoffeleintopf vorzubereiten. Es hat sich zwar noch keine baumlose Insel als Nachtlager angeboten, doch konnte ich die Zeit auf dem Floß nutzen schon mal Gemüse zu schnippeln. Ich hatte ja sowieso nichts zu tun. Ich war gerade mit den Zwiebeln fertig, als der perfekte Campplatz auftauchte. Hektik brach aus. Ich schmiss die Zwiebelstücke in den Topf, das Messer mit dem Griff nach unten in den Eimer und fing an zu rudern. Um besseren Grip zu haben, wollte ich meine Handschuhe anziehen. In Übereile griff ich in den Eimer, wo die Handschuhe waren, doch riss meine Hand auf der Stelle wieder raus, als ein widerlicher Schmerz durch meine Hand fuhr. Sofort sah ich die spitze, gezahnte Messerschneide und eine klaffende Wunde zwischen kleinem Finger und Ringfinger an der linken Hand. Meine Schläfen pochten vom Adrenalin und mir schossen wilde Gedanken durch den Kopf: “Du wirst eine Wundinfektion bekommen, Felix! Du musst dich selbst nähen, Felix!” So schlimm war es am Ende wahrscheinlich gar nicht, es sah aber ziemlich gruselig aus und ich habe eine kleine Narbe davon getragen, die mich immer an den Trip erinnern wird. Mein Erste-Hilfe-Täschchen habe ich dämlicherweise vergessen. Doch Klopapier mit Klebeband umwickelt hats für den Abend erst mal getan und meinen Eintopf konnte ich trotz der Aufregung doch noch genießen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich am nächsten Tag wieder auf dem Fluss war und schon ein paar Stunden hinter mir hatte, sah ich plötzlich in einem engen Seitenarm des Stewart River eine kleine Holzhütte durch die Bäume hindurch schimmern. Sie schrie förmlich nach mir. Mit ein paar kräftigen Ruderschlägen war ich am Ufer, zwar einige hundert Meter weiter Flussabwärts, doch es sollte kein Problem darstellen durch den an dieser verbrannten Wald zurück zu laufen. Am Ende wars dann weiter als erwartet und vor allen Dingen mückiger als als ich dachte, doch schließlich stand vor dem Blockhaus. Es war kein Schloss an der Tür, nur ein einfacher Riegel. Kein Boot lag im Wasser und es sah so aus, als ob niemand in langer Zeit dort gewesen ist. Ich öffnete die Tür und ging hinein. Zuerst war alles schwarz, meine Augen mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Doch dann bekam ich eine Idee, wo ich war. Das erste, was mir auffiel, war die riesige Fahne an der mir gegenüberliegenden Wand mit einem Indianer drauf, der eine Friedenspfeife raucht. Weitere Indianische und Natur bezogene Kunst trat in Augenschein und sofort erfüllte mich das Haus mit absoluter Ehrfurcht. Ich bin in der Jagdhütte eines Indianers gelandet und irgendwas daran war sehr besonders. Ich blieb eine Weile auf der Türschwelle stehen und starrte einfach nur den Indianer auf der Fahne an und Fantasien von einem wilden und freien Leben getränkt mit Spiritualität in kanadischer, voreuropäischer Unendlichkeit bauschte sich in mir auf. &lt;br /&gt;Ich tippelte zur Wand, wo ein großer Verbandskasten hing und suchte nach einem Pflaster, um den Schnitt an meiner Hand etwas professioneller zu behandeln. Dann durchstöberte ich noch etwas den Rest der Hütte, um meine Neugierigkeit zu stillen, stellte schließlich alles wieder zurück und ging wieder zur Tür. Bevor ich hinaus ging, drehte ich mich wie aus Reflex noch mal um und verbeugete mich leicht und bedankte mich für die Hilfe bei … irgendeinem Indianer. Ich verschloss die Tür und machte mich auf den Rückweg und erst da merkte ich, was ich gerade getan habe. Ich habe mich fast religiös verhalten, mich bei einem nicht anwesendem Menschen bedankt und fand das ganz normal. Eine sehr ungewohnte und komische Sache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach vielen weiteren Stunden auf dem Fluss verlor ich langsam die Hoffung noch am selben Tag nach Maysimay zu kommen. Es fing bereits an zu dämmern, als ich an einer perfekten Kiesinsel vorbei trieb.  Kurzer Hand legte ich an und schlug mein Lager auf. Beim Holz sammeln fiel mir auf einmal die kleine Gewitterwolke auf, die Fluss aufwärts auf mich zutrieb. Ich stand auf einem Stapel, mit Ästen in den Armen, als das erste Lüftchen wehte. Dieses wurde stärker und stärker und zehn Sekunden später sah ich, wie mein Zelt aus dem Boden gerissen wurde und über den flachen Kiesboden rollte. Natürlich war ich wie im Affenzahn zur Stelle und rette mein Heim, bevor es am anderen Ende der Insel in oder über den Fluss davon geweht wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende kam dann alles anders. Am Ende blieb ich auf der Kiesinsel für zweieinhalb Tage, wo ich meine Vision bekam, nach der ich suchte. Meine Sichtweise auf die vorherigen Wochen änderte sich radikal. Alles kam in einem neuen Licht zusammen und ich hatte das Gefühl wieder im Flow zu sein. All die Dinge, die nicht funktionierten, Erich, der nicht auffindbar war in Prince George, das ganze Rumgezedere mit dem Auto, Dinge, bei denen ich wie irre in eine Richtung zu schwimmen versuchte und wild rumstrampelte und ich trotzdem nicht vorwärts kam und alles gegen mich zu sein schien. Das alles wurde mir klar. Mir war es im Prinzip schon vorher klar, doch wusste ich nicht, was ich dagegen tun konnte. Ich sage mal,  dass mir bewusst wurde, dass ich immer die Zeichen nicht gesehen habe und dann oft das “Falsche” unternahm. &lt;br /&gt;Plötzlich sah ich die Zeichen wieder ganz klar und war nun wieder drin im Flow. Dass das alles nicht mit äußerlichen Umständen zusammen hing, sondern mit meiner persönlichen Einstellung zu Ereignissen, nahm der Großartigkeit der Erkenntnis nichts weg. Ob ich nun wirklich den Zeichen des Schicksals folgte, die mich auf meinen guten Weg zurück brachten oder ich mit meiner neuen Sichtweise den Weg als den meinigen erkannte, den ich bereits beschritt und ihn als gut akzeptierte, war und ist mir egal. Was ich sagen will, ist dass das Glas auf einmal immer halb voll war und halb leer, wie man so schön sagt. Die Welt war ja immer noch die selbe, trotzdem strahlte sie schlagartig viel prächtiger als einen Tag zuvor. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich mich durch mein spirituelles Erlebnis mit neuen Lebensgeistern und nochmals verbessertem Floß wieder auf den Fluss begab, merkte ich nach 30 Minuten Fahrt, dass die Kiesinsel nur eine Flussbiegung vor Maysimay lag. Ich war keineswegs enttäuscht, da ich auch ohne Maysimay fand, was ich suchte. Trotzdem legte ich an, um Hallo zu sagen, zu einem der großartigsten Orte, die ich kenne. &lt;br /&gt;Die große Lust auf Besuchzeit hat sich aber schnell wieder gelegt, als die Geschwarder von Mücken auf mich zurasten. Ich konnte gerademal schnell zur Scheune rennen, unseren Platz begutachten (an dem noch immer die selbst geschnitzten Schachfiguren von letztem Jahr rumlagen) und musste sofort wieder verschwinden, da eben auch dort die Mücken dieses Jahr unerträglich waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich wieder in Dawson ankam, waren die Mädels heilfroh mich zu sehen. Meine Bitte den Rettungsdienst zu alarmieren, sollte ich nicht nach 9 Tagen wieder da sein, hat ihnen dann doch ein wenig Sorge bereitet. Sie mussten immer daran denken, dass ich vielleicht zurück gekommen wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jessy und Maggy fragten mich, ob ich mit im Tombstone Nationalpark wandern gehen wolle. Ich hatte zwar nicht die besten Erinnerungen an diesen Ort, an dem ich letztes Jahr in dreitägigem Regen in sobald wir die mannshohen Büsche durchquert hatten, kam die Alm artige Berglandschaft zum Vorschein und das Laufen wurde einfach. Den ersten Abend schliefen wir noch im Tal, da die Felder aus Büschen mit Sumpf durchzogen uns etwas aufgehalten haben. &lt;br /&gt;Das Frühstück ließ ich ausfallen, da ich immer noch viel zunvoll von den Nudeln des Vortags war. Kurz nach Mittag standen wir auf dem ersten kleinen Gipfel und legten unser Gepäck auf einer kleinen plataeuartigen Stufe des Berges ab, wo wir später unser Camp aufbauen wollten. Mit einer mittlerweile halben Dose Bohnen im Bauch gings dann zum benachbarten höheren Gipfel, von dem wir uns einen prächtigen Blick auf das Tombstone-Massiv erhofften. Das bekamen wir auch, doch wollten noch näher heran und brachen zum nächsten Berg auf. So arbeiteten wir uns den Bergkamm entlang. Immer näher ans Massiv heran. Plötzlich blitzte es ein paar hundert Meter vor uns auf. Irgend etwas reflektierte das Sonnenlicht. Wir wunderten uns, was das hätte sein können. Die Gegend wirkte, als ob niemand in den letzten hundert Jahren dort oben gewesen wäre und so erschwien uns Müll oder Glas als irgendwie unwahrscheinlich. Als war die Stelle erreichten, war kein Müll da, nur ein natürliches Geröllfeld. Doch drei der Steine hatten eine total glatt polierte Oberfläche. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen, zumindest nicht auf natürliche Art und Weise. Völlig beeindruckt rätselten wir, wie die Pollierung zustande gekommen sein könnte. Gletscherabschliff habe ich hunderte Male in meinem Leben gesehen. Dafür waren die Steine viel zu glatt. Die Oberfläche sah aus wie Glas, so gut reflektierend, dass man sich darin spiegeln konnte. Eine andere Idee war Blitzeinschlag, so wie bei Sand, der dann schmilzt und verglast. Das schien aber auch nicht das richtige zu sein. Komischerweise war das allererste, was mir in den Kopf kam eine Geschichte von den Atombombenabwürfen im zweiten Weltkrieg, worin berichtet wurde, wie dem Explosionszentrum nahe gelegene Mauern durch die Hitze verglasten. Doch auch das war natürlich äußerst abwägig und so schlug ich ein Stück ab, um später einen Geologen aufzusuchen, der vielleicht eine Erklärung hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem dritten Gipfel waren Jessy und ich so heiß auf einen noch grandioseren Blick aufs Tombstone-Massiv, dass wir halsüberstürzt dann auch noch auf den nächsten aber wirklich viel höheren Berg wollten. Maggy hatte keine Lust mehr und kehrte um. Leider kamen wir nicht bis ganz nach oben. Es wurde immer unwegsamer, teils schon mit anspruchsvoller Kletterei und der Tag näherte sich dem Abend und da stellten zudem noch fest, dass wir beide den ganzen Tag über fast nichts gegessen hatten und plötzlich ziemlich schwach auf den Beinen waren. Da ich mehr Erfahrung im Bergsteigen habe und mich deshalb verantwortlich fühlte, beschloss ich den Heimweg anzutreten und Jessy willigte vollkommen ein. Nach den ersten paar Metern realisierten wir, wie fertig wie wirklich waren. Unsere Beine zitterten und die Knie gaben immer mal nach. Doch wir mussten noch komplett ins Tal hinunter, den nächsten Berg wieder hoch und den Kamm über weitere drei Gipfel auf und absteigen und einige Kilometer dabei überwinden. Da wurde uns bewusst, wie fahrlässig wir auf dem Hinweg einfach immer weiter gegangen sind, ohne Essen, nur von der suchtvollen Ekstase des nächsten Blickes   gezogen. Schon nach dem Abstieg ins erste Tal waren wir dem Zusammenbruch nah. An einer Quelle konnten wir unseren Durst stillen, doch das nütze nicht wirklich, da einfach gar keine Energiereserven mehr im Körper waren. Völlig schwach, übermüdet und geistig benebelt krochen wir den nächsten Berg wieder hoch. Ich spürte, wie meine Schlefen anfingen zu pochen und wie ich in einen merkwürdigen Zustand von “mir ist alles egal” fiel, begleitet von nicht aufhörenden Lachanfällen. Oben auf dem Kamm angekommen, drehte ich mich um und sah Jessy nicht. Ich bin die ganze Zeit vorangegangen, doch dachte, dass er immer hinter gelaufen ist. &lt;br /&gt;Ich rief nach ihm:”Jessyyy. Jessy, wo bist du?”&lt;br /&gt;Ich bekam aber keine Antwort. Ich ging zurück und schaute über die letzten kuppe hinunter. Da lag er, auf der Wiese mit seinem Kopf auf dem Rucksack.&lt;br /&gt;Ich rief:”Jessy, was machst denn da?”&lt;br /&gt;“Ich kann nicht mehr. Ich muss jetzt schlafen!”&lt;br /&gt;“Nein, du kannst jetzt nicht schlafen. Das ist gefährlich. Wenn du jetzt einschläfst, kann es passieren, dass du nicht mehr aufwachst. Wir müssen weiter gehen.”&lt;br /&gt;Da rief er etwas wütender:”Ich kann aber nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr weitergehen. Ich muss jetzt für 20 min hier liegen und ausruhen.”&lt;br /&gt;“Ok, ich geh jetzt bis zum nächsten Gipfel hoch und wenn ich mich dann umdrehe und dich nicht auf dem Kamm sehe, dann laufe ich so schnell wie möglich zum Camp und komme mit Essen zurück.”&lt;br /&gt;Ich drehte mich um und sah ihn nicht. Doch nach ein paar lauten Rufen erschien er endlich um die Ecke wie ein wankendes Gespenst. Als ich mich dem Plateau unseres Nachtlagers näherte rief ich nach Maggy. “Maggy, Maggy bring mir Zucker.”&lt;br /&gt;Sie hat inzwischen schon ihr Zelt aufgebaut, welches wir als winzigen Punkt beim Rückweg schon gesehen haben. Sie erschien und warf mir die Zuckerdose zu. Ich ließ mich einfach auf das Gras fallen und schaufelte mir Löffelweise Zucker in den Mund. Das war göttlich und unglaublich. Ich merkte sofort, wie die Kraft zurück kehrte. Als nächstes verschwand innerhalb weniger Minuten eine Dose Bohnen in meinem Schlund. Jessy war mittlerweile auch kurz vorm Camp. Ich ging ihm entgegen und reichte ihm den Zucker. Auch er brach zusammen und kippte sich den Zucker rein.&lt;br /&gt;Eine halbe Stunde später, nach einem massigen Topf Nudeln, war die Welt wieder in Ordnung. Wir genossen den unglaublichen Blick hinunter ins Tal, zum Dempster Highway, der sich als feine Linie zwischen den Bergen hindurch schlängelt, auf die Berge, die Tundra, die Wolken und die absolute unbegreifliche einsame Weite und Unberühertheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Vancouver wurde ich von Erich und seinem Bruder am Flughafen abgeholt. Wir blieben drei Tage bei Chris und fuhren dann alle zusammen in einer Gruppe von zehn Leuten zu Bass Coast, einem Electro-Festival bei Squamish. Das Festival war der Hammer, sehr liebevoll hergerichtet mit unzähligen Kunstprojekten und Aktionen. An einem Fluss zwischen Bergen gelegen wurde drei Tage lang wild gefeiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück in Vancouver suchte ich die geologische Abteilung der Universität von British Columbia auf, um mir von einem Geologen sagen zu lassen, was ich eigentlich im Yukon gefunden habe. Ich legte der “Steine-Frau” des Mineralienmuseums den einseitig polierten Brocken auf den Tisch und wartete auf eine Erklärung.&lt;br /&gt;“Das ist aber bizarr. So was habe ich noch nie gesehen.”, war leider ihr Fazit. Wir sprachen kurz unsere Theorien durch. Zum Gletscherschliff hatte sie die gleichen Gedanken wie ich, also Nein. Beim Blitzeinschlag zerspringt oder explodiert Gestein immer (im Gegensatz zu Quartzsand and Strand) und von Atombombentests im Yukon Territory wusste auch sie nichts. Mir kam dann noch als einzig zufriedenstellende Idee in den Kopf, dass vielleicht Indianerstämme irdenwelche Skulpturen auf dem Berkamm geschaffen haben, die mittlerweile wieder zerfallen sind. Oder dass sie polierte Steine mit der Reflektion von Sonnenlicht als Signalspiegel verwendeten. &lt;br /&gt;Ohne Antwort verließ ich wieder die Uni und ließ der guten Frau den Stein da, damit sie sich daran den Kopf zerbrechen konnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über Couchsurfing schrieb mich Susi die Holländerin an, die jemanden zum Reisen für eine Woche suchte. In Vancouver gabelte sie noch Laura, eine deutsche Reisende auf und zusammen fuhren wir auf Vancouver Island, um das Baumhaus zu suchen, von dem mir Erich letztes Jahr schon erzählt. Es rankten sich Legenden um dieses Baumhaus, dass von einem Tramper in zwei riesige Zedern hineingebaut wurde und sich an der Westküste von Vancouver Island im Regenwald versteckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir zwei Tage später den Wild Pacific Trail kurz vor Ucluelet reinliefen und wie von Erich gesagt den ersten kleinen Pfad durch den Dschungel nach rechts nahmen, kamen wir zwar wie versprochen zum Ocean, aber fanden das Baumhaus nicht. So bauten wir unser Camp unter den ersten Bäumen auf, um am nächsten Tag weiter nach dem Baumhaus zu suchen. Och ich fand es dann schon noch am selben Abend. In der nächsten Bucht öffnete sich ein schwarzes Loch in der grünen Dschungelwand, durch das ich wieder auf einen Pfad kam. Dann entdeckte ich die erste Plattform in einem Baum, auf der ein Zelt aufgebaut war, allerdings ohne Bewohner. Und ein Stück weiter sah man die Spuren menschlichen Werkelns auf dem Waldboden. Als ich meinen Kopf in den Nacken legte, sah ich es. Das Baumhaus trohnte 20m weit oben zwischen den beiden Zedern und davor war ein ca. 10 mal 8 Meter großes Fischernetz zwischen den umliegenden Bäumen wie als überdimensionale Hängematte gespannt. Völlig überwältigt und aufgeregt machte ich mich ans Klettern. Zuerst ging es ca. 7m eine ziemlich gruselige Leiter hoch, von der aus man auf einer Miniplattform landete. Von dieser führte eine  ca 7m lange Holzbrücke zu einer der Zedern, in deren Krone das Baumhaus anlehnte. Die Brücke sah alles andere als einladend aus, doch durch ziemlich gute ingenieurstechnische Konstruktion war sie am Ende stabiler als erwartet. Am Stamm der Zeder angelangt, musste man von dort aus den Baumstamm an den Ästen hochklettern, bis man das Baumhaus erreichte. &lt;br /&gt;Es war eine beeindruckende Leistung. Die Trägerkonstruktion sah etwas wüst aus, aber nach ein paar Versuchsschritten fühlte ich mich dann auch dort sicher und erkundete die Hütte. &lt;br /&gt;Alles wurde aus per Hand spaltenem Zedernholz gebaut. Die Wände, das Dach, die Ziegel – alles aus Brettern, die selbst hergestellt wurden, ohne elektrische Werkzeuge. Es gab sogar eine kleine Bank mit einem Tisch und ein Regal. Unter dem Dach hing an zwei Balken eine Hängematte, gebaut aus blauen Fischernetzresten. Von der Geländerlosen Plattform des Baumhauses schaute ich in des große Netz und den 18m darunter liegenden Waldboden. &lt;br /&gt;“Lass dich einfach reinfallen!”, befahl mir meine Abenteuerlust. Aber die Zweifel waren dann doch zu groß. Ich musste das ganze erst noch mal in Ruhe inspizieren. Allerdings wurde es spät und ich ging wieder zurück zu den Mädels. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir schliefen die erste Nacht im schon aufgebauten Camp und gingen am nächsten Tag in den Ort Ucluelet, um noch etwas zu Essen für die nächsten Tage zu kaufen und dann ins Baumhaus umzuziehen. &lt;br /&gt;“Willst du nicht villeicht dein Zelt abbauen? Es könnte doch jemand klauen.”, fragte Susi mich bevor wir zum Shopping aufbrachen. &lt;br /&gt;“Ach Quatsch, hier kommt doch sowieso keiner her. Das ist so eine versteckte Stelle.”, erwiderte ich gutgläubig.&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg sagte ich dann mit scherzendem Ausdruck:”Wäre doch lustig wenn wirklich jemand jetzt alles geklaut oder ein Bär alles verwüstet hätte.”&lt;br /&gt;Drei Minuten später bogen wir um die letzte Ecke und ich sah eine der Zeltstangen hoch in die Luft staksen. &lt;br /&gt;“Neiiiiiiiin” schrie es innerlich in mir auf. &lt;br /&gt;Wenn das Zelt ordnungsgemäß aufgebaut ist, und das war es, dann sieht man keine Zeltstangen, da sie ja vom Überzelt verdeckt werden. Im Prinzip wusste ich sofort was geschehen war. Panisch rannte ich zu meinem Zelt oder das, was davon übrig war. Alles war vollkommen zerfetzt. Überall lagen zerbrochene Alustangen und Stücke von Zeltgewebe herum. Als ich durch eine der nun vielen Öffnungen das Innere aus dem Zelt heraus holte, kam meine aufgeschlitzte Isomatte zum Vorschein. Nochaml zog sich alles in mir zusammen. Meine gute Isomatte, mein Bett – das heiligste aller Utensilien. Glücklicherweise war mein Schlafsack und der Rest noch ganz. Das bewahrte mich aber nicht davor in einem kleinen Wutenanfall auszubrechen, in dem ich viele wilde Schimpfwörter um mich warf. Susi und Laura standen nur mit mitleidigen Geischtern neben mir und fühlten meinen Schmerz über den Verlust, der schon beträchtlich war, wenn man bedenkt, dass mir das Haus und das Bett zerstört wurde. Doch wie schon so oft auf meiner Reise machte ich mir wieder einmal klar, dass Wut und Ärger nichts an der bestehenden Sitaution besserte, ganz im Gegenteil, man sich nur weiter reinsteigert. Nach einer Minute der Rage konnte ich wieder lachen und fing an meine restlichen noch verbliebenen Sachen in den Rucksack zu stopfen. Susi und Laura taten das gleiche und verschwanden dann durch die Büsche zum Strand, wo wir unser Essen lagerten, um auch dieses in die Rucksäcke zu packen. Leider hat diese Vorsichtsmaßnahme, Essen immer weit weg von wichtige Dingen wie Ausrüstung, Freunden oder dem eigenen Körper aufzubewaren, wenn man in Bärenland ist, diesmal nicht wirklich was genutzt. Alles was den Bären anscheinend interessiert hat, war mich zu ärgern und mir das Schlafgemacht zu verwüsten. &lt;br /&gt;Nach einer halben Stunde war alles noch brauchbare im Rucksack verstaut. Ich zog die Schnüre zu, lehnte ihn an eine Wurzel und blickte hoch. Und da stand er plötzlich, der verdammte Bär, zwanzig Meter vor mir und ich blickte ihm in die Augen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schon beim Aufwachen in meinem Van im Yukon wurde sofort die Atmung schnell und flach. Ich spürte wie mir schlagartig die Angst in die Knochen kroch und mit ihr das Schlottern in die Knie. &lt;br /&gt;In der ersten Sekunde dachte ich noch:”Fuck, was soll ich machen, wo soll ich hin.” und in der zweiten hing ich schon am Ast des neben mir stehenden Baumes, zog mich zum zweiten Ast hoch, schwang mich auf den dritten und behielt dabei immer den Bären im Auge, der einfach nur dastand und mir hinterher schaute, wie ich da rumturnte. &lt;br /&gt;Als ich mich in relativ sicherer Höhe wähnte und einen guten Stand hatte, kam der zweite Gedanke:”Scheiße Felix, was haste denn jetzt gemacht. Das is doch ein Schwarzbär. Wenn der will, kommt der einfach zu mir hoch und pflückt mich wie nen reifen Apfel.”&lt;br /&gt;Die Empfehlungen zu Verhaltensweisen bei Grizzlys und Schwarzbären wurden bei der Fluchtattacke einfach irendwo an die Seite gestellt. &lt;br /&gt;Ich fing an ihn aufs wildeste anzuschreien und zu beleidigen, doch er schaute nur abwechselnd in einer provozierenden Gelassenheit mich und meine Zeltreste an. Nach einer Weile hatte er wahrscheinlich von meinem Gekreische genug und trotte ab durchs Gebüsch in Richtung Strand. Ich kletterte wieder runter, folgte ihm und fing an die Mädchen zu rufen.&lt;br /&gt;“Mädels, der Bär ist da, der Bär ist da.”&lt;br /&gt;“Was sollen wir machen?”&lt;br /&gt;“Ihr müsst … ihr solltet … geht einfach – ich weiß doch auch nicht. Geht irgend wo hin.”&lt;br /&gt;Was besseres ist mir nicht eingefallen. Die Mädels standen auf einer kleinen Fels-Halbinsel und zwischen uns der Bär, der dann aber doch endlich ganz langsam weglief. &lt;br /&gt;Nachdem ich uns drei Speere geschnitzt hatte, machten wir uns auf den Weg zum Baumhaus, unglücklicherweise den selben Weg des Bären. Doch wieder gesehen haben wir ihn nicht mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach zwei Nächten im Baumhaus machten sich Laura und Susi wieder auf den Weg nach Vancouver und ich blieb noch drei weitere Nächte. Jedoch hielt ich es länger auch nicht aus. Mit jeder Nacht wurde der Wald gruseliger und bedrückender. Am Ende dachte ich, dass ich verrückt werden würde, wäre ich noch länger geblieben. Ich weiß nicht genau was es gewesen war, doch irgendwas an diesem Wald hat mir nicht gut getan. Also verschwand ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die letzten drei Wochen in Kanada verbrachte ich mit Becky und Jenny, die von Portland nach Vancouver Island kamen. Ich begrüßte sie mit einer Schnipseljagd in Victoria und dann verschwanden wir in die Natur, wo ich ihnen die kleinen geheimen Plätze zeigte, die ich in den letzten anderthalb Jahren entdeckte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammen fuhren wir zurück nach Portland, wo ich die letzten Züge meines fast zwei jährigem Nordamerikaaufenthaltes mit Becky in vollen Zügen auskostete. &lt;br /&gt;Und das wars dann. Unter Tränen verabschiedeten wir uns und ich stieg in den Zug zurück nach Vancouver, wo mein Flug drei Tage später nach Deutschland ging. An der Grenze hatte ich ein paar Probleme ins Land zu kommen, da sich die Grenzbeamte aufregte, dass ich vier mal zwischen den USA und Kanada hin und her hüpfte und das ja nicht so gedacht war. DAber als ich ihr eine Kopie meines Flugtickets zeigte, stellte sie mir dann doch ein spezielles 3-Tages-Visum aus und ließ mich ins gelobte Land. Ich holte meine getrockneten Morcheln ab, packte meinen Kram zusammen, verabschiedete einige Freunde und dann flog ich davon, mit einem etwas mulmigen Gefühl einem hoffentlich nicht fremd gewordenen Land entgegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch nie war ich so lange aus Deutschland raus. Wie würde ich mit der Mentalität klar kommen? Würde ich mit meiner Familie und meinen Freunden klar kommen? Was würden die nächsten Stationen meines Lebens werden? Wo sollte ich leben, was sollte ich tun, was war mit Becky?&lt;br /&gt;Es war klar, dass ich erst mal in Deutschland bleiben wollte. Ich wurde müde immer überall Gast zu sein, nicht mein eigenes kleines Heim zu haben. Ich dachte, es würde Zeit sich nieder zu lassen, zumindest so lange, bis es mich wieder rauszieht. Und ich weiß das wird es, das tut es ja jetzt schon.&lt;br /&gt;Es gibt so viel Unsicherheiten und auch Ängste. Im Prinzip weiß ich was ich will und was ich nicht will. Doch die Umsetzung der Dinge wird eine sehr große Herausforderung. Da erscheint plötzlich jeder Berg und jeder Bär wie ein Klacks. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich in Düsseldorf landete, war ich merkwürdig ruhig. Es gab keine Anspannung, alles war ok. Schon auf der Zugfahrt hatte ich das Gefühl nie weg gewesen zu sein. Klar, mir sind Veränderungen im Land aufgefallen: überall stehen Solaranlagen und Windräder, überall in Deutschland stehen Häuser und Dörfer, alles ist sehr sehr eng im Vergleich zu Kanada, doch daran gewöhnt man sich in ein paar Stunden. Selbst in Erfurt, beim Wiedersehen wichtiger Menschen und Orte, war alles erstaunlich nüchtern und normal. Der große Heimatschock von dem immer viele berichten blieb völlig aus und so machte ich mich gleich daran meine Ideen zu verwirklichen. Ich erkundigte mich nach Ländereien, Häusern, reiste durchs Land, um Freunde zu besuchen, meiner Schwester beim Umzug zu helfen und kam gerade wieder von einer Arbeitswoche im Ökodorf Sieben Linden, das mir einen gewaltigen Motivationsschub gegeben hat und viel Inspiration hinterlassen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bleibt spannend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Blog:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde die nächsten Monate in Deutschland bleiben, bis Becky Ende Dezember nach Berlin kommt. In dieser Zeit wird wenig oder gar nichts zu erscheinen. Vielleicht reichts ja auch mittlerweile für ein Buch. :=)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-1016459541817216495?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/1016459541817216495/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=1016459541817216495' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1016459541817216495'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1016459541817216495'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/11/kanada-und-usa-die-letzte.html' title='Kanada und USA &quot;die Letzte&quot;'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4615451021334226396</id><published>2011-10-26T13:35:00.003+02:00</published><updated>2011-10-26T13:40:26.803+02:00</updated><title type='text'>ups, das war ja lange</title><content type='html'>Sorry Leute, wieder einmal. Ist sxchon wieder ziemlich lange her, dass ich etwas geschrieben habe. Tut mir leid für diejenigen, die den Blog ganz spannend finden und immer wieder ohne Aktualisierung enttäuscht hier rauf kommen. &lt;br /&gt;Ich habe schon mal mit ner Menge nachschreiben angefangen und werde es mit Sicherheit bis Ende nächster Woche veröffentlichen. Im Moment bin ich auf dem Ökodorf Sieben Linden in Sachsen Anhalt und kann mich darum nicht kümmern aber sobald ich wieder da bin, werden die spannendsten Dinge (Floßtrip nach Maysimay, halbe Bär-Attacken, Baumhäuser und Sieben Linden) nachgeholt und Fotos kommen ebenfalls dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;bis bald&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Felix&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4615451021334226396?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4615451021334226396/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4615451021334226396' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4615451021334226396'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4615451021334226396'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/10/ups-das-war-ja-lange.html' title='ups, das war ja lange'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-1340272972161789083</id><published>2011-08-16T18:59:00.002+02:00</published><updated>2011-08-16T20:16:16.657+02:00</updated><title type='text'>Dawson City - Kanada</title><content type='html'>Kaum waren wir aus Whitehorse raus, ueberhitzte der Motor das erste Mal. &lt;br /&gt;"Na gut, wir sind ja auch vollgepackt bis zum Dach. Das ist natuerlich viel Stress fuer den armen Motor.", dachte ich mir. Besser wurde es nicht. Im besten Falle schafften wir mal 20km am Stueck, doch der Schnitt lag bei unter zehn und es ging abwaerts. Nach ueber vier Stunden "Fahrt" machte der Van keine drei Kilometer mehr, bevor der Motor heiss lief. Wir hatten nur etwas ueber 100km hinter uns, noch etwas ueber 400km vor uns und ich musste schon drei mal den 20l-Kanister neu mit Wasser auffuellen. Unter diesen Umstaenden haette es eine Ewigkeit gedauert, bis wir in Dawson angekommen waeren, wenn ueberhaupt. Irgendwann waere mir mal das Wasser in einem trockenen Highwayabschnitt ausgegangen und das waers dann gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir uebernachteten an einem See und entschieden uns am naechsten Tag zu trennen. Um das Auto zu entlasten, trampten die anderen nach Dawson und ich versuchte es alleine weiter.&lt;br /&gt;Kurz hinter Carmacks fingen an mir komische Motorengeraeusche Sorgenfalten aufs Gesicht zu treiben und ich musste mir eingestehen, dass die ganze Aktion keinen Sinn mehr hatte. Ich drehte um und fuhr zurueck nach Carmacks. Ein Strassenarbeiter, der am Morgen neben uns angehalten hat, um zu fragen ob bei uns alles in Ordnung ist, als wir mit offener Motorhaube am Kuehler rumgefummelt haben, bot mir an den Van in Cramacks abzukaufen.&lt;br /&gt;"Ich geb dir 80 Kroeten", sagte er. &lt;br /&gt;"Waaaaaas?!", erwiderte ich. "Gib mir wenigstens 150. Der Tank ist fast voll und im Reservekanister sind auch noch mal 25l".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So verschaerbelte ich am Ende mit einer kleinen Traene im Auge meinen Van fuer einen "Apfel"(ohne Ei), da mir nichts anderes uebrig blieb.&lt;br /&gt;Nun war ich wieder mal zu Fuss auf der Strasse, trampender Weise, was mir ja eigentlich mittlerweile auf den Sack ging, aber so laeuft daschicksal halt manchmal. Man gewinnt Dinge und man verliert Dinge - eine gute Lehrstunde zum Verabschieden vom Materialismus. Das aetzende war, dass ich in der Zeit in der ich den Van hatte, eine Unmenge an Utensilien und Essen angehaeuft habe. Ein Berg von Sachen, von denen ich mich noch nicht trennen wollte. Ich brauchte noch etwas Zeit mich komplett von meinem ersten Heim der letzten dreieinhalb Jahre abnabeln zu koennen und frei zu machen. Fuer diesen Fall hielt der Lauf der Dinge den Tschechen Vaclav fuer mich bereit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vaclav, ein Althippie am Ende seiner 50er, der die volle Revolution in den USA der spaet 60er mitgemacht hat, begegnete mir auf dem Campingplatz in Carmacks, wo ich all meinen Kram ablud, bevor ich das Auto verkaufte. Ich sass auf einer Bank am Ufer des Yukon und schaute mir das Floss an, das zu meinen Fuessen geankert lag.&lt;br /&gt;"Wem gehoert das gute Stueck?", fragte ich Vaclav, der auf einer Bank neben mir sein Buch lass.&lt;br /&gt;"Drei Schweizern", sagte er. &lt;br /&gt;"Sind die hier auf dem Campingplatz?"&lt;br /&gt;"Grundsaetzlich ja, aber jetzt gerade kaufen sie Essen im Ort ein. Bist du mit dem Kanu hier?", fragte er. &lt;br /&gt;"Nein, ich hab den Trip auf dem Fluss letztes Jahr mit einem Freund von Whitehorse nach Dawson mit einem Floss gemacht. Diesmal bin ich auf dem Landweg nach Norden unterwegs. Leider ist mein Auto hin und ich habs eben verkauft. Muss jetzt wieder trampen und ich hoffe, dass ich jemanden finde, der mich und mein Zeug nach Dawson bringt."&lt;br /&gt;"Ich fahr morgen nach Dawson", erwiderte er. "Ich kann dich mitnehmen und dein Zeug kriegen wir schon irgendwie unter."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erwachte in dem leeren, etws muffigen Raum. Die Sonne schien schon hell. Oder immer noch? Schwer zu sagen, wenn sie nicht wirklich untergeht. Ich ging ins Whonzimmer und sah Vaclav immer noch auf dem Sofa schlummern. Leise schlich ich mich aus dem Haus, um ihn nicht aufzuwecken. Ich schaute zum Midnight Dome, der Hausberg von Dawson. Unten im Tal, am Klondike River liegen die Kiesberge in ulkiger Form wie riesige Raupen in der Landschaft herum, ausgespuckt von den Goldbaggern. Ich drehte mich um und sah das verlassene Blockhaus, das wir fuer die Nacht als unser Schlafquartier besetzt haben, ein typisches Yuon Blockhaus. Alles um mich herum - typisch Yukon. Es war, als haette ich Dawson nie verlassen. Alles war genauso. Ixh traf sogar viele Leute von letztem Jahr wieder. Junge Reisende wie ich, die auf den neuen Goldrausch mit aufspringen, nicht um nach Gold zu suchen, aber um die reichen Minenarbeiter und Touris als Koeche und Kellner in den Restaurants zu bedienen. Der neue Goldrausch ist nicht echt. Es ist nicht so, dass wieder neue massive Venen in jungfraeulichem Land gefunden wurden. Vielmehr ist der hohe Goldpreis fuer den Aufschwung verantwortlich. Bei 1500$ per Unze lohnt es sich mittlerweile die selbst zuvor unprofitabelsten Geroellfelder nach den kleinsten Goldkruemeln durch zu sieben. Das zieht viele Leute in den Yukon sodass Whitehorse und Dawson boomen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mich interessierte das Gold nicht. Ich kam aus einem anderen Grund in den Norden: ich wollte zurueck nach Maysimay. &lt;br /&gt;Der urspruengliche Plan war mit einigen Freunden und Neulingen, unter anderem Erich Kiefer und Tyrell, wieder einmal ein Floss zu bauen und zurueck nach Maysimay zu fahren. Doch Erich und Kiefer waren unauffindbar, in der realen sowie in der Cyberwelt und Tyrell war zwar da, hatte aber einen Job als Kindergaertner.&lt;br /&gt;Ich verbrachte eine Woche und tat, was man in Dawson so tut: An der Frontstreet rumhaengen und Leute treffen; zum Schiffswrack gehen, am Strand ein Feuer machen, ein Bier trinken und Feuer machen; auf Parties gehen und Leute treffen; im Casino abhaengen u.L.t.; Ultimate Frisbee spielen u.L.t.; wilde Erdbeeren sammeln gehen, mit neu getroffenen Leuten; und den Rest der Zeit einfach Leute treffen. Wenn man in Dawson nicht weiss, was man machen soll, dann zieht man einfach durch die Strassen und schaut, wer so unterwegs ist und ehe man sich versieht, ist man umgeben von tollen Menschen und startet irgendeine witzige Aktion.&lt;br /&gt;Gluecklicherweise hat sich meine Wohnsituation auch schnell geklaert. Ricardo (von letztem Jahr Whitehorse und Dawson) fuhr fuer ein langes Wochenende zum Atlin-Music-Festival und ueberliess mir seine Huette in Downtown. So war ich immer inmitten des Geschehens und konnte meinen Flosstrip organisieren.&lt;br /&gt;Viele Leute waren sehr interssiert mit mir mit zu kommen, doch konnten nicht weil sie einen Job hatten. Andere wollten, aber erst einige Wochen spaeter und wieder andere sagten Ja, zogen dann aber doch den Schwanz ein. Ich konnte mich allmaehlich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden den Trip alleine zu starten. Nach fast einer Woche Dawson war es sowieso Zeit raus zu kommen aus dem verwuselten Leute-Beziehungskisten-Bussiness. Ich wachte eines Morgens auf und wusste: "Heute ist der Tag. Ich fuehle, dass es Zeit ist aufzubrechen." Mittlerweile war es mir sogar recht dass mich niemand begleitete. So konnte ich mich darauf konzentrieren die Zeichen zu sehen und zu suchen, was ich zu finden hoffte. Mir wurde klar, dass das ganze wie eine spirituelle Vision-Quest fuer mich werden wuerde. &lt;br /&gt;...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-1340272972161789083?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/1340272972161789083/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=1340272972161789083' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1340272972161789083'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1340272972161789083'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/08/dawson-city-kanada.html' title='Dawson City - Kanada'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-5359886781581446208</id><published>2011-07-28T22:46:00.004+02:00</published><updated>2011-07-29T02:17:41.161+02:00</updated><title type='text'>... Fortsetzung</title><content type='html'>&lt;strong&gt;... Teil vier&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald meine Eimer voll waren, machte ich mich raus aus diesem Ort. Dann ging die grosse Wanderung los.&lt;br /&gt;Zwei Stunden hat es gedauert, bis ich zurueck zu meinem Rucksack gefunden habe. Es war elendig heiss, ich hatte einen quaelenden Durst, meine Lippen fingen an sich an Innenseite komisch anzufuehlen. Ich schwitzte wirklich wie ein Tier. Ich war ueberall schwarz und mein Schweiss hat sich mit dem Russ zu einer salzig klebrigen Kruste auf meiner Haut gebildet, die immer noch (oder gerade erst) viel zu atraktiv fuer Muecken erschien. Ich fuehlte mich einfach nur eklig, zerstochen und juckend.&lt;br /&gt;Einige Stunden lang sieben Kilogramm schwere Eimer in jeder Hand durch Stock und Stein zu ballancieren - das ist schon ziemlich masochistisch. &lt;br /&gt;Alle hundert Meter musste ich absetzen, weil meine Muskeln einfach zu schwach waren die Henkel zu halten. Und dann kam ich endlich an das grosse Feld, an dessem Ende in ca. einem Kilometer Entfernung mein Van, Camp, Essen, Wasser und alle anderen schoenen Dinge des Lebens auf mich warteten. Doch dieser Kilometer, der laenger als eine halbe Stunde gedauert hat, war mit Sicherheit der schlimmste des ganzen Tages.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es waren wieder so viele Muecken um mich rum, wie an dem Sumpf, nur dass ich diesmal keine Hand frei hatte, um sie abzuwischen. Die ersten Minuten versuchte ich sie zu ignorieren. Doch wenn man spuert, wie sich am ganzen Koerper hunderte Nadeln in die Haut bohren, das Blut raussaugen und als Dankeschoen ein juckendes Sekret hinterlassen - das kann man einfach nicht ignorieren. Niemand kann das, davon bin ich ueberzeugt. Wenn sie doch wenigstens nur die Arme und Beine nehmen wuerden. Aber nein, die Scheissviecher nehmen alles was sie kriegen koennen: Lippen, Augenlieder, Fingergelenke. Mir sind sogar Muecken in die Ohren geflogen und haben mir in den Gehoergang gestochen.&lt;br /&gt;Es blieb mir nichts anderes uebrig als zehn Schritte zu gehen, die Eimer abzustellen, Muecken abzuwischen und mich so fluchender Weise Stueck fuer Stueck vorwaerts zu kaempfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf diesen paar hundert Metern kamen dann noch krasse Gedanken in den Kopf. "Wie lange kann ein Mensch wohl in so einer Umgebung aushalten, bevor er sich selbst erloesender Weise die Kehle durchschneidet?". &lt;br /&gt;In dieser Situation kam mir das Leben wie ein krankes, widerwaertiges Konzept vor. Es frisst und saugt sich alles gegenseitig aus und toetet unentwegt. &lt;br /&gt;Das Reh zerkaut den schoenen Loewenzahn. Der Baer zerfleischt das Reh. Die Muecke quaelt und saugt ihn aus.&lt;br /&gt;Alle stehlen permanent Energie von anderen. Alle kaempfen jeden Tag mit teilweise fiesesten Mitteln fuer umgewandelte Sonnenenergie ueber den Weg von Leid und Totmachung. &lt;br /&gt;Die meiste Zeit sehe ich es mit freudigen Augen. Doch manchmal, ja manchmal da erscheint es als ein ziemlich haessliches Spiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gluecklicherweise ist die Mueckensaison relativ kurz und ich war auch nie nackt an einem Baum neben einem Sumpf angebunden.&lt;br /&gt;Wenn sich jemand fragt, warum ich da dann alles mache, dann sind es Momente wie dieser, der folgte, wo ich in meinem Auto sitze und aus dem Fenster gucke und all die Muecken sehe, die nicht ins Auto rein kommen. Nach so einem Tag koennen solch simpelsten Dinge der suesseste Nektar sein, den ich mir wuenschen kann. Wenn ich ganz tief unten bin und dann von dort nur einen kleinen Schritt aufwaerts steige, dann fuehlt sich das wunderbar an.&lt;br /&gt;Hochschauen und auftsteigen ist toll. Doch manchmal, denke ich, ist es gut, wenn ich mich bis an den Grund der Existenz fallen lasse, um zu sehen, wie es da unten aussieht, meine Zehen mal wieder durch den Schlamm ziehe und dann langsam und genussvoll aufsteige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Teil fuenf&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem neuen Reifen und neu ausgerichteten Raedern begann ich die Fahrt nach Prince George. &lt;br /&gt;Erich schrieb mir ein paar Tage zuvor in einer eMail, dass er zu einem Familientreffen am 25. Juni dort auftauchen wuerde. Ich musste ihn unbedingt sehen, um die ein paar Monate zuvor entstandene Idee einer weiteren Floss-Mission nach Maysimay zu besprechen und um ganz im Allgemeinen zu erfahren, wie seine Sommerplaene aussaehen. Zwar haette ich noch weiter im Williams Lake Feuer Pilze sammeln koennen aber irgendwie hatte ich das Gefuehl mal wieder einen Tapetenwechsel zu brauchen. Ausserdem war der Plan von Anfang an gewesen den Grossteil der Saison am Watson Lake Feuer sammeln zu gehen, was zu diesem Zeitpunkt schon hinfaellig war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fuhr durch Prince George durch, direkt zu Erichs Elternhaus. Erich war nicht da und sein Vater wusste ueberhaupt nicht, dass er kommen wollte. Das war eine ernuechternde Ungewissheit. Was sollte ich tun? Ich war viel zu frueh dran. Sollte ich die vier Tage auf ihn warten? &lt;br /&gt;Da ich sowieso ein paar Dinge in Prince George zu erledigen hatte, entschied ich mich bis zum 25. zu bleiben. So hatte ich wenigstens Zeit mir ein paar Reisebegleiter fuer die lange Fahrt in den Yukon zu suchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle "Amten-Gaenge" waren getaetigt. Meine Kleidung war frisch gewaschen, ich war sauniert und gebadet, ein paar Sachen, die ich im Dezember bei einer Freundin von Erich gelagert habe, befanden sich wieder gut verstaut in meinem Van.&lt;br /&gt;Den Rest der Zeit, den ich nicht mit organisatorischen Dingen verbracht habe, sass ich in der Bibo, lass alle Ad-Busters Zeitschriften (eine wunderbare Anarcho-Literatur) und verbrachte einen Veganerabend in einem Jugendclub mit lecker Essesn, Dokumentarfilm und abschliessender Gruppendiskussion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am spaeten Nachmittag des 25. rief ich bei den Magdziks an und erkundigte mich nach Erich. Doch keine Spur von ihm, keine Nachricht. Ich hatte das Warten satt. Noch am selben Abend fuhr ich allein relativ enttaeuscht Richtung Norden.&lt;br /&gt;Zufaelligerweise begegnete ich in Prince George einem anderen Morchelsammler, der mir sagte: "It's pukin' mushrooms right now (es kotzt Pilze)!"&lt;br /&gt;Bei solch einer viel versprechenden Aussicht konnte ich einfach keine Geduld mehr aufbringen. Ich hatte das Gefuehl, da findet eine Party ohne mich statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer gemuetlichen Nacht auf einem Highway Rastplatz schaffte ich es am naechsten Tag bis Dease Lake. Dort wollte ich wie die Wochen zuvor wieder die Nacht in meinem Van an einem kleinen Fluss verbringen. Doch aus irgendeinem Grund gab es dort abgefahren viele Muecken. Und diese waren hoechst agressiv.&lt;br /&gt;Sie wollten so verzweifelt in mein Auto, dass sie dann tatsaechlich auch einen Weg gefunden haben. Ob durchs Belueftungssystem oder einen Spalt an der Tuer, ich weiss es nicht. Der Strom von Muecken hoerte jedenfalls nicht auf und nach der fuenfzigsten erschlagenen Muecke baute ich schliesslich mein Zelt auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich am folgenden Tag endlich den Brand 80km vor Watson Lake erreichte, war ich total aufgeregt. Meine Erwartungen waren hoch. "It's pukin' mushrooms" schwirrte mir unaufhoerlich im Kopf herum.&lt;br /&gt;Der Highway fuehrte genau durchs Feuer, links und rechts war alles schwarz. Ich parkte auf dem Seitenstreifen, schnappte mir einen Eimer und mein Messer und huepfte in den Wald.&lt;br /&gt;Nichts, kein einziger Pilz!&lt;br /&gt;Nach meiner mittlerweile gewachsenen Erfahrung wusste ich, dass das nicht dfas richtige Areal war. Es war zu trocken. Keine Muecke ging mir auf den Keks, was zwar angenehm, aber nicht das richtige Zeichen ist, um die Pilze aufzuspueren.Ausserdem war der Boden so komisch weich. Man ist knoecheltief in halb verkokeltem Moos eingesunken. Das war mir irgendwie suspekt.&lt;br /&gt;Mittlerweile weiss ich, wie man da vorgehen muss: gar nicht gross rumtrucksen!&lt;br /&gt;Nach drei Minuten sass ich wieder im Auto und hielt nach einer neuen Gegend Ausschau. Keinen Kilomtere weiter sprang mir dieser unwegsame steile Hang an der rechten Strassenseite ins Auge.&lt;br /&gt;Perfekte Bedingungen: es brannte nicht zu heftig und nicht zu lasch. Einige Baeume waren noch am Leben, andere tot. Der Boden war bedeckt mit roten Nadeln und das Gelaende sah nach viel zu viel Arbeit aus (rumkrakseln und ueber umgestuerzte Baeume klettern), als das der Durchschnittskanadier dort suchen wuerde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;50m vom Auto weg stolperte ich ueber die ersten Morcheln. Mit jedem Schritt registrierten meine Scanner-Augen mehr und mehr. Als ich die ersten Baumreihen hinter mir gelassen habe, blieb ich stehen und betrachtete das Bild. &lt;br /&gt;"Es kotzt Pilze" - das war genau die richtige Beschreibung fuer das, was ich sah. Ich stuerzte mich ins Vergnuegen und maehte wie eine Masche den Waldboden ab. Fuenf Stunden spaeter war es Zeit aufzuhoeren. Es war mittlerweile 19.00 Uhr und ich kannte die ganze Situation noch gar nicht. &lt;br /&gt;Ich wusste nicht, wo Kaeufer ihre Stationen hatten, bis wann sie geoeffnet sein wuerden, wie die Preise waren oder wo ich schlafen konnte. Doch schon nach fuenf Minuten Fahrt tauchte ein Pickup-Truck parkend am Highway auf mit verdaechtig grossen Stapeln von Kisten daneben.&lt;br /&gt;Ich bremste etwas ab, sah den dazu gehoerigen Besitzer und wusste instinktiv: das ist mein Mann!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeremy war ein Kaeufer im kleinen Stil, der gute Waare fuer den Frischmarkt in Seattle aufkaufte und dafuer auch besser bezahlte: fuenf fuer Conecous (die Gaengigsten) und sechs fuer blonde und graue (gefragtere Unterarten der Morchelfamilie), sofern die Qualitaet stimmte. &lt;br /&gt;Zu mir sagte er mehrmals, dass ich wunderschoene Pilze hatte und regte sich im gleichen Atemzug ueber die meisten anderen Sammler auf, die ihm den groessten Schmarrn andrehen wollten und sich dann ihresgleichen beschwerten, dass Jermey ihren Schmarrn nicht haben wollte.&lt;br /&gt;Das erfuellt mich natuerlich mit Stolz, obwohl ich selbst der Meinung war, dass diese Ladung nicht die beste Qualitaet hatte die ich bis dahin gesammelt habe. Doch bis auf ca. ein Pfund hat er mir alles abgenommen.&lt;br /&gt;Mit einem zufriedenem Laecheln verabschiedete ich mich von Jeremy und suchte mir einen schoenen Campingplatz. Ich dachte mir, wenn bei einem fuenf stuendigen easy Nachmittagsspaziergang schon sechzig Pfund sammeln kann, was ist dann erst moeglich wenn ich den ganzen Tag in einem Mega-Spot wuete? Da wurde mir klar, dass die 200 Pfund/Tag-Legenden wahr waren und nicht nur uebertrieben Stories.&lt;br /&gt;Das grosse Problem bei den richtig dicken Tagen sind dann aber die Knie und der Ruecken. Ich habe mir mal die Muehe gemacht zu zaehlen, wie viele Pilze ich in einen Eimer bekommen, um herauszufinden, wie oft ich mir an einem Tag die "Schnuersenkel zubinden" muss.&lt;br /&gt;Bei ca. 300-400 Pilzen pro Eimer und 18 Eimern an einem meiner Hammer-Tage, da sind das einige tausend Male, wie man sich buecken und dabei noch durch teilweise richtig hartes Gelaende klettern und huepfen muss - also das Aequivalent von ein paar Jahren Schnuersenkel-Zubinden. &lt;br /&gt;Das spuert man natuerlich am Abend und da denke ich mir, dass wenn man das 40 Sommer lang macht, man am Ende nicht mehr so gut dasteht. Erstaunlicherweise sehen die alten Herrschaften, die schon ein zwei oder drei Jahrzehnte hinter sich haben, noch richtig fit aus. &lt;br /&gt;Was ich herausgefunden habe ist, dass es beim Buecken jede Menge Technik gibt, die man lernen kann und sich somit schont.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erwachte am Morgen meines letzten Sammeltages auf dem Seitenstreifen des Highway parkend. In dieser Gegend habe ich die vohergehenden zwei Tage schon gesammelt und sie zu meinem persoenlichen Mega-Spot deklariert. &lt;br /&gt;Die Pilzfelder lagen unerschoepflich direkt neben der Strasse, sodass ich nicht unnoetig viel Zeit mit Rumwandern und Suchen verschwenden musste. Ausserdem hatte mein Van ein schwerwiegendes Problem: es tropfte grosse Mengen Kuehlfluessigkeit unter dem Motorenblock heraus, weswegen ich jede vermeidbare Fahrt unterlassen wollte.&lt;br /&gt;Mein Schlafgemach heizte sich langsam durch die Sonne auf. Ich zog den Vorhang des rechten Seitenfensters auf, um noch ein wenig vertraeumt aus dem Fenster schauen zu koennen. &lt;br /&gt;Urploetzlich tauchte ein grosser Baerenkopf auf der anderen Seite des Fensters auf und schaute hinein, unsere Gesichter eine Armlaenge voneinander entfernt.&lt;br /&gt;Alles was ich hervorbrachte, war ein langezogenes tiefes Einatmen mit einer leichten Vibration in den Stimmbaendern. Es war so ein Einatmen das man macht, wenn man etwas Gigantisches sieht oder erlebt, nicht ein schnelles zackiges, wie wenn man sich erschreckt. Dass ich mich nicht so richtig erschreckt habe, lag wahrscheinlich daran, dass ich eine Minute vorher erst aufgewacht bin und noch so relaxed und ausgeglichen vom Schlaf war. Trotzdem hatte ich Schiss und ruehrte keinen Finger.&lt;br /&gt;Meine Beine wurden langsam ganz weich vom Adrenalin und ich folgte einfach nur jeder Bewegung des Baeren mit meinen Augen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst stellte er sich mit den Vordertatzen an die Tuer und schnueffelte den Fensterrahmen ab. Dabei klapperte zu meiner Ueberraschung die Tuer und ich stellte mit Unbehagen fest, dass ich sie aus Versehen am Vorabend nur halb verschlossen habe. &lt;br /&gt;Ich erinnerte mich an eine Geschichte, in der ein Baer ein Baer mit seinen Krallen zwischen Tuer und Rahmen gekrabbelt ist und die ganze Autotuer einfach abgerissen hat, um an das Sandwhich auf dem Beifahrersitz zu kommen.&lt;br /&gt;Das tat mein Baer gluecklicherweise nicht, obwohl er allen Grund dazu gehabt haette, denn ich, nackt auf meinem Bett liegend und darunter alles moegliche an Essen gelagert - das war ja im Prinzip wie ein riesiges fleischiges Sandwhich.&lt;br /&gt;Nein, mein Baer schnueffelte nur am Tuerschlitz entlang und konnte lediglich erahnen, welche Koestlichkeiten sich dahinter verbargen. Von dem Sandwhich wusste er natuerlich nichts, da die hinteres Fenster des Vans schwarz getoent sind und er mich somit nicht sehen konnte, als er durchs Fenster genau in mein verdutztes Gesicht schaute. &lt;br /&gt;Ich spielte mit dem Gedanken auf den Fahrersizt zu springen, wo der Schluessel lag und davon zu sausen. Doch dann lief der Baer zum vorderen Ende des Autos, vor die Motorhaube, schnueffelte und schaute und trottete dann gediegen von dannen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Teil sechs&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geradeso schaffte ich es nach Whitehorse. Die ersten 300km gab es keine Probleme. Ich fuellte den Kuehler mit zwei Kanistern Kuehlfluessigkeit auf und einer Flasche Spezialzeug, dass Lecks im Kuehlsystems versiegeln soll. Nach 300km ueberhitzte der Motor das erste Mal und danach musste ich alle 10-20km anhalten, den Motor abkuehlen lassen, Wasser nachfuellen und so schnell wie moeglich weiterfahren, bevor alles innerhalb von Minuten wieder rausgetropft ist. &lt;br /&gt;Ein Mechaniker in Watson Lake sagte mir, es waere teuer das Leck zu reparieren, da man den Motor auseinander nehmen muesste, um die defekte Stelle zu finden. Er bot mir 300$ fuer das Auto an, doch andere Leute sagten mir, ich solle nicht aufgeben und den Waagen nach Whitehorse humpeln, wo alles billiger waere, um ihn dort zu reparieren. &lt;br /&gt;Nachdem ich die letzten 150km in ermuedender stop-and-go Aktion hinter mich gebracht habe und endlich in Whitehorse war, liess ich eine grosse Werkstatt unter die Haube schauen. &lt;br /&gt;Mindestens 1000$ allein fuer Arbeitskosten war das Urteil. Ich haette einen Riss in einem Zylinder, wo die Kuehlfluessigkeit rauslief. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer verzweifelten Aktion haengte ich ein zu-verkaufen-Schild ans Auto, um die Sorgen los zu sein. Auf der anderen Seite hatte ich sooooo viel Zeug und wusste ueberhaupt nicht wohin damit. &lt;br /&gt;Dann traf ich Jeanviev in der Bibo. Wir lernten uns letztes Jahr auf Cortez Island kennen und es stellte sich heraus, dass wir eine Woche zuvor eMailkontakt bezueglich meiner Mitfahrgelegenheitsannounce hatten. Leider konnte ich sie und Joe nicht aufsammeln, weil wir uns immer knapp verfehlten.&lt;br /&gt;Die beiden stellten mich einem anderen Paaerchen vor, mit dem sie die letzten Tage verbrachten und alle vier ueberzeugten mich zu versuchen den Van nach Dawson zu gurken. Die Aussicht mein zu Hause in Dawson zu haben, mit all meinen Sachen, Essen und vor allen Dingen meinem Bett, war sehr reizvoll. Doch mir wurde schlecht bei dem Gedanken 530km lang alle 10-20km anzuhalten und Kuehlfluessigkeit nach zu fuellen und es vielleicht nicht zu schaffen. &lt;br /&gt;Wie auch immer, ich habe mich ueberzeugen lassen und so starteten wir die Fahrt zu fuenft, mit zwei Hunden und einem Berg von Gepaeck in Richtung Dawson.&lt;br /&gt;...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-5359886781581446208?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/5359886781581446208/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=5359886781581446208' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/5359886781581446208'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/5359886781581446208'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/07/fortsetzung.html' title='... Fortsetzung'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-9006575877553156671</id><published>2011-06-25T19:40:00.006+02:00</published><updated>2011-07-26T21:42:46.638+02:00</updated><title type='text'>Becky, Pilze, Abenteuer - Kanada</title><content type='html'>&lt;strong&gt;Teil eins&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Faehre von Port Angeles nach Victoria einlief, sass ich auf dem Promenadenrasen, an der engesten Stelle des Kanals, wo sich das Schiff durchzwaengen muss, um in der Hafenbucht ankern zu koennen. Der Kanal ist dort so schmal, dass man sich beinahe vom Schiff zur Promenade Papierflieger hin- und herschiessen koennte. Das wusste ich und habe mich deswegen genau dort platziert und mit meinem Fernglas bewaffnet beim naeher kommen des Schiffs alle Decks nach Becky abgesucht. Am Ende der Faehre stand sie dann alleine und schaute mit konzentriertem Blick in die Szenerie. Als sie mich sah, fingen wir beide an wild rum zu winken und uns zu zu rufen. Haben wir uns gefreut als wir uns wieder sahen!&lt;br /&gt;Eine Woche zuvor fing sie beim skypen an rum zu witzeln, dass wir uns doch schon vor August noch mal sehen sollten. Und so entstand dann diese Spontanaktion, dass wir uns mehr oder weniger in der Mitte unserer jeweiligen Aufenthaltsorte treffen und das Wochenende zusammen verbringen wuerden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fuhren mit meinem Van an die Westkueste von Vancouver Island, wo wir drei Tage lang nichts anderes als uns selbst und die Natur genossen. Doch vorher gingen wir "shoppen". Auf Utopia wurde ich wieder mal mit der Moeglichkeit konfrontiert, die erstklassigen Ressourcen zu nutzen, die in der Wegwerfgesellschaft als Muell deklariert werden und normalerweise auf der Muellkippe landen. Wir gingen in den Buioladen rein, stellten den Einkaufswagen ab, und gingen sofort wieder raus, als uns beiden diese Option einfiel. Erstmal die "kostenlos-Regale" auskundschaften und dann nur das kaufen, was es im konstenlos-Regal nicht gibt, war der Plan. Als wir zehn Minuten spaeter den Laden erneut betraten, kauften wir nur ein Brot. Den Rest gab es im konstenlos-Regal. Unser Fang des Tages waren drei Plastiktueten voll gepackt mit Obst und Gemuese, von denen drei Wochen spaeter sogar noch was uebrig war. Besonders gefreut haben wir uns ueber die ca. drei Kilogramm Erdbeeren - in Kanadasind die so teuer, dass sich das normalerweise nur der Adel leisten kann. Das Schoene an dem Laden war, dass die kostenlos-Regale aus vier huefthohen, unabgeschlossenen, offenen Tonnen bestanden, in denen das Essen fein saeuberlich sortiert nur so zur Mitnahme bereit lag. So verbrachten wir drei wundervolle Tage mit koeniglichen Eintoepfen, extravaganten Frucht-Desserts, Spaziergaengen, Massagen und jeder Menge anderer Zuneigungen. &lt;br /&gt;Als Schmankarl dieses kleinen Urlaubs lud ich Becky am Abend vor ihrer Abreise in ein deutsches (bayrisches) Wirtshaus ein. Sie hat noch nie zuvor in einem deutschen Restaurant gegessen und ich wollte ihr einen Vorgeschmack dessen geben, was sie erwarten wuerde, wenn sie naechstes Jahr vielleicht nach Europa kommt. &lt;br /&gt;Das tolle war, es war nicht einfach nur eine deutsche Mahlzeit, sondern eine echt deutsche Erfahrung - die komplette Palette.&lt;br /&gt;Es gab rot-weiss karrierte Tischdecken, Herzausschnitte in den Lehnen der Holzstuehle, Nerven zerreissende bayrische Volksmusik, Bilder und Fotos von Nuernberg, Berchtesgaden mit Watzmann, sowie dem Kufsteinmassiv, dass ja bekanntlich in Oesterreich liegt aber Oesterreich und Deutschland - das ist ja fast dasselbe. Und, wer wird sich jetzt wohl am meisten aufregen - die Oesis oder die Biefke?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausserdem war Frau Ober, eine Muenchnerin, in ein feineis Dirndel gewandet und servierte uns letztendlich hausgebackene Bretzel mit Butter, ueberbackenen Camenbert mit Preiselbeeren und eine vegetarische Platte aus Spaetzle, Kartoffelpuffer und Gemuese. Die war zwar etwas schnoede, ich nehme mal an das hat oane guade Schwoanshaxn gefehlt aber troztdem war es ein schoener Abend. Ein traditioneller bayrischer Koch hat halt nicht viel mit Vegetariern am Hut.&lt;br /&gt;Im August kommt Becke wieder - eine lange Zeit. Doch so ist das nun mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verbrachte noch einen weiteren Tag in Victoria um meine Reise in den Norden zu organisieren. Auf dem Weg zur Bibo wunderte ich mich, warum so viele Leute unterwegs waren. An einer der Hauptstrassen stiess ich dann auf eine unaufhoerliche Parade, die die Menschenmassen am Strassenrand unterhielt und fand heraus, dass dieser Tag ein Jahrestag (der 200te glaube ich) der Stadt Victoria war. Das wollte ich mir natuerlich genauer ansehen und stellte mich zu der Menge. Mein erster und bleibender Gedanke war, dass das ganze Spektakel wie eine Militaerparade aus kommunistischen Laendern auf mich wirkte. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich nie auf einer Parade war (ausser ein, zwei Faschingsumzuegen in Erfurt als kleiner Junge) und sie daher nur aus Dokumentarfilmen kenne, in denen Russland, China oder die DDR ihre neueste Generation von Kampfmarionetten und Langstreckenraketen zur Schu stellen. Natuerlich gab es in Victoria jede Menge blumige und froehliche Umzuege, doch es traten auf Militaer-Corps aehnliche Gruppen auf, die widerum den Eindruck von Hitlerjungen oder FDJ'lern bei mir erweckten und welche ihre Maschierkuenste und Militaermusik praesentierten. &lt;br /&gt;Sehr verwunderlich (es war in Victoria!) aber dann auch wieder nicht verwunderlich (so ist die Ammi-Kultur eben) fand ich, dass einige Gruppen aus den USA kamen. Was haben Militaer-Coprs aehnliche Gruppen aus den USA auf einer Jahrestagsparade in Victoria verloren???&lt;br /&gt;Zu guter letzt zeigte die Armee vor dem Parlamentsgebaeude an der Hafenpromenda ihre Muskeln. Unterschiedliche Kanonen waren aufgebaut und Offiziere stolzten wie Haehne durch die Gegend und warben fuer den Eintritt zum Kasperletheater. Ich blieb kurz stehen und beobachtete eine Weile. Ein kleiner Junge kommt angerannt, mit weit aufgerissenen Augen, strahlend wie zu seinem Geburtstag, und laesst sich von seiner Mutter vor dem Geschuetz fotografieren. Die Offiziere prahlten vor Stolz und scherzten mit den Passanten, welche sich kontinuierlich vor den Kanonen mit einem Laecheln fotografieren liessen. Kanonen - die Maschinen, welche Menschen, Haeuser und die Natur zerfetzt und in Stuecke reisst. Und einige wirkten als ob Weihnachten waere und diese Maschinen das Schoenste ueberhaupt sind. Ich finde das irgendwie komisch. Doch noch viel komischer finde ich, dass das nicht alle komisch finden. Vernichtungsapparate scheinen wirklich immer noch das Normalste der Welt zu sein. Ich frage mich, ob in ferner Zukunft irgendwann das Unmoegliche wahr wird und die Offoziere schreien: "Der Frieden ist ausgebrochen, rennt um euer Leben!".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Faehrfahrt zu Vancouver machte ich mich ans Organisieren: Mitfahrgelegenheiten ins Internet stellen; Infos zu Waldbraenden vom letzten Jahr raussuchen; und meine Pilze abholen, die ich in Samis Restaurant in den letzten Monaten gelagert habe.&lt;br /&gt;Fuenf Tage spaeter sass ich dann endlich im Auto Richtung Prince George. Begleitet wurde ich von Jenn und Juli. Juli sagte mir schon per eMail, dass sie am Pilze sammlen interessiert waere und so verbrachten wir schliesslich zwei Wochen zusammen, in denen ich sie der Morchelwelt naeher brachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Ex-Arbeitskollege John teilte mir mit, dass auch er zur selben Zeit in den Pilzen sein wuerde und wir uns bei einem Brand nahe Williams Lake treffen sollten. Also fuhren wir nach Williams Lake, deckten uns mit Futter und Ausruestung ein und checkten das Feuer aus. &lt;br /&gt;Einige Sammler waren schon da. Selbst ein paar bekannte Gesichter vom letzten Jahr und Fred, unser Kaeufer vom Terrece Mountain Feuer, war auch wieder im Geschaeft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Tag war lang und hart. Es hat eine Ewigkeit gedauert, bis der erste Pilz im Eimer lag. Wir liefen viele Kilometer durch unterschiedlichstes Terrain und fanden so gut wie Nichts. Erst als wir am Nachtmittag auf ein Stueck Wald gestossen sind, das wirklich komplett abgefackelt ist, zeigten sich die Morcheln in etwas groesseren Mengen. Immerhin konnte ich wenigsten einen Eimer fuellen, wohingegen Juli mit ihrem zu einem Drittel gefuellten Eimer etwas enttaeuscht war. Besonders ernuechtern war dann zusaetzlich, als wir herausfanden, dass Frad nur 4,50$ fuers Pfund zahlte. So bekam ich fuer die ersten zwei Tage harter Arbeit nur 70$. Doch was anderes habe ich ja auch gar nicht erwartet. Letztes Jahr war es noch trauriger und man braucht halt einfach mindestens einen Tag um die guten Gegenden zu finden. Auskundschaften des richtigen Terrains ist das A und O beim Pilze sammeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu meinem Geburtstag sind war einen der Forstwege reingefahren, um naeher an der Brand heran zu kommen. Es war strahlender Sonnenschein und der Weg bestand aus kompakter, getrockneter Lehmerde. Es war zwar sehr holprig, doch selbst mein Van schaffte das. Nur in den Senken stand noch das Wasser der letzten Regenguesse in ziemlich grossen Pfuetzen.&lt;br /&gt;Durch die ersten kamen wir noch durch, doch in der fuenften blieben wir stecken. Bei teilweise fast Waden tiefen Schlammgruben macht sich ein Hinterrad angetriebener Van nicht so gut. Jeder Versuch das Fahrzeug zu bewegen, endete nur damit, dass sich die Raeder immer tiefer in den Schlotter eingruben. Mit Hilfe von einem meterlangem Bett aus Tannenzweigen, die wir in die Spurrinnen legten und unter die ausgebuddelten Raeder stopften, sowie unermuedlichem Anschieben und unzaehligem Vor- und Zurueckschaukeln, bekamen wir das Auto wieder frei. Die ganze Aktion hat nur eine Stunde gedauert. Doch eine Stunde lang in sengender Hitze, begleitet von hunderten Muecken und eingeschmiert von oben bis unten in Schlamm zu versuchen ein Auto aus einer Wassergrube heraus zu fahren, zwei Kilometer vom Highway weg (der auch nur eine unasphaltierte Erdstrasse ist) - das ist wirklich kein Spass!&lt;br /&gt;Ich verfluchte mich, es auch nur versucht zu haben und Juli machte mir zu Recht etwas Vorwuerfe. Aber als der Wagen dann wieder rollte, fuehlte sich das wie ein wunderbares Geburtstagsgeschenk an. &lt;br /&gt;Wenigstens sammelten wir an diesem Tag besser als die Tage zuvor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir waren mit unseren Blicken so auf den Boden fixiert, dass wir erst viel zu spaet feststellten, was sich im Himmel zusammen braute. Kaum dass wir die dunklen Schatten der Wolken realisierten, fing es auch schon an zu tropfen, donnern und blitzen. Innerhalb von Minuten waren wir klatschnass begannen zu frieren und es machte keine Sinn mehr sich unter verkohlten Baumstaemmen vor dem Regen schuetzen zu wollen. Also machten wir uns auf den Heimweg. Als wir wieder auf die Strasse kamen, auf der vor der boesen Pfuetze mein Auto parkte, war alles so, wie ich es mir dachte: eine einzige Schlammparty. Wir hatten Probleme auf der Strasse zu laufen, ohne unentwegt wie auf Seife rum zu rutschen. Die Pfuetzen sind auf fuenffache Groesse angeschwollen, die wie kleine Seen die Strasse komplett verschluckten. &lt;br /&gt;Ich versuchte an dem Tag ger nicht mehr das Auto zu bewegen. Das haette niemals geklappt. Ich hatte selbst Probleme mir vorzustellen, dass ein Truck da durchkommen koennte. Wenigstens hoerte es auf zu regnen und ich konnte zu dem kleinen See um die Ecke laufen, um die restliche Asche von meinem Koerper abzuwaschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich zurueck kam, stand Juli mit der Saege in der Hand vor dem Kofferraum auf der Strasse. Schon von weitem wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Sie wirkte irgendwie zerstreut und ganz und gar nicht gluecklich.&lt;br /&gt;Als naechstes fielen mir die dampfenden Erdhaufen vor meinem Auto auf, sowie der ausgebrannte Camping-Bezin Kanister. Dann erzaehlte mir Juli, noch unter schock stehend, was passierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Waehrend ich weg war, wollte sie Feuer machen und anfangen zu kochen. Wir hatten einen noch komplett vollen Kanister mit Kocher-Benzin. "Ich wollte etwas davon als Starthilfe verwenden", sagte sie mit zittriger Stimme, was ja keine dumme Idee war bei dem nassen Holz. Etwas unklueger war aber viel zu viel auf den Holzhaufen zu schuetten und noch viel unklueger war, den offenen Kanister direkt daneben  stehen zu lassen, als sie die ganze Schose anzuedete.&lt;br /&gt;Erst gab es wohl eine riesige Stichflamme, die sofort auf den Kanister uebersprang und ihn in Flammen setzte. Vor Panik kickte sie ihn ein paar Meter weg, wodurch sich aller Inhalt entleerte und noch viel groessere Stichflammen folgten. &lt;br /&gt;Zu guter letzt floss die brennende Suppe die Strasse runter Richtung Auto, das nur ca. fuenf Meter vom Epizentrum weg stand.&lt;br /&gt;Dann kamen die Erdhaufen ins Spiel, mit denen sie versuchte den Feuerstrom aufzuhalten. &lt;br /&gt;Als das nur halb funktionierte und das Feuer einen Schritt vom Auto weg war, fing sie an wild auf den Flammen rum zu trampeln, um mein Auto zu retten, wodurch sich aber nun auch noch ihre Schuhe in Brand setzten.&lt;br /&gt;Wenige Sekunden spaeter war alles Benzin verbrannt, das Auto noch da, die Fuesse noch roh und genau in dem Moment kam ich wohl um die Ecke gebogen.&lt;br /&gt;So bestand das Geburtstagsfestmahl nicht aus einer warmen Speise, sondern aus Cornflakes mit Rosinen und Mandelmilch und kurz danach gingen wir etwas unterkuehlt und ziemlich erschoepft ins Bett.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Teil zwei&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der naechsteTag startete sonnig strahlend wie jeder andere. Wir sammelten in unserem gewohnten Gebiet und wieder zog dasWetter am Nachmittag zu. Doch diesmal nahmen wir die Beine in die Hand und rannten zum Auto. Wir mussten es vor dem Einsetzen des Regen durch die ersten vier Pfuetzen kriegen, bevor die Strasse schmierig glattwerden wuerde. Wir waren noch ca. Zwei Kilometer vom Van weg und schon fielen erste Tropfen vom Himmel. &lt;br /&gt;Juli sagte:“Lass deine Eimer hier und renn voraus. Ich bring sie mit.“ &lt;br /&gt;Ich rannte wie ich lange nicht mkehr gerannt bin. Als sich dasletzte Mal meine Lunge so angefuehlt hat, floh ich in Berlin 2009 vor Fahrkartenkontrolleuren, nachdem ich ohne Fahrschein erwischt wurde.&lt;br /&gt;Aus dem zunaechst noch leichten rumgetroepfel wurde schnell ein Regen und ich war immer drei Minuten vom Auto weg. Die Schuhe habe ich vorher schon ausgezogen, um schneller durch den Schlamm sprinten zu koennen, in dem wir am vorigen Morgen stecken geblieben sind.&lt;br /&gt;Mit Schmerz verzerrten, Gesicht vor Lungen- und Seitenstechen, kam ich am Wagen an, sprang auf den Fahrersitz, startete den Motor und latschte aufs Gaspedal mit Blick auf die erste grosse Pfuetze direkt voraus. Sie war deutlich kleiner als am Abend zuvor, doch immer noch viel groesser als bei der Reinfahrt. Mit einem „Wusch“ haemmerte ich durch, links und rechts eine Brackwasserwelle. &lt;br /&gt;Zehn Meterdanach kam schon die zweite Pfuetze. Ich habe noch mal so richtig Gas gegeben, um auch ja genug Schwung zu haben. Es ging rein ins Vergnuegen und dann gab es einen gewaltigen Schlag. Das Auto huepfte mit der kompletten rechten Seite einen halben Meter hoch und alles innen drin flog mir chaotisch um die Ohren woraufhin ich entsetzt schrie: „Oh shit! What the fuck was that?!“. &lt;br /&gt;Gluecklicherweise kam ich am anderen Ende wieder raus und der Wagen quaelte sich mit durchdrehenden Reifen langsam den seichten Huegel auf der immer nasser werdenden Strasse hoch. Mir war sofort klar, dass ich entweder dasrechte Vorderrad verloren oder mir den Reifen zerschossen habe, oder die Achse gebrochen habe. Es gab jedenfalls ungute Geraeusche und ein gesittetes Fahrverhalten war dahin. Doch war nicht der Moment um anzuhalten und Schaeden zu begutachten, es lagen immer noch zwei grosse Pfuetzen vor mir und ich konnte den gewonnen Schwung nicht aufgeben. Direkt nach der vierten Pfuetze blieb ich dann schliesslich stecken, da derVan sich mit derrechten Seite des Kotfluegels in eine Wand aus Matsch gefressen hat. Ich dachte mir, dass es nun waere sich mal das Auto genauer anzusehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;DerReifen war zerplatzt zerplatzt, der Stossdaempfer sah ziemlich mitgenommen aus und die Parallelitaet der Vorderraeder war total im Eimer.&lt;br /&gt;Seelisch etwas angeschlagen ging ich zurueck, Juli entgegen, um ihr beim Pilze tragen zu helfen. Als ich an der verhaengnisvollen Pfuetze vorbeikam, sah ich ihn, den Felsen in der Mitte der Strasse, gut getarnt bedeckt mit Schlamm. Ich habe mich um ehrlich zu sein gewundert, dass nicht mehr kaputt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als war beide wieder am Auto waren, diskutierten wir den Schlachtplan. Irgendjemand mit einem grossen starken Truck musste uns darausziehen. In dem Moment hoerten wir ein Motorengeraeusch aus der Richtung aus der wir kamen und da war er: der grosse starke Truck. &lt;br /&gt;Drin sassen zwei aeltere Kanadier, wir man sie sich aus dem Bilderbuch vorstellt: braune Lederboots, blaue Jeans, ein Basecap auf etwas laengerem Haar, wenige gelbe kreuz und quer stehende Zaehne im Mund und aus der Fahrerekabine duedelte Country-Musik. &lt;br /&gt;Die beiden Jungs haben uns natuerlich ohne Probleme rausgezogen. Dann haber ich schnell dasRad gewechselt, wir sind zu Fred gefahren (gegurkt) und haben unsere Pilze verkauft, uns einen neuen Lagerplatz gesucht und den Tag als mehr oder weniger erfolgreich verbucht. &lt;br /&gt;Allerdings wurde er noch viel erfolgreicher am Abend. Wir bauten uns Camp neben einer Gruppe von Zelten und Vans auf. Unsere direkten Nachbarn waren Alex, Amber und Luna. Ales ist ein 50 jaehriger professioneller Pilzsammler, Architekt und Tulpenpfluecker. Er hat die beiden Ladies auf der Tulpenfarm aufgelesen und trainiert sie nun in der Morcheljagd und spaeter im Jahr dann Pfifferlinge und Kiefernpilze. &lt;br /&gt;Als er von unserer erbaermlichen Ausbeute hoerte, nahm er uns an die Hand und wir alle fuhren noch mal fuer eine kleine Abendrunde in deren Sammelgebiet, um uns mal eine Idee zu geben, nach welchen natuerlichen Zeichen wir Ausschau halten muessen, um die Pilze in Atem beraubenden Mengen finden zu wollen. Und wir fanden sie auch in Atem beraubenden Mengen. Innerhalb einer Stunde habe ich einen grossen Eimer gefuellt mit zwoelf Pfund Fassungsvermoegen, wofuer ich zuvor einen ganzen Tag gebraucht habe. Daswar einfach unglaublich. Die Pilze waren ueberall. Man musste fast gar nicht mehr aufstehen und laufen. Auch stand das Auto nur wenige hundert Meter weg. Voellig aufgeregt und ueberwaeltigt fuhren wir zurueck Camp.&lt;br /&gt;Zum Dank kochten wir den drei ein feines Abendessen und hatten auch sonst jede Menge Spass mit ihnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am naechsten Tag haben wir dann endlich John getroffen und sind gleich zusammen rausgefahren. Ab dem Tag gings dann nur noch aufwaerts, zumindest mit der Sammlerei. Die taeglichen zwoelf Pfund haben sich erst auf 32 hochgeschraubt. Dann auf 40, 45 und dann wenig spaeter kam der Monstertag an dem ich 109 Pfund in neun Stunden rausgeholt habe.&lt;br /&gt;Die negative Seite war, dass sich John ganz schoen veraendert hat. Er hat permanent geflucht, war agressiv und hat seinen Hund geschlagen. Teilweise war jedes dritte Wort im Satz "fuck" oder eine Abwandlung davon (ohne Uebertreibung). Es war einfachy genau das Gegenteil von einer harmonischen Atmosphaere, sodass ich nach einer Woche wieder alleine loszog.&lt;br /&gt;Juli ist etwa zum gleichen Zeitpunkt abgereist. Sie hat sich ein Ziel von tausend Dollar vgesetzt, um weiter reisen zu koennen. Trampender Weise machte sie sich auf den Weg zurueck nach Vancouver, um von dort aus nach Cortez Island zu tingeln, wo sie den Sommer verbringen will. &lt;br /&gt;Wir hatten eine Interessante Zeit zusammen, jedoch haben wir etwas unterschiedliche Herangehensweisen ans Leben und sind aus meiner Sicht immer mal in feurigen Debatten aneinander geeckt.Auch haben wir unterschiedliche Persoenlichkeiten. Sie ist ein ziemlicher hardcore Hippie, mit allem esoterischem Plunder, der so dazu gehoert. Zwar faellt sie nicht unter die Kategorie "nerviger Hippie", die einem auf missionarischer Weise jeglichen Zauber unterjubeln wollen und denken, dass man der Teufel hoechstpersoenlich ist, wenn man eine wissenschaftliche Sichtweise hat und nicht an Astrologie glaubt, doch musste ich manchmal schon tief durchatmen, um meine Akzeptanz gegenueber Andersartigkeit nicht zu verlieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn beispielsweise mein wirklich ausgesprochen guter Orientierungssinn angezweifelt wird und dann die Halskette abgenommen und als Wahrheitspendel verwendet wird und die Pendelbewegung am Ende die falsche Richtung angegeben hat und mein Orientierungssinn richtig war - dann war das einer dieser Momente, wo ich tief durchatmen musste.&lt;br /&gt;Doch insgesamt war ich froh, dass sie da war. Wir hatten uns wirklich viel zu erzaehlen und viel voneinander zu lernen, auf einer sehr tiefgehenden emotionalen Basis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Teil drei&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der erste Pilztag, den ich komplett valleine hatte, lag wahrscheinlich unter den top five der koerperlich haertesten Tage meines Lebens. &lt;br /&gt;Da ich mit meinem Van nicht wie mit John Truck jeden Forstweh reinfahren konnte, entschloss ich mich noch mal etwas genauer die Gegend hinter meinem Camp aus zu kundschaften, wo ich mit Juli die ersten Tage unterwegs war. &lt;br /&gt;Ich schnappte mir drei Eimer, meinen Rucksack mit anderthalb Liter Wasser, einer Apfelsine und einem Apfel und marschierte los.&lt;br /&gt;Die ersten drei Stunden liefs ganz gut, doch spater gabs einfach keine Pilze mehr. Also stellte ich meinen Rucksack am Ende eines Kahlschlags ab, trank noch mal einen ordentlichen Schluck Wasser und lief schnurstracks Richtung Sueden. Eine halbe Stunde lang hat nicht ein einziger Pilz meinen Weg gekreuzt. Ich wurde immer verbissener und sagte zu mir selbst: "Ich werde einfach so lange weiterlaufen, bis ich ein Feld finde.". Also lief ich und lief ich, querfeldein, einige Kilometer durch den Brand und konnte es nicht glauben, dass ich nach anderthalb Stunden nur ca. 20 Pilze gefunden habe, von denen die meisten nur Daumengroesse waren. Die ganze Gegend war einfach viel zu trocken. Da war nicht genug Feuchtigkeit im Boden. &lt;br /&gt;Das beste Indiz dafuer sind Muecken. Wo keine Muecken sind, sind auch keine Pilze. Das ist zwar aetzend, aber eine nicht zu vermeidende Notwendigkeit bei der Morchelernte. Und dort waren wirkloich fast gar keine Muecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bog in einen kleinen Canyon ein, wo langsam die Pilze wieder anfingen. Muesahm arbeitete ich mich abwaerts. Die Baeume standen dicht, vielleicht nin Meterabstaenden, und mit zwei Eimern in der Hand eckt man da permanent ueberall an und wird schwarz von der Kohle.&lt;br /&gt;Jeder Pilz wurde hart erkaempft und ich hoffe, dass die reichen Leute, auf deren Teller die Pilze in Europa landen, das auch zu schaetzen wissen. &lt;br /&gt;Ich folgte dem Canyon immer weiter runter, bis ich zu einem Sumpf kam. Dieser Sumpf, war eines der zweischneidigsten Schwerter, die mir in meinem Leben begegnet sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der einen Seite standen dort einfach ueberall Pilze rum, und zwar riesige Prachtexemplare. Ich konnte anderthalb Eimer innerhlab von einer Stunde Fuellen - paradiesische Verhaeltnisse fuer einen Pilzsammler. &lt;br /&gt;Auf der anderen Seite gab es dort Muecken. Aber nicht einfach nur Muecken. "Pervers" ist das beste Wort, das mir dazu einfaellt. Da war ohne Unterbechung ein Schwarm, eine massive Wolke Muecken um mich rum und auf mir drauf. Es lag permanent dieses unheimliche, allgegenwaertige Summen in der Luft. Und ich Trottel hatte nur mein T-Shirt als Oberkoerperbedeckung mit. Was fuer ein Fehler!&lt;br /&gt;Da gab es nur eine Sammelmethode: und zwar so schnell wie moeglich. Ich bin wie ein tollwuetiger Hase durch die Baeume gerannt und gehuepft, von Familie zu Familie. Der Handlungsablauf war: vier Pilze abschneiden - Mueckenteppich vom Gesicht wischen. Ich kam an einen Punkt, wo ich mich fragte, ob mir die Pilze das wirklich wert sind. &lt;br /&gt;Mir kamen die wildesten Gedanken. Themen in meinem Kopf schwankten von Blut spenden, zu perfekten Foltermethoden, bei der nackte Menschen einfach nur dort an einen Baum gebunden werden, zu "Wird es wohl Menschen geben, die freiwillig an diesem Sumpf leben wuerden?".&lt;br /&gt;"Was ist mit Tieren? Wie kommt ein Reh auf diese Hoelle klar?" Oder: "Vielleicht sollte ich doch studieren. Wie waers mit Biochemie? Vielleicht koennte ich eine Methode entwickeln alle Muecken auf der Welt auszurotten. Waeren die oekologischen Foolgen vertretbar?".&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-9006575877553156671?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/9006575877553156671/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=9006575877553156671' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9006575877553156671'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9006575877553156671'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/06/becky-pilze-abenteuer-kanada.html' title='Becky, Pilze, Abenteuer - Kanada'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-7372507833844341802</id><published>2011-06-07T21:26:00.002+02:00</published><updated>2011-06-07T21:28:53.886+02:00</updated><title type='text'>nur kurz</title><content type='html'>hi folks,&lt;br /&gt;ich woll nur kurz bescheid geben, dass es mir supe4r geht und ich seit 9 tagen im bush bin und pilze sammel. bin dieses jahr einer der besten sammler und es laeuft wie es nicht besser lauifen koennte. mein geburtstag war ein ziemli9ch abenteuerlicher tag. nicht viel gefeir aber so krass trotzdem. &lt;br /&gt;weiss nich, wenn ich das naechste mnal internet habe. muss noch ne menge emails scghreivben. &lt;br /&gt;hoffentlicvh bald mehr. spaetestens dann in dawson city in 2 wochen oder so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gruss felix&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-7372507833844341802?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/7372507833844341802/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=7372507833844341802' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7372507833844341802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7372507833844341802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/06/nur-kurz.html' title='nur kurz'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4271856746773236284</id><published>2011-05-23T22:08:00.004+02:00</published><updated>2011-05-23T23:48:48.627+02:00</updated><title type='text'>Antwort auf Kommentare</title><content type='html'>Braucht es wirklich Feindbilder, Untergangszenarien und Verschwörungstheorien, um herauszufinden wer ich bin und welchen Weg ich gehen möchte...&lt;br /&gt;Keine Ahnung! Vielleicht braucht es das, ja. Vielleicht aber auch nicht. Das musst du für dich (Herr/Frau Unbekannter) selbst herausfinden, ob es das braucht. &lt;br /&gt;In meinem Leben haben diese Dinge eben nun mal meinen Weg gekreuzt. Ich denke ich habe viel aus den letzten Monaten mit Hilfe dieser drei Dinge gelernt und wes war interessant und sehr schmerzlich mich damit zu beschäftigen. Und jetzt ist es an der Zeit an mir zu arbeiten, dass ich nicht völlig verrückt werde und Kraft bekomme, um negative Einstellungen in Konstruktive zu transformieren und in positive Bahnen zu lenken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;kein Kommentar, aber Fragen:&lt;br /&gt;wovon lebt Molly, wovon die anderen Bewohner von Utopia? &lt;br /&gt;Molly, keine Ahnung. Andere Bewohner von Utopia, verschiedenste Sachen. Einige bauen Marihuana an, das verkauft wird. Andere verkaufen Pflanzen Setzlinge. Andere sind Website Designer. Andere sind Künstler und verkaufen Kunst. Andere nehmen alle möglichen kleinen Jobs an wie: Holz hacken, Schuppen bauen, Holzziegel herstellen, Körbe flechten und verkaufen, usw. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wie kann man bio essen in Plastik kaufen? (ein Bild, vom Frühstückstisch, dass du gemacht hast)&lt;br /&gt;Das frag ich mich auch. Ist doch völlig paradox, oder?? Genau aus diesem Grund hab ich das Bild ja geschossen. Die Orangen gab es auf einer Party wo ich war und ich habe genau dieses Paradox mit dem Käufer besprochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;was passiert mit dem ganzen (Plaste) Müll auf Utopia?&lt;br /&gt;Da gibt es eine Recycling Station, zu der man seinen Müll bringen kann. Plastik wird in einer Presse zu Ballen gepresst. Dann gibt es da einen Typen, der holt die Ballen ab und baut daraus sein Haus (so wie mit Strohballen). Dann werden die Wände verputzt und es sieht anscheinend ganz gut aus (ich habs nicht gesehen). Ansonsten wird der Müll nach Vancouver Island verfrachtet und landet auf ner Müllkippe. Ist doch doof oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abwässer?? Wird dort nicht gewaschen? wo gehen die Waschmittel hin, wie werden die fettigen Pfannen vom Mittagessen gewaschen, ohne die Umwelt zu belasten? ich erinere mich an die Ratten auf samothraki, dort auf utopia müsste es nur so wimmeln?&lt;br /&gt;Es gibt biologisch abbaubare Waschmittel. Es gibt Teichsysteme nach Permakulturprinzip, die Abwässer in sauberes Wasser umwandeln. Das erledigen dann verschiedene Pflanzenzusammenschlüsse. Der Müll von einem Organismus ist die Nahrung von einem anderen. &lt;br /&gt;Es wird natürlich gewaschen. Aber es wird zum Beispiel ohne Waschmittel gewaschen oder eben mit abbaubaren Waschmitteln. Die Menge ist natürlich auch sehr entscheident. Wenn ein Inder in den Ganges scheißt, dann macht das gar nix. Wenn aber 100 mio Inder in den Ganges scheißen, dann sieht die Suppe braun aus.&lt;br /&gt;Es gibt keine Belastung der Umwelt durch Abfallprodukte. Es kommt wieder auf die Menge an, die ein Produkt zu einem Abfallprodukt machen, dass belastend wirkt. Menschliche Scheiße wird auf Utopia nicht als Abfallprodukt gesehen, sondern als wertvolles Gut, dass dem Garten wieder zugeführt wird. Es würde aber belastend wirken, wenn man die Pflanzen in Gülle ertränkt. Es würde auch auf einen Menschen belastend wirken, wenn man ihn in ein Getreidesilo schmeißt. In diesem Falle wäre Nahrung im Überfluss der sichere Tod.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaubst du wirklich, dass molly alles zum Nulltarif für euch gemacht hat?? Dann müsste ja das Essen in Amerika elend teuer sein und der Koch ein traumhaftes Honorar bekommen.&lt;br /&gt;Zu Mollys Konzept habe ich mich ja schon ausgelassen. Ich stimme nicht mit ihr überein. Und ich finde die ganze Geld Geschichte sehr suspekt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hast du dir diese Fragen auch mal gestellt? Wenn ja, ist das weglassen von Antworten auch eine Art der Berichterstattung.&lt;br /&gt;Natürlich stelle ich mir diese Fragen. Darum gehts doch letztendlich, dass ich mein Bewusstsein ausweite über solche Dinge. Dass ich verstehe, woher Probleme kommen und was man dagegen tun kann.&lt;br /&gt;Ich stelle mir diese Fragen jeden Tag. Jeden Schritt den ich gehe hinterfrage ich und versuche seinen Einfluss auf die Umwelt zu ergründen. Daraus folgen dann Realisierungen, die ich mit anderen Menschen teile und die diskutiert werden. Und dann suche ich nach Konzepten, die eventuelle negative Einflüsse beseitigen würden. &lt;br /&gt;Wenn man Menschen sieht, die ganz praktisch sich mit solchen Fragen beschäftigen, dann wird aus dem theoretischen Konzept im Kopf eine Erfahrung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht liege ich mit meinen theoretischen Konzepten bezüglich der Zukunft der Erde völlig falsch. Vielleicht wird alles prima und vielleicht ist alles prima. Vielleicht gibt es kein Ende vom Öl oder es wird überhaupt kein Problem darstellen. Wenn man durch die Landschaft fährt, dann sieht ja alles normal aus. Die Bäume blühen, das Gras ist grün. Die Flüsse fließen. Die Autos rollen, alles funktioniert, wie es immer funktioniert hat und vielleicht ändert sich da nix Großartiges dran. Ich hab keine Ahnung. Nur was ist, wenn sich was ändert? Was ist, wenn sich die Verschwörungstheorien als Fakten herausstellen? Was ist, wenn das Leben auf einmal schwer wird, weil der Regen ausbleibt durch den (vielleicht verschwörungstheoretischen) Klimawandel. Was ist, wenn irgendwas anderes passiert, was uns nicht gefällt, was vorher nicht da war. Wie werden wohl die Menschen dann reagieren? Wem wird Schuld zugeschoben? Wer war für den Wandel verantwortlich? Was kann getan werden? Was sind weitere Folgen? usw. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende ist vielleicht alles egal. Vielleicht entgeht uns ein entscheidender Punkt des ganzen Bildes. Wir verstehen ja eigentlich nichts. Wir wissen ja nicht mal, was es überhaupt auf sich hat mit dem Leben und der Erde und dem Universum und kein Mensch versteht sich wirklich selbst. Vielleicht ist alles gut so wie es ist und es kann auch nie anders sein. Wer weiß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Willkommen im Leben. Was für ne wilde Sause es doch ist!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4271856746773236284?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4271856746773236284/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4271856746773236284' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4271856746773236284'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4271856746773236284'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/05/antwort-auf-kommentare.html' title='Antwort auf Kommentare'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-9217280764466295354</id><published>2011-05-20T01:23:00.000+02:00</published><updated>2011-05-20T01:24:36.676+02:00</updated><title type='text'>Saltspring Island - Kanada</title><content type='html'>Zunächst möchte ich noch mal was zum letzten Eintrag sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schon erwähnt ist das zuletzt Geschriebene aus einer eher miesrigen Stimmung heraus enstanden (zumindest zur Hälfte). Die Dinge die ich gesagt habe sehe ich zwar immer so, doch ist die emotionale Stimmung dazu über die Zeit hinweg sehr unterschiedlich. &lt;br /&gt;Mal (in seltenen Zeiten) würde ich am liebsten (fast) alles in die Luft sprengen aber die meiste Zeit habe ich genug Kraft die Dinge zwar zu sehen, sie jedoch entweder zu ignorieren oder zu akzeptieren und darauf zu hoffen, dass ich den richtigen Weg gehe und dabei in der Zukunft von Nichts und Niemandem behindert werde. Dieser Punkt wird in meinem Leben wahrscheinlich die größte Herausforderung überhaupt sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Theoretisch ist es das leichteste der Welt im Einklang mit der Natur und dem Universum zu leben. Wir wissen Alles was wir wissen müssen, nur hat das Establishment kein Interesse an intelligenter und nachhaltiger Lebensweise. Um Konfliktlos innerhalb des Systems im Einklang mit der Natur leben zu wollen, braucht man viel Geld. Sehr viel Geld. Und sehr viel Geld zu haben steht dann schon wieder im Konflikt mit nachhaltiger Lebensweise. Beides ist nicht wirklich vereinbar, zumindest habe ich noch keine Weg gefunden und will auch keinen Weg finden. Man braucht entweder Schweine viel Geld, damit man sich sein eigenes Essen anbauen darf und damit man das Recht hat auf dem Planeten existieren zu dürfen, oder man hat kein Geld und zahlt jeden Monat brav seine Miete und ist bis ans Lebensende ein Sklave der Maschine. Dann gibt es natürlich noch sehr exotische Varianten, wie z.B. ein Bettler zu werden und dann nichts produziert, sondern nur konsumiert, was in einer Überflussgesellschaft aus meiner Sicht völlig legitim ist – jeder Mensch der aussteigt und das System aussaugt und nichts zu seinem Fortbestand beiträgt, tut vielleicht so mit das Beste (aus Mutter Erdes Sicht), was man tun kann. Jede Kaufkraft weniger, jeder Grund weniger zu produzieren (ich spreche hier von unnachhaltiger und ausbeuterischer Produktion) ist aus globaler Sicht ein Schritt in die richtige Richtung.&lt;br /&gt;Ein anderer Weg wäre sich gewaltsam vom System abzunabeln, wie die autonomen Guerilla-Gegenden in Mexiko, sich sozusagen seinen eigenen Staat im Staat gründen. Diese Möglichkeit gefällt mir persönlich sehr gut, wenn es denn nicht immer mit Waffen zu erzielen sein müsse. &lt;br /&gt;Regierungen geben nun mal nicht freiwillig irgendwelche Territorien an Querläufer ab. Ich bin mir sicher, dass sich Erfurt nicht einfach von Deutschland abspalten kann, wenn die große Mehrheit der Erfurter es so wollte. Und ich denke genauso wenig ist es möglich, dass man sich einfach mal 10 Hektar Land kauft und dann eine Unabhängigkeitserklärung an die Regierung schickt und dies bewilligt bekommt. Die Guerillos müssen sich ja auch bis an die Zähne bewaffnen, um ihre Vorstellung eines guten Lebens durchsetzen zu können. Es ist schon ein komisches Konzept, dass man Mitglied einer Gemeinschaft werden kann oder sein muss, aber nicht wieder austreten darf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Gewalt habe ich so meine Probleme. Gewalt ist definitiv aus meiner Sicht ein legitimes Werkzeug (sehr selten) und auf jeden Fall eines der effektivsten – es wird ja seit Jahrhunderten von den meisten Regierungen genutzt und wie effektiv es ist sieht man in der Spaltung zwischen nördlicher und südlicher Hemisphäre. Unser westlicher Lebensstil wird nur aufgrund von Gewalt in der dritten Welt und an der Natur gehalten. Doch sollte der Mensch doch eigentlich langsam mal lernen auch ohne Tod und Zerstörung seine Interessen durchsetzen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bevorzuge definitiv den Weg der Liebe. Gewalt richtet Menschen zu Grunde, die die sie erfahren und auch die, die sie austeilen. Es ist außerdem viel aufregender und motivierender das Gute zu tun oder dem Guten zu folgen. Nur was ist, wenn es unmöglich wird auf dem legalen Weg das Gute zu tun?&lt;br /&gt;Manchmal denke ich, dass wir an genau dem Punkt stehen. Es ist nicht mehr möglich auf friedlichem und legalem Wege das Richtige zu tun, zumindest nicht ohne Kompromisse. Und ich denke dann, dass wir einfach keine Zeit mehr für Kompromisse haben.&lt;br /&gt;Gut, ich kann mir meine 10 Hektar kaufen (von welchem Geld auch immer). Doch dann muss ich auch immer noch Steuern bezahlen, muss für viel Geld ein Abwassersystem einrichten und was weiß ich noch. Wenn ich dieser Gelder nicht bezahle, dann wird, so weit ich weiß, mir das Land einfach wieder weg genommen. Also müsste man wieder arbeiten gehen und somit die Maschine weiter ankurbeln und dann würde ich wahrscheinlich an genau dem Punkt stehen, an dem ich jetzt stehe, nämlich noch immer genau mittendrin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch jetzt kommts: der Grund warum ich nur manchmal alles mit so viel Wut und Verzweiflung sehe, ist, dass ich immer noch an die klitzekleine Möglichkeit glaube, alles so hinzukriegen, dass ich zufrieden bin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Mutti sagt, dass alles irgendwann ein Ende hat, der Baum, Mensch oder Planet, dann ist das für mich ja auch völlig in Ordnung. Dem Universum ist es vielleicht Scheiß egal, ob hier alles den Bach runter geht. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht geht ja auch gar nicht alles den Bach runter. Dass der Mensch das Leben auf der Erde mit seinem Handeln komplett weg fegt glaube ich nicht. Das Mensch induzierte Massensterben der Arten ist vielleicht nur ein Klacks gegen frühere Meteroiteneinschläge, doch wollen wir uns mit solchen vergleichenden Beruhigungspillen zufrieden geben mit dem was passiert? Sicher, ein Meteor ist natürlich. Und wenn die Sonne eines Tages erlischt und alles stirbt, dann ist das auch natürlich. Und der Mensch ist auch natürlich. Doch wir haben ein Bewusstsein über unser Handeln und wir können uns entscheiden. Wir haben die Macht gewisse Dinge zu tun oder nicht zu tun. Es geht mir nicht hauptsächlich darum die Blumen zu retten, weil sie so schön sind (auch wenn dies eine Rolle spielt). Ich will sie vordergründig retten, weil ich von ihnen abhängig bin. Ich denke das Leben wird weiter bestehen, ob mit oder ohne Mensch. Nur sollten wir schleunigst anfangen das Leben so zu konservieren, wenn wir unseren eigen Arsch retten wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn jemandem Nichts an der Menschheit liegt, dann müssten wir natürlich nichts unternehmen. Dann machen wir einfach noch ein Bisschen weiter auf dieser wilden Achterbahnfahrt, auf der wir uns gerade befinden und gehen alle in einem pompösen Feuerwerk aus radioaktivem Fallout, heißer, giftiger Atmosphäre und ausgelaugten und verseuchten Böden. (Thema Atmosphäre: wieso bezahlt eigentlich niemand für bspw. Einen Kubikkilometer Atmosphäre für Luft zum Atmen? Für Land wird die Hand aufgehalten, für Wasser neuerdings auch. Luft wird wohl bald noch folgen. Vielleicht wenn alle Bäume weg sind und der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre so weit sinkt, dass Sauerstoff künstlich synthetisiert werden muss.)&lt;br /&gt;Doch wenn man das Leben und die Menschheit liebt, dann sollte man sich verpflichtet fühlen, die Bedingungen so zu halten, damit die Menschheit weiter existieren kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann verstehen, wenn ältere Menschen einfach nur genießen wollen. Nach einem langen Leben versiegt mehr und mehr der Wille etwas ändern zu wollen. Ins Kino gehen, in den Urlaub fahren, halt einfach das System so lange genießen, wie es noch da ist und dann friedlich von der Erde verscheiden. Aber ich kann es leider nicht. Ich genieße natürlich mein Leben. Besonders gerade. Ich reise durch die Gegend, habe viel Geld gemacht letzten Winter (in der kanadischen Gasindustrie!!!), schlafe jeden Tag bis in die Puppen, habe Partys und Sex, habe ein Auto und so gut wie niemand sagt mir was ich zu tun habe. Doch alles Genießen, was mit direkter oder indirekter Zerstörung zu tun hat, macht mir immer weniger Spaß und ich verfluche mich selbst, dass ich es noch nicht lassen kann. Jedes Mal wenn ich mein Auto auffülle, zerreißt es mich innerlich und ihr könnt mir glauben, jeden Kilometer den ich fahre, fahre ich mit Schuldgefühlen. Jedes Mal wenn mich Calvin zu einem Laydown-Job geschickt hat, hat die Stimme meines Gewissens an mir rumgenagt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also vielleicht ist es ja so, dass ich nicht ein Problem mit der Welt habe, sondern einfach nur ein Problem mit mir selbst. Ja, ich denke so ist es. Auf die Welt habe ich so gut wie keinen Einfluss, das kann mir also relativ egal sein. Doch auf mich selbst habe ich Einfluss. Nur tue ich noch nicht, was ich tun sollte, obwohl ich zu wissen glaube was ich tun sollte (zumindest mehr oder weniger).&lt;br /&gt;Ach herrje, jetzt bin ich aber verwirrt und muss mal über was anderes schreiben. Ich hab ja eigentlich auch nicht wirklich Ahnung, nicht wahr!? Mein größtes derzeitiges Ziel in meiner Persönlichkeitsentwicklung ist, alles zwar zu registrieren, doch trotzdem mein Lächeln nicht zu verlieren und einfach meinen Weg mit Überzeugung, kindlichem Spiel und emittierender Liebe zu beschreiten. War das ein wenig zu blumig ausgedrückt???&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sooohohoooo, nun aber mal zum Cob Workshop. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Fünf Tages Workshop ist schon lange wieder vorbei. Und was hat es mir gebracht? Natürlich dass ich mir jetzt mein eigenes Haus bauen kann (sofern man eine Baugenehmigung für diese Bauweise bekommt, was mir in Deutschland unwahrscheinlich erscheint. Aber ich werde sehen). Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich mir schon immer mein Haus bauen könnte und ich denke jeder kann das, doch bin ich nun um eine sehr tolle Art und Weise ein Haus zu bauen reicher. Ich möchte das noch mal betonen: JEDER kann ein Haus bauen, solange man nicht geistig oder körperlich so behindert ist, dass man den Hammer nicht auf den Nagel trifft. Wahrscheinlich wird keine Villa draus, aber ein Haus in dem man leben kann. Über diese optimistische Herangehensweise, die sich in den letzten Jahren der Reiserei in mir eingenistet hat, habe ich ja früher schon mal geschrieben. Bubbi und ich mussten nicht Bootsbau studieren, um ein perfekt Seetüchtiges Floß mit Segel zu bauen. Mit Cob ist es genauso.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist nun aber Cob (im genaueren Oregon Cob)? Aus Deutschland und England kennt man es ja noch. Bei uns heißts Fachwerk und in England eben Cob. Der Unterschied zu deutschem Fachwerk ist dass das Lehm-Sand-Wasser-Stroh-Gemisch in das Holzskelett aufgefüllt wird und beim Oregon Cob komplett Holzlos gebaut werden kann. Wahrscheinlich gibt es dazu noch ein paar Unterschiede im Mischverhältnis. &lt;br /&gt;Die Hauptgründe mit Cob zu bauen sind: Cob ist sehr belastbar, Erdbeben sicher, Brand sicher, (fast) komplett kostenlos (Sand, Lehm, Stroh und Wasser findet man überall), riesige thermische Masse, extrem viel Spaß beim Bauen, jeder (Kind bis Greiß) kann mitmachen, uvm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin also vorletzten Sonntag auf Saltspring Island angekommen und Montag Morgen scharf um 9.00 Uhr gings ran an den Speck. Jeden Tag haben wir eine einstündige Einweisung in verschiedenste Themen bekommen wie z.B.: andere natürliche Baumaterialien, natürliche Wandputze, Fundament, Wand und Dachbau. &lt;br /&gt;Im Prinzip hätte ich auch alles in einem Buch lesen und dann einfach loslegen können. Alles Wissen beruhte auf logischem Menschenverstand und Nichts war eine Wissenschaft. Doch es ist natürlich gut Erfahrung zu haben. &lt;br /&gt;Nach der Einweisung wurde dann gearbeitet. Wir waren insgesamt eine 16 Mann-Gruppe von denen 12 Frauen waren. Das ist nicht verwunderlich, da der Workshop von den Mudgirls (Schlammmädchen) abgehalten wurde. Die Mudgirls sind ein reines Frauenkollektiv, dass mit Cob baut und Workshops veranstaltet. Demzufolge werden mehr Frauen als Männer angezogen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben für ein irisches Ehepaar das schon angefangene Haus weiter gebaut. Es ist 107 Quadratfuß groß (müssten ca. 11 Quadratmeter sein). Das ist natürlich winzig (ich würde dort drin nicht für lange leben wollen), aber doppelstöckig und rund und sehr sehr süß. Wir haben viele Fenster und Flaschen in die Wände mit eingebaut, durch die dann das Licht scheint. Alle Materialien kamen entweder von der Müllhalde (Fenster, Flaschen, usw) oder eben aus der Natur. &lt;br /&gt;Das Haus ist so klein, da man erst ab 110 Quadratfuß eine Baugenehmigung braucht. Übrigens, habe ich das erwähnt – auf Utopia und Cortez Island braucht man überhaupt keine Baugenehmigung. Keine Anträge, keine Genehmigungen, keine Architekten, keine Statiker, Nichts. Wenn man Land hat, baut man einfach drauf los und es funktioniert dort besser als irgendwo anders. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Morgen wurde zuerst auf Planen in vielen Haufen zusammen gemischt. Dazu schmeißt man einfach alle Zutaten auf die Plane und stampft dann für 15min drauf rum, bis das Zeug eine Brotteig ähnliche Konsistenz hat. Und dann baut man damit einfach mit Hand großen Klumpen die Wände hoch. Die schnellste Bauweise ist das natürlich nicht. Wir haben zu sechzehnt in fünf Tagen alle Wände gerade mal um 1,5m weiter hochgezogen. Nicht viel bei der Hausfläche. Doch mit ausreichend Zeit, Motivation und Freunden kann man innerhalb von Monaten einziehen. Außerdem kann man ja nach und nach mit jedem Jahr einen weiteren Raum anfügen. Der Fantasie sind beim Bauen mit Cob wirklich so gut wie keine Grenzen gesetzt. Alle Formen und Größen sind möglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Wände fertig gebaut sind, wird alles mit einem Putz verschmiert. Der besteht aus Sand, Lehm, Wasser und kleinen Fasern wie Perde- oder Kuhscheiße, Haare, Wolle, etc. Und in dieser Phase kann man so richtig künstlerisch werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Molly, die Kursleiterin, hat uns am Vorletzten Tag zu ihrem Haus eingeladen. Das ist genauso groß wie jenes, das wir gebaut haben, aus den gleichen Gründen. Von außen ist es schon mal das schönste und organischste Haus, das ich je gesehen habe. Und von Innen in etwa auch. Auch wenn es mir wie gesagt zu klein wäre. Doch Molly wohnt dort mit ihrem Sohn, ist gerade wieder schwanger und ihr Freund kommt oft vorbei. Es lässt sich also auch auf wenig Raum mit einer Familie leben (fragt sich nur wie lange). &lt;br /&gt;Da fällt mir natürlich noch mein Hauptargument für Cob ein: die organischen Formen. Ein normales Standarthaus ist so eine unnatürliche Umgebung, dass ich mich frage, wie wir die letzten hunderte Jahre eigentlich so leben konnten. Als ich fünfzehn oder so war, habe ich mir in mein Zimmer Holzdreiecke in die Ecken des Raumes geschraubt, um dem ganzen wenigstens ein Bisschen Rundlichkeit zu verleihen. Das fand ich schon toll (die blieben ja auch für Jahre hängen), doch wenn man erst mal in einem richtige Lehmhaus steht, will man nicht wirklich wieder raus. Ich hätte Mollys Haus am liebsten einfach mitgenommen. Tja, muss ich mir halt mein eigenes bauen. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das einzige was ich komisch fand an dem Workshop war der Geldfaktor. Immer wenn Geld im Spiel ist läuten meine Alarmglocken. Klar Geld ist ein super sinnvolles Werkzeug, dass den Handel erleichtert, doch es korrumpiert die Menschen so schnell und wird oft pervertiert. Meine Bedenken an dem Workshop waren die folgenden. Ich habe 185 Dollar für Essen bezahlt. Uns wurde gesagt, dass die Mudgirls kein Geld bekommen für die Workshops. Wir bezahlen also nicht die Mudgirls sondern nur für das Essen und den Koch, der gestellt wurde. Das machte für mich aber keinen Unterschied, denn unterm Schlussstrich habe ich 185 Dollar dafür bezahlt, dass ich in heiden viel Arbeit ein Haus baue. Normalerweise ist es so, dass Leute Geld dafür bekommen, wenn sie ein Haus bauen und nicht umgekehrt. Der Gedanke hinter der Sache ist der folgende: unsere Arbeit war die Gegenleistung für das Wissen, das Molly uns vermittelt hat. In meinen Augen war das aber überhaupt keine faire Gleichung. Denn wie ich schon erwähnt habe, hätte ich alles auch in einem Buch nachlesen können. Ich finde das Mindeste wäre gewesen den Arbeitern auch das Essen zu bezahlen. Der Sinn ist ja nicht ein Haus komplett for free zu bekommen, sondern einen gerechten Austausch von Arbeit und Gegenleistung zu gewährleisten. Das hängt hier aber mit der Nordamerikanischen Bildungskultur zusammen. Bildung kostet hier einfach mal sooooooo viel Geld. Viele die mit der Uni fertig sind, sind danach teilweise bis 100.000 Dollar verschuldet. Und das ist hier ganz normal. Also denken alle: „Wow, ein Wochenkurs für Cob-Bauweise für nur 185 Dollar? Das ist ja ein Super-Schnäppchen!“. Aus meiner deutschen Sichtweise, wo Bildung normalerweise kostenlos ist (so wie es sein sollte), fühlt sich das dann etwas komisch an Geld für eine Stunde Bildung am Tag zu bezahlen und dazu noch 5 Stunden am Tag echt hart zu arbeiten. &lt;br /&gt;Ich fände es jedenfalls komisch an alle meine Freunde und Familie einen Brief zu schreiben: „Hey, wollt ihr alle für fünf Tage auf mein Grundstück kommen und mir helfen mein Haus zu bauen? Ihr arbeitet kostenlos, müsst aber 25 Euro am Tag für Essen an mich bezahlen. Ach ja, und jeder muss ein Zelt mitbringen und Dusche gibt’s nicht. Frohes Arbeiten!“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mache den Mudgirls keine Vorwürfe. Die stellen zur Cob Cottage Company, bei der man für den gleichen Workshop 800 Dollar die Woche zahlt, eine gewaltige Alternative dar. Doch trotzdem fühlt sich die Beteiligung von Geld instinktiv selbst bei noch so kleinen Beträgen als falsch für mich an. In Nordamerika ist halt nichts um sonst. Doch hier kommt ja auch der hardcore Kapitalismus her, der die Welt vergiftet und diese Grundeinstellung zeigt sich eben bei solchen Sachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem war ich sehr froh, dass ich den Workshop gemacht habe. Und ich kann es ja dann anders machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen kommt Becky spontan nach Victoria, wo ich sie abhole und wir dann für drei Tage an einem Strand an der Westküste von Vancouver Island kampieren werden. Wir sind beide natürlich super aufgeregt uns wieder zu sehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-9217280764466295354?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/9217280764466295354/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=9217280764466295354' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9217280764466295354'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9217280764466295354'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/05/saltspring-island-kanada.html' title='Saltspring Island - Kanada'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-3541197963277756478</id><published>2011-05-11T07:50:00.003+02:00</published><updated>2011-05-11T08:14:02.667+02:00</updated><title type='text'>Utopia - Kanada</title><content type='html'>Zunächst möchte ich erstmal der Verwirrung vorbeugen. Die Insel, die ich besucht habe nenne ich Utopia. Ich nenne sie so, da ich eindeutige Anweisung erhalten habe keine Werbung zu machen. Bleibt fern von diesem Ort. Er ist böse, besiedelt mit griesgrämigen alten Hippies, die euch in Stücke schneiden wollen. Meine Eltern kennen den Namen und können ihn an interessierte Nahestehende weiterSAGEN (nicht als Kommentar schreiben!). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem habe ich diesen Text vor einigen Tagen schon vorgeschrieben und nun nur noch mal korrigiert. Er endet in einer realtiv verzweifelten Aufwallung und representiert nicht meinen jetzigen Gemütszustand, obwohl diese Aufwallung natürlich in jeder Minute meines Lebens im Untergrund schwelt und manchmal ausbricht. Auch drehen sich fast alle Gedanke und Gespräche in meinem Leben um die Themen, zu denen ich am Ende was sagen werde, nur ist die emotionale Färbung immer mal anders. Mal bin ich verzweifelt, mal radikal agressiv und wütend, mal akzeptierend und konstruktiv. Das kommt dann drauf an wie viel ich von diesen Sachen auf mich lade und in welcher Stimmung ich gerade bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige Äußerungen habe ich fast eins zu eins von diversen Quellen übernommen, weil sie mit Formulierungen genau den Nagel auf den Kopf treffen, wie ich selbst darüber denke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel Spass beim Lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich all meine Speisen im Supermarkt erworben habe (auf der Insel gibt es keinen), stellte ich mein Auto auf einem hoffentlich sicheren Platz ab und rannte zur Fähre runter. Hätte ich diese verpasst, dann wäre das kein Problem gewesen – drei Tage später hätte ich ja schon wieder die nächste nehmen können.&lt;br /&gt;Bei “Fähre” denken jetzt aber wahrscheinlich die meisten an ein Schiff, wie z.B. eins, das von Rostock nach Malmö oder von Alexandrouplolis nach Samothraki fährt – eines, auf dem ein paar hundert oder tausend Leute Platz haben. Die Fähre nach Utopia ist aber eher ein umgerüstetes Boot, gebaut für einen Zweck und dann umgerüstet für einen völlig neuen – den Transport von einer handvoll Hippies von und nach Utopia einschliesslich Kistenweise Futter, Hühnerzeune und andere Utensilien, die die lasquetischen Rohstofflagerstätten nicht hergeben. &lt;br /&gt;Ich habe vorher schon erfahren, dass die Utopians nicht besonders gastfreundlich aber auch nicht abweisend sind. Dieser Gedanke klebte mir ein Bisschen im Hirn fest und so habe ich mich nur auf die Kleinigkeiten bei den Leuten konzentriert, die als Abneigungsreaktion zu deuten prädestiniert gewesen wären. So habe ich mich ein wenig invasiv auf der Fähre gefühlt, irgendwie so, als müsse ich mich noch beweisen, als müsse ich zeigen, dass ich als Neuer keine Gefahr für die Inselharmonie darstelle. Jetzt, gerade wenn ich darüber schreibe, wird mir erst mal so richtig bewusst, wie ich in solchen Situationen immer in den gleichen Verhaltensmodus reinfalle: wie ein kleines ängstliches Reh versuche ich so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf mich zu ziehen und ganz genau zu beobachten was alle anderen machen, um dann abzuschätzen, was ich mir als fremder Eindringling so erlauben darf. Das ist die Taktik, die ich immer und immer wieder anwende, wenn ich reise und in Situationen und Orte komme, die ich nicht verstehe und abschätzen kann. Und ich denke das ist ganz gut so. Durch diese „halt die Klappe und beobachte“ - Strategie bringe ich mich am seltensten in Schwierigkeiten und lerne am Schnellsten die ersten Feinheiten, die sich eventuell als wichtig herausstellen, um mit den Menschen erste erfolgreiche Annäherungsversuche zu starten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls habe ich mich still und leise auf eine der hölzernen Sitzbänke gesetzt und die vielleicht 30 Menschen, die auf dem Boot waren, beobachtet. &lt;br /&gt;Aufgefallen ist mir sofort, dass sobald die Fähre abgelegt hat, die Hälfte aller Männer erst mal ein Bier rausgeholt haben und anfingen zu trinken. Es hat aber nicht abstoßend gewirkt (wie Alkoholiker) sondern eher wie eine Tradition, so nach dem Motto:“Ahhh, endlich wieder raus aus der nervigen Zivilisation und rein in unser Territorium, wo wir sagen was abgeht und nicht die Bullen oder sonst wer.“ Und das wurde halt mit einem Bier kund getan. Das war jedenfalls mein Eindruck. Ich dachte mir nur sofort:“Was, wieso trinken denn alle? Alkohol ist doch in der Öffentlichkeit verboten. Wieso sagt denn die Schiffscrew nicht was dagegen?“ Wie gesagt, nicht dass es mich gestört hätte, aber es fällt halt einfach auf wenn kollektiv auf einmal eine größere Gruppe von Erwachsenen (die nicht kriminell wirken) anfängt das Gesetz zu brechen. Später habe ich mir dann sagen lassen, dass die Utopians eben wirklich die Fähre mit zu ihrem Territorium zählen und dies eben impliziert, dass ab dieser Grenze Utopiagesetze herrschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohhh, jetzt habe ich ja aber noch gar nicht erzählt, wie ich überhaupt zu Utopia kam.&lt;br /&gt;Als ich noch in Comox/Courtenay war, bekam ich eines Tages eine eMail von der Couchsurfing-Website von einem anderen Deutschen Namens Birch-Bark-Bobananda (Birkenrinden-Bobananda). Es gibt bei Couchsurfing eine Funktion, dass man schauen kann, welche andere Reisenden gerade in der Gegend sind und über diese Funktion hat Robert (BBB) mein kleines Bild entdeckt, wo ich mit der SS-Recycle den Yukon runter fahre (also Couch surfe, hihihi). Da dachte er sich:“Cooool, der sieht nach nem lässigen Typen aus, dem sage ich, dass er mal nach Utopia kommen soll.“ &lt;br /&gt;Robert ist auch ein Langzeitreisender, der ebenfalls ziemlich irre Sachen gemacht hat, wie z.B. sich ein Kanu aus Birkenrinden bauen (nach alter Indianertradition) und damit den Yukon runter fahren. Er lebte die letzten 10 Jahre oder so auf Utopia mit ein paar Päuschen dazwischen. Zur Zeit wohnt er halt in einem Haus von Freunden und sein Schulbus, den er sich für lächerliche 850$ bei einer Auktion gekauft und zum Haus ausgebaut hat, hält er für Couchsurfer bereit (ich in dem Falle), die dann dort drin wohnen können. &lt;br /&gt;Er sagte mir, dass Utopia wie ein gallisches Dorf ist, ohne Elektrizität (außer man hat seine Solarzellen), ohne Abwassersystem, keine geteerten Straßen, keine Autofähre zur Insel und nur ca. 300-400 Bewohnern (niemand weiß es so wirklich genau), von denen viele wie Hippies aus dem Bilderbuch in ihrer kleinen Hütte im Wald leben, sich ihr Gemüse anbauen, die Scheiße kompostieren (dann auf den Garten zurück werfen und am Ende wieder essen – in Form von neuen Pflanzen) und sich mit Solarzellen oder Wasserrädern ihr Kilowatt am Tag reinholen, mit dem sie sich am Abend mit der Leselampe hinsetzen können und Hippiebücher lesen. Klang also nach genau meinem Ding – und nun bin ich eben hier. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf einer offiziellen Website habe ich gelesen, dass Utopia die gebildetste Community (auf deutsch heisst das glaube ich Landkreis) von ganz BC ist. Hier “wimmelt” es nur so von Akademikern, Ingenieuren, Künstlern, Programmierern usw. Tja, die richtig intelligenten Leute wissen halt wie man leben sollte. :)&lt;br /&gt;Viele Ammis, die bei einem der größten Terrorismus-Attentate des letzten Jahrhunderts (Vietnamkrieg) nicht mitmachen wollten, sind geflohen und auf Utopia gelandet. Dazugekommen sind dann noch einige Deutsche, Schweizer, Polen, und was weiß ich was. Eine ganz bunt gemixte Truppe, von denen die wenigsten wirkliche Lokals sind. Obwohl man sagen muss, dass die wirklichen Lokals schon lange weg sind. Die wurden ja ausgerottet von den Bleichgesichtern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drüben angekommen lief ich am einzigen Hotel der Insel vorbei, dann an drei oder vier weiteren Häusern und das war´s auch schon von Downtown. Es gibt halt nicht wirklich ein Dorf auf der Insel. Alle paar hundert Meter oder Kilometer steht vereinzelt ein Haus im Wald oder Strand. Es gibt eine „Hauptstraße“ (würde man in Deutschland eine Schotterpiste nennen), von der dann links und rechts die Zugangswege zu den einzelnen Grundstücken führen. Wenn es keine Autofähre gibt, dann mag sich vielleicht einer fragen, wie dann die wenigen Autos der Insulaner auf die Insel gekommen sind. Es gibt einen Typen, der eine alte rostige Schunke hat, mit der er für ein paar hundert Dollar Autos rüber holt. Es hat nicht jeder ein Auto und so funktioniert trampen natürlich eins A. Das erste Auto hat angehalten und mich bis zu Robert mitgenommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Grundstück ist klasse. Mitten im Wald (aber nur 200m vom Meer weg) steht ein Blockhaus, ein Holzhaus und Roberts Bus auf einer großen Lichtung mit kleinem verwildertem Garten, Werkstatt und Kannibalenbad, wo Robert gerade drin verschwunden ist, als ich ankam. Das Kannibalenbad ist einfach nur eine Badewanne vom Schrottplatz, unter der ein Feuer gemacht wird und man dann nach einer halben Stunde ein schönes heißes Bad hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am nächsten Tag sind wir mit einer Freundin von BBB quer über die Insel gefahren, um von einem Strand Treibholz für eine Hütte zu suchen. An den Stränden in Kanada liegen Stapelweise riesige Baumstämme rum. Die kapitalistische Maschinerie macht die Wälder komplett platt – bähm, clearcut  - und lagert sie zum Abtransport im Wasser. Man sieht in vielen Forststädtchen riesige Teppiche aus Baumstämmen in Buchten, die alle von einer Kette aus Baumstämmen an Ort und Stelle gehalten werden. Wenn dann aber mal bei einem Sturm so eine Kette zerreißt, dann treiben eben einige Stämme einfach davon und landen später in all den tausenden Buchten von Nordamerika.&lt;br /&gt;Jede Bucht hier an der Westküste ist wie ein gigantischer Holzmarkt, wo man sich einfach nehmen kann, was man braucht. Das ist natürlich wieder illegal, weil nach Gesetz die Bäume immer noch den Forstbetrieben gehören, aber das interessiert natürlich niemanden, besonders weil es nie jemand rausfindet. Da liegen dann halt wirklich teilweise hunderte Jahre alte einen Meter dicke Gelbzedern im Wert von tausenden Dollar am Strand rum. Wir haben uns zurecht gesägt was wir brauchten und auf den Truck geladen, sind wieder zu BBB gefahren und haben noch weiteres Holz dazu gehievt. Beim letzten Stamm den ich auf die Ladefläche geschoben habe ist es dann passiert. &lt;br /&gt;Da bin ich aus Versehen mit dem Ende des Stammes an das Heckfenster angestubbst und dann knisterte es und die Scheibe hatte mehrere tausend Risse und fiel in sich zusammen. Ich habe genau die Kante vom Fenster erwischt, da wo die Einfassung ist und wo das Glas am sensibelsten reagiert. Das dumme war, dass Karla den Truck nur für diesen Tag von ihrem Dad ausgeliehen hat. Und ich habe seinen Wert nun deutlich dezimiert. Doch mit einem alten Duschvorhang und Panzertape wurde die ganze Geschichte auf Utopiastyle im Nu wieder in Ordnung gebracht und ich helfe in ein paar Tagen eine „neue“ Scheibe vom Schrottplatz mit ein zu setzen. &lt;br /&gt;Überhaupt, der Schrottplatz und der Freestore sind die einzigen „Shoppingmöglichkeiten“ auf Utopia. Leider kann man dabei kein Geld ausgeben weil alles kostenlos ist – verdammt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir an dem Tag das Holz geholt haben, sind wir auf dem Rückweg noch bei Freunden vorbei gefahren und haben Hallo gesagt. Brigitte, eine Österreicherin und Joseph leben in einer Traumbucht. Als ich dieses Grundstück gesehen habe, kam mir ernsthaft die Tränen. Die haben sich dort ein Leben aufgebaut, genauso wie ich es mir vorstelle. Ein kleiner See in einem flachen Tal, direkt dahinter ein großer Garten mit allem möglichen an Gemüse und Obst, dann eine große Obstwiese mit Schafen und Hühnern drauf, dann ihr wunderschönes Haus, umwuchert von Garten und Bäumen, dann wieder eine kleine Wiese und dann der Strand und Blick auf Vancouver Island. Einen perfekteren, fruchtbareren Ort zum Leben kann ich mir gar nicht vorstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich setzte mich auf die Wiese, die Sonne hat geschienen, alles war in Blüte, die Tiere sind glücklich um mich rum gehüpft und dann dieser Blick am Haus vorbei in die Ferne auf den Ozean nach Vancouver Island am Horizont. Es bildete sich ein Kloß in meinem Hals und ich musste mir wahrhaftig die Tränen unterdrücken. Zum einen wegen dieser perfekten Schönheit des Ortes und zum anderen wegen der mich plötzlich überrollenden Traurigkeit, die der Realisierung entspross, dass es sehr schwierig und langwierig sein würde, dass ich selbst irgendwann an so einem Platz leben könnte. Es sind einfach zu starke Mächte in der Welt am werkeln, die mich nicht dort als Sebsversorger sehen wollen, sondern in einer abgefuckten Stadt in einem Plattenbau, in dem ich in der Nacht schlafen kann und am Tag mich für eine psychopathische Weltwirtschaft abrackern soll, die mir dies als den Weg zum Glück vorgaukelt. Das schwierige an solchen Realisierungen ist, dass ich weiß oder zumindest zu wissen glaube. Wenn man erst mal weiß, kann man nicht mehr zurück gehen. Man kann die Bewusstseinleiter nicht wieder runter steigen. Man kann nur verweilen oder sie immer weiter hinauf steigen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das eigene Leben akzeptieren. Natürlich kann man sich selbst belügen und umdrehen aber die Frage ist, ob man dann noch das Ziel erreichen kann. In Selbstbetrug findet man wahrscheinlich kein Glück. Ich denke jedenfalls nicht, dass ich so einfach ohne weiteres umdrehen kann, die letzten drei Jahre zurück spulen kann, alles vergessen was ich gesehen und erlebt habe und dann dort weiter machen, wo die meisten nach dem Zivi weiter machen – studieren, arbeiten, mehr Kinder machen, den Wagen weiter in die Scheiße reiten. Irgendwann muss doch irgendwer mal irgendwas unternehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ja, jetzt bin ich wenig abgeschweift. Ich war so ergriffen von Brigittes und Josephs kleiner Farm, dass ich einfach gefragt habe, ob sie nicht ein wenig Hilfe brauchen. Mein Angebot wurde dankend angenommen und wir verabredeten uns für den folgenden Sonntag in der Community Hall. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines anderen Tages wurden wir zu einem Potluck eingeladen. Ich weiß grad nicht mehr, wie man das auf Deutsch nennt. Das ist eine Party, wo alle etwas anderes zu Essen mitbringen und dann gibt’s ein großes Überraschungsbuffet.&lt;br /&gt;Auf dem Weg dort hin, wir waren eine coole kleine Fahrradgang, kamen wir an eine Unfallszene. Cody, einer der wenigen Insel-Teens und seine Freunde, haben mit dem Auto ein Mutterschaf angefahren, welches schon halb im Delirium am Straßenrand lag. Es konnte nicht mehr aufstehen, hatte wahrscheinlich eine gebrochene Hüfte und innere Blutungen. Cody kam gerade von seinem Haus zurück als das Drama erreichten. Er hat in der Eile nur ein großes Küchenmesser gefunden und war selbst etwas unter Schock und fragte ob das jemand schon mal gemacht hätte. Man konnte richtig die Angst, die aus seiner Verantwortung entsprang, spüren. &lt;br /&gt;Ich hatte das ja schon hinter mir. Der Spirit der Samothraki-Ziege wird bis an mein Lebensende über mir schweben und auf mich warten. Glücklicherweise hatte David der Schweizer es auch schon hinter sich. Er war in seiner Jugend ein Alpen-Kuhtreiber und hat schon ein paar Schafe gemeuchelt. Er hat sich gewunden, da er das Töten eigentlich verabscheut, aber die Situation erforderte es nun einmal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem der Hals durchgeschnitten war, war ich erstaunt, wie lange es dauerte, bis das Schaf wirklich tot war. Nach fünf Minuten tat es die letzte Zuckung. Wir haben ja damals gleich den ganzen Kopf abgeschnitten und unsere Ziege hat nach 20 Sekunden nichts mehr gespürt. Aber dieses Schaf hatte wirklich einen intensiven Tot. Es gab zwar keinen Ton von sich, doch war das Erlebnis nicht minder beeindruckend. Besonders fasziniert hat mich der Blick ihrer Augen während des Sterbens. Zuerst schloss es die Augen immer weiter, doch ganz langsam, bis es sie fast geschlossen und manchmal hochgerollt hat wahrscheinlich aufgrund von Bewusstseinsverlust. Doch plötzlich gingen die Lieder wieder auf, es tat ein paar letzte Zuckungen und genau dieser Blick hat mich so fasziniert. Es war, als könnte man förmlich sehen, wie die Seele den Körper verließ. Als ob das Schaf ein letztes extravagantes Erlebnis erfuhr – der Tunnel mit dem Licht am Ende oder so. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben es an einem Baum zum weiteren Ausbluten aufgehangen, sind zum Potluck weiter gefahren und haben uns danach dann bei David zu Hause ans Häuten und Ausnehmen gemacht. Das war sehr ähnlich wie bei der Ziege, nur das einige Organe ziemlich zerfetzt waren und ich von dem Gestank fast gebrochen habe. Doch am Ende haben wir es alle gut überstanden und das Fleisch war nun auch ganz lecker. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Woche bei Brigitte und Joseph war phänomenal. Ich hatte mein eigenes Haus mit direktem Blick aufs Meer. Um genau zu sein stand mein Haus auf dem Strand. Das gibt hin und wieder mal Probleme, wenn bei einem besonders bösen Sturm und Hochwasser der Fußboden geflutet wird. Dafür tritt man aber vor die Tür und steht sofort im Sand. &lt;br /&gt;Die meiste Zeit habe ich mich damit beschäftigt Zäune um Obstbäume zu ziehen. Die viel zu schlauen Schafe schaffen es immer wieder an die Rinde heran zu kommen und die Ziegen scharren den Mulch vom Boden weg, der die Feuchtigkeit in der Erde hält und unerwünschte Pflanzen vom Sprießen hindert. Joseph hat in den letzten drei Jahren alle möglichen Systeme ausprobiert und nun die perfekte Variante gefunden. Zur Abwechslung „durfte“ ich auch mal „Unkraut“ jäten und habe währenddessen alle meine Fragen zu Pflanzen und Gärten beantwortet bekommen. Zusammen jäten ist zehn mal besser als alleine. Zusammen arbeiten und leben ist zehn mal besser als alleine. Community ist zehn mal besser als Individualismus. Zumindest für mich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Gegenzug für meine verrichtete Arbeit wurde ich mit Unterkunft und Nahrung versorgt. Jeden Abend saßen wir bis spät in den Abend hinein und haben ein gemeinsames Abendessen und sehr interessante Gespräche genossen. &lt;br /&gt;Die beiden sind zwei hoch gebildete Menschen und haben mir einen kraftvollen Boost in Sachen Wirtschaftszusammenhänge, Nachhaltigkeit, Leben auf dem Land usw. gegeben. Sie haben für viele Jahre in einer Art Hippiekommune gelebt. Das war natürlich perfekt für mich. Das erste Mal konnte ich mit unmittelbaren Erfahrenen reden. Es ist ganz gesund mal ohne utopische Vorstellungen in diese Thematik einzudringen und die Expertise von Leuten zu bekommen, die solch ein Experiment schon mitgemacht haben. Das ist das Gute: So viele Hippies haben schon vor mir großartige Projekte ausprobiert. Viele sind gescheitert, doch einige haben sich als wahrhaftige Alternative zur Mainstream-Gesellschaft heraus kristallisiert. Man weiß nun langsam was wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt ist und was das Potential hat zu bestehen. Dieses unschätzbare Wissen steht nun meiner Generation zur Verfügung, damit schon gemachte Fehler vermieden werden können und ein wirkliches Wachstum daraus resultieren kann. Ein Wachstum in der menschlichen Kultur und Spiritualität und nicht im materiellen Sinne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war relativ erleichtert, als ich feststellte, dass viele Vorstellungen zu Landleben, Nachhaltigkeit und sozialen Projekten doch nicht ganz so naiv zu sein scheinen, wie ich befürchtete. Natürlich sind selbst diese Vorstellungen immer noch ein Stück weit weg von der Realität, doch dieses Problem lässt sich immer nur durch wirkliche Praxis beseitigen. Und nach und nach setzt sich selbst bei mir mein Weltbild mehr aus Praxis beeinflussten Aspekten und nicht mehr nur aus rein erdachten Konzepten zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls war ich doch sehr beeindruckt, wie selbstversorgend und relativ unabhängig Brigitte und Joseph und viele andere hier auf der Insel ihr Leben bestreiten. Man muss sich nur mal an den Hafen stellen und schauen, was mit jeder Bootsladung so auf der Insel landet. Im Vergleich zu dem was jeden Tag in eine Stadt gekarrt wird, ist das Nichts. Eine Stadt ist bei weitem die abhängigste und unnachhaltigste menschliche Lebensgemeinschaft. Utopia ist, die von mir bisher erfahrene, unabhängigste. Doch selbst hier müssen noch deutliche Mengen an Rohstoffen oder Fertigprodukten hergeschifft werden. Nur wenn mal ein Handelsstrom abreißt, dann denke ich, dass auf Utopia mehr oder weniger alles weiter läuft. Im Gegensatz dazu wird in Berlin die Hölle sein!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manch einer fragt sich vielleicht, warum ich andauernd und immer mal wieder mit diesem „Ökomist“ anfange. Ich fange immer mal wieder mit diesem „Ökomist“ an, weil es mich manchmal innerlich zerreißt. Es war nie anders in meinem Leben, nur gewinne ich mehr und mehr an Wissen dazu, das mir die Tränen in die Augen treibt. Dass etwas mit unserer Welt nicht stimmt wusste ich schon immer, als Kind und jetzt immer noch. Nur häufen sich nun immer weiter Erkenntnisse zu Zusammenhängen an. Der größte Konflikt meines Lebens ist, dass ich einen Weg für mich finden muss, dass ich mein Leben im Einklang mit der Natur leben kann, dass ich nicht bei der Mainstream-Gesellschaft mitmachen muss, da diese einfach gegen mein Gewissen und meine angeborene Weisheit bezüglich meines Lebensraumes handelt. Mit dieser angeborenen Weisheit meine ich beispielsweise folgende Situation: Niemand wird bei dem Anblick eines abgeholzten Waldes sagen:“Ohhh, was für ein wunderschöner Kahlschlag.“ Ganz instinktiv wird jeder, ob alt oder jung, eine Abneigung zu solch einem Bild empfinden. Wir alle wissen also was wir nicht tun sollten, doch tun es trotzdem. Das sind zwei Kräfte die gegeneinander kämpfen: die Macht des Gewissens und das, was man am Ende tut (was meistens gegen das Gewissen ist, ob nun bewusst oder unbewusst).&lt;br /&gt;Der Mensch sägt am Ast rum, auf dem er sitzt und weiß es sogar. Doch er sägt immer schneller und schneller. Das ganze mag gut gehen, für vielleicht 1000 oder 2000 Jahre wie bei den Sumerern oder aber vielleicht nur für 300 Jahre. In unserer Zivilisation tendiere ich eher zu 300 Jahren. Um ganz genau zu sein denke ich, dass wir jetzt genau, in den nächsten Jahrzehnten einen Schwellenpunkt erreicht haben werden, wo alles dann ganz schnell wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Die Verlinkung aller Systeme in unserer Zivilisation sind einfach so gefährlich, dass wenn ein wichtiger Knotenpunkt wegfällt, das ganze System mehr oder weniger zusammenfällt. Ich denke das die größte Rolle dabei das Öl spielen wird. &lt;br /&gt;Was wird wohl passieren, wenn der Benzinpreis auf 5 oder gar 10 Euro pro Liter steigt? Wer transportiert dann die Lebensmittel in die Supermärkte? Wo kommt das Essen von vornherein her, wenn es kaum mehr Öl gibt? Zumindest in der Agrarwirtschaft in Nordamerika wird Öl fast direkt in Essen umgewandelt. Mit dem Haber-Bosch-Verfahren wird aus Öl Nitratdünger hergestellt, ohne den auf einem industriellen Feld fast Nichts mehr läuft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Deutschland viel anders ist. Für jedes neue Auto das auf die Straße rollt wurden hunderte Fässer Öl für die Produktion verballert. Jeder kleinste Artikel wurde mit Öl hergestellt. Wie soll das denn kompensiert werden, wenn es erst mal alle ist? Mit Solarzellen? Mit Windrädern? Ganz bestimmt nicht. Die Energiebilanz von alternativen Energien ist einfach zu schlecht. Man kann nicht mit Solarzellen Strom produzieren, mit dem man dann alle möglichen Maschinen betreibt (die man erst noch umrüsten müsste), welche Erze und alle möglichen anderen Rohstoffe abbauen, um daraus wieder neue Solarzellen herzustellen und am Ende so viel Strom über bleibt, der dann für alle anderen Industrien und Privathaushalte genutzt werden kann. Ich weiß es natürlich nicht – ich habe keine Rechnungen dazu selbst angestellt oder Experimente durchgeführt. Aber ich habe Bücher und andere Quellen gelesen, die dies anscheinend getan haben und denen ich einfach vertrauen muss. So läufts halt mit „Wissen“ - das meiste ist nur abgekupfert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn solche Gedankengänge dann im Auge habe, dann frage ich mich, was es eigentlich bringt überhaupt irgendwas zu studieren? Da lerne ich nicht wie ich mir mein Essen auf nachhaltige Weise anbauen kann oder wie ich mir ein Haus zusammen basteln kann. Ein Beruf wäre da eigentlich schon viel sinnvoller. Doch selbst dann könnte ich mein halbes Leben lang mit Berufe lernen vertreiben. Drei Jahre Schreiner, drei Jahre Tischler, drei Jahre Agrarwirt, drei Jahre Häuslebauer usw. Ich will mich ja nicht spezialisieren. Ich bin nicht daran interessiert zu wissen, wie ich eine Autobahnbrücke baue. Ich will in allen Bereichen genug Expertise haben, um mein Leben leben zu können und zwar auf nachhaltige Weise. Ich will nicht Fünf Tage die Woche in ein Büro latschen, wo ich einen Job mache, der Nichts produziert, den es nur gibt, weil es zu viele Menschen gibt, die beschäftigt werden müssen, für den ich dann jeden Monat mein Geld bekomme (was ja eigentlich nur Papier ist und überhaupt keinen Wert hat, da ich es nicht Essen oder anbauen oder anziehen kann) und mir von diesem Geld in einem Laden mein Essen, meine Kleidung und alles andere kaufe. Das was ich dann tun würde, hätte rein gar nichts mit meinem Leben zu tun. Meine Beschäftigung wäre völlig abgekoppelt von meinen Bedürfnissen. Ich hätte keine Beziehung zu meinem Essen, meinem Haus und vielen anderen Dingen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spezialisierung birgt eine riesige Gefahr. Wenn nicht alle reibungslos funktionieren, dann gibt’s Probleme und zwar bis in die entferntesten Winkel des Systems. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Crash ist aus meiner Sicht unvermeidlich. Mit unseren fast sieben Milliarden Menschen auf der Erde habe wir ihre Kapazitäten wahrscheinlich schon weit überschritten. Die meisten Quellen reden von einer bis zwei Millarden Menschen als Maximum für Nachhaltigkeit auf der Erde. Alles was drüber ist, mag für eine Weile gut gehen (wie bei uns mit Hilfe von Öl), doch irgendwann folgt nach jeden steilen Aufstieg immer ein steiler Abstieg. So ist nun mal die Populationsdynamik und jede Spezies unterliegt ihr – auch der Mensch. Nur bezweifle ich, dass die meisten in der dritten Welt sterben, wie es bisher der Fall war. Ich denke, dass ab einem Punkt überall die Leute wegsterben, egal ob Europa, Amerika oder Afrika. Bisher hat sich der Westen ganz gut damit geschlagen alles Negative in die dritte Welt zu exportieren (Arbeiterausbeutung, Kinderarbeit, Umweltprobleme, usw.) und nur den Glitter heim zu fahren. Doch das funktioniert nicht bis in alle Ewigkeit so. Alle Imperien sind zusammen gebrochen und das westliche Imperium wird auch zusammenbrechen. Vielleicht dauerts länger aber es wird sicher irgendwann passieren. Wenn das passiert, will ich nicht angearscht sein. Es geht auch nicht nur darum. Selbst wenn alles noch mehr oder weniger weitere 500 Jahre beim Alten bleibt – das ist kein Grund nicht sofort anzufangen das richtige zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch was ist nun das richtige? Für mich ist ein guter Anhaltspunkt ein paar Generationen in die Zukunft zu blicken. Wenn die kommenden zehn Generationen genauso leben wie ich, hat dann jeder die gleiche Chance, die gleiche Ausgangssituation, die gleichen Ressource? Auf was werden meine Ur-Urenkel stolz auf mich sein? Wahrscheinlich nicht ob ich ein Auto gefahren habe, dass nur 3 Liter verbraucht hat oder ob ich meine Tetrapacks brav recycled habe oder ob ich immer das Licht ausgemacht habe, wenn ich das Zimmer vieließ. Die werden einen Dreck darauf geben. Wahrscheinlich werden sie eher auf Dinge stolz sein wie: habe ich der Bushbande einen Kopfschuss verpasst? Habe ich Monsanto in die Luft gesprengt? Habe ich Staudämme und Atomkraftwerke nieder gerissen? Oder einfach nur – habe ich ein friedliches Leben gelebt, das kreisförmig und nicht linear ist, also nachhaltig, und das Wissen um diese Lebensweise weiter gegeben und verbreitet? Ich weiß es nicht, habe aber so meine Gedanken dazu. Wenn ich all die Generationen vor mir in Deutschland schaue, dann bin ich ja auch alles andere als stolz. Und damit meine ich nicht nur Hitler und Konsorten. In gewisser Weise verdamme ich euch – all ihr meine Vorväter-und Mütter, dass ihr es zugelassen habt (oder selbst daran teilgenommen habt) den Wald in Deutschland abzuholzen und Plantagen an seine Stelle zu setzen. Ich verdamme euch, dass es keine Bären mehr gibt, keine Wölfe, keine wilden Pferde, keine Mammuts usw. Ich verdamme euch, dass ihr nicht gegen die industrielle Tötungsmaschine angekämpft habt, die wir heute ganz banal Wirtschaft nennen. Ihr seid der Grund, dass ich illegal auf diesem Planeten bin, wenn ich kein Geld habe. Nur mit Geld kann ich mir ein Stück Land kaufen oder eine Wohnung mieten. Wenn ich das nicht will, wenn ich eine Alternative will, wenn ich wild campen will, dann bin ich illegal. Jeder Vogel ist freier. Er landet und schläft wo er will und muss dafür nichts bezahlen. Ihr meine Vorväter seid daran Schuld, dass ich heute mitmachen oder (wahrscheinlich) untergehen muss. Und ich werde Schuld daran sein, wenn meine Nachfahren in der gleichen Zwickmühle enden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die simpleste aber auch schwierigste Lösung wäre das Motto: „Willst du grün und ökologisch sein? Hör einfach auf zu leben. Werde Kompost und Humus. Es ist so leicht!“. Eigentlich ist es genau das was wir brauchen – eine hardcore Reduzierung der Weltbevölkerung. Umso weniger verstehe ich da die Bemühungen der deutschen Politik, die sagt: „Ahhh, unsere Bevölkerung schrumpft. Unser Rentensystem bricht zusammen. Macht mehr Kinder, macht mehr Kinder!“ Sagt mal, wie hirnverbrannt ist denn so ein Aufruf? Wir alle wissen, dass die meisten Probleme auf eine Überbevölkerung zurück zu führen sind und in der Situation wo die Scheiße am stärksten am Dampfen ist, wird noch mal richtig Feuer gemacht. Das zeigt nur wieder mal wie herausgerissen wir aus nachhaltiger Denkweise sind. So ein Aufruf wird nur gemacht, damit es alle im Hier und Jetzt gemütlich haben, doch dass dies die Probleme am Ende nur verschärft will niemand sehen. Ein Bevölkerungsschrumpfen müsste eigentlich jeder bejubeln. Doch dann müsste ja jeder ein paar Abstriche machen, das Rentensystem würde ja zusammenbrechen. „Nö. Ich will keine Abstriche machen. Die zukünftigen Generation können Abstriche machen. Wenn dann alles noch mehr im Arsch ist, interessiert mich das nicht. Ich bin ja dann tot.“ Das Rentensystem ist auf der Annahme von unbegrenztem Wachstum aufgebaut, immer mehr Kinder kommen nach, die den Alten ne fette Party am Ende spendieren können. Aber unbegrenztes Wachstum geht nicht auf einer begrenzten Erde und wo wir mit der Mentalität hinkommen, sehen wir ja jetzt. Um genau zu sein sollte es gar keinen Wachstum geben. Jede Politik sollte darauf abzielen Wirtschaftswachstum zu verhindern. Wozu überhaupt Wachstum? Was bringt denn dieser ganze Wachstumswahn? Das habe ich sowieso noch nie verstanden. Ich bin der Überzeugung da gibt’s aber auch nichts zu verstehen. Vielleicht bin ich da ein Bisschen dämlich. Bringt es Glück und Zufriedenheit im Leben? Ich denke nicht. Etwas zu produzieren kann eine Bedingung darstellen auf der materielle Zufriedenheit basiert. Doch immer weiter zu expandieren und mehr und mehr zu produzieren – das ist nicht der Sinn der Sache. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ja, jetzt habe ich mich mal wieder so richtig ausgelassen, bin ein wenig deprimiert, dass ich auch Teil des ganzen Unheils bin und lebe erst mal einfach weiter (suche nach Möglichkeiten aus dem Scheiße-Bussiness auszusteigen). Doch ich bin zuversichtlich, dass ich irgendwann mal an dem Punkt bin, wo ich sein will und mit einem zufriedenen Lächeln den Löffel abgeben kann und den Menschen die nach mir kommen etwas Wertvolles zu vermachen habe – auch wenn es nur ein Häufchen Humus ist. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke, dass ich an dem Punkt bin, wo ich einfach mal in die Runde fragen will (wenn es denn überhaupt noch eine Runde auf diesem Blog gibt), ob da jemand auch so denkt wie ich und vielleicht ähnliche Pläne hat???&lt;br /&gt;Pläne – habe ich überhaupt schon über Pläne geredet? Also mein Sommer ist vollgestopft mit vielen bunten Sachen und dann fliege ich am 23. September zurück nach Deutschland (Düsseldorf) und wollte mich dann mal nach Grundstückssituation in Germanien umsehen – nur mal so aus Interesse. Hihi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte jemand Lust mich da zu begleiten oder Ideen zu verteilen oder mal an einem Wochenende bei einem See zu campen und über all die Dinge zu sprechen ???&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier noch ein paar interessante Links:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.news.at/articles/1001/30/259304/glueck-wachstum-ideen-gestaltung-wirtschaft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.novamov.com/video/a9b7dwmx76mw6&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://topdocumentaryfilms.com/end-civ-resist-or-die/&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-3541197963277756478?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/3541197963277756478/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=3541197963277756478' title='10 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3541197963277756478'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3541197963277756478'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/05/utopia-kanada.html' title='Utopia - Kanada'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>10</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6777765824011296277</id><published>2011-04-18T02:50:00.003+02:00</published><updated>2011-05-11T08:15:19.251+02:00</updated><title type='text'>Comox - Kanada</title><content type='html'>Hups und da bin ich nun wieder. Die Zeit in den USA war wie ein Augenzwinkern. Zumindest Rückblickend. &lt;br /&gt;Ich habe mit Becky unsere gemeinsame Zeit auf die angenehmste aller Varianten ausklingen lassen: mit ein paar schönen heissen Bädern in den Bagby Hotsprings. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fuhren am Freittag, den ersten sonnigen Tag seit vielen Wochen, nach Bagby und wanderten durch den Wald, suchten uns ein schnuckeliges Plätzchen am Fluss, wo wir mein neues Zelt (die Big Agnes - ich liebe sie) aufschlugen und uns dann in einem der grossen Pools für stundenlang weichkochten. Es war herrlich. Einfach nur herrlich! Immer noch beträchtliche Mengen an Schnee lagen auf dem Waldboden, die Sonne schien und die Pools mit heissem Wasser stehen mitten im Urwald (wirklicher old growth!). Der folgende Tag verging ähnlich und am Nachmittag erkundeten wir etwas genauer einen geheimen Zeltplatz zurück auf dem Weg Richtung Portland. Dort verbachten wir die Zweite Nacht am Lagerfeuer und schliefen in meinem Van.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann am Montag war es so weit. Das war der Tag meiner Abreise. Mein Visum lief in wenigen Stunden aus und ich musste mich (zumindest theoretisch wie ich jetzt weiss) aus dem Lande verkrümeln. Ich denke noch nie fiel mir ein Abschied so schwer. Es gab viel Geweine und Geschluchtze. Einerseits war ich froh, dass ich nun endlich wieder in Bewegung war und mich nichts an einem Ort hielt und ich meinen Erkundungsdurst stillen konnte, doch andererseits war ich auf eine Weise schon im Paradies und es fühlte sich falsch an wegzufahren. Ich hätte Becky einfach gerne mitgenommen, doch das ging nicht. Natürllich wäre es gegangen. Alles geht. Aber sie wollte nicht, da sie zu sehr in ihr Leben eingeflochten ist, was ich natürlich verstehe. Ich hätte natürlich bleiben können, was auf jeden Fall möglich ist (die USA hat Millionen illegaler Einwanderer), doch wollte ich nicht ein einer Stadt leben und auch ich habe Angst davor meinen Lebensstil aufzugeben. Oder besser gesagt, ich habe keine Angst meinen Lebensstil aufzugeben, aber noch nicht jetzt und irgendwie nicht in Amerika. Der Gedanke existiert auf jeden Fall, aber muss ich erst noch daran wachsen. Es gibt da noch so einige Schaltkreise in mir, die erst getrennt werden müssten und andere die hergestellt werden müssten, um diese Möglichkeit zuzulassen. &lt;br /&gt;Ich denke fürs erste haben Becky und ich eine gute Lösung gefunden, mit der wir beide vorerst leben können, jeder auf seinem Wege, und uns aber immer noch miteinander verbindet. Huhuhuuuuuu - myteriös!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesmal überquerte ich die Grenze per Schiff. Ich fuhr mein Auto nach Port Angeles und nahm die Führe rüber nach Victoria. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war eine spannende Sache, da ich mal wieder ganz genau auf Unterschiede zwischen beiden Ländern achten konnte. Nach so vielen Wochen verschwimmen die offensichtlichsten Dinge aus den Augen. Das war mit dem Bier genauso. Das erste kanadische Bier in Edmonten im Januar 2010 hat wie Pisse geschmeckt. Das zweite Bier war immer noch Pisse, mit dem Kommentar:"Naja Felix, gewöhn dich dran. So isses halt." Das dritte Bier war dann schon gute Pisse und ehe du dich versiehst glaubst du wirklich, dass du Bier trinkst. Mittlerweile denke ich:"Och, das is aber en schmackhaftes Pils!" Nebenbei weiss ich aber ganz genau, dass ich das nur sage, weil ich vergessen habe wie deutsches Bier schmeckt. Man realisiert die guten Dinge ganz besonders im Kontrast zu den schlechten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Grenzbeamte in Victoria lächelte mich an, fragte ob ich Obst und Gemüse dabeihabe, wie ich mich ernähren will und das war dann auch schon alles. 10 min später fuhr ich durch die Strassen von Victoria. Diese Prozedur hatte ich beispielsweise anderes in Erinnerung, als ich von Kanada in die Staaten fuhr. Dort fühlt sich nämlich jeder Ottonormalverbraucher wie ein Terrorist. Und der ist man meisten auch nach Definition (zumindest ein Verdächtiger - Otto Bin Laden). Das nächste was mir auffiel ist, dass alle lächeln und grüssen. In Victoria, einer der grössten Städte in BC grüssen einen viele auf der Strasse. Wie abgefahren ist das denn? Und es gibt nicht so viel Verkehr, bei weitem nicht. Dieser Eindruck wird sich dann aber nich mal verstärken, wenn ich von Kanada nch Deutschland zurück komme. &lt;br /&gt;Ganz im Allgemeinen erscheinen mir die Kanadier diesmal deutlich relaxter und freundlicher als die Ammis. Und dann schwingt natürlich auch immer dieser politische Gedanke mit rum. Aber naja, den sollte man eigentlich ignorieren, weils in meinen Augen unfair ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin mittlerweile wieder seit 5 Tagen in Comox und habe alle Leute die ich kenne besucht und breche Morgen auf, nach Utopia (siehe neuer Eintrag) Island. Ich habe über Couchsurfing eine Einladung von einem Deutschen Langzeitreisenden bekommen, ob ich nicht mal vorbei schauen will. &lt;br /&gt;Utopia ist eine kleine Insel zwischen Festland und Van Island. Dort gibts keine Kanalisation, kein Stromnetz und so gut wie keine Strassen. Es gibt ja auch keine Autofähre dorthin. Wofür also grossartig Strassen. Alle dort kompostieren ihre Scheisse, generieren ihren Strom aus Windrädern und Solarzellen und leben aus dem eigenen Garten. Zusammenfassend also alle hardcore Hippies - genau mein Ding!!! Ich bleibe wahrscheinlich für eine Woch oder zwei und habe dann auf Saltspring Island einen Cob Building Workshop für 5 Tage. Cob ist prinzipiell Fachwerk ähnlich. Es wird also mit einer Mischung aus Lehm, Sand und Stroh gebaut, allerdings meist ohne Balken, die in Deutschland ein starkes Charakteristika für heimes Fachwerk sind. Nach dem Workshop sollte ich genug Erfahrung haben, um mein eigenes Haus zu bauen. Und dann geht auch schon wieder die Pilzsaison los. Das Leben wird also wieder richtig schnell in den nächsten Monaten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-6777765824011296277?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/6777765824011296277/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=6777765824011296277' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6777765824011296277'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6777765824011296277'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/04/comox-kanada.html' title='Comox - Kanada'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-2688422990131083399</id><published>2011-03-24T02:06:00.002+01:00</published><updated>2011-03-25T01:38:38.977+01:00</updated><title type='text'>Portland, Oregon, Kalifornien</title><content type='html'>Hallo mal wieder!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es tut mir fuer die Leute leid, die meinen, ich wuerde zu unregelmaessig schreiben. Ist schon richtig, ich habe in den letzten Monaten nachgelassen. Aber ich bin ja auch nicht die Tagesschau, die punkt zwanzig Uhr ihre Nachrichten verstrahlt. Ich schreibe, wenn es was zu berichten gibt und wenn ich mich danach fuehle. Keine Angst, es kommen auch wieder andere Zeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht so, dass Nichts passiert ist. Das geht ja auch gar nicht - es passiert immer etwas, in jedem Leben eines jeden Menschen, und wenn es "nur" geistliches Abenteuer ist. Das war mehr oder weniger mei mir in den letzten acht Wochen der Fall. Es gab wenige "Abenteuer" im Indiana Jones Stil. Keine wagemutigen Stuerze von Klippen oder Flosstouren durch Stromschnellen. Dennoch hatte ich bisher eine sehr einflussreiche und bildende und veraendernte Zeit hier. &lt;br /&gt;Fuer wirklich effektive geistige Weiterentwicklung brauche ich (und ich denke alle Menschen) den Kontakt zu Menschen. Ich glaube nicht, dass man durch pures isoliertes Nachdenken und Philosophieren wirklich weiter kommt. Sicher das ist ein Teil von geistiger Evolution, aber dann muss auch ein Austausch erfolgen. Ich denke in der Masse aller Menschen steckt die wahre Weisheit. Heil dem Internet und der letzten Bastion wirklicher Rede- und Pressefreiheit in diesem Sinne!!!&lt;br /&gt;Ich kann behaupten, dass die Menschen hier deutlich ihre Spuren bei mir hinterlassen haben. Zumindest empfinde ich es so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich zurueckblicke auf die letzten Wochen, dann kann ich zusammenfassend sagen, dass ich einen grossteil der Zeit mit dem Laptop verbracht habe. Mein Wissensdurst nimmt langsam beaengstigende Zuege an. Ich habe mich gefuehlt wie in der Schule, nur dass ich den Lerninhalt bestimme und keinem Zwang unterliege. Das soll heissen, das unendlich viel Zeit mit Lesen ueber alles moegliche genutzt wurde und wenn ich nicht im Internet surfte, dann lag ich auf der Couch und stopfte weiteres Wissen aus Buechern in mich rein oder schaute mir Dokus an. &lt;br /&gt;Ueber Jenny und Becky habe ich einen sehr intertessanten Eiblick in Permakultur bekommen, was ganz grob gesagt ein Konzept fuer Nachhaltigkeit ist. &lt;br /&gt;Ein weiters grosses Thema in den letzten Wochen war Peak Oil. Das ist fuer mich eine der spannendsten Geschichten, die sich in den naechsten Jahrzehnten auf der Erde abspielen wird bzw. sich jetzt gerade abspielt. Wenn man sich die meisten Quellen anschaut, dann stellt man fest, dass wir entweder Peak Oil schon ueberschritten haben oder dies in den naechsten Jahren tun werden und was dann oekonomisch passiert kann sich denke ich niemand wirklich vorstellen. &lt;br /&gt;In dem Zusammenhang bin ich auf ein Video von Michael Ruppert mit dem Namen Collapse gestossen. Dort wurde mir eine Sicht auf die globale Situation praesentiert, die so radikal ist, dass ich selbst noch nie wirklich darueber nachgedacht habe. Im Kurzen wird behauptet, dass total abruppt innerhalb der naechsten Jahre, sobald Peak Oil ueberschritten ist, alle Wirtschaften zusammenbrechen, da einfach ALLES auf Oel aufgebaut ist. Ich denke wenige realisieren, was das heisst, das einfach alles auf Oel basiert. Jeder Gegenstand, der existiert, vom Auto zur Zahnbuerste, Landwirtschaft, einfach alles, existiert nur, weil Oel existiert. Und wenn das Oel ausgeht, dann laeuft einfach Nichts mehr. Selbst ein Umstellen auf alternative Energien wird als Witz deklariert. Wenn es kein Oel mehr gibt, mit welchen Mitteln werden dann Erze aus dem Boden gefoerdert, die dann zu Stahl geschmolzen werden, um daraus Windkraftraeder herzustellen? &lt;br /&gt;Es wird behauptet, dass der exponentielle Anstieg der Weltbevoelkerung Hand in Hand geht mit der exponentiellen Nutzung von Oel in den letzten 150 Jahren. Und wenn nach einem steilen Anstieg ein steiler Abfall folgt, so dann auch in der Bevoelkerung. Klingt erst mal logisch und ich denke, dass genau das passiert aber nicht in dem zeitlichen Rahmen. Ich denke dass alles langsamer von statten geht und nicht innerhalb von drei Jahren oder so. Ein ebenfalls interessante Film dazu ist End:Civ mit Derrick Jensen.&lt;br /&gt;Ein weiteres Thema mit dem ich mich beschaeftigt habe, ist direkte Demokratie. Diese Thematik hat mich vollends absorbiert und ich bin darauf bezogen zutiefst glaeubig geworden. &lt;br /&gt;Und dann hat mich natuerlich Nordafrika und Japan voll in Beschaeftigung gehalten. Sehr erstaunliche Dinge, die da gerade ueberall passieren.&lt;br /&gt;Mehr zu kontroversen politischen Theman will ich nicht schreiben, da viele Dinge unausgereift sind und in schriftlicher Form zu schnell Missverstaendnisse auftreten koennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, nun aber mal zu unserem Trip, von dem wir Gestern wieder gekommen sind.&lt;br /&gt;Erich kam realtiv spontan von Vancouver Island mit dem Bus nach Portland, um mich zu besuchen. Er ist nun schon seit ueber zwei Wochen hier und wir haben eine sehr gute Zeit zusammen. &lt;br /&gt;Vor fuenf Tagen sind wir (Becky, Jenny, Erich und ich) mit dem Auto in Richtung Kalifornien aufgebrochen. Ziel waren die Redwoods, die groessten Baeume der Welt. Ich habe eine Tour zusammengestellt, die ein paar Nationalparks auf mit dem mit einbezog. Zunaechst ging es in den Dunes Nationalpark an der Kueste von Oregon. Eine atemberaubende Landschaft, mehr ist dazu kaum zu sagen. Rieseige Sandduenen erheben sich mitten aus dem saftigsten Wald ein paar Kilometer vor der Kueste. Dazwischen liegen kleine Inseln aus Wald. &lt;br /&gt;Wir verbrachten eine Nacht in den Duenen und fuhren dann weiter die Kueste entlang Richtung Sueden. Auf dem Weg machten wir an einem State Park halt und erkundeten einen Strand und die umliegenden Felsen. Dort habe ich die bisher groessten Wellen meines Lebens gesehen - einfach umwerfend. Man Koennte alle paar Kilometer anhalten und die Kueste bestaunen. &lt;br /&gt;In Nordkalifornien tauchten dann die ersten Redwoods auf. Schon von der Strasse aus faellt einem die Kinnlade runter. Aber wenn man dann erst mal auf einem der Wanderwege in den Dschungel hineinlaeuft, dann fehlen einem wirklich die Worte. Diese Baeume sind einfach so unglaublich fett und hoch, dass es fast wirkt, als seien sie von einem anderen Planeten. Um genau zu sein sieht es genauso aus wie auf dem Planeten Endor aus dem Star Wars Universum, wo die Ewoks leben. Und das verwundert nicht, da der Film in den Redwoods gedreht wurde. &lt;br /&gt;Wenn man vor einem dieser bis ueber 2.000 Jahre alten, ueberdimensionalen Lebewesen steht, dann kommt man sich als unbedeutender Klecks vor, was wir im Grunde ja auch sind. Um so unverstaendlicher ist es, wie Menschen die Baeume faellen koennen, um daraus dann unter anderem Klopapier herzustellen, mit dem wir uns den Arsch abwischen. Das ist Sarkasmus in hoechster Form. Und mit jedem Toilettengang koennte mir eine Traene uebers Gesicht rollen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am letzten Tag haben wir uns dann noch Arcata angeschaut, ein kleines Staedtchen in Nordkalifornien, das als Hippie-Absteige gehandelt wird. Genauso hat es sich auch angefuhelt. Im Kino lief "the Big Lebowski", ueberall lungerten Hippies und Reisende auf den Strassen rum und das Kulturangebot hat sich fast ausschliesslich an den Hippies orientiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Becky ist mittlerweile fuer ein paar Tage an die Ostkueste zu ihren Eltern geflogen und kommt am Sonntag wieder. Unsere Zeit hier zusammen wird langsam echt knapp und wir machen uns schon Gedanken ueber unsere gemeinsamen Sommerplaene. Doch jetzt gehe ich erst noch mal mit Erich Snowboarden an Mt. Hood und schaue mir dann noch den Crater Lake an, bevor ich die USA verlassen muss.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-2688422990131083399?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/2688422990131083399/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=2688422990131083399' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2688422990131083399'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2688422990131083399'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/03/portland-oregon-kalifornien.html' title='Portland, Oregon, Kalifornien'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6184784319588722720</id><published>2011-02-15T20:41:00.002+01:00</published><updated>2011-02-16T01:21:45.861+01:00</updated><title type='text'>Mount Hood bei Portland</title><content type='html'>Schon in Canada, in Fort Sankt John, erzaehlte mir Jason von der Vulkankette, die sich von Nordwashington beginnend bis nach California hineinzieht. Jeweils in einem Abstand von rund hundert Meilen ragt in relativ unspektakulaerer Landschaft ein monstroes grosser Vulkan aus der Kruste heraus. Mt. Baker bei Bellingham, dann Mt. Raineer bei Tacoma, Mt. St. Helens, Mt. Hood bei Portland, Mt. Jackson bei Eugene, Mt. Shasta, the three Sisters and so on. &lt;br /&gt;Es ist schon interessant zu realisieren, dass man hier auf einem platten-tektonisch heissem Gebiet rumspaziert. Und die Leute hier in der Gegend wissen wahrscheinlich besser wovon ich rede, denn die konnten erster Hand die Eruption von Mt. St. Helens 1980 mitverfolgen. &lt;br /&gt;Was mich aber noch mehr interessierte, ist die Tatsache, dass jeder Berg geritten werden kann und zwar ganz besonders im Winter. Schon in Kanada setzte ich mir den Plan einen der Vulkane zu erklimmen und mit einem Snowboard wieder hinab zu segeln.&lt;br /&gt;Die vorher gehenden Umstaende haben mich nun eben zu Mt. Hood gefuehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am allerersten Tag in Portland stiess ich zufaelligerweise auf einen Outdoor-Store und fand heraus, dass die dort Splitboards verleihen. Ein Splitboard ist ein Snowboard, dass der Laenge nach in der Mitte entzwei geschnitten wurde, sodass man im Prinzip zwei Skier hat. Mit einer speziellen Bindung kann man dann wie die Tourenski-Geher aufsteigen. Wenn man riden will, verbindet man die beiden "Skier" mit drei kleinen Klickmechanismen, dreht die Bindung seitwaerts und dann hat man sein Snowboard, mit dem man loslegen kann wie gewohnt.&lt;br /&gt;Ich habe die ersten drei Wochen nur auf gutes Wetter gewartet und auf eine sonst relativ ruhige Portlandzeit, da ich nicht grosse Events verpassen wollte. Letzte Woche war der perfekte Moment. Der Wetterbericht sagte drei sonnige Tage voraus und der Eventkalender versprach ein paar Tage Atempause. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habs geschafft, ich habe diesen im Scnee schrecklich zu fahrenden Van wirklich bis auf ueber 2.000m auf den Parkplatz der Timberline Lodge, einem der Skigebiete, befoerdert. Ich hatte zwar Schneeketten, die ich mir vorher noch gekauft habe, da zumindest der Besitz von Schneeketten Pflicht ist, doch wollte ich die nicht benutzen und stattdessen zurueck bringen, um das Geld wieder zu bekommen. Aber bis auf ein paar Ausbrechversuche des Hinterteils auf verschneiter Strasse ging alles gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rucksack gepackt, Ski an die Boots und auf gings Richtung Gipfel. Schon nach den ersten Schritten konnte ich mir ein kleines Urteil erlauben: Goettlich! Zumindest das Aufstiegsverhalten des Splitboards war phaenomenal. Musste es sich also nur noch beim riden bewaehren. &lt;br /&gt;Der Aufstieg begann im Nebel, doch nach zwei Stunden war ich dann ueber den Wolken und hatte atemberaubende Blicke auf den Gipfel, Richtung Porland und auf Mt. Jackson 50 Milen im Sueden, der ueber dem Ozean aus Wolken trohnte. &lt;br /&gt;Langsam arbeitete ich mich parallel zum letzten Lift des Skigebietes bergauf. Gluecklicherweise ist dieser Lift nur im Sommer geoeffnet, sodass ich meine Ruhe und die Aussicht auf eine verlaengerte Powderfahrt hatte, ohne den Spuren von tausenden vorhergehenden Winersportlern folgen zu muessen, die eine Abfahrt nur zu einem zweitklassigen Schneeerlebnis machen wuerden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwa auf dreitausend Metern und schon weit oberhalb des Liftendes fand ich einen klitzekleinen Platz, auf dem geradeso ein Zelt drauf passte. Wenige hundert Meter weiter unten, haben andere Gipfelstuermer schon einen perfekten Campplatz okkupiert. Ich durfte mir von Becky ihr Tarptent (ein spezielles Zelt) ausleihen und hatte somit die perfekte Moeglichkeit es auszutesten, bevor ich es mir kaufen werde, was seit einem Jahr mein Plan ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem alles aufgebaut war, ich ein paar (anscheinend geniale) Fotos geschossen und mir in aller Eile mein Essen reingestopft habe, lag ich eingemummelt und wimmernd in meinen Schlafsaecken, da mir ziemlich krass meine Finger eingefroren sind. Ich musste alles ohne Handschuhe erledigen, da ich nur Faeustlinge hatte und man mit den Dingern gar nix gebacken kriegt, zumindest nicht feinmotorisch. Wenigstens war ich allein und konnte somit ungestoert, ohne bloede Kommentare wie:"Sei kein Weichei du Jammerlappen!", vor mich hin winseln. Um ca. 18.30 Uhr bin ich dann eingeschlafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wache auf und oeffne meine Augen. "Hm, verdammt es ist noch dunkel.", denke ich bei mir. "Schauen wir doch mal wie spaet es ist. Bitte, bitte lass es kurz vor Sonnenaufgang sein." 20.30 Uhr - Fuck!&lt;br /&gt;Hellwach lag ich nun da, nach gerade mal zwei Stunden Schlaf und hatte noch fast die ganze Nacht vor mir. Nur zu gut kenne ich genau diese Sitaution und jedes Mal daemmert mir, dass mir grauenhafte Stunden bevorstehen. Natuerlich war es genau so. Ich waelzte mich von links nach rechts, hoerte etwas Musik und versuchte erneut erfolglos einzuschlafen. So zog es sich dahin und ich verfluchte mich selbst zu frueh ins Bett gegangen zu sein. Das Problem ist, was will man auch sonst bei minus zehn Grad in der Dunkeltheit allein in einem Zelt machen?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um Mitternacht setzte Wind ein. Noch in kleinen zarten Boeen tippte er immer regelmaessiger gegen das Zelt und wurde von Mal zu Mal staerker. Schliesslich haemmerte orkanartig der Wind in mein Camp und drueckte mit jeder Boee das Zelt flach auf den Boden, sodass es den Anschein hatte, als laege ich nicht in einem Zelt sondern einfach nur in einer grossen Tuete oder einem Biwaksack. Es war schrecklich und vor allem war es schrecklich laut. Und ich hatte Angst, dass mir das Zelt einfach zerfetzen wuerde und ich dann Becky ein neues haette kaufen muessen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Es riecht wie auf einer Rig, wie in Taylor, dem ekligsten aller Krebs erregenden Staedtchen in nord BC, wo die riesigen Fabriken stehen, die Erdgas weiter veredeln. Um genau zu sein - es riecht nach Schwefel." Sofort schossen mir die wildesten Gedanken durch den Kopf, als ich realisierte, warum es nach Schwefel roch. Natuerlich war es der Vulkan. Was, wenn er jetzt gerade kurz vor einem Ausbruch steht? Dann sterbe ich hoechtswahrscheinlich oder aber ich habe die wildeste Achterbahnfahrt meines Lebens vor mir. Logischerweise war das total irrational, denn der Vulkan ist seit Jahrtausenden nicht ausgebrochen und wenn es gerade in diesem Moment passiert waere - tja, dann waere das eben sehr viel Pech gewesen. Aendern haette ich sowieso nichts koennen. Dann erinnerte ich mich, dass ich beim Aufstieg weiter oben in den Felsen ein schwarzes Loch im Schnee gesehen habe, wo es unaufhoerlich heraus dampfte. Das war wahrscheinlich die Quelle des Schwefels, also nicht weiter tragisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der Wind noch weiter zunahm, stellte ich vermehrt ein hauchzartes eisiges Rieseln mit jeder eintreffenden Boee auf meinem Gesicht fest. Ich erinnerte mich an die Woche Schneecamping mit Martin in den Oetztaler Alpen, wo Aehnliches stattgefunden hat. Bei Beruehrung des Zeltes riesltes es immer Schnee auf uns herab und wir stellten fest, dass sich Kondenswasser aus unserem Atem an der Zeltinnenwand zu wunderschoenen Schneekristallen abgesetzt hat, die bei Erschuetterung als Niederschlag auf uns darnieder stuerzten. Da das Gleiche immer bei besonders boesartigen Windschueben passierte, gab ich mich mit gleicher Erklaerung zufrieden. Doch als ich immer noch Schnee ins Gesicht bekam, als ich auf der Seite lag, wurde ich stutzig und schaltete mal meine Lampe ein. Das Bild war verheerend: ueberall war Schnee. Ueberall! Und der Schnee kam nicht von innen, sondern von aussen. Der Wind war so wild, dass er Schnee durch den Schlitz zwischen Zeltende und Boden durch das Fliegennetz hineinpustete. Fatalerweise habe ich vor dem zu Bett gehen alle Klamotten und andere Gegenstaende aus meinem Rucksack geholt und im Zelt verteilt, die nun mit einer betraechtlichen Schneeschicht ueberzogen waren. Meinen Rucksack habe ich offen gelassen, weswegen auch mein Rucksack mit Schnee gefuellt war. Es war ein deprimierendes Bild und mir gruselte bei dem Gedanken das Desaster wieder in Ordnung zu bringen, natuerlich wieder ohne Handschuhe. Doch es war erst in den fruehen Morgenstunden und so ignorierte ich den ganzen Schmarrn einfach und setzte meine Schlafversuche fort. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sass auf dem Gehweg vor einem Plattenbau wie aus der DDR. Mein Rucksag lag auf dem Boden und alle meine Sachen verstreut in der Gegend herum: mein Kompass, die Stirnlampe, Kamera, Messer, Loeffel, Ausweis, Zahnbuerste und Zahnpasta, Geld und Schliesslich meine Klamotten. Genauso wie in meinem Zelt waren allen kleinen Utensilien aus dem Rucksack ausgepackt und lagen vor mir da. Es war dunkel vor dem Plattenbau, wie in meinem Zelt. Ich war hektisch damit beschaeftigt all meinen Kram zusammen zu lesen, um ihn schliesslich schnell in meinen Rucksack zu stopfen. Der Grund fuer meine Hektik war eine Frau, die in einem oeberen Stockwerk in dem Haus wohnte. Ich wusste, dass wenn sie mich auf dem Gehweg sieht, zusammen mit meinen verstreuten Sachen, sie in einem Wutanfall oder so was aehnlichem explodieren wuerde. Warum? Keine Ahung, aber ich wusste, dass es so war und dass ich schleunigst weg musste, bevor sie aus der Eingangstuer kam. Das Geraeusch einer sich oeffnenden Tuer ertoente und ich hoerte Schritte, die lauter wurden. Jemand kam die Treppe herunter und ich wusste, dass es die Fraun war. Ich wurde immer hektischer, die Schritte wurden lauter, dann ging die Eingangstuer vom Haus auf und die Frau erschien. Als sie mich sah, plusterte sie sich auf und wollte gerade loskreischen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In genau diesem Moment gab es einen lauten Knall und mein Zelt wurde mit mir drin liegend aus dem Boden gerissen und einen Meter zur Seite geworfen. Ich wachte natuerlich sofort auf und mir war schlagartig bewusst, was los war. Ich habe getraeumt und dann kam der Knall. Eine besonders starke Windboee hat die Heeringe am Fussende des Zeltes herausgerissen und mich ein gutes Stueck zur Seite gekickt. Und mein erster Gedanke war, wie in dem Traum: sammel all deine Utensilien zusammen, stopf sie in den Rucksack und mach dass du hier weg kommst. &lt;br /&gt;Mein Kopf und Oberkoerper lagen noch auf dem urspruenglichen Lagerplatz, doch Beine und Hintern hingen ueber der Kante, bergabwarts auf dem Hang, der wie ein glatt pollierter Eisspiegel 3km weiter unten rechts vom Skigebiet sein Ende fand. Der Hang ist nicht besonders steil, allerdings komplett ohne Hindernisse und zumindest im oberen Teil fast glattes Eis oder mit nur einer hauchduennen Schneeschicht bedeckt, da der Wind alles Lose sofort wegblaest. Diese Bedingungen haetten gereicht, um mich gefangen im Zelt wie in einem Schlitten bergab sausen zu lassen. Zeltboeden sind im Prinzip glatte Plastikoberflaechen, die geradezu fuer Schlittenartigen Missbrauch praedestiniert sind. Alles was mich noch an Ort und Stelle hielt, war mein Oberkoerper, der ja noch auf der waagerechter Stelle lag und die zwei Heeringe am Kopfende, die als rettende Kletterhaken fungierten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Panisch krabbelte ich ans Kopfende und wurschtelte wie verrueckt am Reissverschluss rum, den ich erst nicht aufbekam. Als ich endlich draussen war, zog ich den ganzen Sack mit all meinen Sachen hoch, kaempfte dabei wie verrueckt mit dem Wind, der immer noch beaengstigend tobte und machte alles startklar fuer die Abfahrt.&lt;br /&gt;Auf einen Gipfelversuch hatte ich ganz und gar keinen Bock mehr. Der Hauptgrund dafuer war aber, dass ich meinen Topf im Auto vergessen habe. Kocher hatte ich dabei, Flaschen hatte ich dabei, nur meinen Topf nicht, weswegen ich keinen Schnee fuer Trinkwasser schmelzen konnte. Und ich hatte auch nur noch eine Tasse fluessiges Wasser. Weitere vier Stunden Aufstieg mit nur einer Tasse Wasser waeren niemals was geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gluecklicherweise ist dieser ganze "ich-werde-vom-Berg-gepustet-Vorfall" 6.20 Uhr am Morgen passiert, als sich gerade der Horizont rot verfaerbte. Die Nacht war ueberstanden, zwar nur mit ca. drei Stunden Schlaf, aber sie war vorbei. Und in so einer Situation kann das Bild eines roten Horizontes und einer aufgehenden Sonne das schoenste sein, was man sich wuenschen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bastelte das Splitboard fuer die Abfahrt zusammen, sattelte meinen Rucksack und segelte nach ein paar eisigen turns, dann in unglaublichem Powder in den Sonnenaufgang hinein, zurueck zum Auto.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um 9.20 Uhr startete ich vom Auto zum zweiten Gipfelversuch. Da ich am Vortag festellte, wie schnell ich war, wusste ich, dass man es an einem Tag schafft. Auch deswegen, weil viele andere Skitourengeher um die gleiche Zeit zum Gipfel aufgebrochen sind. Somit konnte ich fast mein ganzes Gepaeck diesmal am Auto lassen und wuerde noch schneller sein. Es war ein herrlicher Tag, purer Sonnenschein, nicht die kleinste Wolke. &lt;br /&gt;Drei Stunden spaeter war ich an dem Ort, wo ich am Morgen abgebrochen habe. Die naechsten paar hundert Meter waren quaelend. Der Boden war pures Gletschereis und ich musste regelmaessig die Skier abschnallen und zu Fuss weiter gehen. Eigentlich haette ich Steigeisen gebraucht, aber die waren nun mal nicht zur Hand und so musste ich mich von Schneefeld zu Schneefeld hangeln und zwischendrin auf Eis herumstaksen. Ich versuchte vom Eis runter zu kommen, indem ich zum Osthang hin auswich und auf eine Wechte zusteuerte, an deren Kante ich auf weicherem Schnee weiter aufsteigen koennte. Zur Wechte kam ich und Schnee gab es und mir folgten sogar drei weitere Bergsteiger, die dieses Vorhaben ebenso als eine gute Idee klassifizierten. Doch der Wind war das Problem. Wir versuchten genau auf der Kante aufzusteigen, eben dort, wo der Wind am heftigsten rueber blies. Jeder Schritt musste bedacht werden, der Wind mit einkalkuliert und oft war es so stuermisch, dass ich einfach nur dastehen konnte und die Boee abwarten musste. Den anderen drei gings auch nicht anders. Dann kam ploetzlich so ein kraftvoller Schub, dass es uns alle sprichwoertlich umgehauen und auf den Arsch gesetz hat. Ich hatte in dem Moment wirklich Sorge, dass wenn ich einmal ins Rollen komme, mich der Wind wie ein Blatt Papier ueber den Gletscher wirbeln wuerde. Ich liess mich auf den Boden fallen und rollte mich zu einer Kugel zusammen, meinen Rucksack fest umklammert. Der Wind transportierte milliarden kleinster Eiskristalle mit sich, die einem wie ein Sandblaster unaufhoerlich ins Gesicht haemmerten und unter die Jacke krochen und in die Schuhe und einfach ueberall hin. So lag ich ein paar Minuten da, als Kugel, und ueberlegte, was ich tun koennte. Ich kam zu dem Schluss, dass ich aufgeben musste. Ich hatte nicht die adaequate Ausruestung und Information fuer einen Gipfelversuch. Ich habe mich zu keiner Zeit in eine verantwortungslose Lebensgefahr begeben und der Berg ist wie es scheint ein wirklich einfacher Berg. Trotzdem braucht man Steigeisen und evtl. Pickel und keinen Wind. &lt;br /&gt;Ich wollte Spass haben und ein tolles Bergerlebnis mit nach Hause nehmen und entschied mich gegen die Quaelerei und gegen den Gipfelruhm. So weit ich weiss, war das das erste Mal. Abgesehen von einer abgebrochenen Wandertour am Hochkoenig in Oesterreich mit meinen Eltern, als ich ca. sieben Jahre alt war. Doch da war mein Vater der Entscheidungstraeger und ich musste mich unterordnen, auch wenn die Enttaeuschung damals sehr gross fuer mich war. Doch so laeufts nun mal am Berg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ein paar Minuten hin und her Ueberlegen war ein Abbruch der Gipfeltour aber gar keine Tragik. Denn auch wenn ich nicht ganz oben war, so hatte ich doch immer noch eine grandiose Powder-Abfahrt vor mir, der eigentliche Grund, warum ich mich ja an diesem Berg zu schaffen machte. Und es war ein Seegen, dass ich nach Osten zu der Wechte uebergequert habe, denn es praesentierte sich dahinter ein endlos langer Canyon, windgeschuetzt, mit dem zartesten Pulverschnee, den man sich denken kann.&lt;br /&gt;Noch in Portland habe ich diesen Canyon schon auf Google Maps entdeckt und als eine meiner Routen ins Auge gefasst, mich dann aber doch fuer eine weiter westlich entschieden. Doch der Wind hat mich nun schliesslich indirekt zu diesem Canyon geleitet, entgegen seiner Richtung, und mir dieses Juwel offenbart. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wechsel von Ski zu Snowboard war an der Wechte ein etwas groesseres Problem, wegen dem Wind, doch nach einer Viertelstunde kreuzte ich in den Canyon hinein, war sofort im Windschatten, die Mittagssonne schien direkt von vorne auf mein Gesicht und ich begann die allererste Spur in unberuehrten endlosen Powder zu ziehen. Ich fuhr und fuhr und es hoerte nicht auf. Grosse Schwunge, kleine Schwuenge, vereinzelt tauchten Felsen als Hindernisse auf, die ich spielend in die Fahrt mit einbezog, links rum, rechts rum, durch die Mulde, ein eleganter Sprung ueber eine kleine Wechte, in Halfpipe aehnliche Seitenarme des Canyons eingetaucht und wieder zurueck auf den hunderte Meter breiten Haupthang des Canyons. Beim Zurueckschauen sehe ich grosse Wellen pulvrigen Schnees im Wind tanzen. &lt;br /&gt;Ein paar Kilometer weiter unten wird der Schnee dann langsam sulzig und ich weiss, dass ich stoppen muss, um nicht zu weit ab vom Schuss zu kommen. Doch ich war gefangen in der ekstatischen Euphorie der Fahrt und konnte einfach nicht anhalten. "Nur noch ein paar turns, nur noch um diese Ecke. Ach verdammt, ueber das Schneefeld fahr ich noch.", usw. Schliesslich setzte sich mein rationales Denken durch und ich hielt an und stiess dabei einen orgasmischen Freudenschrei aus. Ich haette noch ca. 5km weiter runterfahren koennen, bis zum Highway, doch dann waere ich am Arsch gewesen. &lt;br /&gt;Dieser Pow-Ride war der laengste und beste, den ich je in meinem Leben hatte. Und was ist das logischste in dieser Situation? Genau, man wechselt zum Ski, steigt auf und macht das ganze noch mal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der zweiten Fahrt musste ich wieder nach Westen queren. Dabei gab es nur diesen kleinen vielleicht 300m langen aber steilen Hang hinauf zu steigen. Gluecklicherweise gab es schon Spuren, sodass ich mich nicht vollends abrappeln musste, doch der fehlende Schlaf und die fehlende Kondition und die letzten Aufstiege sassen mir ziemlich in den Knochen. Ich war so fix und fertig, dass ich alle 15 Schritte ausruhen und mich hinsetzen musste. Ich habe fuer diesen laecherlich kleinen Hang 40 Minuten gebraucht und kam schliesslich kurz vor Sonnenuntergang voellig zerstoert wieder am Auto an und begab mich auf die Rueckfahrt nach Portland. Laufen ging an dem Rest des Tages so gut wie nicht mehr und bei einem Blick in den Spiegel zeigte sich, dass ich mich hoellisch verbrannt habe. Ich schaute in den Spiegel und ein Hummer schaute zurueck. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem Erlebnis kann ich nur jedem, der an Wintersport interessiert ist das Tourengehen empfehlen. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass dies mein neuer Fokus im Snowboarden wird. Es ist sportlicher, viiiiiieeeeel oekologischer, ruhiger und meditativer und jede Fahrt nach unten wird wie ein kleines Goldnugget geschaetzt und geehrt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sport Frei!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-6184784319588722720?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/6184784319588722720/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=6184784319588722720' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6184784319588722720'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6184784319588722720'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/02/mount-hood-bei-portland.html' title='Mount Hood bei Portland'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-8767810555530654026</id><published>2011-02-06T01:00:00.003+01:00</published><updated>2011-02-06T02:47:31.776+01:00</updated><title type='text'>Portland (Oregon, USA)</title><content type='html'>"Tod den USA! Imperialistische Nazis, die die Welt erobern, beherrschen und kontrollieren wollen. Mc Donalds und KFC-Shit an jeder Ecke, Hollywood-Schund und ganz im Allgemeinen ein Krebs gleicher Lebensstil, der alles auffrisst und nur Gift, Zerstoerung und Tod hinterlaesst."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sind zusammengefasst die hauptsaechlichen Stereotypen von Amerika, die so in der Welt umher kursieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Problem mit Stereotypen ist, dass sie oft von Menschen getragen werden, die nie Erfahrungen erster Hand gemacht haben. Stereotypen schueren meist nur Hass und sind wenn ueberhaupt nur bedingt stimmig. Und jedes Land und jeder Mensch unterliegt Stereotypen entwickelt von anderen. &lt;br /&gt;"Nahostler, Muslime und Turbantraeger? Sind doch alle Terroristen!"&lt;br /&gt;"Deutsche? Die tragen alle Lederhosen, essen Weisswurst und trinken jeden Tag viel Bier." Jeder der auf vernuenftige Weise sein Gehirn benutzen kann, weiss, dass das Schwachsinn ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich moechte nun mal ein Bild von den USA praesentieren, das vielen wahrscheinlich nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;Fuer manche Gegenden und Menschen in den Vereinigetn Staaten moegen die Vorurteile vielleicht zutreffen, aber hier leben ueber 300 Millionen Menschen und da kann man einfach nicht verallgemeinern. Alle die ich bisher kennen gelernt habe, stellen mir ein komplett gegensaetzliches Bild dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ich auch schon bezueglich Bellingham (Washington) berichtet habe, erscheint mir Portland als eine totale Hippie-Stadt. Selten ist mir zuvor eine derartige Dichte an Veganern, Vegetariern, Oekoaktivisten und dergleichen ueber den Weg gelaufen. Ich habe an ein paar Veranstaltungen teilgenommen, die sich mit nachhaltiger Lebensweise beschaeftigten. Zuerst fand ich erstaunlich, wie viele Besucher dort anzutreffen waren. Mein Bild war immer, dass egal in welches Land man geht, Oekoaktivisten die Ausnahme sind und nur einen kleinen Teil einer Bevoelkerung darstellen. Hier hat es aber den Anschein, als ob fast alle sich an einer Veraenderung zum Guten beteiligen wollen, egal obs die Jugend ist oder aeltere Menschen. Das spiegelt sich beispielsweise in der gesamten Infrastruktur wieder. Ueberall gibt es Farmers Markets und Biolaeden, Radwege und Hybridautos. Ich habe bis jetzt noch kein Walmart gesehen. Und an vielen Ecken haengen Plakate zu Lesungen oder Aktivitaeten ueber oekologischen Ackerbau oder andere umwelt- und nachbarschaftsbezogene Themen. &lt;br /&gt;Das tolle ist, dass nicht nur theoretisch rumgeplaudert wird, sondern viele wirklich Initiative ergreifen und Taten folgen lassen. Becky, meine Freundin, beispielsweise behandelt in ihrem Studium viel Permakultur und will sich damnaechst ein Stueck Land kaufen um dort oekologische Landwirtschaft zu betreiben. Und das machen hier sooooo viele. Unglaublich viele junge Leute haben aehnliche Plaene oder stecken schon voll in ihrem Projekt drin. Ich kenne aus Erfurt niemanden in meinem Alter, der oekologischer Bauer werden will oder ist. Rund um Portland gibt es einige Kommunen, die die Stadt mit Bioprodukten beliefern. Oft wird nicht stolz der niedrige Preis hervor gehoben, sondern dass Produkte aus der lokalen Umgebung stammen oder/und oekologisch hergestellt wurden. Jedes zweite Restaurant wirbt mit veganen und vegetarischen Speisen, was mir zuvor voellig unbekannt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz im Groben gesagt weht mir hier ein erfrischender Wind entgegen. Alle streben mit pulsierender Energie nach vorne, ohne Angst und das gibt mir Mut und Ideen, selbst Projekte in die Hand zu nehmen und einfach anzufangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke, dass es unfair ist "die Amerikaner" alle unter einen Hut zu stecken. Das waere in vielen Orten an der Westkueste eine absolute Degradierung zu dem, was man wirklich vorfindet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun noch mal kurz zu meinen Plaenen.&lt;br /&gt;Ich bleibe wahrscheinlich noch eine oder zwei Wochen in Portland. Ich wohne jetzt schon wieder fuer anderthalb Wochen bei meinen beiden allerliebsten Couchsurferinnen Erika and Mickie. Sie haben zugestimmt, dass ich fuer langer mit ihnen in ihrer Kellerwohung hausen darf und dafuer etwas zur Miete beisteuere. &lt;br /&gt;Ich wuerde natuerlich gerne mehr von der Westkueste sehen, aber dann muesste ich auch Good Bye zu Becky sagen und das bereitet mir ein wenig Sorge. Aber ich denke, dass ich naechstes Wochenende weiter nach Eugene fahre, wo ich mir fuer ein paar Tage ein Studentenwohnprojekt anschauen will, das anscheinend auch den Charakter einer Kommune hat. &lt;br /&gt;Anfang der Woche steht aber noch mein grosses Projekt an, welches schon seit Monaten in meinem Kopf umher spukt. Ich werde mir ein Splitboard ausleihen und in zwei bis drei Tagen Mount Hood erklimmen und als Finale wieder runter snowbaorden. Ein Splitboard sind ueberigens zwei Skier, die zu einem Snowbaord verbunden werden koennen. Wenns mir gefaellt, wird dies vielleicht die zukuenftige Richtung meiner Snowboardkarriere bestimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neue Bilder sind hochgeladen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Salut&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-8767810555530654026?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/8767810555530654026/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=8767810555530654026' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8767810555530654026'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8767810555530654026'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/02/portland-oregon-usa.html' title='Portland (Oregon, USA)'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-3110604765936286865</id><published>2011-01-27T03:00:00.003+01:00</published><updated>2011-01-28T06:53:40.847+01:00</updated><title type='text'>USA - Washington und Oregon</title><content type='html'>Die Tage auf Vancouver Island sind in Windeseile verflogen. Eine Party, eine Party dort, mal Snowboarden gegangen und am Bett fuer meinen Van rumgebastelt - ploetzlich war es schon wieder der 10. Januar und mein Visa war nur noch 2 Tage gueltig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Ueberfahrt nach Vancouver habe ich die erste Billanz meines neuen Autos gezogen: mir kam das Gruseln! Ich habe von Anfang an eine Kilometer/Benzin-Tabelle gefuehrt und kam nach den ersten 750km auf einen durchschnittlichen Verbrauch von ca. 18L/100km - ein niederschmetterndes Ergebnis. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Ich dachte, dass ich mit dem Mazda MPV ein sparsames Auto erworben habe, gerade auch weil alle Qullen im Internet einen Verbrauch von 8-10L versprachen. Da war also schon mal ganz gewaltig was falsch. Hinzu kam ein Nerven zerreibendes Geraeusch aus dem Fahrerluefter ab einer Geschwindigkeit von 60km/h. Und dann hat sich herausgestellt, dass die Raeder nicht mehr "alligned"  und die "tie rods" locker sind. Ich weiss zwar nicht was tie rods sind, aber anscheinend duerfen sie nicht lose sein. Deshalb driftet der Waagen auch permanent ziemlich nach rechts und von Fahrstabilitaet und Spur halten, kann ich nur traeumen. Reperatur wuerde mich einige hundert Dollar kosten. &lt;br /&gt;Ist das nicht komisch, da hatte ich zuvor einen Van, der einwand frei fuhr, aber ein paar zu vernachlaessigende Maengel hat, ich ihn aber nicht anmelden kann. Und die groesste Schrottkiste (gekauft beim Haendler) wird ohne Probleme versichert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ja. Jedenfalls kam ich in Vancouver an und machte mich sofort auf die Mission die im Fruehling gesammelten Pilze in Edelrestaurants zu verkaufen. Leider hatte ich bei den ersten zehn kein Glueck und ich habe den Verdacht bekommen, dass es doch nicht so einfach ist, wie mir alle erzaehlt haben. Am zweiten Tag bin ich ein halbes Pfund bei einem chinseischen Feinkosthaendler losgeworden. Und dann noch mal anderthalb Pfund in einem italienischen Restaurant. Insgesamt habe ich 300 Dollar Ausbeute gemacht (mehr al erwartet) und durfte sogar in dem Italiener den Rest im Keller lagern. Der Chef sagte, dass ich sie im April wieder abholen koenne und dann das Geld fuer Pilze bekomme, die sie zu den zusaetzlich schon gekauften vielleicht noch vermarkten koennen. Ich fande das war ein super Deal und die Leute haben vertrauenswuerdig gewirkt. Um ehrlich zu sein, wollte ich die Dimger einfach nur noch loswerden. Das Vaerkaufen war soooo stressig fuer mich, dass diese Angebot mir wie ein Geschenk Gottes verkam. Das Problem war, dass ich unter Zeitdruck stand, da mir zur zwei Tage zur Verfuegung standen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 12. wollte ich mich morgens auf den Weg in die USA begeben. Doch als ich am Abend des 11. die Bibo verlassen habe und ploetzlich inmitten eines Schneesturms stand, bekam ich die grosse Panik. Ich wollte nicht im Schnee stecken bleiben und dann den Immigration Officers der USA erklaeren, warum ich erst nach Ablauf meines Visas die Grenze ueberquert habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.00 Uhr morgens am 12. Januar fahr ich an den Grenzposten der USA heran. Mein Pass wurde einbehalten und ich sollte mich im Hauptgebaeude melden, um den Einreiseprozess zu vervollstaendigen. Der dort ansaessige Beamte platzte sofort mit der ersten Ueberraschung heraus:"Du kommst ja wirklich auf die letzte Minute. Dein Visa ist vor drei Stunden ausgelaufen." &lt;br /&gt;"Ups, ach wirklich? Und ich dachte, ich haette noch den kompletten 12." &lt;br /&gt;Ich sollte ihm erklaeren, wie dies zustande kam. &lt;br /&gt;Weiterhin sollte ich ihn davon ueberzeugen, dass ich kein illigaler Einwanderer bin und mal mein Rueckflugticket zeigen.&lt;br /&gt;"Aehhhh, sie wissen, dass ich mit dem Auto reifahre. Logischerweise habe ich deswegen kein Rueckflugticket, weil ich im Fruehling wieder nach Kanada will." &lt;br /&gt;Ich haette ihm gerne gesagt, was ich wirklich dachte:"Wer bitte will denn illigal in die USA immegrieren, wenn er in Europa leben kann? Das waere ja ein Abstieg und kein Aufstieg - macht also keinen Sinn." Das haette ihn vielleicht ueberzeugt aber auch wahrscheinlich seinen Patroitismus angegriffen und dann haette er mich eventuell aus Trotzverhalten nicht reingelassen. Also habe ich ihm meine Kontoauszuege gezeigt, um zu beweisen, dass ich nicht im Schwarzmarkt als Tellerwaescher anfangen will, weil ich das gar nicht noetig habe. Das wollte er aber erst nicht gelten lassen, liess sich aber mit einem "ach buette buette buette - Blick" weichklopfen. Dann wollte er noch wissen wo ich absteige. Da ich wusste, dass diese Frage kommen wuerde, schrieb ich mir die Adresse vom Hostel aus Seattle in mein Buch und trug sie ganz stolz in die Einreisepapiere ein. Allerdings haette ich nicht erwaehnen sollen, dass ich eine Freundin in Tacoma besuchen wolle. Er hat naemlich dann den Nachnamen und die Adresse von Kimber verlangt. Beides wusste ich aber nicht. Ich weiss nur, dass Kimber Kimber heisst und unter welcher Nummer ich sie erreichen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke letztendlich hat er geschnickt, dass ich einfach nur ein Hippie bin, der nicht weiss wohin er will und was er vorhat und der einfach nur sein angespartes Geld in den USA verschleudern will, um die Wirtschaft anzukurbeln. Er war ja sehr nett und interessiert und hat nur seinen "daemlichen" Job erledigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem alles geregelt war, fahr ich nach Bellingham parkte auf einem oeffentlichen Parkplatz und haute mich erst mal aufs Ohr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bellingham ist eine suesse kleine Stadt und hat die hoechste Dichte an Hippies, die mir je begegnet ist. Die drei einzigen Supermaerkte, die ich gesehen habe, warem alle reine Bio-Maerkte, die von lokalen Landwirten beliefert wurden. &lt;br /&gt;Dort ist eine beeindruckende Kunstszene anzutreffen und ueberhaupt eine erfrischende Atmosphaere von politischem und gesellschaftlichem Aktionismus. Beim Spazieren durch die Strassen habe ich einige interessante Kleinigkeiten entdeckt, die die 3 Tage dort deutlich aufgewertet haben. Unter anderem habe ich in einem unabhaengigen Kino den Film "127 Hours" (127 Stunden) gesehen, der von dem Typen handelt, welcher sich beim Klettern seinen rechten Arm in einer Schlucht eingeklemmt und letztendlich nach 5 Tagen abgeschnitten und somit die ganze Aktion ueberlebt hat. Ich habe das Buch gelesen und kann den Film nur empfehlen!!! Wirklich beeindruckend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider habe ich die Couchsurfer nicht erreicht, bei denen ich schlafen wollte. Ab einem bestimmten Punkt haben die nicht mehr zurueck geschrieben, weswegen ich die Tage in meinm Van genaechtigt habe. Auch kam ich schwer mit Menschen in Kontakt. Das ist wirklich schwer, wenn man niemanden kennt. Couchsurfing ist da immer die perfekte Loesung fuer das Problem. &lt;br /&gt;Aus diesem Grund sank meine Stimmung immer tiefer. Wie ein einsamer Kater streifte ich ziellos durch die Innenstadt und wusste nichts mit mir anzufangen. Einen Abend ging ich in eine Disko, um vielleicht dort Anschluss zu finden. Ich kam in ein Gespraech mit einer jungen Frau und einem anderen Typen aber irgendwie liefs nicht. Hinzu kam, dass es jeden Tag regnete. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stimmungsmaessig angeschlagen fuhr ich schliesslich in Richtung Sueden nach Seattle. Die Couchsurfer, bei denen ich in Seattle schlafen wollte, die schon zugesagt haben, meldeten sich aber auch nicht mehr. Und noch mal fuer ein paar Tage in einer noch viel groesseren Stadt wirr umher zu laufen, haette mir den Todesstoss gegeben, also fuhr ich gleich weiter nach Tacoma, wo Kimber und ihr Freund wohnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kimber habe ich 2008 auf Samothraki in Griechenland kennen gelernt. Nachdem ich ihr geschrieben habe, dass ic h auf dem nordamerikanischen Kontinent residiere, gab sie mir ihre Nummer und meinte, ich waere willkommen ein paar Tage bei ihr zu schlafen. &lt;br /&gt;Das war schon mal eine gute Rettungsboje. &lt;br /&gt;Ihr Freund hat mich empfangen und wir unterhielten uns angeregt ueber alles moegliche. Fuer meinen Geschmack ueber zu viel abgedrehtes Hippiezeug mit Energien und Astrologie und anderem Geschwurbel aber das bin ich ja schon aus den letzten Jahren gewohnt. &lt;br /&gt;Kimbers Freund ist ein absoluter Pilz-Guru. Er weiss ziemlich viel ueber diese Gewaechse und am naechsten Tag sind wir alle zusammen auf einen Spaziergang in den Wald gegangen, um nach Pilzen zu suchen. Im Auto hat er erzaehlt, wie er neulich seine ersten Trueffel gefunden hat. Nach drei Minuten laufen, keine 200m vom Auto weg blieb er ploetzlich stehen und zeigte auf ein kleines Lochj neben dem Wanderweg:"Das sind typische Loecher von Eichhoernchen, in denen man Trueffel finden kann." Er fing an den Erdboden umzuwuehlen und holte wirklich einen Trueffel raus. Dann einen zweiten und einen dritten und so weiter, bis wir am Schluss bei 23 angelangt waren. Das es so schnell gehen kann, haette ich nie gedacht und war sichtlich beeindruckt. Nun weiss ich, wonach ich schauen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war dann aber auch die einzige gute Zeit mit den beiden. Je laenger ich dort war, umso mehr habe ich festgestellt, wie abgedreht und schwarz der Junge eigentlich ist. Er hat eine solch starke negative Energie (ums in Hippie-Worte zu fassen) ausgestrahlt, in der ganzen Zeit wie ich dort war zwei mal gelacht und nie gelaechelt und sich ueber alles moegliche beschwert. Was er alles hasst, ist schon erstaunlich. Er hat permanent nur darueber geredet, was alles falsch und scheisse im Land ist. Sicher, Amerika kann schon ziemlich gruselig sein, aber wenn man sich nur auf das Negative und die Probleme stuerzt, dann geht man doch zu Grunde. Und er ist ganz unten am Grund. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe angefangen Bauchschmerzen in seiner Gegenwart zu bekommen und musste so schnell wie moeglich aus diesem Haus raus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich packte meine Sachen, verabschiedete mich und fuhr weiter Richtung Sueden, obwohl ich auch aus Olympia, wo ich als naechstes sein wollte, noch keine Couchsurfbestaetigung hatte. Lieber wollte ich allein sein und in meinem Van schlafen, als mit den schwaerzesten aller Seelen meine Zeit zu verbringen. In der Bibo (wo es in Nordamerika immer Internet gibt) in Olympia angekommen, hatte ich immer noch keine Nachricht und fuhr deprimiert einfach in die Berge der nahe gelegen Halbinsel, um wandern zu gehen und etwas Natur zu geniessen. Ich fuhr eine Forststrasse bis weit in die Berge hinein, bis zur Schneefalgrenze - und blieb stecken. Es ging nicht mal bergauf, nur gerade hin, aber dadurch, dass mein Van Hinterradantrieb hat, lief da einfach gar nichts. Nun ja, ist schon nicht so schlimm, dachte ich. Ich kratze ein wenig die Nassschneedecke vor und hinter den Reifen weg, doch nichts bewegte sich. Unter die Reifen gelegte Aeste half auch nichts. Nach anderthalb Stunden und mittlerweile fast gaenzlicher Dunkelheit, bekam ich es langsam mit der Furcht. Nicht, dass ich ums Ueberleben gekaempft haette, denn ich habe mein Bett im Van und auch immer genug Essen, aber troztdem musste ich ja irgendwann wieder dort runter. Und ich war hoch oeben im Berg einige Kilometer von der naechsten wirklichen Strasse weg. &lt;br /&gt;Ich habe schon eine Rechnung von einigen tausenden Dollar vor meinem inneren aengstlichen Auge gesehen, als dann nach weiterem Rumprobieren endlich die boese Stelle ueberwunden war und ich muss 100m weiter bergab auf einen perfekten Platz stellte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am naechsten Tag vertrieb ich mir fuer drei Stunden die Zeit mir wandern, bis es anfing zu schneien und zu regnen und sass fuer den Rest des Tages im Beifahrersitz und lass mein Buch. Der naechste Tag lief genauso ab und der danach war der erste mal ein paar Sonnenstrahlen, die ich wie ein Suechtiger in mich aufsog. Doch das wars dann auch mit gutem Wetter und der Regen setzte sich fort. Zurueck in der Bibo in Olympia hatte ich immer noch keine Nachricht und wurde immer deprimierter und deprimierter. In solch einer verzweifelten Lage war ich seit Griechenland 08 nicht mehr, als ich aus Dummheit meinen Flug nach Schweden verpasst habe. Ich fuhr weiter an die Kueste zum angeblich laengsten SStrand der Welt, dem Long Beach. Ich parkte auf dem Sand und starrte stundenlang durch den Regen auf die sich endlos widerholenden Wellen, die auf den Strand schlugen. Als ich mich schlafen legte, bin ich am Tiefpunkt angelangt. Ich stellte mir, wie die Flut den groessten Teil des Strandes zurueck eroberte, das Wasser meinen Van erfasste und ich waehrend des Schlafes auf den Ozean hinaustreibe, immer weiter nach Westen, Richtung China und dann elendich in meinem Auto umherschwimmend verrecke. Es regnete die ganze Nacht und ich wachte bei Regen auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwas musste geschehen. Nach einem weiteren Gang in die Bibo hatte ich endlich eine Zusage in Portland mit Telefonnummer. Voller Hoffnung und Optimismus fuhr ich nach Portland und hatte nach einem Telefonat eine sichere Couch fuer den naechsten Tag. Das Leben kehrte zurueck hohle Huelle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Portland ist eine hammer Stadt!!! Nicht zu gross (vielleicht etwas), nicht zu klein, ein gigantischer schneebedeckter Vulkan vor der Tuer, der einfach so aus dem Nichts auftaucht und Konkurrenzlos in einer relativ flachen Gegend prahlt und die Leute sind der Wahnsinn. Es wimmelt nur so von jungen und aktiven Menschen. Portland wird mittlerweile als das neue San Francisco der 68er gehandelt. Ich bin fuer meine Wuensche genau am richtigen Ort angekommen. &lt;br /&gt;Den ersten Abend kaufte mir ein Sixpack Bier und fragte mich zur Disko meiner Wahl durch. Auf dem Weg dorthin sprach ich eine Gruppe Kerle an und wir endeten im Van des einen, tranken Bier und die anderen rauchten dazu noch einen Joint (was hier ueberigens die Normalitaet ist, ebenso wie in Kanada). Zusammen gingen wir tanzen und in eine Spielhalle, das man als Equivalent zum Stadtgarten am Montag in Erfurt bezeichnen koennte. Der Abend war grandios. Wir feierten bis in die fruehen Morgenstunden. Relativ betrunken trat ich aus dem Club heraus und stellte fest, dass ich total vergessen hatte, wo ich meinen Van parkte. Das warv der Anfang von einer Oddysee. &lt;br /&gt;Es dauerte fast vier Stunden, bis ich ihn gefunden habe. Ich bin jede Strasse von Downtown ca. zwei bis drei mal von Anfang bis Ende abgelaufen und fand mein Auto schliesslich viel weiter entfernt, als ich es in Erinnerung hatte. Fuer die Haelfte der Zeit hatte ich Begleitung von einem schwarzen Obdachlosen (von denen es tausende in Amistaedten gibt), der mir seine Hilfe mehr oder weniger aufzwang und mit mir zusammen meinen Van suchte (natuerlich fuer Endgelt). Der Typ hat permanent den groessten Scheiss gelabert und zwar unaufhoerlich, wie ein Wasserfall. Wenn jemand mal Eddy Murphy gesehen hat - genauso hat der Typ geredet, mit dem gleichen typischen afroamerikanischen Slang. Das kann einem vielleicht auf die Nerven gehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich am naechsten Tag aufgewacht bin, hatte ich zu allem Unheil auch noch einen Strafzettel, weil ich kein Parkschein geloest habe. 40 Dollar, verdammte Axt. Doch meine gute Stimmung war zurueck, weswegen es mich nicht wirklich gestoert hat.&lt;br /&gt;Am Mittag traf ich mich mit der Couchsurferin. Kat, ein super cooles Maedel. Sie zeigte mir das Haus und den Rest des Tages genossen wir das zweite Mal Sonne seit meiner Einreise. Nach einem Gemeinschafts-Dinner sind wir zu einer Party gefahren, wo so erstklassige Leute waren, dass ich mir wuenschte dieser Abend wuerde nie enden. Und zu allem gluecklichen Ueberfluss endete der Tag mit einem Kuss von einer tollen Frau. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ich bin seit fast einer Woche in Portland und ich liebe diese Stadt. Ich wohne seit gestern bei neuen Couchsurfern. Die Zeit mit Kat war wild und einfach nur toll. Wir haben heisse Quellen besucht, tranken jeden Tag zu viel Wein und hatten anderweitig Spass. Vielleicht ist noch erwaehnenswert, dass das Maedel, das ich auf der Party gekuesst habe, jetzt so etwas wie meine Freundin ist. Ich sage "so etwas wie", da uns beiden klar ist, dass ich auch mal wieder weg muss. Doch im Moment denke ich sogar darueber nach mir hier in Portland ein Zimmer in einer WG zu mieten und diese schoene Stadt und die vielen Leute, die ich mittlerweile kenne, so lange wie moeglich zu geniessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Acht Tage in einer mentalen und koerperlichen Hoelle und dann schlagartig, von einem Tag auf den anderen, wurde ich ins komplette Gegenteil katapultiert. Manchmal spielt das Leben schon komische Streiche mit einem. Aber auch mir ist natuerlich klar, dass immer mal eine Periode schwacher oder tiefer Unzufriedenheit kommt. Nicht alles ist immer prima, durch Scheisse schwimmt durch und mit genug Durchhaltevermoegen kommt man wieder am Strand auf der Sonnenseite des Lebens an.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-3110604765936286865?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/3110604765936286865/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=3110604765936286865' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3110604765936286865'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3110604765936286865'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/01/usa-washington-und-oregon.html' title='USA - Washington und Oregon'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4797303420506052860</id><published>2011-01-06T00:07:00.002+01:00</published><updated>2011-01-06T01:02:30.196+01:00</updated><title type='text'>Kanada - Vancouver Island</title><content type='html'>Viele haben mich gefragt, wie ich dieses Jahr Weihnachten verbracht habe. Um ehrlich zu sein war es fuer mich ein Tag wie jeder andere. Ich wurde von John zum Essen eingeladen. Das war unglaublich lecker aber wrklich weihnachtlich nicht. In Kanada ist der 24. auch nicht der grose Weihnachtstag. Der 25. hat hier viel groessere Bedeutung. Da werden auch erst die Geschenke aufgemacht. &lt;br /&gt;Das Beste an der ganzen Weihnachtszeit war fuer mich eine relativ grosse Party am 23. Freunde haben in einer Bar ein zimelich cooles Dubstep/DrumnBase-Event veranstaltet. Das hat mich nach den langen, relativ oeden Wochen davor wieder so richtig aufgeruettelt. Das war mein Weihnachten, worauf ich mich konzentrieren wollte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die restliche Zeit habe ich meine Sachen zusammen gepackt und bin schliesslich zu einer Versicherungsagentur gegangen, um mir wieder eine 2-Tages-Erlaubnis zu besorgen, um mein Auto nach Vancouver fahren zu duerfen und dort zu verkaufen. &lt;br /&gt;"Dafuer brauchen Sie eine Inspektion von einer in BC registrierten Werkstatt", war die Antwort. Shit, dachte ich mir. Beim letzten Mal gings ohne wieso auf einmal nicht? Wie ich schon beim letzten Mal erlaetuert habe, waere eine Inspektion auf keinen Fall in Frage gekommen, da ich niemals ein Zertifikat bekommen haette. Also entschloss ich mich einfach drauf zu scheissen und ohne Versicherung nachts bis nach Prince George zu fahren, wo ich dann bei Erich (aus Dawson und Vancouver Island) mit ins Auto springen koennte und mit nach Vancouver fahren kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das problematischste waren die Wetterverhaeltnisse. Am 22. hat es hardcore angefangen zu schneien. Strassen waren fast nicht geraeumt, Sichtweite teilweise dramatisch und ich hatte fast glatte Sommerreifen auf dem Van. Aber das war fuer mich die einzig akzeptable Loesung, da ich so viel Kram angehaeuft habe, den ich unbedingt mitnehmen wollte.&lt;br /&gt;Als ich dann zwei Tage nach Weihnachten Abends um neun losfuhr lief alles viel glatter als erwartet. Ich hatte mit den Reifen merkwuerdigerweise fast besseren Grip als mit Calvins Trucks, die alle Winterreifen haben. Also bin ich ganz entspannt die sechs Stunden bis nach Prince George gecruised. Die einzig brenzlige Situation zwischendrin war (wieder mal) ein Wolf. Der Truck vor mir bremste ploetzlich abbrupt und dann schoss hinter ihm ein schoener, praechtiger, grosser Wolf hervor. Dieser erschrak und blieb gluecklicherweise wie angewurzelt am Srassenrand stehen. Ich erschrak und latschte voll auf die Bremsen, wodurch das Auto auf dem eisigen Highway sofort ausgebrochen ist und umher schlingerte. Als ich aber die Rockys durchquert habe, war es auf einmal 25 Grad waermer und die Strassen gut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Prince George blieb ich zwei Tage bei Erich und seiner Familie. Der Vater hat mir das unglaubliche Angebot unterbreitet, dass ich meinen Van auf seinem Grundstueck bis April stehen lassen kann und in der Zeit versuche ihn uebers Internet wieder zu verkaufen. Das habe ich natuerlich angenommen. War schon traurig die ganze Geschichte. Da habe ich so viel Energie und Geld in den Waagen reingesteckt, ein Bett gebaut und schon alle moeglichen Utensilien fuer die Reise gekauft und am Ende war alles umsonst. Das war ein tueres Lehrgeld und so was wird mir hoffentlich nicht noch mal passieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Vancouver sind Erich und ich fuer eine Nacht bei einem Freund von Erich untergekommen und am naechsten Tag habe ich mich zu einem Gebrauchtwagen-Haendler aufgemacht, um mir einen neuen Van zu kaufen. Es wurde schliesslich ein 1995 Mazda MPV fuer tausend Dollar. Die Typen, die den Laden schmeissen, sind zwar alle ein schmierig und komisch gewesen (so, wie ich mir Autohaendler immer vorgestellt habe) und ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich ein gutes Geschaeft gemacht habe oder nur wieder eine Schrottkiste gekauft habe, aber bisher laeuft erstmal einigermassen alles so weit. Natuerlich gibt es Maengel aber die sollten mich hoffentlich nicht aufhalten. Leider ist dieser Van ein ganzes Stueck kuerzer als der andere, wodurch der Bettbau ein wenig komplizierter war und ich insgesamt weniger Platz habe. Doch heute Mittag habe ich alles bauliche abgeschlossen und bin fertig fuer die Staaten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir auf der Insel angekommen waren, ging alles ziemlich zack zack. Ich habe ein paar Freunden, die eine riesige Party in einem Club organisierten, gesagt, dass ich im Programm teilnehmen wolle. Das Motto war "Psychodelic Circus". Zehn Menschen als Tiere verkleidet, tanzten nacheinander zu einer vom Domtoer gesungenen Geschichte. Ich war der Loewe. &lt;br /&gt;Da wir aber zwei Tage spaeter ankamen als erwartet (am 30.) gabs kaum Zeit zum Proben. Allerdings lief dann doch alles glatt. Die Show und die Musik waren der Hammer und wir hatten alle mega viel Spass. Die Veranstalter waren die gleiche Leute, die auch Carrington Bay auf Cortes Island geschmissen haben. Die ganze Party hat demzufolge auch einen aehnlichen Anstrich gehabt. Und ich habe so gut wie alle Leute vom Sommer wieder getroffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor zwei Tagen war ich mit Tyrell auf Mount Washington, der nur 40min entfernt ist, snowboarden. Tyrell wohnt fast an der Kueste mit seiner Schwester, den Eltern und noch ein paar jungen Maedels in Comox. Dort liegt fast nie Schnee und alles ist gruen. Wenn man dann aber eine halbe Stunde in die Berge faehrt, dringt man in eine voellig neue Welt ein. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Schnee gesehen! Auf Mount Washington, der nur ca 1500m hoch ist, liegen derzeit 490cm. Leute mussten Tunnel zu ihren Blockhaeusern schaufeln, um hein zu kommen. Und allein schon die Strasse bis zum Skigebiet ist wie ein Tunnel. Um genau zu sein hat der Berg den diesjaehrigen weltweiten Schneerekord. Allerdings war das letztes Jahr auch so und die Jahre zuvor wohl auch. Nur ist dieses Jahr besonders krass. Die eigentliche Schneesaison hat noch gar nicht richtig begonnen und es liegen jetzt schon fuenf Meter. Die Baeume auf dem Gipfel waren komplett eingeschneit. Man hat nicht das kleinste Gruen durchgesehen. Wie ein Wald aus Schneemaennern. Das war wirklich verrueckt. &lt;br /&gt;Wir hatten strahlenden Sonnenschein und man faehrt in einen Panoramablick hinunter, der aus Ozean, einer gruenen Kueste, Inseln und den Rocky Mountains am Horizont besteht. Einfach nur unglaublich.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4797303420506052860?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4797303420506052860/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4797303420506052860' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4797303420506052860'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4797303420506052860'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/01/kanada-vancouver-island.html' title='Kanada - Vancouver Island'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4117273511615384424</id><published>2011-01-01T14:09:00.004+01:00</published><updated>2011-01-02T01:01:26.637+01:00</updated><title type='text'>philosophischer Anhang zum vorher gehenden Eintrag</title><content type='html'>interessante Kommantare. Danke bisher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tastatur hier schreibt keine Kommas. Deswegen wirds ein Bisschen wild.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Versteht mich bitte nicht falsch aber ich sage ja nicht dass arbeiten was schlechtes ist. Ich habe vielleicht nicht genug betont, dass ich weiss dass sie noetig ist (logischerweise) und auch gesund. Nur kommt es eben auf die Intensitaet an. Mehr hab ich so weit ich weiss nicht gesagt. Wenn also jemand abweisend oder gar defensiv zu meinen Aeusserungen denkt oder sich ausspricht, heisst das dann nicht dass derjenige sich ertappt fuehlt? Denn wenn derjenige naemlich nur so viel arbeitet wie noetig und vollkommen zufrieden ist mit den Umstaenden die die Arbeit betreffen, dann sollte dieser Mensch doch mit meinem letzten Eintrag eigentlich uebereinstimmen, da ja meine Theorie in diesem Fall stimmt. Wer also voellig zufrieden ist mit seinen Arbeitszeiten, der duerfte sich doch gar nicht angesprochen fuehlen. &lt;br /&gt;Was ich sage ist, dass theoretisch in den Industrielaendern NIEMAND das Recht hat sich zu beschweren, dass er/sie zu viel arbeiten muesse. Denn man muss nur viel arbeiten wenn man viel will. Und wer viel will und dadurch viel geld braucht, der darf sich nicht beschweren dass er deswegen viel arbeiten muss. Denn das viel wollen kann man abschalten oder sich eben gar nicht erst von kapitalistischen Schrumms indoktrinieren lassen, der sagt dass unkontrollierter Konsum etwas ganz Tolles ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: Arbeit ist gut und toll (solange man sich nicht durch sie in Unzufriedenheit bringt). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich z.B. nicht verstehe ist:&lt;br /&gt;Ich habe in Arbeitsverhaeltnissen in Deutschland Menschen kennen gelernt, die schon mal arbeitslos waren. Das war fuer die Menschen was Schlimmes und sie wollten unbedingt wieder Arbeit haben. Nicht dass sie verhungert waeren, da es ja in Deutschland Sozialversicherung gibt. Aber ich nehme an sie wollten einfach beschaeftigt sein. Als sie dann aber Arbeit hatten (ich habe mit Ihnen zusammen gearbeitet), hatte ich nicht das Gefuhel dass dieser Umstand irgendwas an ihrer Verfassung geaendert hat. Endlich hatten sie ihre Arbeit und waren immer noch unzufrieden und haben sogar ueber ihre Arbeit geklagt. Was wollen die Leute nun eigentlich? Wenn ich irgendein Ziel habe und etwas will, dann beklage ich mich doch nicht wenn ich es erreicht habe. Das macht ueberhaupt keinen Sinn!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jetzt braucht mir niemand erzaehlen dass das Einzelfaelle sind. Ich kenne so gut wie keinen der sagt: Oh ja ich liebe meine Arbeit und ich finde es voellig in Ordnung jeden Tag 9-12 Stunden zu arbeiten.&lt;br /&gt;Vielleicht kenne ich solche Leute, nur habe ich mich mit denen noch nie darueber ausgesprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich Verantwortung fuer einen Menschen uebernehmen muss (ich nehme mal an Kinder sind gemeint), dann muss man wahrscheinlich mehr arbeiten (oder eigene Beduerfnisse zurueckstellen). Das weiss ich und dagegen sage ich ja auch gar nichts. Nur denke ich auch wieder, dass das nur bedingt zutrifft. Ich bin ueberzeugt selbst mit Kind muss man nicht mit 45 Stundenwoche durchs Leben schreiten. Eben aus den schon vorher genannten Gruenden. Wenn man das nun aber will und damit zufrieden ist dann ist doch alles gut. Nur glaube ich eben dass das die meisten nicht wollen. Das zumindest ist meine Erfahrung. Und ganz extrem ist es halt in Fort St. John mit den Leuten die ich kenen gelernt habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mutti um auf deine anstichelnden Fragen zu antworten: JA von jedem ein Bisschen. Sicherlich will ich meinen Lebensstil (wieder mal) rechtfertigen. Weil naemlich immer wieder gewissermassen Angriffe und Vorwuerfe gegen mich aufgebracht werden. Faulentzer oder Schmarotzer oder Unproduktiver. &lt;br /&gt;Nur, wenn ich niemandem mit meinem Stil auf der Tasche liege und ich mir mein Faullenzen mit Einsparungen bei meinen Beduerfnissen verdiene (weswegen ich nicht so viel arbeiten muss und mehr Faullenzen kann) und damit auch noch gluecklich bin, was sollen dann die Vorwuerfe. Kann man einem Menschen nicht nur dann Vorwuerfe machen wenn Leben anderer beeintraechtigt werden oder Unzufriedenheit vorherrscht? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausserdem will ich natuerlich auch provozieren. Weil es Spass macht und ich zum Nachdenken anregen will und damit eine Disskussiion hervorrufen will. Vielleicht bin ich ja ein eingebildeter kleiner Bengel (der den viel erfahreneren Aelteren was ueber Lebensweisheiten erzaehlen will, obwohl er im Prinzip gerade erst aus dem Ei geschluepft ist und vom Leben noch keine Ahnung hat). Vielleicht ist das ja so. Dann liegen aber auch die Buddhisten falsch und Erich Fromm und viele viele andere. Wer weiss. Vielleicht will ich auch einfach ein Rezept fuer meine eigene Zufriedenheit praesentieren und damit der Menschheit was Gutes tun. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen in dem normal gearbeitet wurde. Meine Eltern haben gearbeitet (auch immer noch) und mir damit den typischen Lebensweg vorgefeuhrt. Auch in der Schule wurde ich dazu erzogen ein produktives arbeitendes Mitglied der Gesellschaft zu werden. Und trotzdem verbascheue ich (zu) viel Arbeit. Ist das dann nicht eine Art angeborene Abscheu? Ich habe mir diese Abscheu nicht erst in den letzten Jahren angeeigent durch z.B. "komische" Leute mit denen ich in Kontakt war. Ich hatte diese Abscheu wahrscheinlich schon immer. Ich hatte auch schon immer (ab dem ersten Tag an) Abscheu vor zu fruehem Aufstehen in der Schule und zu vielen Stunden am Tag. Wenn ich eine natuerliche Abscheu gegen etwas habe, ist es dann nicht gesund dagegen zu arbeiten? Wenn ich von Grund auf fuehle dass etwas falsch ist, dann versuche ich doch mich davon zu distanzieren. Und ich fuehle und weiss eben dass FUER MICH ein Leben mit 45 Stundenwoche falsch ist. Ich fuehle aber auch dass das auf viele wenn nicht die meisten zutrifft. Nur weiss ich es in dem Fall bei den meisten nicht, weswegen alles nur eine Theorie bleibt die versucht die vielen griesgraemigen Gesichter in der Strassenbahn zu erklaeren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin ein junger Mensch und junge Menschen geben sich oft nicht einfach gegebenen Dingen hin. War schon immer so. Zu Sokrates Zeiten z.B. und die Hippies haben auch genau das getan. Ohne die Hippies haette es vielleicht nie solch riesige Schritte in Richtung Fremdenfreundlichkeit oder Emanzipation der Frau gegeben. &lt;br /&gt;Wenn man heute die Menschen der ersten Hardcore-Industriealisierungsjahre sich anschaut, dann sagen ja auch fast einheitlich alle:"Ohhh die Armen. Die mussten so viel arbeiten." Sicher koennte man da jetzt sagen: na dann ist doch alles in Ordnung, da haben wir doch schon viel erreicht. Das haben wir ja auch. Nur glaube ich nicht dass das schon alles war. Fast jede Gesellschaft ist immer verbesserunsgwuerdig. Vielleicht wird mal in vielen Jahren eine 10 oder 20 Stundenwoche normal und dann reden alle so wie ich jetzt. Vielleicht aber auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls habe ich mal in einem Buch gelesen wie ein Anthropologist nach Papua Neuguinea gereist ist, um dort einen Eingeborenenstamm zu studieren. Und dieser Forscher war hocherstaunt als er feststellte, dass die Menschen gerade mal zwei Stunden pro Tag mit Nahrungsbeschaffung verbracht haben, was anscheinend den groessten Teil der taeglichen Arbeit ausmachte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das nicht komisch dass man bei aller Entwicklung ("nach vorne") seit den Urzeiten viel mehr arbeiten musse? Man hat so viele Geraete entwickelt die uns Zeit geben sollen und Arbeiten abnehmen sollen. Aber irgendwie scheint der Plan nicht aufgegangen zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschliessend moechte ich noch mal betonen, dass ich hauptsaechlich meine Impressionen der Leute aus Fort St. John widergeben wollte und aber auch gleichzeit etwaige Parallellen nach Deustchland gezogen habe. Es soll sich niemand angegriffen fuehlen. Alles ist gut! Heben wir unser Glas. :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Happy New Year an euch alle!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin gerade von einer geilen Party zurueck gekommen und muss jetzt ins Bett.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4117273511615384424?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4117273511615384424/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4117273511615384424' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4117273511615384424'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4117273511615384424'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2011/01/philosophischer-anhang-zum-vorher.html' title='philosophischer Anhang zum vorher gehenden Eintrag'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-2494485426668283027</id><published>2010-12-28T02:23:00.003+01:00</published><updated>2010-12-28T04:33:22.863+01:00</updated><title type='text'>Kanada - Fort St. John die Zweite</title><content type='html'>Liebe Leser!&lt;br /&gt;Entschuldigt fuer die lange Schweigezeit. Aber wie auch schon im letzten Eintrag erwaehnt, steckte ich in den letzten Monaten in einer gaehnenden Routine fest und ich will ja nicht ueber meine Zaehneputzzeiten berichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, komme ich mal zu den interessanten Dingen.&lt;br /&gt;Als ich mich das letzte Mal gemeldet habe, beschaeftigete ich mich mit Zaun streichen in Innisfail. Nachdem Bubbi und ich diesen Hirn zermuerbenden Job nach vier Wochen endlich hinter uns gebracht haben, belohnte Calvin uns zusaetzlich zur Bezahlung mit einem Wild-West-Schmankarl: Tickets fuer die Canadian Rodeo Finals in Edmonton. Das hat sich dann auch als wirklich spannendes Ereignis herausgestellt.&lt;br /&gt;Besonders gefallen hat mir die Disziplin des Bucking Horse Riding, bei der ein Cowboy auf einem bockenden Pferd ohne Sattel sitzt und versucht acht Sekunden drauf zu bleiben und dabei so richtig ordentlich durchgeschuettelt wird. Das Bull Riding war natuerlich auch interessant. Jeder kennt die bei Kindern beliebte Rummelatraktion, wo man sich auf einen mechanischen Bullen setzt, der ganz langsam anfaengt sich zu drehen und zu schuetteln, dann immer schneller wird, bis man herunter faellt und auf Huepfburgartigen Luftkissen landet. Ich echt sieht das alles aber ein wenig wilder aus. Da gehts ab Sekunde Eins voll zur Sache und Luftkissen gibt es nicht, weswegen viele Cowboys das Kraeftemessen regelmaessig mit gebrochenen Knochen verlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bubbi ist nach dem Spektakel in Edmonton bei seiner Freundin geblieben und nachdem ich an diesem Abend gesehen habe, wie sich Cowboys ihre Freizeit vertreiben, konnte ich am naechsten Tag gleich richtige Cowboy-Arbeit leisten.&lt;br /&gt;Eine Herde Kuehe von Calvins Kumpel ist aus der umzaeunten Weide ausgebrochen und ergoetzte sich zwei Kilometer weiter in Wald und Wiese an der errungenen Freiheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu sechst, jeder auf einem Pferd sitztend, haben wir die Herde in einem Waldstueck ausfindig gemacht, umzingelt und zurueck in Richtung Heimatkoppel getrieben. Dabei bin ich im Galopp ueber die Weide dahin geflogen und durch dichtesten Wald und Sumpf geritten. Wenn ich mich an meine letzte und zuvor einzige Reistunde erinnere (mit Sabrina und Anna unter Aufsicht in einer Halle im Kreis trabend), da war diese Erfahrung schon von einer anderen Qualitaet. &lt;br /&gt;Ich fragte Calvin bevors losging, ob man nicht normalerweise Reistunden nimmt und alles lernen muss. Da haben die mich alle kurz ausgelacht und Cal meinte:``Quatsch! Reiten ist nicht Rocket Science. Drauf setzten und ab gehts, der Rest kommt von selbst.``&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da der Wetterbericht den Wintereinbruch vorrausgesagt hat, beeilten Karl und ich uns die schon lange noetigen Heuballen fuer Cal`s Pferde bei einem Bauern zu holen. Jeder mit einem Truck ausgestattet (Karl mit dem schwarzen Kenworth und ich mit dem Freightliner, den wir aus Texas geholten haben) und jeweils einem langen Trailer hinten dran, transportierten wir 34 Ballen. Ich durfte den schwarzen Kenworth uebers Feld fahren, damit ein weiterer Helfer dann nach und nach mit dem Traktor die Ballen aufladen konnte. Dieser Helfer hat den armen Traktor etwas zu sehr gepeitscht, sodass ploetzlich das eine Vorderrad einfach abbrach, der Traktor sich schlagartig ins Feld frass und der Helfer gegen die Scheibe flog. Ich hab zuvor noch nie einen Achsenbruch gesehen. War interessant, besonders wie verdutzt der Helfer war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am darauffolgenden Tag haben Karl und ich uns auf den Weg Richtung Fort St. John gemacht. Zwei Stunden nach der Abfahrt hoerte ich dann einen ziemlich lauten Knall. Mein erster Gedanke war: das koennte ein Reifen gewesen sein. Allerdings stellte ich keine Veraenderung im Fahrverhalten fest. Trotzdem blinkte ich Karl raus. Und es stellte sich raus, dass wirklich einer der Reifen vom Trailer explodiert ist. Also beschaeftigten wir uns eine Stunde lang mit Reifenwechsel und da merkte ich erstmal wie kalt es geworden ist. In Innisfail waren es noch 15 Grad plus und zwei Stunden spaeter schneite es bei Minusgraden. Und weitere sieben Stunden spaeter bei der Ankuft, waren es schon minus 25 Grad. Ich wusste zwar dass der Winter am Anruecken war, doch dass er mir so brutal ins Gesicht schlagen wuerde, hatte ich nicht erwartet. Und ab dem Zeitpunkt bliebs auch dabei.&lt;br /&gt;Als ich in FSJ mit Cody weiter die von mir gepeelten Bretter an der Werkstattwand genagelt haben, kam ich ins Schwitzen und ueberlegte im T-Shirt weiter zu arbeiten. Ich sagte zu Cody:``Oh man, das ist aber warm geworden in den letzten Stunden. Ich wette es sind 10-15 Grad plus.`` Cody:``Ehere minus! Fuehlt sich nur so warm an, weils vorher Wochenlang minus 25 war.`` Beim Blick aufs Thermometer musste ich dann ueberrascht Cody Recht geben. Die minus 9 Grad haben sich wie Sommer angefuehlt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach weiteren sieben Wochen Arbeit in FSJ war`s getan - aus und vorbei mit der Arbeiterei. &lt;br /&gt;Da habe ich nun insgesamt sieben Monate fuer fuer Cal gearbeitet. Das war natuerlich eine krasse Zeit, die so ganz im Gegensatz zu den vorherigen Reisejahren auf Samothraki oder in Indien stand. &lt;br /&gt;ARBEIT - eines der grossen Mysterien des modernen Menschen. Ich habe es probiert. Ich habe vom Leben eines normalen, integrierten Buergers der Gesellschaft gekostet. Und wenn ich ehrlich bin schmeckt es suess am Anfang. Doch der bittere anhaltende Nachgeschmack schreckt mich gravierend ab. Sicher, am Anfang war ich berauscht von neuen Erfahrungen und dem Geld, doch nachdem sich eine richtige Routine, eben ein Arbeitsalltag eingestellt hat, fuehlt sich die ganze Sache nicht mehr so rosig an. Und ich sehe ja, was die hochgelobte Arbeitsmentalitaet der Industriestaaten aus den Leuten macht. &lt;br /&gt;Erst einmal zur Menatlitaet: Ich frage mich, wie harte Arbeit eine Tugend sein kann. In meine Augen ist das eine traurige Sichtweise. Wie kann es loeblich sein, wenn man sich Tag fuer Tag und Jahr fuer Jahr mit seinen 21 Tagen Urlaub im Jahr (oder wieviel auch immer) buchstaeblich die Arschbacken von der Huefte rackert. Was ich nicht verstehe ist wofuer? Damit man sich ein fettes Haus kaufen kann, dazu ein Boot, zwei oder drei Trucks, einen grossen Plasma TV mit Playstation und so weiter und so fort. Das hoert nie auf. Man dreht sich im Kreis. Wie gross ist das Opfer, das man bringen muss, um sich all diese glitzernden Dinge kaufen zu koennen? In meinen Augen ist das Opfer das eigene Leben. Man verschwendet seine kostbaren Jahre um Phantomen hinterher zu rennen. All diese Dinge in ihrer Gesamtheit, alles was mman sich mit Geld kaufen kann, so die Theorie, bilden die Bausteine des Lebensgluecks. Wenn ich mir dann aber die Leute anschaue, die Alles erreicht haben, dann sind das Menschen, die meistens notorische Schlafstoerungen haben, nicht ruhig sitzen koennen und einen Tick in den Augen haben. Karl beispielsweise kann nich entspannen. Er hat mir gesagt, dass er sich schuldig fuehlt wenn er nicht arbeitet. Und er arbeitet jeden Gott verdammten Tag! Er steht jeden Tag 6.00 Morgens auf (weil er gar nicht laenger schlafen kann) und beendet irgendwelche Reperaturen Abends um neun. Wenn er mal 30 Minuten TV schaut, dann ist das fuer ihn relaxen, doch dann muss er wieder an die Arbeit, weil sonst die Schuld nagt. &lt;br /&gt;Muss arbeiten, muss arbeiten. Muss produktiv sein. Die Gesellschaft braucht mich. Die Wirtschaft braucht mich. Der Dollar braucht mich. &lt;br /&gt;Wie Geistlose Zombies wird geschuftet, konsumiert, mehr geschuftet und mehr konsumiert. Das spiegelt sich teilweise hier in Kanada noch krasser wieder als in Deutschland. Bei Gespraechen mit Leuten, mit denen ich gearbeitet habe und Kontakt hatte kamen folgende Einsichten heraus:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wann hattest du denn deinen letzten freien Tag?" &lt;br /&gt;"Keine Ahnung. Ungefaehr vor vier Wochen."&lt;br /&gt;"Waaas? Aber wieso?" &lt;br /&gt;"Weil ich arbeiten musste."&lt;br /&gt;"Aber warum nimmst du dir nicht einfach mal ein paar Tage frei? Im Moment gibts es ja keine Laydown-Jobs und die Stunden, die du gerade in der Werkstatt rumwuselst, sind ja optional."&lt;br /&gt;"Ich brauche Geld. Ich hab Rechnungen zu bezahlen."&lt;br /&gt;"Wie viel Geld brauchst du denn, dass du jeden Monat 200-300 Stunden arbeitest." &lt;br /&gt;"Ich liebe Geld, ich mag es mir Dinge zu kaufen. Der neue Truck, der jetzt neulich von Ford rauskam. Den will haben. Der kostet aber 70.000$. Ausserdem hab ich ne Freundin. Die kostet auch viel. Und weisst du eigentlich wie viel Geld Party kostet? Wenn ich am Wochenende trinken gehe, dann bezahle ich normalerweise an einem Abend 500% fuer Drinks und Stripper."&lt;br /&gt;"Hae, aber du hast dir doch erst das 2008er Model des Ford gekauft. Wieso willst du denn jetzt schon wieder nen neuen? Und wie in Gottes Namen kann man 500$ an einem Abend ausgeben? Und das fast jedes Wochenende?"&lt;br /&gt;"Stell doch nicht so komische Fragen!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das ist keine Uebertreibung. Genau dieses Gespraech hat statt gefunden, in dieser oder aehnlicher Form und zwar mit mindestens drei Menschen.&lt;br /&gt;Das ist natuerlich die Spitze des Eisbergs und nicht jeder ist so hart drauf aber im Prinzip hat man hier ein perfektes menschliches Modell, dass den Ideen des Kapitalismus huldigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das Kapitalismus ist, wenn das die Richtung ist, auf die die Welt zusteuert, dann sage ich:"Nein danke! Geht ihr mal lieber zur Arbeit und ich chill ne Runde."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Leute wenigstens gluecklich waeren mit dem was machen. Aber sie wirken nicht so. Alle wirken gehetzt und rennen wie irre in alle Richtungen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Lebensglueck eben nicht aus der Anhaeufung materieller Gegenstaende aufgebaut wird. Das zeigen ja auch alle Religionen. Es gibt keine antike Lehrmeinung die meint, dass mit kapitalistischen Lebensprinzipien Seelenheil zu erreichen ist. Und in diesem Fall vertraue ich auf die Religionen, die sich schon ein paar tausend Jahre vor den ersten Kapitalisten den Kopf zerbrochen und darueber philosophiert haben, wie man Zufriedenheit erreicht. Ich denke da speziell an den Buddhismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also ich denke natuerlich nicht schlecht ueber Arbeit im Allgemeinen. Natuerlich muss man von irgendwas leben. Nur Licht und Liebe funktioniert nicht. Aber in welchem Ausmass und mit welcher Bewertung an Arbeit heran gegangen wird - das macht den Unterschied.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin jedenfalls so froh jetzt wieder Reisen zu koennen und hoffentlich die naechsten Jahre erst mal nicht arbeiten zu muessen. Oben ins Loch muss Nahrung rein, unten die Scheisse raus, Klamotten um mich warm zu halten und ein Bett, damit ich gut schlafen kann. Dafuer brauche ich nicht viel Geld. Und der Rest, der mir Freude bereitet - den kann ich mir locker fuer 30 Stunden Arbeit verdienen. Dafuer muss ich mich nicht versklaven. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe letztens ein Astronomiebuch von Bubbi gelesen. "Big Bang" - sehr empfehlenswert. Dort standen ein paar "Weisheiten" drin, ueber die ich lange gelacht habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragte jemand:"Was machte Gott, bevor er das Universum schuf?"&lt;br /&gt;Antwort:"Bevor Gott den Himmel und die Erde erschuf, schuf er die Hoelle, fuer Leute wie dich, die solche Fragen stellen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Das Leben auf der Erde ist teuer, aber eine jaehrliche Rundreise um die Sonne ist gratis mit dabei."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann schreibt mal schoen Kommentare, auf das wir eine angeregte Disskussion haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-2494485426668283027?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/2494485426668283027/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=2494485426668283027' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2494485426668283027'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2494485426668283027'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/12/kanada-fort-st-john-die-zweite.html' title='Kanada - Fort St. John die Zweite'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4256156232772298429</id><published>2010-10-23T20:29:00.004+02:00</published><updated>2010-11-09T05:09:48.597+01:00</updated><title type='text'>Kanada - Innisfail</title><content type='html'>Entschuldigt bitte, dass ich laenger nicht geschrieben habe, sofern es denn ueberhaupt jemanden stoert. Es gab nur einfach nicht viel zu berichten. Auch ich falle mal ins Loch der ewigen Routine, des Alltags der Arbeit, in dem alles Kommende so scheint wie das Vergangene - alles gleich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer relativ langweiligen Woche in Fort Sankt John, in der ich etwas Cabin Fever bekommen habe und ein wenig depressiv wegen dem Alleinsein war, dueste ich auf Calvins Befehl Richtung Sueden, schnappte mir den Bubbi in Edmonton und gemeinsam fuhren wir nach Innisfail zu Calvins Hauptquartier. Es war an der Zeit unseren Teil des Deals vom Fruehling einzuloesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wi haben doch zum Pilze sammeln im Mai fuer zwei Wochen einen von Calvins Trucks bekommen. Die Abmachung war nicht dafuer zu bezahlen, sondern ihn durch Zaun streichen in einer Woche abzuarbeiten. &lt;br /&gt;Ich war natuerlich vorher schon mal hier aber da habe ich nicht auf den Zaun geachtet. Als wir dann vor drei Wochen hier ankamen sah der Deal auf einmal nicht mehr so gut aus. "Meinst du denn, das wir das wirklich alles in einer Woche schaffen?", fragten wir uns gegenseitig, als wir nur mal kurz ueber das riesige Gelaende geschaut haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cal hat aus Red Deer einen Sandblaster fuer eine Woche gemietet, mit dem wir erst die alte Farbe abblasen und dann neu anstreichen sollten. Den Sandblaster haben wir ausprobiert. Mit Hochdruck wir Glasstaub aus der Maschine gepustet, der die Farbe abmachen sollte, es aber nur merh oder weniger getan hat und vor allem ziemloch langsam. Wir stellten schnell fest, dass wenn wir wirklich die kompletten geschaetzten 3-4km Zaun absanden sollten, das ganze Ding ein zwei-Jahrensprojekt werden wuerde. Ausserdem fuehlte ich mich etwas unwohl, dass trotz Schutzmaske und Handschuhen ueberall in allen Ritzen Glasstaub an mir zu finden war. &lt;br /&gt;Also brachte Cal den Blaster wieder zurueck, drueckte uns Sandpapier in die Hand und meinte, dass wir einfach nur die losen Stellen grob abrubbeln sollten und dann mit den Baumwollhandschuhen in den Farbeimer eintunken und mit den Haenden die Farbe auftragen sollten. So haben wir begonnen und es war richtig richtig kacke! &lt;br /&gt;Gluecklicher weise hat uns der liebe Karl eines Tages Piperollers aus dem Baumerkt mitgebracht, mit denen zumindest das malern drei mal so schnell ging. &lt;br /&gt;Und troztdem sind wir nun schon genau drei Wochen mit dem Zaun beschaeftigt. Allerdings ist das Ende in Sicht. Vielleicht noch vier Tage und dann ist es vollbracht. Dann stossen wir mit nem schoenen Sekt an und freuen uns, dass der Horro vorbei ist. &lt;br /&gt;Gnaedigerweise bezahlt uns Cal alles was ueber die erste Woche hinausgeht und setzt noch einen Bonus obendrauf, wenn wir wirklich den kompletten Zaun schaffen und - alles steuerfrei! &lt;br /&gt;Das richtig coole an der Zeit hier in Innisfail ist, dass wir natuerlich konstenlos wohnen aber diesmal auch noch durchgefuettert werden. &lt;br /&gt;Cal und Ruth sind vor eineinhalb Wochen nach Arizona geflogen und haben uns Unmengen von Essen dagelassen in insgesamt drei riesigen Kuehlschraenken und anderen Lagerungsstaetten. So laesst sich das Malern dann doch aushalten, zwar nur schwer aber es geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz vor Halloween, das wir leider nicht gefeiert haben, kam eines Abends Shelby und sein Kumpel (zwei Cowboys etwas juenger als wir) ins Hauss. Shelby ist gerade erst in einen der Trailer eingezogen, den Cal auf dem Grundstueck vermietet. Die beiden waren stockbesoffen und wollten dass wir mit ihnen nach Red Deer Party machen fahren. Bubbi und ich schauten gerade einen Film und waren eigentlich ueberhaupt nicht in der Stimmung auf Action doch die Jungs haben nicht locker gelassen. Also sind wir nach Red deer gefahren und wie das hier im Redneck-Country so ueblich ist geht man dann erstmal in einen Stripclub. Bubbi war etwas aufgeregt, weil er noch nie in einem war aber ich kannte das schon aus Fort Sankt John, als Tim (ein Kollege von Cal) mich mal in einen reingeschleppt hat. &lt;br /&gt;Die meisten werden sich jetzt einen Stripclub wahrscheinlich anders vorstellen, als er in Wirklichkeit ist. So ging es auch Bubbi. Der war etwas geschockt, als er feststellte, dass die viel haerter sind als in Filmen. Da wird nicht ganz dezent ein Busen und mal aus Versehen ein Venushuegel gezeigt - nein, hier wird einem die kahlrasierte Vagina halb ins Gesicht gehalten zur genauen Inspektion. Dabei wird teilweise noch eine kleine Masturbations-Session eingelegt und am Ende setzt sich die Strippern vor die Zuschauer und man kann Looneys (Eindollarstuecke) in ihre Scheide werfen. Wenn man den Looney, den sie vorher irendwo in unmittelbarer Lochnaehe mit Speichel angeklebt hat, trifft, dann gewinnt man ein Poster oder Magnetsticker fuer den Kuehlschrank. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe immer noch die selbe Meinung ueber Stripclubs wie damals schon in Fort Sankt John: schrecklich! Und Bubbi hat mir da auch nur zugestimmt. Wir haben uns genau gleich gefuehlt.&lt;br /&gt;Ich finde an so einer Show Nichts erotisch oder anregend. Ganz im Gegenteil. Bubbi lehnte sich nach einer Weile zu mir rueber und meinte: "Ich habe Angst. Ich koennte jetzt hier schlafen. Mich machen die Frauen da oben nicht im geringsten Masse an. Ist irgendwas nicht in Ordnung mit mir?". Ich sagte ihm:"Nein Bubbi, mir gehts genauso." Wenn eine Stripshow das Sinnbild fuer Erotik und Sexualitaet ist, dann ist ein Mc Donnalds Burger das Sinnbild fuer kulinarische Ekstase. Sprich: rein gar nicht. Dazu kommt, dass die Maedels fast alle voellig unproportioniert grosse Moepse haben, bei denen selbst ein Blinder sieht, dass die nicht echt sind. Ihre Lippen sind mit einer dicken, glitzernden Schicht Lipgloss beschmiert und an den Fuessen haengen Highheels, in meinen Augen eine Perversion von menschlicher "Fortbewegungshilfe", die so abstrahiert sind, dass sie keine Hilfe mehr sondern eine Behinderung sind. Aber das ist nur meine Meinung dazu. &lt;br /&gt;Jedenfalls sassen wir beide so da, haben uns die Fortpflanungsorgane der Frauen angesehen und uns gewundert, dass sich da Nichts ruehert. Alle Stripperinen hatten auch einen dermassen gelangweilten Blick drauf, dass man selbst gelangweilt wurde. Manche konnten zwar echt gut mit der Stange umgehen und hatten grandiose Koerper aber mit all dem anderen Rest zusammen war es einfach nicht geil. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mich damals schon in Fort Sankt John gewundert hat ist, dass in den beiden Stripclubs in denen wir waren mehr Frauen als Maenner unterwegs waren. Und der Altersdurchschnitt liegt bei ca. Ende Zwanzig. Und dort gehen ganz normale Menschen hin, sowie Hippies mit Dreadlocks, Punks oder andere Gruppierungen. Es ist hier wirklich voellig normal in einen Stripclub zu gehen und ein paar Looneys einzulochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bestaetigt in meinen Augen wieder mal nur die amerikanische Plastikkultur mit ihren Charakteristika: Viel, billig, glitzernd, neu, geile Muschis, dicke Schwaenze, fette Trucks, sauf dich zu, mehr Kalorien, usw. &lt;br /&gt;Naja, ist auf jeden Fall aber eine Erfahrung, die man mal gemacht haben muss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Achja, Bubbi hat mir jetzt gerade noch gesagt, dass ich mal schreiben soll, was Coybows von Schwulen halten. "They are not meant to be!", was so viel heisst wie: Die sollte es nicht geben. Ist ne witzige Sache hier ueber Homosexualitaet zu quatschen. Bubbi und ich machen uns immer unseren Spass daraus. &lt;br /&gt;Der Film "Broke Back Mountian" wird rigoros ignoriert, die Darsteller darin als Schande Hollywoods bezeichnet und fundamental bestritten, dass es schwule Cowboys gibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4256156232772298429?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4256156232772298429/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4256156232772298429' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4256156232772298429'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4256156232772298429'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/10/kanada-innisfail.html' title='Kanada - Innisfail'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-3469305973262401573</id><published>2010-09-09T02:18:00.005+02:00</published><updated>2010-10-05T01:57:11.174+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Vancouver Island und back in FSJ</title><content type='html'>Ich war also auf dieser Party. Und dann stand Tyrell und Eric vor mir, die ich aus Dawson kenne. Man was haben wir uns gefreutuns zu sehen. Die beiden Typen sind einfach spitze. Voellig spassig, durchgeknallt und zwei wirklcih sehr unterschiedliche und interessante Charaktere. Zusammen haben wir die Party gerockt. Da ich nicht wusste, dass das Thema des Festivals Piratenparty war, fuehlte ich mich gedraengt am Sonntag ein eigenes Kostuem zu basteln. Ich waehlte das Thema "Buschmann". Alles was mir im Wald in die Haende viel wurde eingesammelt:Farn, Moos, Blaetter, Aeste, Zapfen usw. Das habe ich mir dann alles in meinen Koerper eingeflochten, ihn bemalt, mir einen Lendenschurz umgehangen und dann bin ich runter zur Tanzflaeche gegangen. Die Leute sind ausgerastet alssie mich gesehen haben! Alle haben mich umarmt und mir gedankt, dass ich diesen Abend so wundervoll bereichert habe. &lt;br /&gt;Dann kam Tyrell zu mir und sagte dass Megan hier sei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Dawson habe ich mich in eine Frau verliebt - Megan ihr Name. Ausser wachsenden Gefuehlen fuer sie gab es nur eine sehr innige Umarmung und einen Kuss auf den Hals, bevor sie Richtung Vancouver Island aufbrach und ich zum zweiten Flosstrip. Auf diesem bekam ich sie nicht aus meinem Kopf raus. Ich unterhielt mich mit Bubbi und Sam ueber sie. Wir alle waren uns bewusst, dass sie eine gefaehrliche Frau ist. Eine, an der man sich ueblicherweise die Finger verbrennt. Das ist mein Problem - ich stehe anscheinend auf Frauen an denen man sich die Finger verbrennt. Das sind fuer mich Frauen, um mal direkter zu werden, die stuermisch und unberechenbar wie der Wind sind. Sie fliegen wild durch die Gegend, in alle Richtungen und reissen Schaaren von Maennern nieder, die ihnen erliegen. Das sind Frauen, die verrueckt sind und frei und wild und unzaehmbar. Ich weiss dass ich so bin und dass ich deswegen so davon angezogen werde. Ich habe das Gefuehl, dass eine Frau von diesem Typ mit mir Schritt halten kann auf der wilden Fahrt des Lebens. Und meine Fahrt ist wirklich ausgesprochen wild und verrueckt! Da kann ich nichts mit einem aengstlichen, ruhigen Haeschen anfangen. Da kommt zu schnell Langeweile auf. Megan ist genau von diesem Kaliber. Einfach nur ein einziges Buendel aus Energie. Ich sagte zu Bubbi in Dawson so etwas wie:"ich werde mich in dieses Maedel verlieben und ich weiss jetzt schon, dass ich es hassen werde." Bubbi riet mir von Anfang an die Finger von ihr zu lassen. Ich wusste, dass das ein guter Vorschlag war. Ein guter Vorschlag fuer den Kopf. Genauer gesagt fuer den Neocortex. Doch das Herz und die mehr archaischen Regionen des Hirns, die uns mit Gefuehlen ausstatten - die sind ziemlich unbeeindruckt von solchen Vorschlaegen. Und so kam es, wie es kommen musste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schrieb ihr einige eMails und als ich nicht eine Antwort bekam, war ich etwas enttaeuscht aber auch gleichzeitig erloest, da ich mir dachte, dass sich so die ganze Sache schleichend im Wind verlieren wird und es so wahrscheinlich besser ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann auf dem Festival auf Cortes Island. Irgendwie habe ich gehofft und eine gewisse Wahrscheinlichkeit zugesprochen, dass sie dort auftauchen wuerde. Menschen vom gleichen Schlag finden sich immer an den gleichen Orten wieder. Wer auf der selben Welle reitet, landet am selben Strand. Und fuer uns war das eben Dawson und die Carrington Bay auf Cortes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als sie mich als Buschmann sah hat sie ertsmal einen Lachanfall bekommen. Wir fielen uns in die Arme und stuermten zur Buehne.&lt;br /&gt;Sie mir, dass sie nie irgendeine eMail von mir bekommen hat und wir fanden heraus, dass ich einen Buchstaben in ihrer Mailadresse vergessen habe, wodurch die vorher verschickten Nachrichten nun in den Weiten des Internets umherirren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wollte ihr ihren Freiraum lassen. Ich wusste, dass wenn ich zu sehr an ihr haenge, ich sie verschrecken wuerde. Also bin ich wieder meiner Wege gegangen, durch die tanzende Masse gestroemt und voll in meine Rolle aus Waldgnom reingefallen. Als ich dann wieder mal mit Megan zusammengestossen bin, tanzen wir eine Weile miteinander. Doch dieses Mal war alles mit Erotik gefuellt. Ich kam etwas naeher, sie grinste mich nur an und dann kuessten wir uns. Ich habe etwas anderes erwartet. Ich habe einen typischen Partykuss erwartet - schnell, stuermisch und erfuellt von der Energie des Tanzrausches. Doch es war ganz anders. Wir kuessten uns so zaertlich und langsam, dass es wie eine Erloesung aus wochenlangem gegenseitigem Verlangen war. Als ob wir die verliebtesten Menschen ueberhaupt waren. Die Geschwindigkeit der Welt verlangsamte sich sofort. Ich nehm nichts mehr wahr, keine Musik, keine Bilder, nur dieser wundervolle Kuss. &lt;br /&gt;Leider war ich mir bewusst, dass sie high war und dass ein Kuss in dieser Situation nicht allzu viel zu bedeuten hat. Ich gestand ihr meine Liebe, versuchte so ernst wie moeglich dabei zu wirken und dann gingen wir beide unserer Wege - ins Bett. Dort fand ich aber keine Ruhe und fing an zu schreiben, wobei ein ziemlich langer Brief rauskam, den ich ihr am naechsten Tag bei der Abschiedsumarmung in den Rucksack steckte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am naechsten Tag bin ich zusammen mit Tyrell und Eric mit dem Wassertaxi wieder zurueck nach Vancouver Island gefahren und weiter nach Comox, wo Tyrell mit seinen Eltern in laendlicher Gegend wohnt.&lt;br /&gt;Ich hatte immer noch keine Mail vom Manager von Kaltire erhalten,wo mein Van parkte, der mir schreiben wollte, wenn der Fahrzeugbrief angekommen ist. Drum hatte ich noch etwas Zeit um mir die Gegend anzuschauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blieb vorerst die naechsten drei Tage bei Tyrell und suchte mir im Internet ein schoenes Viertagesziel aus. Hornbee Isdland sollte es werden, eine kleine Insel suedlich von Comox, schnell zu erreichen und anscheinend wunderschoen.&lt;br /&gt;"In zwei Stunden kann ich dich zum Highway fahren. von wo aus du gut nach Sueden trampen kannst.", sagte Tyrell am darauffolgenden Tag zu mir. Ich packte meine Sache und machte noch eine letzte kleine Runde uebers Grundstueck, um mich noch mal so richtig mit den riesigen Brombeeren vollzustopfen, die ueberall wuchern. Da fiel mein Blick zum wiederholten Male auf den Berg, 30km von Comox weg in Richtung Inselmitte. Zum Greifen nahe lag er da mit seiner Gletschermuetze auf dem Kopf und hielt mich fuer einige Momente in seinem Bann.&lt;br /&gt;"Der Berg ruft", ich konhnte es foermlich aus allen Wiukeln hoeren, wie ein auffordernder Ausruf.&lt;br /&gt;"Vielleicht sollte ich ... in einer Stunde faehrt Tyrell los ... ich werde einfach mal ... ". Ich flitzte zum PC und versuchte so schnell wie moeglich alle Infos ueber den Comox Gletscher rauszusaugen: wie hoch ist der Berg, gibt es Wanderwege, wie schwierig ist das Gebiet, Wetter, usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tyrell lud mich nahe des Staudamms vom Comox See ab. Noch nie hatte ich einen so leichten Wanderrucksack. Eine lange Hose, einen Pullover, noch einen den mir Eric gegeben hat, Schlafsack, Zelt, Isomatte, Topf und Essen und an meinen Fuessen klabten die mir heilig gewordenen Teva-Sandalen. Alles in allem nicht gerade die ideale Ausruestung fuer eine Gletschertour, doch das war eben alles was ich von Richmond mitgenommen habe. Geplant war ja nur die Party auf Cortes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ueber Forstwege ging es den See entlang, in ein anderes Tal, dann in ein wieder anderes und in noch eines. Der Berg war in der Praxis weiter weg, als es von Comox her aussah. 20km bin ich wie ein von der Pest verfolgter Irrer gelaufen und habe den Beginn des Wanderweges trotzdem noch nicht erreicht. Ich wollte in einer der Ausbuchtungen der Strasse schlafen mit einem Bach in der Naehe.&lt;br /&gt;"Dort vorne ist ein guter Platz.", sagte ich an einer Stelle. Doch ein paar Meter weiter hoerte ich ein Knaksen rechts von mir und hinter einem Busch tauchte ploetzlich hoch aufgereckt auf einem Baumstumpf ein monstroes grosser Schwarzbaer auf, nur 20m neben dem Weg. Mir blieb kurz der Atem stehen. Wir schauten uns zwei Sekunden lang an, dann preschte er los, weg von mir in den Wald hinein.&lt;br /&gt;"Wieso habe ich Idiot eigentlich mein Baerspray nicht mitgenommen?!", verfluchte ich mich selbst. Irgendwie habe ich beim Aufbruch in Richmond nicht den geringsten Gedanken an grosse wilde Tiere verschwendet. Ich fahre ja auf eine Insel, dachte ich mir. Na und??? Die Viecher hatten hundertausende Jahre Zeit um das Areal zu besiedeln. Am einfachsten wahrscheinlich zur letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren, als der Meeresspiegel deutlich niedriger war und vielleicht eine Eisbruecke zum Festland den Ueberlauf ermoeglichte. Wie auch immer - nicht dass es also nur einfach schon Baere gab, die auf der Insel sind durch andere Umweltbedingungen und geografische Trennung zur Festlandpopulation auch noch deutlich groesser als anderswo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusaetlich zur Direktbegnung gab es noch unzaehlige indirekte Indizien fuer die verstaerkte Anwesenheit fuer Baeren: gigantische Kackhaufen auf dem Weg - und zwar alle hundert Meter.&lt;br /&gt;Als ich endlich eine schoene Ausbuchtung gefunden habe, startete ich das Feuer, kochte, hing sofort danach mein Essen weit weg vom Zelt an einer kleinen Bruecke auf und fing an mir eine Speer zu schnitzen und die Spitze in der Glut zu haerten. Mit dem Speer neben meinem Kopfkissen schlief ich schliesslich ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem ersten auspowerndem Anstieg gelangte ich auf den Bergkamm. Der Wald war atemberaubend. Da die Gegend Naturschutzgebiet ist, darf dort nichts gefaellt werden, weswegen die Baeume dementsprechend gross und maechtig sind und eine gesunde Artenvielfalt vorherrscht - einfach antik. Auf dem Kamm standen nur noch Grueppchen von Tannen eingebettet in kuschlig gemuetliche Almwiesen und knoechelhohen Bueschen mit millionen von rosa Blueten dran. In jeder kleinen Kuhle lag ein Miniteich, Ueberbleibsel von geschmolzenen Schneefeldern. Und das Sahnehaeubchen des Ganzen war die Aussicht. Links der Gletscher, Comox, das Meer und Festland BC. Rechts ein Blick in ein riesiges Tal. Und wieder konnte ich einen Eintrag in meiner persoenlichen Liste der schoensten Plaetze der Welt machen.&lt;br /&gt;Vier Stunden spaeter erreichte ich den Gletscher, der als grosses weisses Plateau auch gleichzeitig mehr oder weniger den Gipfel des Berges darstellt. Ich willte mein Zelt genau auf der eisigen Spitze aufstellen, um den ultimativen Rundblick zu haben. Es waren nur noch ca. 400m leicht ansteigend durch den Schnee zu laufen, bis zu dem Ort der mein Lager sein sollte. Auf dieser Strecke musste ich aber drastisch meine Lauftechnik aendern. Dadurch, dass ich Sandalen anhatte, blieb staendig Schnee zwischen Schuh- und Fusssohle stecken, woraufhin meine Zehen und Fusssohlen anfingen einzufrieren. Wie ein Storch mit Sandalen durch den von der Sonne aufgeweichten Schnee zu staksen, ohne diesen mit den Fuessen in Beruehrung kommen zu lassen, ist eine gar nicht so leichte Aufgabe. Nachdem das Zekt stand nahm ich erst mal ein kraeftiges ganz-Koerper-Sonnenbad und liess meinen Geiste im darauffolgenden Sonnenuntergang verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht war eisig und verdammt windig. Ich weiss nicht wie kalt es war, jedenfalls war mein Wasser gefroren. Ich wachte auf, als der Himmel sich gerade von einem lilanem Blau zu einem warem Orangerot verfaerbte. Ich kroch aus meinem Zelt und ein unglaeubiges langgezogenes "Wooooooow" verliess meinen Mund - genau das gleiche "Wow" als ich in meinen Kinderjahren Fotos in meinen Kletterbuechern von Bergsteigern sah, die in eisiger Hochgebirgslandschaft neben ihren Zelten in bombastische Bergmassive, Wolkenformationen und Lichtverhaeltinisse hinausstarren. Und jetzt war ich genau dort, live mit dabei.&lt;br /&gt;Um mich rum eine einzige Eis- und Schneelandschaft. In meinem Ruecken ragte Berge mit Gletschern heraus. Unter mir eine geschlossene Wolkendecke, die nach Sueden hin auflockerte und zu fluffigen kleinen Woelkchen zerstieb und Richtung Osten bei Comox abruppt abbbrach. Dahinter lag die Kueste von Vancouver Island, dann das Meer und am Horizont die Rocky Mountains von British Columbia, ueber denen die Sonne aufging. &lt;br /&gt;Wie ein feuriger Laser sandte sie ihre ersten Strahlen hinaus, die im Eis reflektiert wurden und allem eine rote Aura verliehen. &lt;br /&gt;Ich bekam bei dem Anblick Gaensehaut und mir wurde innerlich warm, obwohl es objektiv ziemli9ch kalt war. &lt;br /&gt;Das sind die Momente fuer die ich lebe. Wenn jemand nicht versteht, warum ich Berge besteige, dann war diese Person wahrscheinlich noch nie Teil eines solchen Moments. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solange der Schnee noch gefroren war, erkundete ich die Gletscherspalten, unterhielt mich mit einem Paearchen, das auch auf dem Berg genaechtigt hat und kroch dann hochzufrieden wieder in meinen Schlafsack um noch ein paar Stunden im Sonnen erwaermten Zelt zu doesen. &lt;br /&gt;Beim Abstieg schlug ich noch mal Camp auf dem Kamm auf, an einem der Teiche. Dort gab es einen kleinen Felsen vor einer Klippe, die wie eine Aussichtsplattform einen offenen Blick in das grosse Tal bot. Genau dort setzte ich mich hin, um dem Leben und der Natur zu huldigen und blieb geschlagene drei Stunden sitzen, nichts weiter tuend als die Welt in mich aufzusaugen. Und letztendlich endete diese Sitzung in einer kleinen spirituelle Erleuchtung. Ich war so durchdrungen von Glueck und Zufriedenheit mit meinem Leben und Allem, dass ich schliesslich anfing zu weinen. Ich moechte meinen Eltern und allen anderen Menschen und Dingen, die mich zu dem gemacht haben was ich bin, danken, dass alles so ist wie es ist. Denn wie es gerade ist, ist es wunderbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erlebnisse sprudelten nur so aus mir heraus, als ich wieder bei Tyrell in Comox war. Diese Viertagestour zum Gletscher hat mich tief beruehrt, in jeglicher Hinsicht. So stellte ich mir vor, muss es sein, wenn jugendliche Indianer oder Buschjungen in die wilde Natur geschickt werden, um die spirituelle Reifepruefung zu absolvieren, indem sie auf unterschiedlichste Art und Weise psychodelische Erfahrungen provozieren um dann als erwachsene Maenner zum Stamm zurueck zu kehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da war sie, die ersehnte eMail. Absender: Megan Francis. Mit zittrigen Fingern klickte ich die Maus und oeffnete die Mail. Folgendes stand drin: Sie hat sich auf eine Bank gesetzt und meinen Brief hunderte Male durchgelesen. Und sie bereut es so sehr, dass wir uns nicht noch mal gesehen haben, nachdem ich ihr den Brief gegeben habe. Sie haete mir so gerne alles moegliche gesagt. Sie hatte nicht gedacht, dass ich alles ernst gemeint habe, was ich ihr auf Carrington sagte. Sie dachte ich waere vollgedroehnt mit Drogen (was ich nicht war) und hat mich deshalb nicht ernst genommen. Und wenn ich mal irgendwo im suedlichen Teil der Insel waere, ich ihr ein Zeichen geben soll. Dann koennten wir zusammen ein paar tolle Baeume beklettern und ueber alles reden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die eMail war die Antwort darauf. Sofort hatte ich nur einen Wunsch: ich will sie wieder sehen! Der Fahrzeugbrief war sowieso noch nicht da, weswegen ich den Van noch nicht anmelden konnte und so hatte ich also noch ein wenig Zeit, die ich nutze wollte, um Megan zu finden. Am naechsten Tag war ich in Victoria. Das Trampen dorthin lief wie am Schnuerchen. Ich hatte sehr interessante Begegnungen und alle sagten:"ohhhh, wie romantisch!", als ich erzaehlte, dass ich eine Frau suche, in die ich mich verliebt habe. &lt;br /&gt;Ich kam erst mal bei Freunden von Tyrell unter. Am naechsten Tag erhielt ich wieder eine Mail von Megan, in der sie mir ihre Telefonnnummer hinterliess. Nach einigen Umwegen hatte ich sie endlich an der Leine. Wir verabredeten uns fuer den naechsten Tag. Sie wollte mich abholen um mir dann ein paar schoene Ecken der Stadt zu zeigen. Stattdessen hingen wir auf der Treppe zur Eingangstuer fest und ueberhaeuften uns gegenseitig mit Geschichten. Die Stadtrundfuehrung kam dann doch noch zustande und am Ende liessen wir den Tag spaet in der Nacht bei einer Flasche Wein am Strand ausklingen. Die ganze Zeit kam das eigentliche Thema nicht zur Sprache. Wir hatte wunderbare Gespraeche, doch der Hauptgrund fuer unser Treffen wurde noch nicht bedient. Und bevor es zu spaet war legte ich einfach alle Karten auf den Tisch und beichtete alles was zu beichten war. Es folgten einige gute und einige schlechte Reaktionen, noch ein mind-blowing Kuss und das wars. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am naechsten Tag trafen wir uns noch in letztes Mal fuer 10 Minuten. Ich ueberreichte ihr zwei Fotos von mir, auf deren Rueckseite stand, dass sie mich nicht vergessen solle. Wir kuessten uns ein letztes Mal und dann machte ich mich auf den Weg zur Faehre. Mein Innerstes war wie durch den Fleischwolf gedreht - a big mess, einfach nur ein ruempliges Durcheinander. Sie wirkte verliebt, sagte mir jedoch, dass sie mich als Freund sieht (Gott verdammt - wie ich diesen scheiss Satz hasse!!!) und ihr Leben gerade schon kompliziert genug sei und sie deshalb keine Beziehung oder dergleichen wolle. Im gleichen Zug sagte sie mir aber auch, dass sie darueber nachgedacht hat, wie es waere einen deutschen Freund zu haben. &lt;br /&gt;Es waren im Endeffekt also wunderbare Tage in Victoria, die aber nicht das gebracht haben, was ich erhofft hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Stadt ist schoen. Jetzt muss ich noch mal was zur Stadt sagen. Fast komplett Victoria wirkt, als ob man in einem Dorf ist. Es gibt kaum hohe Haeuser und sehr viel Gruen. Es hat wirklich den Anschein, als on man durch Kleinhausen schlendert, abgesehen von Downtown. Alles ist so sauber und gepflegt, was der Grund ist, warum so viele Kanadier Victoria als ihre Altersresidenz waehlen. Ich bin mir sicher zum Anschauen haetten meine Eltern und Gleichaltrige ihren Spass. Ich empfehle waermstens 2-3 Tage Aufenthalt in Victoria und zwei weitere Wochen irgendwo anders auf Vancouver Island. Das lohnt sich auf jeden Fall!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die naechste Herausforderung die anstand hat mich wenigstens etwas von Megan abgelenkt. Der Fahrzeugbrief ist angekommen, was der Grund war, warum ich mich auf den Rueckweg nach Richmond begeben habe. &lt;br /&gt;Als ich in der Autowerkstatt, wo ich meinen Van fuer zwei Wochen parkte, ankam, uebergab mir Chris der Manager den Brief. Er sagte allerdings zusaetzlich:"Ich habe gesehen, dass der Van vorher im Yukon angemeldet war. Um ihn hier in BC anzumelden, brauchst du eine Inspektion von einer BC-Werstatt, die zertifizieren kann, dass das Auto Strassentauglich ist. Das kostet 100 Dollar und obendrauf Reperaturkosten, die anfallen um ihn durch die Inspektion zu kriegen." "Reicht nicht die Inspektion, die erst im Juni in Whitehorse gemacht wurde?", fragte ich. Doch Chris sagte:"Nein, das ist eine out-of-province-inspection, die hier keine Gueltigkeit hat. Wenn du den Wagen in BC anmelden willst, dann wollen die Broker bei der Anmeldung ein Zertifikat von BC sehen." Der Inspection-Typ war aber an dem Tag nicht da, woraufhin Chris den Laden in Suedvancouver anrief, um ein paar Leute rueber zu schicken, den Van mit einem Reperaturnummernschild nach Vancouver zu fahren und die Inspektion in dem anderen Laden durchzufuehren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Manager dort sagte mir, dass die Inspektion ca. anderthalb Stunden dauern wuerde. Doch was er mir von vornherein sagen kann, ist, dass ich auf jeden Fall neue Reifen und eine neue Windschutzscheibe brauche, weil die alte mit Rissen durchzogen ist. Das allein wuerde schon mal um die 900 Dollar kosten. Was ich dachte, fragt ihr euch? Ja - ich dachte: FUCK!!! &lt;br /&gt;Also begab ich mich auf den Weg waehrend die Werkstatt die Inspektion durchfuehrte, um wenigstens billige Gebrauchtreifen irgendwo aufzutreiben, damit die Kosten nicht exorbitant werden. Nachdem ich kein Glueck in diversen Autohaeusern und Werkstaetten hatte, kam ich zu einem Tuning-Shop, mit dem Inder Paul als Geschaeftsfuehrer. Er meinte, dass ich zu ihm kommen soll fuer Reperaturen. Er wuerde mir egal was Kaltire mir fuer Kosten-Reperatur-Angebote macht diese unterbieten. Eine Stunde spaeter war ich zurueck bei Kaltire. Der Manager kam zu mir und sagte, dass er mir nicht sinnloserweise Geld abknoepfen wolle. Dass sie die Inspektion noch nicht durchgefuehrt haben, weil sie erst auf mich warten wollten, ob ich sie wirklich durchfuehren lassen wolle. Der Inspektions-Typ ist nur mal schnell ums Auto gelaufen und hat mir schon so viele Dimge aufgezaehlt, die gemacht werden haetten muessen, dass ich mir die ganze Sache noch mal ueberlegen solle. Neben den Reifen und der Windschutzscheibe waeren da noch die stellenweise rostige Karosserie gewesen, die Lichter, Scheibenwischer, Scheibenheber und andere Kleinigkeiten. Und da hat Er noch nicht mal unter den Wagen geschaut. Er meinte zu mir, dass alleine diese Sachen mich mindestens 4000 $ kosten wuerde und ich mir fuer dieses Geld fuenf Autos in dem Stil gebraucht in Vancouver kaufen koenne. Und wisst ihr, was ich jetzt dachte? Genau: abgefuckte Scheisse noch mal!!!! Also bin ich wieder zu Paul gegangen und hab ihm die ganze Sache erzaehlt. Er sagte, dass wir erst mal das Auto zu seinem Shop holen und er es mit Sicherheit billiger hinkriegt. Also haben wir das Auto geholt und seinen Inspektionstyp drueber schauen lassen. Der meinte, dass er es etwas billiger hinkriegen koennte aber die Jungs von Kaltire die Situation schon ganz realistisch eingeschaetzt haben. Somit war meine letzte Hoffnung zerstoert. Die 800 Euro, die ich fuer das Auto schon ueberwiesen habe, waren pfutsch. Dessen war ich mir sicher. Paul meinte, da gibt es nichts, was ich machen koenne. Ich koennte den Wagen im Yukon anmelden, weil die Inspektion vom Juni dort Gueltigkeit hat. Da das Auto nun aber in Vancouver ist, geht das nicht. Ich muesste es nach Whitehorse bringen, um es dort anzumelden. Oder einen Stellplatz in Vancouver finden, nach Whitehorse fahren mit allen Papieren, das Auto anmelden, zurueck nach Vancouver fahren, die Yukonnummernschilder anschrauben und dann koennte es abgehen wohin auch immer. Das war aber keine Option. Ich haette erstens nicht die Kraft gehabt und wollte auch nicht so viel Geld ausgeben fuer Busse und der gleichen, von dem ich mir ebenfalls gleich ein anderes Auto haette kaufen koennen. Ausserdem sollte ich in zwei Tagen wieder in Innisfail oder Fort Sankt John sein, um zu arbeiten. &lt;br /&gt;Also fing ich an meine Sachen zusammen zu packen und das Radio rauszuschrauben, um wenigstens etwas fuer mein Geld zu bekommen. Den Van haette ich einfach in einer Seitenstrasse stehen lassen. Das waere dann nicht mehr mein Problem gewesen. Da ich legal nie der Eigentuemer gewesen bin, da das Auto nie auf meinen Namen registriert war, haetten mich Abschleppkosten und solche Spaesse ganz einafch nicht interessiert. &lt;br /&gt;Dann kam Paul zu mir und sagte, dass ihm noch eine letzte unwahrscheinliche Moeglichkeit eingefallen ist. "In Ausnahnmefaellen stellt die Versicherungsgemeinschaft von BC Ein - bis Zweitagesgenehmigungen aus, um ein Fahrzeug in eine andere Provinz zu ueberfuehren. Wir muessen nur glaubhaft rueber bringen, dass dein Fall ein solcher Ausnahmefall ist", sagte er zu mir. "Ich habe einen Freund, der Broker ist. Ich rufe ihn an, erzaehle ihm ne Story und wenn du Glueck hast, kriegst du ein Nummerschild fuer zwei Tage, um das Auto nach Whitehorse zu fahren und dort anzumelden." &lt;br /&gt;Wenig spaeter stand ich vor seinem Kumpel. Und noch wenig spaeter klebte ein Zettel vorn und einer hinten in der Scheibe, die mir erlaubten 48 Stunden lang durch die kanadische Kante zu kurven. Ein paar Stunden spaeter tarf Bubbi und seine Meagan ein und wir fuehren zusammen nach Edmonton, wo ich die beiden ablud und dann selbst weiter nach Fort Sankt John fuhr.&lt;br /&gt;Hier steht das Auto jetzt erst mal auf sicherem privaten Grund, dank Calvin. Ich kann das Auto fuer ein paar Monate hier stehen lassen. Mein Plan ist jetzt Anfang Januar mit dem Greyhoundbus nach Whitehorse zu fahren, den Wagen anzumelden, am naechsten Tag einen Bus zurueck nach FSJ zu nehmen und von dort dann hoffentlich mit meinem ersten eigenen Fahrzeug in die USA zu fahren. Denn mein Visa laeuft Mitte Januar aus, was mich mit einer bevorstehenden Deportation konfrontiert. Ich werde mich fuer 3 Monate nach Californien oder Oregon selbst deportieren und dann im April wieder nach Kanada einreisen, um noch mal fuer ein paar Monate hier zu residieren, Pilze zu sammeln (was der eigentliche Grund fuer die ganze Autogeschichte ist), Vancouver Island ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen und mir meine Finger hoffentlich noch ein wenig mehr an Megan zu verbrennen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit zwei Wochen bin ich nun schon wieder an der Arbeit hier in FSJ. Calvin war so zufrieden mit unserer Arbeitsmoral, dass er uns in dieser Saison 20 $ die Stunde bazahlt. Ich will mich nicht beklagen. Drei Monate harte Arbeit koennten mir die naechsten drei Jahre Reiserei finanzieren. Besser kanns doch nicht laufen. Obwohl ich sagen muss, dass ich eigentlich nicht mehr im Oel arbeiten will. Ich glaube ich habe mich im Sommer zu sehr veraendert. Ich habe das Gefeuhl, dass ich meine Erfahrungen hier gemacht habe, die mich interessieren. Doch ich habe Calvin vor all diesen sommerlichen, veraendernden Erfahrungen versprochen zurueck zu kommen. Und auch wenn ich jetzt lieber woanders waere - ich bin jemand, der seine Versprechen haelt solange es moralisch vertretbar ist. Ich hatte zu viele negative Vorbilder im Leben, als dass ich es anders machen koennte. Haette ich das Versprechen nicht gegeben, dann waere ich jetzt wahrscheinlich in Victoria und wuerde um das Herz einer wundervollen Frau kaempfen. Vielleicht bringt mich meine Treue fuers eigene Wort um dieses Herz. Doch das ist es mir wert. Mein Idealismus ist es mir wert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-3469305973262401573?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/3469305973262401573/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=3469305973262401573' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3469305973262401573'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3469305973262401573'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/09/kanada-vancouver-island-und-back-in-fsj.html' title='Kanada - Vancouver Island und back in FSJ'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-7328816202307149131</id><published>2010-08-26T20:08:00.005+02:00</published><updated>2010-09-01T09:08:49.125+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Dawson und 2. Flosstour nach Maysymay</title><content type='html'>Der Regen setzte auf halbem Wege ein, doch davon liess ich mich nicht entmutigen. Da habe ich in den letzten drei Jahren schon deutlich schlimmeres mitgemacht. Man erinnere sich nur an die durchwaesserten ersten vier Wochen meiner Reise im April 2008. &lt;br /&gt;Da der Grizzly Lake oberhalb der Baumgrenze liegt, sammelte ich optimistisch mein Feuerholz und zurrte es am Rucksack fest.&lt;br /&gt;Nach vier Stunden Aufstieg erreichte ich das erste geplante Etappenziel. Der See liegt am Ende des Hochgebirgstals, eingefasst von einer majestaetischen Krone aus schroffen Bergspitzen. Sogar das Wetter klarte auf und so beschloss ich nach dem Abendbrot noch bis auf den Kamm hochzulaufen, um den gesamten Tombstone-Nationalpark zu ueberblicken und mir von dort aus in den naechsten vier Tagen meinen eigenen Weg querfeldein ueber die tundraartigen Berge und Taeler zurueck zum Highway zu suchen. Doch nachdem ich mir voellig ausgehungert meine Nudeln reingedrueck habe, zog es wieder zu und ich dachte, dass es doch vielleicht besser waerein der Naehe des Sees zu zelten, bevor ich wieder nass werde und dann am Morgen weiter zu laufen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jawoll - gewonnen! Nochmal gewonnen. Und wieder gewonnen. Diesmal setze ich zwei Dollar auf Rot. Verdammt - Schwarz! Ok ... zieh dein System durch, Felix! Vier Dollar auf Rot! Mist - wieder Schwarz. Dann jetzt acht Dollar auf Rot. Schwarz! Sechzehn auf Rot. Scheisse - Schwarz! Wenns jetzt nichts wird, bin ich im Arsch. Bei 50 Dollar Hoechstgebot am Tisch kann ich fuenf mal verlieren. Danach bricht mein System zusammen und ich fange an richtig Miese zu machen. Also - 32 Dollar auf Rot. Mit jeden weiteren Schwarz steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Rot wieder mal kommt. Es ist bei einer fast 50-50 Cahnce ziemlich unwahrscheinlich, dass zehn mal hintereinander Schwarz kommt. Mein System funktioniert. Es muss funktionieren!&lt;br /&gt;Die Kugel rollt, dreht eine Runde nach der naechsten, wird langsamer und rollt in die Mitte. Sie beginnt zu huepfen - wild hin und her, immer ruhiger werdend, von einer Zahl auf die andere, von Rot auf Schwarz, Schwarz auf Rot. Dort bleibt sie liegen! Doch nicht. Ein letztes Mal schlingelt sie sich das restliche Bisschen Schwung ausnutzend aufs Nachbarfeld und verharrt unbeweglich auf ihrem Platz, unwiderruflich. Rot! Yes man - heiliger Bimbam das war knapp! Alles vorher Verlorene zurueck gewonnen, plus zwei Dollar. Das System funktioniert - mit Glueck. Meine Haende zittern, ich schwitze. Mir wirds zu heiss. Ich steige aus. &lt;br /&gt;Erleichtert verlasse ich das Casino, mit 45 Dollar mehr in der Tasche als ich reingegangen bin. Roulette macht riesig viel Spass und ich hasse es zugleich. Nach drei gluecklichen Spielabenden hatte ich das was ich wollte: Bisschen Geld fuer und eine neue interessante Erfahrung - das Gluecksspiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glueck - ich brauche nur ein Bisschen Glueck. Es ist wie im Roulette: je laenger es regnet, umso groesser wird die Wahrscheinlichkeit, dass es demnaechst aufhoert. Klingt logisch fuer mich. Vielleicht ist's auch nur meine verzerrte "Felix-Lokig". Mein vielleicht unrealistischer Optimismus. Man nennt es auch Hoffnung. In meinem Fall: Hoffnung auf einen sonnigen naechsten Wandertag. Es hat drei Stunden beim Aufstieg geregnet. Die Nudelpause war Wasserfrei. Doch jetzt regnet es schon wieder seit fuenf Stunden und ich haenge in meinem Zelt rum. Ein "Escort" fuer 30 Dollar aus dem Canadian Tire - nicht gerade die beste Ausruestung um in nordischen, kanadischen, verregneten Tundra-Bergen rumzuflitzen. Doch es wird schon irgendwie gehen. Ich muss nur halbwegs trocken bleiben, denn Morgen scheint ja bestimmt sowieso die Sonne. Ich werde muede und schlafe ein. &lt;br /&gt;Drei Stunden spaeter wache ich wieder auf, von Tropfen die in regelmaessigen Abstaenden in mein rechtes Auge und in meine Haare fallen. Es tropft auf zwei weitere Stellen - und zwar auf meinen Schlafsack. Mein guter Schlafsack, gefuellt mit feinsten 800'er Daunen! Daunen moegen Wasser noch weniger als alles andere auf der Welt. Und da ich meine Daunen mag, mag auch ich kein Wasser. Zumindest nicht auf meinem Schlafsack.&lt;br /&gt;Weitere Gefahrenpotentiale waren der kleine See zu meiner Linken im Zelt, in dem sich diverse Gegenstaende von mir tummelten. Sowie die klatschnassen Zeltwaende, die bei Beruehrung ihre Fracht auf meinem Daunenschlafsack entluden - auf meinem Daunenschlafsack!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis auf das zerstoerte Klopapier (Moos tuts auch) stellte der See keine wirkliche Gefahr da, solange er nicht ueber 7cm Hoehe (Dicke meiner Iomatte) anstieg. Also musste ich nur die grosse Muelltuete ueber meinen Schlafsack legen, um die Tropfen abzuwehren, mich in EmbyonalStellung zusammenrollen, um die Waende nicht zu beruehren und dann wuerde alles gutgehen und ich koennte am naechsten Tag halbwegs ausgeschalfen meinen Wandertag beginnen - natuerlich bei Sonnenschein. Doch es ging es ging nicht gut.&lt;br /&gt;Ich wachte auf und es regnete staerker denn je. Bei einem kurzen Blick aus dem Zelt fiel mein Gesicht zusammen. Es sah so aus, asl wuerde es auch noch eine Weile so bleiben. Doch dann stoppte der Regen tatsaechlich. Meine Chance: Ich stuermte los, zum 200m weiter oeben liegenden Bach um meine Flaschen aufzufuellen. Auf halben Wege und total erschoepft gings wieder los. Voellig entgeistert kreischte ich die Wolken an und kam mir wenige Sekunden spaeter bloed und albern damit vor. "Beruhig dich Felix", erinnere dich an deine alte Devise: freu dich lieber anstatt dich zu aergern. Aerger bringt ueberhaupt nichts. Er veraendert nicht deine Situation, nur deine Stimmung zum Negativen. Angst fuehrt zu Wut, wut fuehrt zu Hass und Hass fuehrt zur dunklen Seite der Macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgeweicht kam ich zurueck zum Zelt und machte mich daran mit meinem Topf den See aus meinem Zelt zu befoerden. Und waehrenddessen regnete es und es regnete. Die Batterie meines MP3-Players war leer und ein Buch hatte ich aus Gewichtsgruenden nicht mitgenommen. Somit war ich auf dem Ruecken liegend gezwungen nachzudenken, und zwar den ganzen Tag. Zwangsmeditation, goettlich verordnetes Nachdenken, Gehirnreisen in ferne Sphaeren. Vom vielen Nachdenken wurde ich muede und schlief wieder ein.&lt;br /&gt;Am naechsten Morgen wachte ich erschreckt auf, jedoch nicht von einem Geraeusch sondern von dessen Abwesenheit. Kein Prasseln auf meinem Zelt. Sofort stopfte ich alles in meinen Rucksack, baute mein Zelt ab und machte mich an den Weg ins Tal, weg von diesem wunderschoenen, unheilvollen Berg.&lt;br /&gt;Nach 36 Stunden ununterbrochenem Regen war ich muerbe genug um keine Minute laenger in den Bergen bleiben zu wollen. Das einzig Wertvolle, das ich von dem Trip mitgenommen habe, waren kiloweise Steinpilze, die ich am Abend in Dawson mit Freunden zu einer leckeren Pilzpfanne verarbeitet habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sah Sam und David beim Packen zu. Fuer mich ist das immer der aufregendste Teil einer Reise: expeditionsartig das bevorstehende Abenteuer vorbereitenVorfreude - schoenste Freude. &lt;br /&gt;"Wir trampen nach Stewart Crossing, laufen von dort die 2km zum Stewart River, bauen uns ein Floss aus Treibholz und fahren nach Maysymay, wo wir drei Wochen lang in der Wildnis leben, Beeren sammeln und uns ein kleines Blockhaus aufs Floss bauen wollen." Wow, das klang fuer mich nach richtig guten Idee. Ich denke das Sam das Funkeln in meinen Augen bemerkt hat und daraufhin mit einem schelmischen Grinsen auf dem Gesicht meinte, welches den Ausdruck von anstachelnder Provokation barg, dass ich doch einfach nachkommen koennte.&lt;br /&gt;Ich bin mir sicher, dass er mich nur neidisch machen wollte, da er genau wusste, dass ich vorhatte an der Grenze zur USA aufs Shambhala-Festival zu gehen.&lt;br /&gt;Verflixt, immer wenn ich einen guten Plan habe tut sich ein Tuerchen fuer einen genauso guten Plan auf und ich stuerze auf das mich entzwei schneidende Messer des Zweifels. Alles waere perfekt gewesen: Ich haette schnell den Motorradfuehrerschein gemacht (oder auch nicht), haette mir das Bike vom Yukon Jack fuer 250 Dollar gekauft und waere aufs Shambhala gefahren. Dort haette ich die Party meines Lebens gefeiert und waere anschliessend nach Vancouver gerauscht, um das Motorrad zu verkaufen und meinen Van abzuholen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir erreichten den Stewart River. Es war der erste sonnige Tag seit ueber einer Woche. Justine und ihr Freund haben mich und Francis mit ihrem Truck und vier leeren Oeltonnen auf der Ladeflaeche zum Bauplatz von Sam und Davids Floss gefahren. Die beiden waren schon lange weg. Aber sie wollten uns auch ein paar Staemme vorbereiten, damit wir uns in Windeseile ein eigenes Floss bauen und den anderen hinterher fahren koennen. Nachdem alles abgeladen war machten sich Francis Freunde wieder auf den Weg nach Dawson.&lt;br /&gt;"Erst mal durchatmen und die Lage abchecken." Wetter? Genial. Fluss? Wunderschoen. Viel kleiner als der Yukon aber breit genug um zu floessen. Die vorbereiteten Staemme? Ein Witz! Ein in der Mitte durchgesaegter Stamm lag bereit auf jeden Fall nicht genug fuer ein Floss.Gut dass wir die Tonnen mitgenommen haben. Essen? Viel zu viel. Francis? Ziemlich unbekannt. Sie arbeitet im Casino als Dealer und in einem Hotel als Kellnerin. Sam und David haben eine Woche zuvor (vor ihrer Abfahrt) mit ihr Party gemacht und sie hat voellig stoned den anderen Druffis verkuendet, dass sie nachkeommen wolle. Daraufhin kuendigte sie ihre Jobs und stand schliessloch neben mir, am Stewart River. Das waren genug Sicherheiten um die ganze Aktion machbar erscheinen zu lassen und ausreichend Unsicherheiten damit das Spiel spannend blieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Mann, der etwas entfernt in einem Blockhaus wohnt erzaehlte Francis, dass Sam und David am Vortag abgelegt haben. Was haben die beiden Peilos denn bitte sieben Tage lang hier gemacht, fragten wir uns. Vielleicht die Titanic aus Holz nachgebaut? Vier Stunden spaeter jedenfalls standen Francis und ich vor unserem fertigen Floss, stolz auf die vollbrachte Arbeit in Rekordzeit. &lt;br /&gt;Wir haben mit Kabel und Draht ein paar Staemme und Aeste zu einem Rechteck zusammen geknotet, mit vier Seilen die Tonnen an jeder Ecke dran gebunden und als Sitzplattform eine alte Holztuer sowie Aeste oeben drauf gelegt.&lt;br /&gt;Es hatte nicht die Qualitaet eines Eisbrechers, wirkte jedoch stabil genug, um uns die 2-3 Tage nach Maysymay zu befoerdern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer voellig durchregneten Nacht beluden wir bei Sonnenschein unser Floss und stiessen uns vom Ufer ab. "Ich werde mich noch mal ne Runde hinlegen. Unser Kurs sieht gut aus. Da sollte erstmal alles klar gehen." liess ich Francis wissen, nachdem wir uns in die Mitte des Flusses gepaddelt hatten. Sie fand meine Idee gut und tat es mir gleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nanu was plaetschert denn da so laut? Wir waren doch grad noch in der Mitte. Vielleicht ist es eine ... . Nach Lust schnappend sprang ich auf und sah aus dem Augenwinkel heraus, dass Francis genauso reagierte. ... Kiesbank! "A fuckin' gravel bar!" schrie ich panisch heraus. Im gleichen Moment haemmerten die Tonnen auf den Grund. Die Stroemung drueckte uns begleitet von Knirschen Quietschen und harten Schlaegen noch zehn Meter weiter. Dann riss eine der Tonnen aus ihrer Verankerung. Sofort kippte ein Drittel des Flosses unter Wasser. Ich stuerzte mich auf die davon treibende Tonne und legte sie aufs Floss. Noch ein paar Meter weiter schrammten wir ueber die Kiesbank und blieben schliesslich stehen, festgefressen im steinigen Flussbett. Keiner von uns beiden sagte ein Wort. Im eigenen Adrenalinbad sassen wir in Auregung versunken fassungslos da und murmelten eine Kette von Fluechen und Schimpfwoertern vor uns her - sie auf Englisch, ich auf Deutsch. Das war kein guter Start. Nur ein paar hundert Meter um die erste Kurve die erste Kiesbank und wir sind drauf aufgelaufen. Mit betraechtlichem Schaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles Gewicht lastet auf den vier Oelfaessern. Die schwimmen natuerlich prima, liegen dadurch jedoch fast komplett unter Wasser. Ein Tiefgang, der bei den hunderten Kiesbaenken und Flachstellen ein gealtiger Nachteil ist. Anderthalb Stunden spaeter ging die Fahrt weiter. Unsere Koerper waren abgefroren doch das Floss war repariert. Aus der rechteckigen Grundfom ist ein ziemlich verzerrtes Parallelogramm geworden aber das sollte kein Problem darstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paddeln funktionierte bei dem Floss so gut wie kaum. Wir mussten uns jedes Mal die Arme ausleiern, um nur den Hauch einer Richtungsaenderung zu erreichen. So ist es nicht verwunderlich, dass wir noch vier weitere Male stecken geblieben sind, fast eine weitere Tonne verloren haben und am Ende unserer Kraefte angelangt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Dort ist irgend etwas hinter dem Baum." &lt;br /&gt;"Wo?" &lt;br /&gt;"Da vorne." &lt;br /&gt;"Stimmt. Wollen wir paddeln?"&lt;br /&gt;"Wir sind schon relativ am rechten Ufer. Ich wuerde nichts machen. Ausserdem sehe ich jetzt nichts mehr. Vielleicht wurde nur ein Baum komisch von der Sonne angestrahlt. Wenn es nicht Maysymay ist, muessen wir wieder in die Mitte paddeln um nicht am Ufer zu landen. Du weisst wie beschissen das ist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"No way! No fuckin' way! Sam, komm her. Es sind Felix und Francis!"&lt;br /&gt;Total ausrastend und schreiend sprang David ins Wasser, als er uns auf dem Floss reden hoerte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Doch Maysymay! Paddeln! Paddeln! Paddeln!"&lt;br /&gt;Wir trieben an Sam und Davids Floss vorbei (ich fragte mich in dem Moment umso mehr wieso sie eine Woche fuer den Bau gebraucht haben) und landeten 200 Meter weiter unten. Besser haette es kaum laufen keonnen. Wir hatten keine Karte, wussten nicht wo Maysymay liegt, nicht mal ob es am rechten oder linken Ufer ist. Unter diesen Umstaenden war der Ankerplatz mehr als perfekt. Bei der schlechten Manoevrierfaehigkeit haetten wir auch gut und gerne ein paar Kilometer weiter unten anlanden koennen. &lt;br /&gt;Die beiden Jungs halfen uns die Sachen zu ihrem Lagerplatz zu tragen. Nach einem kurzen Lauf durch fieses Gebuesch tritt man auf eine Lichtung hinaus. Ein Meer aus hohem Gras, an dessem Ende eine Gruppe halb zusammen gefallener Blockhaeuser mit Wiese auf den Daechern wie kleine Hobbithuetten vorsichtig aus der Natur heraus luken. Vereinzelt stehen noch weitere Huettchen verteilt in der Gegen rum, sowie eine nur aus einem grossen Dach bestehende Scheune. Ein verlassenes Dorf das ist Maysymay. Gegruendet von us-amerikanischen Christen, welche nicht im Vietnamkrieg dienen wollten und deswegen nach Kanada geflohen sind und hier im Nirgendwo ein einfaches Leben ohen Strom und fliessend Wasser zu fuehren. Wir haben die Scheune in Beschlag genommen und uns gemuetlich eingerichtet. Ein perfekter Ort um drei Wochen lang die Erfahrung von Wildnis, totaler Abgeschiedenheit und Muesiggang in vollendeter Qualitaet zu machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr selten schlafe ich so gut in der ersten Nacht an einem neuen Ort. Meine Traeume waren klar scharf und definiert. Letzte Wellen anderer Realitaeten stroemten durch meinen Kopf. Ich fuehltre mich wunderbar - warm, erholt und voller Energie. Ganz zart und liese schwingt Musik durch meinen Halbschlaf. Das Auenland: gruene Wiesen, Berge, suesse kleine Haeuser aus Gras bewachsenen Erdhuegeln. Alles spriesst und lebt und pulsiert in perfekter Harmonie. Und dann diese Musik, die die Welt durchdringt. Die froehliche klassische Musik aus Herr Der Ringe beim Kennenlernen des Auenlandes. Ich oeffnete die Augen. Die Sonne hat die Zeltwand aufgewaermt und trotz des dunklen Blaus dringt angenehmes Licht ins Innere ein und schafft eine urgemuetliche Atmosphaere. Die Musik spielte immer noch. Jetzt erst realisierte ich, dass sie Wirklichkeit war.&lt;br /&gt;Ich kroch aus meiner Hoehle und sah David durchs hohe Gras schlendern und mit der Mundharmonika Herr der Ringe spielen. Schoener kann man kaum geweckt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste Woche haben wir verrueckt viel gegessen. Im Prinzip hatten alle Tagesaktivitaeten eine Verbindung mit Essen. &lt;br /&gt;Gestartet wurde mit Muesli, bei dessem Verzehr wir in der Zwischenzeit schon mal Brotteig angerichtet haben. Brot - damit hatte ich in der Maysymay-Zeit viel zu tun. Teig anruehren, backen, essen und dann das Ganze von vorne. Das hat sich so zwei Stunden am Morgen hingezogen (welcher fuer uns Mittags begann) und am Abend wiederholt. Die restliche Zeit haben wir die Scheune umgebenden Himbeerstraeucher abgeerntet, Marmelade gekocht oder andere Experimente veranstaktet. Durch die Fuelle an Straeuchern konnten wir jeden Tag aufs neue einen Topf voll Beeren sammeln. Und dann sollte natuerlich noch das Zelebrieren des Abendmahls erwaehnt werden, welches sich bis tief in die Nacht hineinzog. Gross und pompoes waren die Speisen, rund und gespannt unsere Baeuche. Daraufhin kamen Sam und David auf die Idee eine Fastenzeit einzulegen, welche mit einem kulinarischen Fest beendet werden sollte.&lt;br /&gt;Wir setzten uns eine Vorgabe von fuenf Tagen, in denen nur Wasser und wenige Himbeeren zu sich genommen werden durfte. Das Interessante war, dass wir nicht einmal Hunger verspuerten. Doch einfach die Lust zu essen veranlasste mich und David dazu den Pakt zu brechen und nach 62 Stunden uns vor den luesternen Augen der anderen genuesslich eine dicke Portion Nudeln reinzufahren. Als Sam dann nach vier Tagen auch aufgegeben hat, kam die endgueltige Erloesung aus der Selbstgeiselung in Form von Kartoffelauflauf, Pasta und Schokokuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein langsam staerker werdendes, doch immer noch dezentes, juckendes Pieksen sitzt auf meiner Schulter. Ich ignoriere es. Ich muss mich auf das undurchdringliche Gebuesch vor mir konzentrieren, auf unseren "Weg". Ist vielleicht nur ein salziger Schweisstropfen der in einer kleinen Wunde brennt. Ich kaempfe mich weiter durchrs Gebuesch. Dornen und Aeste schrammen ueber meinen Koerper. Alles kratzt und juckt. Jetzt nervt das Pieksen auf meiner Schulter doch ein wenig und ich schaue hin. Eine fette Muecke sitzt vor meinem Auge, mich mit ihrem Ruessel penetrierend und saugt ekstatisch mein kostbares Blut. Ich haue sie platt. Ihr Hinterteil platzt und mein Blut spritzt heraus. Direkt daneben sitzt schon die naechste, tief in meine Haut gebohrt und wild mit den Beinen strampelnd. Sie hat wahrscheinlich Angst bekommen, als sie gesehen hat was mit ihrer Freundin ein paar Zentimeter neben ihr passiert ist. Sie konnte den Ruessel nicht schnell genug rausziehen und "Batz" - dann ist auch sie verschieden. Ich gucke auf meine Arme und da sitzen schon wieder zehn. An den Beinen das Gleiche. Unerhoerte Angriffe von Schwaermen von Muecken - auch das ist Kanada, die gruene Hoelle. Und das Hoellenfeuer, welches einem ewige Qualen bereitet sind die Muecken. Die vier Tueten Pilze, die wir von der Wanderung mitgebracht haben, gaben uns wahrscheinlich weniger Energie, als die Muecken uns geklaut haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Typ aus Dawson, der in den Goldminen arbeitet, erzaehlte uns, dass die Gegend um aysymay relativ reich an Gold ist.  Drum habe ich mir einen Eimer voll Kies vom Ufer geschnappt und mit unserer grossen Eisenpfanne angefangen zu schuerfen. Das Erstaunliche war, dass ich schon mit dem ersten Schwung Kies einige Kruemel Gold in der Pfanne hatte. Die waren jedoch so klein, dass es sich nicht gelohnt haette sie zu behalten oder weiter zu schuerfen. Aber immerhin - ich habe mein eigenes Gold gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am naechsten Tag stand Aktion Flussueberquerung auf dem Plan. Nachdem wir empirisch festgestellt haben, dass es moeglich ist rueber zu schwimmen, begaben Sam und ich uns auf die andere Seite um ein Minifloss zu bauen. Mit vier Naegeln und ein wenig Strick fixierten wir zwei Baumstaemme miteinander. Es fun ktionierte. Basierend auf unseren mittlerweile reichlichen Erfahrungen im Flossbau zimmerten wir dann einige Tage spaeter noch eins zusammen. Unsere Bauweise wurde immer minimalistischer. Wir verwendeten fuenf Staemme aber diesmal nur noch Naegel. Und zwar nhur so viele, dass man es gerade noch so als zusammenhaengendes Konstrukt bezeichnen konnte. &lt;br /&gt;Wir Jungs planten einen Tier-Beobachtungstrip auf die andere Seite zum Wasserloch, wo alle moeglichen Tiere ihren Durst stillen. Ausgeruestet mit Kamera, Klamotten und anderem Krims Krams stetzten wir uns aufs Floss. Es wackelte unglaublich hin und her und durch unser Gewicht lagen wir viel zu tief im Wasser. Alle mussten perfekt in der Mitte sitzen und selbst dann schien es sehr wahrscheinlich, dass wir kentern wuerden. &lt;br /&gt;Mit nassem Arsch verweilten wir einige Minuten lang am Heimathafen und dikutierten einige Minuten lang, ob wir es wagen sollten oder nicht. Sam, mit seinen Haenden in ueberhaengende Aeste gekrallt, wollte nicht starten. &lt;br /&gt;"Wir schaffen das niemals. Ich sitze schon halb im Wasser. Schaut doch mal wie wir rumschwanken und das obwohl ich uns noch festhalte. Wir werden in der Mitte kentern, unsere Kameras und alle anderen Sachen verlieren und dann sterben."&lt;br /&gt;David lachte und ich hatte einen Lachanfall. Quiekend und das Paddel schwenkend schrie ich:"Los gehts ... hihihi, hahaha, wird schon gut gehen ... muahahaha."&lt;br /&gt;Ich fing einfach an zu paddeln. Die Stroemung erfasste und schon waren wir unterwegs. Kein zurueck mehr.&lt;br /&gt;"Nein, nein, richtig Scheisse! Niemals, wir schaffens niemals!", beschwerte sich Sam, allerdings nur halbernst, denn auch er fand die ganze Situation ziemlich amuesant. David und ich waren immer noch im Lachkrampf gefangen. Als wir die Haelfte geschafft haben, schrie Sam auf:"Nein, verdammt! Das Floss faellt auseinander!" Durch die Bewegungen loesten sich die Naegel aus dem vorderen Ast, welcher alle Staemme miteinander verband. Sam, der vorne sass, spreizte seine Beine, schlang sie um die beiden aeusseren Staemme und drueckte das ganze Gewurschtel wieder zusammen. In diesem Zusatand erreichten wir die andere Seite und klassifizierten diesen Trip als die lustigste Fahrt jemals. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir uns jeder einen Speer geschnitzt haben, um Baerenangriffe abzuwehren (was fuer eine toerichte Illusion), begaben wir uns auf Beobachtungsposition. Ausser Spuren von Wolf, Baer, Elch und Vogel haben wir jedoch leider nichts gesehen und so machten wir uns bei fast Dunkelheit wieder auf den Weg auf die andere Seite. &lt;br /&gt;Unser Floss war im Prinzip voellig im Arsch. Es hatte mehr den Eindruck von nebeneinander her treibenden Baeumen als von einem Floss. Aus irgend einem Grund lagen wir bei der Rueckfahrt noch viel tiefer im Wasser. Mir gings hinten ganz gut aber Sam sass vorne bis zum Bauchnabel im Wasser. Unser Floss hat sich in ein U-Boot verwandelt. Es trieb 30cm unter der Wasseroberflaeche dahin. Man hat es ueberhaupt nicht mehr gesehen. &lt;br /&gt;Ich musste wieder konstant lachen. Was fuer ein surreales Bild: Sam sitzt auf dem Wasser (und halb drin), wie Jesus der drauf rumlaeuft und paddelt sich so schwebend zur anderen Seite. Drueben angekommen ueberliessen wir den Holzhaufen sich selbst und staksten in stockdunkler Finsternis durch den Wald zurueck zum Lager.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Gemeinschaftsarbeit zerlegten wir Francis und mein Floss und verstaerkten mit dem Material das von Sam und David, sodass es vier Leute und Gepaeck tragen konnte.&lt;br /&gt;Zwei Tage spaeter verabschiedeten wir uns von unserem fast drei woechigen Zuhause und legten ab, in Richtung Dawson. Mit perfektem Wetter trieben wir dahin. Der Stewart spuelte uns in den riesigen Yukon hinein, wo ich ueber einen Monat zuvor schon mit Bubbi auf unserer SS-Recycle langfuhr. Bekannte Gewaesser also, allerdings mit diesmal unbekannten Hindernissen. Durch den niedrigeren Wasserstand war die Gefahr groesser auf Kiesbaenke aufzulaufen. Das geschah auch, was aber nicht das Problem war. Der Baum war das einzig Besorgnis erregende.&lt;br /&gt;Wir befanden uns in einem ca. 200m breiten Hauptkanal des Yukon. Einige hundert Meter vorrasu ragte ein grosser Baum schraeg aus dem Wasser heraus, mitten im Fluss. Die Wurzel hatte sich wahrscheinlich im Grund verfangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Vielleicht muessen wir dann demnaechst mal anfangen zu paddeln.", meinte Sam.&lt;br /&gt;"Ich glaube nicht, dass wir ihn treffen werden.", erwiderten wir anderen. Wir haben Wetten abgeschlossen, ob wir rechts oder links dran vorbei treiben wuerden.&lt;br /&gt;"Jungs, wir treiben genau drauf zu. Lasst uns paddeln." sagte Sam und griff nach seinem Paddeln.&lt;br /&gt;"Ich bin mir sicher wir kommen rechts vorbei.", anwortete ich und Francis meinte:"nein, ich sage links".&lt;br /&gt;David fing an zu kichern und aenderte seine Meinung:"Hihi, vielleicht treffen wir ihn wirklich."&lt;br /&gt;Sam:"... dann fang an zu paddeln!" und legte selbst los.&lt;br /&gt;Ich:"Ach Quatsch, das laeuft schon. Wie wahrscheinlich ist es, dass wir in diesem riesigen Fluss genau den Baum treffen?!"&lt;br /&gt;Francis:"Oh manV ich glaueb Sam hat recht. Wir sollten was machen."&lt;br /&gt;Sam, schon voll in Aktion:"... ja dann fangt doch endlich mal an!"&lt;br /&gt;Doch David begann einfach nur herzlichst zu lachen:"Oh ja, wir werden ihn treffen, wir werden ihn treffen. Hihi, wir werden ihn wirklich rammen."&lt;br /&gt;Ich ignorierte mein Paddel (auch weil Francis und David sich nicht ruehrten) und kramte nach meiner Kamera, um diese beinahe Kollision zu filmen, immer noch davon ueberzeugt dass wir davon kommen. Francis stand nur da und starrte auf den immer naeher kommenden Baum.&lt;br /&gt;Ich:"Ups, wir treffen ihn ja wiklich."&lt;br /&gt;Sam:"Ihr Idioten - jetzt paddelt!"&lt;br /&gt;David:"Wohin denn?"&lt;br /&gt;Sam:"Egal wohin! In irgend eine Richtung. Einfach anfangen!"&lt;br /&gt;Francis:"Ich rette nur meinen Rucksack. Jeder ist fuer sein Zeug selbst verantworklich."&lt;br /&gt;Ich:"Huhuhu ... oh man. Das wird krass!" und packte meine Kamera wieder ein, damit ich die Haende frei hatte um ein Paddel und meinen Rucksack zu schnappen, falls ich schwimmen musste.&lt;br /&gt;Sam:"Scheisseeeeeeeeeeee!!!" &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir noch ca zehn Meter weg waren, war klar dass wir kollidieren wuerden. Ich stellte mir vor,  wie das Floss in Stuecke gerissen wird, wir alle ins Wasser fallen, die Rucksaecke verlieren weil sie sich voll Wasser saugen und geradeso zu einer der Inseln schwimmen koennen und auf Hilfe warten muessen. &lt;br /&gt;Alle vier standen wir nur da und blickten dem Unheil entgegen. Die Spitze des Bootes schob sich auf den Stamm. Alles wackelte und knirschte ein wenig. Der Baum wurde komplett unter Wasser gedrueckt und wir glitten mit einem Vibrieren ueber ihm entlang. Als wir drueber weg waren, schnellte der Baum mit grossem Getoese wieder ueber die Wasseroberflaeche, wippte langsam aus und verharrte an seinem urspruenglichen Ort als ob nichts passiert waere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir starrten uns gegenseitig an und realisierten, dass ueberhaupt nichts passiert ist. David fing als erster an lautes Gelaechter hinaus zu bruellen. Wir anderen drei folgten ihm und setzten uns mit zitternden Beinen wieder hin. Lange noch amuesierten wir uns ueber den Vorfall und David spuerte noch eine halbe Stunde spaeter das Adrenalin in seinem Blut zirkulieren. Das war einfach ein sau krasses Ding!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Dawson parkten wir das Floss an der gleichen Stelle, wo die SS-Recycle ankerte.&lt;br /&gt;Wieder nutzte ich es als kostenlose Unterkunft fuer die letzten drei Tage in Dawson. Nachdem auch fuer dieses Floss Abnehmer gefunden haben, die es nach Alaska fahren wollten und ich mich noch mal so richtig in Dawson ausgetobt habe, machte ich mich auf den Weg nach Vancouver.&lt;br /&gt;Fuenf Tage habe ich gebraucht um runter zu trampen. Drei Tage davon mit einem Amerikaner in seinem VW-Bus aus den Siebzigern. Wir teilten uns den Spritpreis, den Waagen zum schlafen und hatten sehr sehr interessante Gespraeche. Er als tief glaeuber Christ und ich als Wissenschafts-Geist. Agression und Ueberzeugungswille des eigenen Standpounktes blieb jedoch groesstenteils aus, was so wunderbar an unseren Gespraechen war.&lt;br /&gt;Die Fahrt fuehrte uns entlang des Fraser Rivers, durch eine der beeindruckensten Landschaften die ich je gesehen habe. Sued BC ist einfach wundervoll und ich habe mir fest vorgenommen naechstes Jahr dort meinen Kanadaaufenthalt ausklingen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Gott sei Dank, da ist er.", sagte ich zu mir, als ich den roten Van unter der S-Bahnschiene von Richmond entdeckte, wo Alex ihn laut seiner Beschreibung geparkt hatte. Ich bin nicht rechtzeitig angekommen, um ihn persoenlich zu uebernehmen. Alex ist zwei Tage vor meiner Ankunft zurueck nach Deutschland geflogen. Diese ganze Situation war hoechst riskant. Der Waagen stand in oeffentlichem Raum, ohne Nummernschilder, nicht angemeldet und versichert. Doch das ging gluecklicherweise gut. Als ich aber durch die Papiere blaetterete, fand ich ausser alten Reperaturechnung nur einen handgeschriebenen Kaufvertrag, auf dem ich unterschreiben sollte. Kein Fahrzeugbrief und kein Transfer Form, welches man bei einem Fahrzeugverkauf in BC braucht. Sofort machte ich mich auf zum naechsten Broker und legte ihm alle Papiere die da waren auf den Tisch. Er meinte, dass die Registration und das Transfer Form auf jeden Fall da sein muessen. &lt;br /&gt;"Verdammte Riesenscheisse" war mein einziger Gedanke. Drei Dinge sind fuer eine Autouebergabe wichtig: das Auto, die Registration und das Transfer Form. Zwei davon waren nicht da. Da es schon spaet war, legte ich mich erst mal schlafen. Die erste Nacht in meinem neuen Heim. Am naechsten Tag rannte ich durch die heisse Stadt, redete mit vielen Brokern, schrieb viele Emails und fragte bei allen moeglichen Geschaeften und Restaurants in der Naehe nach, ob ich den Waagen auf deren Privatgrundstueck parken darf. Das wuerde zumindest erstmal verhindern, dass das Auto abgeschleppt wird. In diesem Fall haette naemlich Alex selbst es vom Abschleppdienst abholen muessen, was er nicht gemacht haette, weil er in Deutschland ist. Bei einer Lager-Gebuehr von 50 Dollar pro Tag waere der Van fuer immer verloren gewesen und meine 800 Euro auch, die ich schon bezahlt habe. &lt;br /&gt;Beim fuenften Versuch hatte ich Glueck. Die super netten Jungs von Kaltire, eine kanadische Autowerkstatt-Kette, sagten ich koenne das Auto in ihrem Hinterhof parken. Also bin ich den Kilometer zu denen gefahren und hoffte dass die Polizei nichts bemerkt. Alles ging gut. &lt;br /&gt;Alex musste mir also nur die Registration per Post zuschicken und die Unterschrift auf dem Transfer Form konnte ich faelschen. Da das allerdings ca. zwei Wochen dauern wuerde, bgeschloss ich in der Zwischenzeit mal Vancouver auszuchecken. Richmond liegt direkt neben Vancouver. Biede Staedte gehen nahtlos ineinander ueber und von Vancouver habe ich noch nichts gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sass am Donnerstag in der Bibo in Richmond am PC und regelte die letzten Angelegenheiten fuer den Van, als ich eine eMail von Gwen bekam, die ich in Dawson kennen gelernt habe. Ich habe ihr versprochen, dass ich wenigstens auf eine der Shambhala Afterpartys gehen werde, wenn ich schon nicht nach Shambhala selbst komme. Sie schrieb mir, dass Freitag bis Sonntag auf Cortes Island diese besagte Party stattfindet. &lt;br /&gt;Voellig euphorisch ging ich zu einer Bibliothekarin und liess mir von ihr erklaeren, wie ich nach Cortes Island komme. Auf meine Frage, wie ich zum Hafen komme sagte sie:"Wenn du in 45min wieder an der Bibo bist, kann ich dich hinfahren weil ich genau dort wohne."&lt;br /&gt;Ich bedankte mich herzlichst und sprintete los. In 20min Rannte ich die drei Kilometer zurueck zu meinem Van, packte ein paar Sachen in meinen Rucksack, rannte zur S-Bahn, fuhr 2 Stationen und rannte weiter zur Bibo. Ich habe zehn Minuten laenger gebraucht als vereinbart doch Marianna war noch da, gerade dabei loszufahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf Vancouver Island angekommen bekam ich sofort eine Mitfahrgelenheit und noch eine und noch eine. Unglaubliche fuenf Minuten wartete ich auf der gesamten Strecke nach Campbell River. Dort gings weiter mit der Faehre nach Quadra Island. &lt;br /&gt;Auf der Ueberfahrt lernte ich Gill, Brittany, Kati und Brendon kennen, mit denen ich weiter gefahren bin. Nach einer Nacht und tollen Unterhaltungen bei Katis Cousein fuhren wir am Freitag Morgen mit der ersten Faehre weiter nach Cortes Island, wo die Party in der Carrington Bay stattfand. &lt;br /&gt;Die Insellandschaft um Vancouver Island ist einfach nur berauschend. Das letzte Mal hatte ich dieses Gefuehl bei der Ueberfahrt nach Samothraki. Voellig hippelig und aufgedreht wie ein Junge bei seinem ersten Schultag flitzte ich von Deck zu Deck, um diese traumhafte Maerchenlandschaft in mich aufzusaugen, mit ihr zu verschmelzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe langsam den Verdacht, dass ich den Sinn fuer eine Vorahnung habe, ob mir ein Ort gefaellt oder nicht. Das war bei Samothraki so, bei Meteora und nun bei Cortes Island. Schon auf dem Boot haben wir andere Partygaenger getroffen, die alle mit einer liebevollen Umarmung begruessten. Alle hatten Schmetterlinge im Bauch wegen des bevorstehenden Raves. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Auto fuhren wir die Waldpiste bis zum Ende, bis es nicht mehr wirklich mit einem Fahrzeug weiter ging und liefen die restliche halbe Stunde bis zur Carrington Bay. Ich kam an und war berauscht von dem Ort. Wundervolle Natur, eine kleine Piratenbucht, alles ueberwuchert mit antikem Nadelwald und in dem Spiel aus Gewaechsen und Landschaften war die Buehne und die wilden Campingplaetze. Ich traf einige Leute aus Dawson wieder und zusammen bereiteten wir uns auf die Party vor. Ich hatte keine Ahung was im Endeffekt draus werden wuerde. Ich versuche mal das Wochenende in Worte zu fassen: Es war wild. Es war ausgesprochen wild! Es war die unglaublichste Party, die ich jemals mitgemacht habe. Die Leute sind ausgerastet, voellig durchgedreht. Aber in positivem Sinne. Eine Berauschung der Sinne und des Geistes in hoechstem Masse. Ich habe alle drei Abende mindestens 5-8 Stunden nonstop durchgetanzt und war danch fix und fertig. Selbst als ich halbtot im Bett lag und die Musik sich ihren Weg durch meine Ohrenstoepsel suchte, zuckten meine Zehen mit dem Beat. Ich habe eine neue Musikrichtung fuer mich entdeckt, mit der ich zuvor noch nie in Kontakt gekommen bin: Dubstep. Ich bin einfach im Rhytmus zerflossen und mein Inneres hat sich nach aussen gestuelpt. Es war einfach hammerhart. Hammerhart geil!&lt;br /&gt;Das Thema der Party war "Piratenparty". Am Samstag sind alle mit Saebeln und Augenklappen und Piratenklamotten rumgelaufen. Aber es war nicht einfach nur ein Thema. Es war nicht gespielt. Die Party war wirklich eine Piratenparty. Es war einfach echt! Voellig verrueckt. Es lagen bestimmt acht Boote in der Bucht vor Anker. Ein Kutter ist tatsaechlich unter Piratenflagge gefahren. Jeder hat eine unglaubliche Menge an Liebe ausgestrahlt. Man hat sich nicht fremd gefuehlt, unter niemandem der da war. Wie eine riesige Familie. Es waren aber auch nur ca. 500 Leute. &lt;br /&gt;Tja, was kann ich noch sagen? Es war einfach perfekt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-7328816202307149131?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/7328816202307149131/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=7328816202307149131' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7328816202307149131'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7328816202307149131'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/08/kanada-dawson-und-2-flosstour-nach.html' title='Kanada - Dawson und 2. Flosstour nach Maysymay'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-4292039852773639548</id><published>2010-08-25T21:56:00.002+02:00</published><updated>2010-08-25T21:59:52.872+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Vancouver</title><content type='html'>Nur ne kurze Info, dass ich erst mal Fotos hochgeladen habe und jetzt die Tage dann den neuen Eintrag schreibe. Viel Spass !!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ps: Bin in 5 Tagen von Dawson nach Vancouver runter getrampt, um meinen Van abzuholen. Der ist auch da, nur fehlen die Papiere. Alles grad en Bissl Scheisse!!!! Bin angepisst, krieg das aber schon irgendwie geregelt. Muss ich mich halt mit den Behoerden rumschlagen. Fahr die naechsten Tage nach Vancouver Island und dann in 3 Wochen zurueck nach Fort Sankt John, wo die Arbeit auf mich wartet.&lt;br /&gt;Halleluja!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-4292039852773639548?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/4292039852773639548/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=4292039852773639548' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4292039852773639548'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/4292039852773639548'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/08/kanada-vancouver.html' title='Kanada - Vancouver'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-5246398119495736486</id><published>2010-07-21T03:27:00.000+02:00</published><updated>2010-07-21T03:28:25.392+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Dawson City</title><content type='html'>Das letzte Wochenende war krank. Ueber der ganzen Stadt lag eine Gras- und Alkoholwolke, keiner hat geschlafen und das Stichwort war PARTY - das Dawson City Music Festival hat stattgefunden. &lt;br /&gt;Ich und ne Ganze Menge anderer Freunde haben Freiwilligenarbeit geleistet und dafuer den Weekend-Pass bekommen. Am Anfang war ich ein Bisschen angepisst, weil ich am Freitag nur am Biergarten-Eingang stand und Ausweise kontrollieren und mit Leuten rumdiskutieren musste und keine der Shows sehen konnte. Da war ich eine kostenlose Arbeitskraft und hatte vom Festival an dem Tag NICHTS. Doch der Samstag war klasse. Ab 19.00 Uhr hatte ich frei und habe mir die Beine aus der Gelenkpfanne getanzt. Alle waren sooo gut drauf! Und der Sonntag war genauso mind-blowing. Ich habe wieder zu allen Auftritten arbeiten muessen, allerdings war ich diesmal direkt vor der Buehne stationiert und musste aufpassen, dass niemand in den Backstage-Bereich geht und dazu hatte ich noch explizite Anweisung von meinem Boss zu tanzen! Wie gesagt so geschehen. Einfach unglaublich. Das Unglaublichste waren aber die 15min Seelen-Fusion, die ich mit einem Engel hatte. &lt;br /&gt;Schon Tage zuvor ist mir eine junge Frau aufgefallen, bei deren Anblick sich meine Aorta geweitet hat und das Blut in meinem Hirn pulsierte, sodass mir fast schwindlig wurde. Und genau dieses Maedel kam zu mir und fang an zu tanzen wie ich es noch nie gesehen habe. Sie hatte sowas von haargenau den gleichen Stil wie ich und wir tanzten aufeinander zu und verschmolzen zu einem Knaeul aus menschlichen Gliedern, ohne uns auch nur einmal beruehert zu haben.  Das war ein Flow, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Nach diesem metaphysischem Erlebnis fluesterte ich ihr ins Ohr, dass ich noch nie mit einem Menschen so getanzt habe und die letzten 15min die schoenste Kombination von Musik und Bewegung mit einer anderen Person war, die ich mir vorstellen kann. &lt;br /&gt;Seit dem habe ich sie nicht noch mal gesehen, muss aber unentwegt an sie denken. Man kann sich doch wohl kaum innerhalb von wenigen Minuten in einen Menschen verlieben. Doch genauso fuehle ich mich. Bestimmt ein seltenes Ereignis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem der letze Act dem Publikum die letzte Kraft geraubt hat, sind viele zum Pavillion am Fluss gestroemt, um dort die Afterparty zu feiern. Genau am Pavillion lag unser Floss geankert, mit meinem Zelt drauf, in dem ich seit der Ankunft in Dawson schlief. &lt;br /&gt;Am Ufer sass eine Gruppe von 15 Leuten, die sich einen Spass daraus machten Steine aufs Floss und mein Zelt zu werfen. Das ist die vorher gehenden Tage schon passiert mit dem Ergebnis von vielen Loechern in meinem Oberzelt. Genau diese Gruppe habe ich Mittags schon freundlich gebeten keine Steine zu werfen, doch sie taten es wieder. Das hat meine Wut auf geistig vergiftete Menschen zum ueberquellen gebracht, woraufhin ich einen totalen Anfall bekam und diese Idioten oben vom Flutdamm aus aufs uebelste beschimpft habe. Daraufhin hat sich die Haelfte des Alkohol verseuchten Abfalls zu mir in Bewegung gesetzt, um mich ordentlich zu verkloppen. Das war natuerlich trotz der ziemlichen Ueberzahl einigermassen laecherlich, da die sich kaum auf ihren Beinen halten konnten, waehrend ich vielleicht 2 Glaeser Wein im Blut hatte. Auch hatte ich gar keinen Bock mich zu dreschen. Ich sagte, dass ich nur meinen Standpunkt klarmachen wollte und sie sich gefaelligst verpissen sollten. Das gefiel dem Glatzkoepfigen nicht so gut, woraufhin er in meinen persoenlichen Bereich eindring und mir mit seiner Stirn das Gesicht zerschmettern wollte. Ich wich aber aus und klatschte ihm derart hart ins Gesicht, dass er von den Fuessen flog und auf dem Arsch landete. Verdutzt sass er da und stand wieder auf, um das Spiel fort zu fuehren. Nach einer kleinen Verfolgungsjagd ueber die Wiese schwang ich mich um einen Baum rum und trat ihn mit einem Kung-Fu-Kick in die Brust, sodass er drei Meter weit geflogen ist und erstmal reglos auf dem Ruecken liegen blieb. &lt;br /&gt;Seine Spasti-Freunde wollten dann alle auf mich los, doch ein Maedchen hat einfach angefangen mich zu umarmen und das hat die ganze Situation aufgeloest. Sie haben sie noch bespuckt und sind dann abgezogen.&lt;br /&gt;Und warum habe ich das jetzt mit einer so detailhaften heroischen Art und Weise geschrieben??? Weil ich mich genauso gefuehlt habe. Ich habe es so dermassen genossen diesen Wichser zu zerlegen fuer seine schaendliche Art und Weise sich durchs Leben zu vergewaltigen und anderen Wesen und Gegenstaenden Schaden zuzufuegen. Noch nie habe ich Hand an jemanden angelegt. Es gab einige Situationen, wo es gerechtfertigt gewesen waere, doch noch nie musste ich einer wirklichen Atacke ausweichen und mich verteidigen. Diese Genugtuung, die ich empfand, war wie ein Sieg gegenueber all der Diebstaehle und Widrigkeiten, die ich immer mal wieder auf meiner Reise erfahren musste. &lt;br /&gt;Oft hasse ich die Menschen, noch oefter liebe ich sie. Das Problem ist, dass 99 gute Erfahrungen von einer schlechten mit einem dezenten schwarzen Schleier ueberdeckt werden. Das Schlechte sticht oft am meisten hervor und laesst schnell Verallgemeinerungen gegen ganze Gruppen hervor wuchern. Und das ist einfach schade. Man verliert das Vertrauen zum Naechsten. Jeder wird zum potentiellen Feind. Ich versuche jedes Mal wieder diese Empfindung beiseite zu schieben, doch mit jeder geklauten Kamera, mit jedem mutwillig zerstoerten Gegenstand klopft der Hass gegen die Menschheit an. Ich kann nur hoffen, dass mich zukuenftige schlechte Erfahrungen nicht auf den Pfad zur dunklen Seite der Macht hinabzieht und ich ein Sith Lord werde. Ich wollte doch immer ein Jedi sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun da das Festival vorbei ist, alle todmuede sind, niemandens Stimme mehr so klingt wie vorher und das Mojo neu aufgefuellt werden muss, sitze ich hier und denke an die naechsten Tage. Morgen werde ich zum Tombstone Nationalpark trampen und eine Woche durch die Tundra-Berge wandern. Danach gibt es verschiedene Moeglichkeiten. Wahrscheinlich trampe ich zum Stewart River, laufe durch den Busch bis zu einem Treibholzstapel, wo David und Sam (zwei Deutsche Fritzen) jetzt gerade ein Floss bauen und auch fuer mich ein paar Staemme vorbereiten. Diese werde ich zu einem kleinen Floss zusammenbinden und den beiden hinterher fahren, bis zu einem verlassenem Hippie-Dorf mitten in der Wildnis, wo die beiden auf mich warten. Dieses Dorf wurde im geheimen im 2. Weltkrieg von Hippies und Kriegspazifisten geschaffen, welche nicht am groessten Schwachsinn des letzten Jahrhunderst teilnehmen wollten. Heute ist das Dorf verlassen, wohl aber noch in einem guten Zustand und dort wollen wir dann 3 Wochen in der Wildnis chillen und angeln und Beeren sammeln und einfach die Abgeschiedenheit geniessen. Wir wollen auf das grosse Floss eine kleine Blockhuette bauen und damit wieder zurueck nach Dawson fahren. Von dort trampe ich dann nach Vancouver und kaufe mir einen Van, den mir ein Deutscher vermachen will. Das wird die erste Investition fuers Morchel-Bussiness. Mann kann perfekt zu dritt drin schlafen und ein Haufen Sachen mitnehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht besteht die Moeglichkeit, dass ich in Dawson ein Motorrad kaufe, dass ich dann in Vancouver gegen den Van eintauschen kann. Mal schauen wie das mit Fuehrerschein und Versicherung ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach uebrigens, das habe ich beim letzten Mal vergessen. Am Morgen nachdem Bubbi und ich in Dawson angekommen sind, wurden wir von den vielen Schaulustigen geweckt. Dabei war ein Kamerateam, die uns interviewen wollten. Es stellte sich heraus, dass die Jungs vom ARD waren und eine 90 minuetige Doku ueber Kanada drehen. Thomas Roth (New York Korrespondet), den viele aus den Nachrichten kennen, hat uns 15min lang interviewt und gesagt, dass die Doku am 3. und 4. Januar im ARD ausgetrahlt wird. Also, ausnahmsweise mal fleissig TV gucken!!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis spaeter Folks!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-5246398119495736486?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/5246398119495736486/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=5246398119495736486' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/5246398119495736486'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/5246398119495736486'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/07/kanada-dawson-city.html' title='Kanada - Dawson City'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6911604687856006466</id><published>2010-07-16T03:15:00.000+02:00</published><updated>2010-07-16T03:16:20.512+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Yukon Flosstour</title><content type='html'>Vor ca. acht Jahren, in einer der heissesten Fernwehphasen meines Lebens, stoeberte ich in der erfurter Bibonach Reisebuechern. Dabei stiess ich auf eines der besten Buecher, die ich je gelesen habe:"Abegefahren - In 16 Jahren um die Welt". Das war genau der richtige Stoff um das schwarze Loch zu fuettern. Die verfasser haben mir mit ihrere Lebensgeschichte eine Ursicherheit einverpflanzt, nach der alles erdenkliche aus der menschlichen Ideenwelt in irgend einer Weise moeglich und machbar ist. Eines ihrer groessten Projekte war in Dawson ein Floss zu bauen und ihre Motorraeder so darauf zu montieren, dass sie mit Hilfe der Maschinen ein Schaufelrad betreiben und somit den Yukon wie die alten Dampferbis nach Alaska befahren konnten.&lt;br /&gt;Ich war natuerlich tief beeindruckt. Ohne irgend eine Art von Ingenieursausbildung ein relativ grosses Boot zu bauen, mit Antrieb, Steuerung und anderem Schnick-Schnack passte so gar nicht zu der mir bis dahin vermittelten Herangehensweise fuer alles Zertifikate, Meisterbriefe, Ausbildungen, Lizensen und dergleichen zu benoetigen um irgendetwas auf die Beine stellen zu koennen. ``Learning by doing`` und ``do it yourself`` basierend auf gesundem Menschenverstand, logischem Denkvermoegen und Kreativitaet, aus der orgasmisch die phantastischsten Ideen ein Einfaelle ejakulieren - die Lebensprinzipien haben mich am meisten an dem Buch fasziniert und inspiriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor fuenf Jahren lernte ich Bubbi kennen und wir wurden gute Freunde. Eines unserer Hauptinteresse war das Reise, und zwar das abenteuerliche. So ist es nicht verwunderlich, dass dass er mir eines Tages von genau dem gleichen Buch erzaehlte. Traeumerisch liessen wir unsere Gedabken schweifen und sagten uns:``Mit nem Floss den Yukon runter fahren, sowas muesste man mal machen.`` Aus dem ``muesste man mal machen`` wurde ein ``muessen wir machen`` und zwar genau dann, wenn ich irgendwann auf meiner Reise in Kanada landen wuerde. Bubbi kaeme dann rueber geflogen und wir wuerden diesen Traum Wirklichkeit werden lassen.&lt;br /&gt;«es gab einen Handschlag drauf, wahrscheinlich ein, zwei oder mehr Bier, um den Pakt zu besiegeln und damit stand der Plan auf unserer ``was will ich machen, bevor ich sterbe``-Liste, auch to-do-list genannt. Das war so ungefaehr vor vier Jahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir von unserem USA-Trip zurueck in Fort Sankt John waren, packten wir unseren Rucksack und standen am naechsten Tag an der Strasse. Vier Stunden hats gedauert, bis das erste Auto hielt. Der eine Typ sah aus wie Knechtruprecht - langer weisser Rauschebart und einen Bauch, in dem Platz fuer Sechslinge war. er andere, sein 78 jaehriger Bruder, strahlte eine angenehme Gelassenheit aus und grinste verschmitzt die gesamte, als ob er sich in seinen Erinnerungen suhlte, bei denen er in seinen Jugendjahren die schweinigsten Dinge mit den unmoralischsten Maedchen veranstaltete. Davon handelte auch vieles des Gesagtem.&lt;br /&gt;Es war so schon lustig den beiden zuzuhoeren aber als unterwegs der Scheibenwischer abbrach und Knechtruprecht etwas grantik wurde, bekam die Fahrt noch mehr Witz. Jedes dritte Wort war ``fuck`` oder eine Abaenderung davon. Das hat sich ungefaehr so angehoert:``Fuck! You motherfucking Cocksucker. I fuckin got ya, fuckin bitch!``&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In fort Nelson bauten wir gerade unsere Zelte neben dem Baseball-Platz auf, als als ein kleines Auto vorfuhr und zwei junge Quebecois ausstiegen. Mit denen sind wir am naechsten Tag nach Whitehorse gefahren und haben unterwegs Halt an den Liard-Hotsprings gemacht. Diese heissen Quellen sind einer der schoensten Orte, die ich je zu Gesicht bekam. &lt;br /&gt;Erst laeuft man ueber einen Holzsteg waldiges Sumpfgebiet, was sich dann in richtigen Wald mit dem saftigsten Farn was die Menschheit je gesehen hat, umwandelt. Und dort liegt in der schoensten Idylle ein heisser See. Kochendes Suesswasser tritt unter einem Felsvorsprung hervor, und mischt sich mit eiskaltem Wasser einer Quelle, die vier Meter daneben zwischen den Wurzeln eines Baumes heraussprudelt.&lt;br /&gt;Am Ende des Sees laesst es sich bei Whirlpool-Temperatur stundenlang aushalten und war drauf steht, kann sich nahe der Quelle die Eier hart kochen.&lt;br /&gt;Bubbi und ich waren so angetan von der Sache, dass wir uns fest vorgenommen haben im Winter bei minus 40 Grad nochmals diese herrliche Waerme Mutter Naturs zu geniessen. Allein dafuer lohnt sich ein Trip nach Kanada!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir die erste Baustelle in Whitehorse nach Baumaterialien fuers Floss durchstoebert haben, sichtete ich ihn. Er sass mit gelbem Blumenkranz auf dem Haupt in Gesellschaft von Moira auf der Wiese rum, dieser Transformierte, dieser Hippie, der Andi, die Spinne. Wir verabredeten uns gleich zum Barbeque bei Moiras Freundin und machten uns dann wieder auf den Weg zur Muellsuche. &lt;br /&gt;Urspruenglich wollten wir das Floss aus Baeumen bauen, aber ich hatte die Idee Holzpaletten zu verwenden und als wir feststellten wie einfach es war diese zu bekommen, entschieden wir uns letztendlich nur Muell zum Bau zu verwenden.&lt;br /&gt;Die naechsten zwei Tage verbrachten wir damit zu scouten. Wir liefen das Gewerbegebiet kreuz und quer ab und fragten jeden Grossmarkt um welchen Muell wir ihn erleichtern koennten. Andi hat uns mit Moiras Truck alle Gegenstaende zum Bauplatz gefahren. Und hiermit danken wir ganz herzlich: Canadian Tire fuer die 12 Paletten, Walmart fuer Blasenfolie und Schaumplatten sowie den netten Schreiner fuer seine Bretter. Und dann konnte es losgehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst einmal legten wir die Paletten auf unterschiedliche Art und Weise aus, um zu schauen wie gross das Floss ueberhaupt werden sollte. Nach zehn minuetiger Absprache hatten wir eine Konstruktion im Kopf, die ungefaehr hinhauen sollte und dann fingen wir einfach an drauf los zu nageln. Zwei mal drei Paletten aneinander gelegt und in der Mitte mit einem langen Brett (das Schwert) vernagelt. Dann das Styropor zurecht geschnitten, in die Paletten gestopft, die Schaumpletten drauf genagelt und dann das ganze Ding umgedreht.&lt;br /&gt;Da wars noch ziemlich lavede. Aber als die zweite Palettenschicht draufkam und alles mit Quer- und Laengsbrettern so richtig verschweisst wurde, wirkte das ganze schon wie eine richtig robuste Plattform. &lt;br /&gt;Dann haben wir alle offenen Seiten der Paletten versiegelt, damit das Styropor nicht wieder rauskam, den Segelmast bis tief ins Herz des Flosses bombenfest eingefuegt, die oeberste Schicht mit Sperrholzplatten als Fussboden versehen und Segel und Ruder gebaut. Somit war das Floss im Prinzip nach drei Tagen fertig.&lt;br /&gt;Am Abend vor der Abfahrt war ich noch mal auf der Suche nach ein paar Kleinigkeitenund entdeckte im Hinterhof eines Moebelhauses viele Bretter und eine Couch. Ich fragte den Manager, ob wir einige Bretter bekommen koennten. Doch er sagte, dass sie noch benoetigt wuerden. ``Und wie siehts mit der Couch aus?`` - ``Die koennt ihr haben, ich schmeisse sie nur weg.``, sagte er. Also haben wir uns einen Trolley vom Walmart ``ausgeborgt`` und die Couch zu unserem Platz transportiert. Und damit waren wir bereit fuer die bequemste Reise in einer der wildesten Gegenden der Erde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ueberschattet wurde die Whitehorse-Zeit nur von einem Diebstahl. Zwischendrin wurden uns naemlich die Hammer, Seile, Saege, Axt, Schwimmweste - und was das Schlimmste war: die 1,75l Flasche Vodka, die uns Calvin auf dem Texastrip gekauft hat, gestohlen. Das hiess natuerlich, dass wir uns neue Werkzeuge kaufen mussten und dadurch unsere Kosten fuer den Flossbau von 60$ auf unglaubliche 100$ anstiegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Morgen der Abfahrt beluden wir unser Floss mit den 70kg Essen und 100 Dosen Bier, die wirt eigentlich auf der Fahrt an verzweifelte Kanuten vetreiben wollten. Leider haben wir nur drei verkauft, also mussten wir gezwungenermassen den Rest selsbt trinken. Was fuer eine Tragik! &lt;br /&gt;Moira und Andi kamen zum Abschiedsfruehstuck und dann haben wir abgelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ersten 100m aufm Fluss waren fuer mich die mulmigsten. All unsere Gegegenstaende, Essen und Gesoeff auf einem selbst gebauten Floss mit sofort einsetzender Warp-Geschwindigkeit von mindestens 5km/h und einer Wassertemperatur von ca. fuenf Grad - da ueberdenkt man schon noch mal kurz, ob nicht jeder Nagel auch gut sitzt. Doch schon nach wenigen Minuten Gewoehnungszeit entspannten wir uns, rissen die Kleider vom Leibe, aalten uns nackt auf der Couch und taten das, was wir die naechsten 18 Tage mehr oder weniger taten: lesen, schlafen, essen, trinken, mit dem Fernglas rumgucken. &lt;br /&gt;Unser erster Abend kurz vor Lake Laberge war der Muecken reichste. So schnell wies ging Zelt aufbauen, im Kreis joggend Zaehne putzen und pullern - und trotzdem mussten wir literweise Blut opfern. Doch bei dieser Massenatacke bliebs zum Glueck auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Stroemung wurde weniger und weniger, bis kaum mehr Bewegung festzustellen war. Wir befanden uns am Schlund zur Hoelle des Yukon. die gefuerchteten Gewaesser des Lake Laberge, wo gute Seefahrer - Kanuten wie Schaufelraddampfer zerschellen, untergehen, verschwinden. Wo Legenden von minuetlich sich aendernden Fallwinden sprechen, von ploetzlichen Stuermen, die bis zu zwei Meter hohe Wellen auftuermen und selsbt die groessten Schiffe in die Knie zwingen. Da waren wir nun, mitten im bedenklichsten Abschnitt unserer Reise.&lt;br /&gt;Doch wir glitten seicht bei Sonnenschein, leichter Brise von hinten, mit erstmals gespanntem Segel gediegen auf den See hinaus und genossen ein Bier.&lt;br /&gt;Schnell stellten wir fest, dass unser Segel ein ueberlebenswichtiger Teil des Bootes war. Den ueber 50km langen See paddelnder Weise zu ueberwinden, waere eher eine Wochenaufgabe fuer Ironman gewesen.&lt;br /&gt;Nach der ersten mehrstuendigen Flaute zeigte Laberge Anzeichen von Spontanitaet. Ziemlich abbrupt endete die Flaute und Wellen kamen auf. Mit zunehmender Besorgnis schwappte mit jeder atackierenden Welle mehr Wasser aufs Boot. Vorne an Deck schwimmten bereits Ketchup und meine Apfelstrudel umher, die ich spaeter deswegen notschlachten musste. Was fuer eine Tragik!&lt;br /&gt;Das war Anlass genug am Strand anzulegen, Schaeden zu beheben und den weiteren Kurs zu besprechen. Und gerade als wir landeten, brach die Verlaengerung unseres Segelmastes. Besser dort als auf See.&lt;br /&gt;Wenige Stunden spaeter lagen wir schlafend, verpackt in unsere Schlafsaecke auf der Couch, langsam dahintreibend mitten auf dem See und warteten auf Wind. So vergingen die naechsten zwei Tage - einer schlief auf der Couch, der andere sass auf auf der Lehne, das Ruder in der Hand mit Kurs auf Norden. Und das war der schoenste Teil der Reise - in den Nachtstunden bei kraeftigem und hohem Wellengang mit MP3-Player im Ohr in die aufgehende Sonne zu segeln und zu sehen, dass das Floss, das Segel, einfach alles so funktionierte, wie es sollte. &lt;br /&gt;Wir empfanden das Glueck von stolzen Seefahrern, von Erfindern und Abenteurern. Nicht einmal das heraufschwappende Wasser machte uns mehr Sorgen, daran hatten wir uns laengst gewoehnt. Mit jedem Wellenberg gings hoch und ins Tal wieder runter. Dabei stiess die Spitze in die naechste Welle und lud eimerweise Wasser aufs Floss. Doch rational gesehen war das gar kein Problem.Es lief logischerweise einfach wieder runter. Wir hatten kein Kanu, das umkippen oder volllaufen kann. Das Einzige was haette passieren koennen war, dass es in zwei Teile reisst. Doch selbst wenn, dann hat man eben zwei Floesse auf die man sich retten kann. Wenn also ein Boot untergeht, dann sicher nicht unseres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Das sieht aus wie ein Floss", sagte Bubbi, als wir das zweite Mal auf der gesamten See-Passage anlegten und am Strand langliefen, um uns die letzten 5km des Sees anzuschauen. "Niemals! Wer traut sich denn auf diesem Muellhaufen einen See mit erfrierungswuerdiger Temperatur zu befahren?". Doch dann lagen dort auch noch Rucksaecke rum. Es war tatsaechlich ein floss und die dazu gehoerigen Besitzer kamen auch sogleich aus der ersten Baumgruppe ehrvor - zwei Oesterreicher, etwas aelter als wir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Waaaaahhhhhh, ihr habt ein floss. Wir auch! Wo kommt ihr her, wo geht ihr hin, ...?". Und so erzaehlten wir unsere und sie ihre Geschichte.&lt;br /&gt;Manuel und Christian, beide beim Bundesheer, auf einem hardcore Ueberlebenstrip. Fuer ca. 40 Tagen wollten sie sich durch die kanadische Wildnis schlagen. Zu essen solte es nur das geben, was sie mit ihrer Angel und der Armbrust fingen. Als Notfallreserve hatten sie 4kg Reis, Tabasko und Vitamintabletten. Sollten sie nichts fangen, wuerden sie alle 4 Tage jeder 200g Reis bekommen - dann reichen die Reserven fuer 40 Tage. Als wir sie trafen waren sie gerade dabei die zweite Portion Reis zu essen. Alles was sie bis dahin erlegten war eine kleine Wachtel, die bei zwei Muendern wahrscheinlich einfach auf der Zunge vaporisierte und nichts als einen zarten Hauch von Geschmack hinterliess. Naehrwertgehalt: eine halbe Stunde maschieren. Manuel hat sich nur fuer diesen Trip extra 10kg Koerpergewicht angefuttert. Davon war schon nichts mehr da. Sie sagten, dass selsbt 100m zum Kackplatz laufen eine Pause und sehr viel Atem benoetigte. &lt;br /&gt;Der erste Teil ihrere Reise bestand darin neben Lake Laberge im Wald nach Kompass und Karte bis zum Wiederbeginn des Yukon zu wandern. Jeder mit 35kg Marschgepaeck.Wer schon mal im kanadischen Dschungel unterwegs war, weiss, dass man dafuer am besten eine grosse Motorsaege mitnimmt, weil man sich durch eine kratzige Wand aus Tannen und Dornenbueschen, beheimatet von Milliarden von Muecken, durchkaempfen muss. Deswegen schafften sie auch an einem Tag nur 5km und gaben ihr Unterfangen nach der Haelfte der Seelaenge auf. &lt;br /&gt;Sie bauten sich ein Behelfsfloss aus Staemmen und Seilen, welches ihnen auf dem See fast auseinander fiel, wo permanent alles nass wurde und mit dem sie teilweise nur 1km pro Tag vorrankamen. Am Ende des Sees wollten sie aus diesem ein richtiges Floss bauen und von dort den yukon bis nach Pelly Crossing fahren. Von dort an sollte es wieder wandernder Weise am Pelly River entlang die 150km bis zum Highway gehen. Alles in allem also zwei richtig, richtig harte Jungs! Respekt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleichtert waren wir als die Stroemung zunahm und wir endlich wieder im Yukon waren. Unsere erste Zwischenbillanz: Wir brauchten drei Tage fuer den See, obwohl wir mit mindestens einer Woche gerechnet haben. Das Segel war dabei unser Rueckrat. Alles lief drei mal so gut wie erwartet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richtige Wildwest- und Goldrausch-Stimmung kam in Fort Selkirk auf, ein kleines verlassenes Dorf, das derzeit nur noch als Camp und historische Besucherstaette dient. Ein Indianer haelt alles in Schuss und heisst Reisende, die nur ueber den Fluss kommen koennen, willkommen. Uns gefiehl es dort so gut, dass wir in Selkirk unseren einzigen Ruhetag einlegten. Nicht dass wir Ruhe gebraucht haetten, aber es gab einfach zu viel dort zu erforschen. Man konnte in alle Haeuser und Kirchen reingehen, unzaehlige Fotoalben aus dem spaeten 19. Jahrhundert durchstoebern und einfach diese Abgescheidenheit und Stille geniessen. &lt;br /&gt;Ich koennte mir vorstellen dort mit ein paar Freunden mal ein ganzes Jahr zu leben, den kanadischen Winter im Nirgendwo mitzumachen und einen Hauch von Frontier einzuatmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Abends sahen wir Zelte am Ufer stehen. Da wir nur ca. alle fuenf Tage Menschen zu Gesicht bekamen und Jeden Kontakt freudig begruessten, fingen wir an wie die wilden zu paddeln, um auch unser bier loszuwerden. Leider bewegt man so ein grosses Floss mit beschissener Stromlinienfoermigkeit nur im Schneckentempo. Deswegen brauchten wir fuer jede Flussueberquerung ein paar Kilometer in Abwaertsrichtung. So schafften wir es fast nicht und mussten ein paar hundert Meter weiter unten am zwei Meter hohen abbrechenden Steilufer anlegen, wo die Stroemung ziemlich hoch war und das Anlegen dadurch zur Tagesmission wurde. &lt;br /&gt;Bier hat dann doch keiner gekauft aber wir hatten eine nette Unterhaktung und haben den beiden Berlinern beim Goldschuerfen zugeschaut. Natuerlich findet man was aber das sind eben nur wintzige Flocken. Die richtig heisse Aktion dieses Tages kam beim Ablegen. Ich stieg runter aufs Boot und versuchte es etwas Flussaufwaerts zu ziehen, damit Bubbi das Seil losmachen und aufspringen konnte. So weit so gut, aber als er den Knoten oeffnete, merkte ich erst wie stark die Stroemung ist und das Floss driftete langsam nach aussen weg. Ich schrie zu Bubbi er solle aufspringen, doch dann verhedderte sich sein fuss im Seil und er fing an panisch zu werden. ich konnte das Boot nicht halten und sprang ins Wasser, um zu versuchen es von hinten zu halten. Leider gings zu schnell zu tief rein, sodass ich den Boden unter den Fuessen verlor und so war ich derjenige, der sich am Floss festhalten musste, damit ich nicht wegschwamm. Bubbi fing an zu kreischen und wurde langsam auf dem Bauch liegend durch die Stachelbuesche gezerrt und versuchte sich in Wurzeln und Greasern festzukrallen. Er rutsche immer naeher an den Absatz heran. Noch ein oder zwei Meter und er wuerde die zwei Meter hohe Kante heruntergezogen und ins eiskalte Wasser fallen, mit dem Fuss ums Seil gewickelt und vielleicht ertrinken. Doch er scahffte es seinen Fuss zu loesen, sprang die Klippe runter und rauf aufs Floss. Unter totalem Adrenalinschaock sassen wir beide fuer die naechsten Minuten da und schutettelten den Kopf. Bubbis Beine waren vollends zerkratzt und wahrscheinlich von ein paar giftigen Dornen angeschwollen. Diese Szene waere ideal fuer einen Film mit dem Titel:"Genau so sollte mans nicht machen - wie Leute in dummen Aktionen ertrinken".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam tasteten wir uns direkt am rechten Ufer langsam vorwaerts. Wir wollte genau an einer Sandbank anlegen, wo der Klondike mit dem Yukon zusammenfliesst, genau dort wo Dawson City gelegen ist, das Eldorado des Goldes um 1900 rum. Wir mussten die volle Breite des Klondike ueberqueren, um direkt bei Dawson am rechten Ufer anlegen zu koennen. Wo beide Fluesse zusammenfliessen erhoeht sich die Fliessgeschwindigkeit auf bis zu 9 Milen pro Stunde. Deswegen erst an der Sandbank stoppen und die die Lage checken. Pleotzlich schreit ein Bessessener vom Ufer unsere Namen. Francios, einer der beiden Quebecois die uns nach Whitehorse gefahren haben sichtete uns und rastete voellig aus, als er uns auf dem Floss sah. Jeden Tag wartete er fuenf Minuten am Strand und hoffte uns bei der Ankunft in Dawson abzufassen. Ein hoechst unwahrscheinliches Ereignis, doch es trat ein. &lt;br /&gt;Francois sprang auf und so liefen wir zu dritt am Kanada-Day (DER nationale Feiertag) in Dawson ein. Wir hatten gut Publikum, da direkt am Strand ein Goldschuerfwettbewerb und andere Veranstaltungen zu gange waren. Die halbe Stadt wusste schon ueber uns bescheid, was aber auch in Carmacks der Fall war. Die Geschichte hatte schon lange die Runde gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der restliche Tag war absolut grandios und gipfelte in einem der lustigsten und besten Party-Naechte, die ich je hatte. Wir gingen in Bars, trafen jede Menge tolle junge Leute und besuchten das Casino, wo wir uns alle drei Can-Can-Shows anschauten. Can-Can sind diese Maedels, die mit Roecken und ziemlich Beine spreizenden Taenzen frueher die Goldsucher um ihre Nuggets brachten. Bubbi wurde mit vier anderen Maennern aus dem Publikum auf die Buehne geholt und musste tanzen. Super witzig! Doch dann wurde ich bei der naechsten Show rauf geholt, natuerlich alles ohne mein Wissen von den anderen arrangiert. Ich konnte mich jedoch nicht beklagen - ich durfte mit meinen Zaehnen den Strapsenhalter der einen Taenzerin von ihrem schlanken Bein abstreifen. Das war schon mal ein Highlite. Im Prizip nach 18 Tagen das erste mal so richtig wieder unter Frauen zu sein, ein Hochgenuss. Diese Empfindung erreichte ihren Hoehepunkt, als ich wahrscheinlich mit offen stehendem Mund der einen Black-Jack-Dealerin bei ihrer Arbeit zusah. Blonde, glatt herunter fallende Haare, ein grosser roter Erdbeermund und dann noch die Finger! Wie sie mit ihren rot gefaerbten Fingernaeglen die Chip-Stapel in der Mittel spaltete und zwischen den Spielern am Tisch hin unf herschob - das war einfach zu viel! Alles endete im Pit, der beliebtesten Bar, wo wir zur Countryband tanzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seither haben wir nicht viel gemacht. Dawson kann ziemlich gefaherlich sein, besonders wenn man zu lange hier ist. Man gleitet leicht in eine Lebensstil hinein, bei dem man jeden Tag saufen geht, zu viel Geld in Restaurants ausgiebt und im Casino dem Gluecksspiel verfaellt. Daran habe ich mich auch probiert aber nachdem ich 35 Dollar gewonnen habe musste ich einfach aufhoeren. Ich sass zwei Stunden am Rolett und habe vorloren und gewonnen und verloren und gewonnen. Macht riesigen Spass und man verliert viel zu leicht Geld. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor drei Tagen haben wir einen Australier verabschiedet, der sich in wenigen Stunden ein Floss aus Tonnen und Staemmen gebaut hat, sein Motarrad drauf setze und so illegal nach Alaska einreisen will. Er hat seinen Pass verloren, deswegen diese Aktion. Wir haflen ihm ein wenig beim Bau und ich konnte dafuer ne Runde mti seinem Bike drehen. Das war seit Indien das erste mal, dass ich wieder Morrad fahren konnte. Ein Traum!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kommende Wochenende arbeite ich auf dem Dawson Musik Festival und bekommen dadurch freien Eintritt. Das soll das Highlite des Sommers im Yukon sein. Ich bin gespannt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-6911604687856006466?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/6911604687856006466/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=6911604687856006466' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6911604687856006466'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6911604687856006466'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/07/kanada-yukon-flosstour.html' title='Kanada - Yukon Flosstour'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-9051333666463741357</id><published>2010-07-13T23:56:00.003+02:00</published><updated>2010-07-13T23:57:40.413+02:00</updated><title type='text'>sorry sorry Leute</title><content type='html'>Ja also es tut mir leid Herr/Frau anonymer Kommentator. Ich weiss, ich haenge hinterher. ich habe die letzten Tage schon viel vorgeschrieben. Muss nur noch nen laptop finden, dann kann ichs abtippen. Sollte in ca 3 Tagen online sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-9051333666463741357?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/9051333666463741357/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=9051333666463741357' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9051333666463741357'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/9051333666463741357'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/07/sorry-sorry-leute.html' title='sorry sorry Leute'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-3030926577858890543</id><published>2010-06-14T03:32:00.000+02:00</published><updated>2010-06-14T03:35:12.506+02:00</updated><title type='text'>Kanada - Fort St. John und Kelowna</title><content type='html'>Ertster Teil: Was ist so passiert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Finden der Pilze war eine echte Mission. Stueck fuer Stueck mussten wir uns wie bei einer Schnipseljagd ein Teil nach dem anderen zusammen suchen, um am Ende das Puzzel komplett zu machen und man endlich den Ort findet, wo die Pilze wachsen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst haben wir uns auf einer Internetseite, die uns John gegeben hat, Orte rausgesucht, wo letztes Jahr Waldbraende geherrscht haben. Wir erstellten uns eine Google-Karte mit grossen Feuern, die realitiv leicht zu erreichen waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir dachten das waers und dann haben wir uns auf den Weg gemacht. Das erste angepeilte Feuer in Alberta haben wir nicht gefunden. Also sind wir durch die Rockies gefahren, auf die andere Seite, nach British Columbia zu groesseren Feuern. Doch auch das naechste war unauffindbar. In einer Touristinformation wurde uns der Tip zu einem relativ grossen Feuer bei Kelowna gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da Kelowna jedoch ziemlich weit im Sueden liegt, fragten wir auf der Durchreise in Kamloops im Feuerdepartment noch mal nach. Die Feuerwehrleute bestaetigten uns den Tip und schickten uns fuer weitere Informationen zum Ministerium fuer Waldbraende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dort hat sich das Bild dann langsammen zusammen gefuegt. So machten wir uns auf den Weg nach Kelowna, zum Okonagan See und kamen schliesslich nach 2 Tagen Suche an einem Feuer an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterwegs haben wir fast einen schwarzen Wolf ueberfahren und einen Elch begutachtet, der 3min vorher ueberfahren wurde. Das war ziemlich eklig: ein riesiger Blutfleck auf der Strasse und 30m weiter lag das zerfetzte Tier. Zwischendrin waren Knochenstuecke, Fleisch, Darm und andere Organe verteilt. Er war noch warm (der unglueckliche Pickup hat bei unserer Ankunft gerade den Tatort verlassen) und schaute uns mit seinem grossen Auge an. Gelebt hat er aber nicht mehr, doch vielleicht waren wir das letzte Bild in seinem Leben. &lt;br /&gt;Wir waren in und her gerissen zwischen Trauer, Ekel, Interesse und Erstaunen. Erstaunen darueber, wie ein Pickup noch fahren kann, nachdem er ein Tier grosser als ein Pferd mit solcher Wucht getroffen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber nun zurueck zum Feuer. Nachdem wir sogar schon die ersten Pilzkaeufer gefunden und unser Lager aufgebaut haben, ging es am naechsten Tag voller Erwartungen rein in die Asche um richtig viel Asche rauszuholen. Doch die Enttaeuschung kam ziemlich schnell. Pilze waren zwar da, aber nur sehr sehr vereinzelt und auch nur Babies. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem ersten harten Tag Wanderung durch Hitze und Asche hatte ich 3,7 Pfund Pilze, fuer die ich laecherliche 25 Dollar bekam. Meagan die Arme hat 10 Dollar gesammelt. John erzaehlte uns immer was von 100 Pfund am Tag und mindestens ein paar hundert Dollar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am zweiten Tag hatte ich dann schon 12,5 Pfund und 90 Dollar. Doch dabei bliebs dann auch mehr oder weniger. Erstens waren viel zu viele Sammler an diesem Feuer, zweitens ist deshalb der Preis am 3. Tag von 7 auf 6 Dollar das Pfund gefallen und ausserdem sagten uns alle, dass es auch erst der Anfang der Saison war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deswegen ist Meagan auch schon nach ein paar Tagen wieder gefahren, weil sie in Edmonton bei ihrem Job mehr macht und wirklich Geld brauchte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kam John und Susi (seine Frau) und wir bezogen neues Camp, bei dessem Aufbau 400m entfernt ein junger Grizzli langstreifte. Das machte uns natuerlich ein wenig nervoes, doch andere Sammler versicherten uns, dass es egal ist wo wir campierten, es gebe in der ganzen Gegend ueberall Schwarzbaeren, Grizzlies und Cougars (Bergloewen) und wenn die einen essen wollen, dann kann man nicht viel dagegen machen. Zur Beruhigung: das passiert allerdings sehr selten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu allem Ueberschwung des Negativen erlebten wir dann auch noch das gute alte kanadische Wetter. Aus den ersten 3 Tagen Sonne und geschaetzten 25 Grad wurden die letzten anderthalb Wochen Regen, Hagel, Schnee und Temperaturen immer um den Gefrierpunkt. Und das, wo doch Kelowna von allen als wuestenartige Gegend mit jaehrlich 11 Stunden Regen bezeichnet wird. Die elf Stunden hatten wir jedenfalls in 3 Tagen schon drin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muss allerdings sagen, dass die Pilze immer mehr und grosser wurden. Bei einem wirklichen Prachtexemplar hat Bubbi es folgendermassen ausgedrueckt: “Bowwww Felix, guck dir diesen Pilz an. Der ist direkt aus der Ideen-Welt herueber geschwappt.” &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An 2 Tagen habe ich mich mal richtig gestriezt und schaffte es auf 25 Pfund pro Tag. Wir haben viele Tips zu Morcheln und deren Vertrieb bekommen. Deshalb entschieden wir uns nicht mehr zu verkaufen, sondern zu trocknen und spaeter dann in Deutschland direkt in Restaurants zu verkaufen. Unser Running-Gag dieser Tage war: “Wir werden trocknen, wie wir noch nie getrocknet haben” und “wir trocknen wie die Weltmeister”. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ein Franzose hat uns erzaehlt, dass er mal in Hamburg in nur 3 Restaurants an einem Tag 30 Kilo getrocknete Pilze zu je 250 Euro das Kilo verkauft hat. Das klang irgendwie zu schoen um wahr zu sein. Doch bei einem Besuch im Internetcafe habe ich mich gleich mal darueber informiert. Das scheint alles so zu stimmen. In der Schweiz soll man bis zu 600 Euro pro Kilo bekommen (je nach Qualitaet). Ein Kanadier hat uns Fotos von seinem letzten Sammeljahr gezeigt. An seinem top Tag hat er 17 20-Liter Eimer alleine gesammelt und 1500 Dollar gemacht. Und das zu einem richtig miserable Preis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An unseren letzten Tagen habe ich dann oberkrasse Pilzfelder entdeckt. Die haetten noch 3 Tage gebraucht zum ausreifen und dann haetten wir uns dort vieleicht dumm und daemlich gesammelt. Leider hat uns das Wetter aber so dermassen angekotzt, dass wir uns dann auf den Rueckweg aufmachten. Nach meiner Entdeckung waere ich gerne doch noch einen Tag laenger geblieben, um richtig zu ernten aber Bubbi hatte einfach keinen Bock mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz des nicht ganz so guten Geschaefts hat sich der Trip voll gelohnt. Wir haben viel von der Landschaft gesehen, hatten viel Spass, haben viel ueber Morcheln und das Pilz-Bussiness gelernt und am letzten Tag sind wir noch mit einem jungen netten Kaeufer in Kontakt gekommen. Dieser erzaehlte uns, dass seine Firma Geschaeftspartner in Europa, besonders Deutschland sucht. Die Aufgabe waere zugesendete getrocknete Morcheln in Europa zu vertreiben. Das klang natuerlich mehr als nur interessant. Er hat mir jedenfalls seine Karte gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in den naechsten Jahren noch ein paar Mal nach Kanada fliegen werde und professioneller ins Pilzgeschaeft einsteigen will. Diese Geld bringende Beschaeftigung war wie Liebe auf den ersten Blick. Man arbeitet nur fuer sich selbst, ohne jegliche Anweisungen, man ist draussen im Dreck und an der frischen Luft, bewegt sich, hat ne Menge Spass und lernt interessante Leute kennen. Und wenns gut laeuft macht man eben auch richtig Asche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurueck in Fort Sankt John hat Calvin uns noch mal zu einem Job auf ne Rig geschickt. Wir sollten wieder mal Bohrgewinde waschen und pollieren. Hat auch wieder 22 Stunden gedauert aber diesmal wars richtig geil. Wir konnten schnell vorarbeiten, waren dann einige Stunden vorher fertig und haben uns schlafen gelegt, natuerlich bezahlt. Gegen Ende des Jobs, es war schon fast Mittag des naechsten Tages, fiel mir ploetzlich ein, dass ich Geburtstag hatte. All die Tage zuvor kam mir nicht der geringste Gedanke daran. Aber traurig war ich eigentlich nicht dass es ein ganz normaler Tag war. Ich habe mit Bubbi am Abend ein paar Bierchen getrunken und einen Film geschaut und wir sind frueh ins Bett gegangen, weil wir die vorherige Nacht ja kaum geschlafen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir alle benoetigten Bauteile fuer den Flossbau gekauft haben, haetten wir eigentlich zum Yukon hochtrampen koennen. Doch wir wollten noch fuer 3Tage ein paar Bretter peelen, um die Kasse aufzustocken. Der Arbeitsplatz war gerade eingerichtet, es war 18.00 uhr und wir unseren ersten Baum entrindeten, als Cody zu uns kam und meinte wir sollten Calvin sofort zurueckrufen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Jungs, ich habe einen Pferdetrailer in den Staaten gekauft und brauche jemanden, der mir das Ding nach Calgary hochfaehrt. Ich bezahl euch das Flugticket runter und den gesamten Trip und ihr seid am Wochenende wieder da, damit ihr lostrampen koennt wie geplant.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Baaaam, was fuern Hammer! Na klar machen wir den Trip. Scheiss auf die paar Kroeten, wenn wir kostenlos die halbe USA sehen koennen. Also schnell Sachen gepackt, die ESTA-Nummer, ohne die man nicht reinkommt im Netz beantragt und rein in den Truck und die 10 Stunden runter nach Edmonton gerauscht. Dort sind wir frueh um 5.00 angekommen. Bubbi wollte noch mal Meagan begluecken, bevor wir Mittags von Calgary fliegen sollten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir gingen zur Hintertuer rein, er wollte ganz cool den Alarm ausschalten, so wie er es schon hunderte Male zuvor gemacht hat, versauts und die Sirene ging voll los. Nach einem “Scheisse, Scheisse, Scheisse” und wildem Rumgefuchtel auf der Tastatur des Sicherheitssystems verstummte der Krach und das Telefon heulte auf. Die Security-Leute wollten das Codewort wissen, falls der Alarm nur aus Versehen ausgloest wurde. Bubbi sagte das Codewort, alles war wieder in Ordnung und dann stand Meagans Vater mit zerknietschten Augen schlaftrunken vor uns und sagte:”Hi Gentleman, whats going on here?” &lt;br /&gt;Keiner aus der Familie wusste dass wir kommen, weil wir keine Zeit hatten anzurufen oder sonst was zu organisieren. Meagan war auch nicht schlecht geschockt, als Bubbi sie an ihrem Bett stehend weckte. “Oh fuck, fuck”, sagte sie mit Angst erfuellter, wimmernder Stimme. Und die Mutter war am naechsten Tag stinksauer, weil sie nicht mehr einschlafen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ein paar Stunden Schlaf sind wir auch schon weiter nach Innisfail, zu Calvins Hauptwohnsitz geflitzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In 2 Stunden sollte unser Flug gehen, da war Calvin noch dabei ueber Telefon einen Truck in den USA zu kaufen, weil wir ja ein Gefaehrt brauchten, um die Trailer zu ziehen. Nachdem auch das erledigt war sassen wir wenig spaeter alle entspannt im Flieger nach Phoenix, Arizona. Doch dort sind wir nur umgestiegen und weiter nach Dallas, Texas  geflogen. Diese beiden Staedte aus der Luft zu sehen war der Wahnsinn. Die Ausmasse scheinen locker 100 mal 100km zu betragen. Und dabei leben da nur 5 Millionen. Ausgesehen hats eher wie ne 20 Millionen Stadt. Das liegt halt daran, dass jeder sein eigenes Haus hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Flieger raus kam gleich der naechste Schock: boom, rein in eine Wand gecrasht, bestehend aus 35 Grad warmer zu feuchter Luft. Hat mich stark an Indien erinnert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht haben wir in einem schnieken Hotel geschlafen und sind am naechsten Tag mit Leihwagen in einen Vorort von Dalles gefahren, wo der Truck auf uns wartete. Der Typ der den Truck verkauft hat, sah so aus, wie man sich einen Texaner vorstellt. Jeans, Cowboyhut, Lederstiefel, dick und dazu ein grimmiges amerikanisch-texanisches Gesicht. Solche Kerle sieht man in ganz Nordamerkia ziemlich haeufig aber dieses Exemplar sah besonders amerikanisch aus. &lt;br /&gt;Calvin hat sich wie ein Schneekoenig gefreut, als er den Truck sah und fuer 30.000 erstehen konnte. Er meinte, dass die normalerweise 90.000 kosten. Der, den er zumindest vor ein paar Wochen gekauft hat, kam ihn so viel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem ganzen Bank und Versicherungsrumgemoschel gings los. Texas sieht viel gruener und schoener aus, als ich immer dachte. Dann kam Oklahoma, wo wir den Trailer abholten. Dort sahs genauso aus wie in Texas.  &lt;br /&gt;Als wir Abends auf der Ranch ankamen sind uns fast die Augen rausgefallen. Das war der groesste Trailer den ich je gesehen habe. Bubbi meinte mit kribbeliger Stimme (vor Angst, Aufregung und Unsicherheit):”und wir sollen das Ding fahren?” Die Laenge des gesamten Zuges betrug der eines sehr grossen LKW’s. Hinten passen drei Pferde rein und der Rest ist Wohnkompartment mit allen Extras die man sich vorstellen kann. Man kann da drin ganz laessig sein Leben verbingen. Selbst Calvin, der ungefaehr wusste, was ihn erwartet ist bei der Besichtigung ein paar Mal ein “Wow” entfleucht. Und wieder war er vor Freude ganz aufgebracht. Den eigentlichen Wert von 150.000 hat er mit 60.000 ganz klar unterboten. Das liegt daran, dass so viele gerade in den USA Pleite gehen und die jetzt ihre Spielzeuge verkaufen muessen, weil alle auf Kredit leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Oklahoma haben wir Kansas durchquert. Super langweilig, nur flach und Prairie. So weit das Auge reicht flaches Grasland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann folgte Colorado. Das war schon interessanter. Aus dieser riesigen Prairie erhoben sich am Horizont ploetzlich die Rockies. &lt;br /&gt;In Denver haben wir im mexikan Grill zu Mittag gegessen und eine Stunde weiter auf dem Highway stellte ich mit riesigem Schock fest, dass ich meine Guerteltasche auf’m Klo vergessen habe, mit Kamera, 500 Dollar, MP3-Player, Bankkarten, Fuehrerschein und anderen wichtigen Dingen drin. Was fuer eine routinierte Situation in meinem Leben. Und ich hasse diese Situationen. Aber ich habe die Hoffnung mittlerweile aufgegeben, dass sich daran irgendwann mal was aendert. &lt;br /&gt;Wir haben sofort umgedreht, den Grill angerufen und dieser sagte uns, dass die Tasche abgegeben wurde. Als ich sie entgegennahm war nicht ein Schein weg. Voellig ueberschwenglich und hochgluecklich klatschte ich dem lieben Mexikaner, der die Tasche gefunden und aufbewart hat, einen 50 Dollarschein auf den Tisch und weiter ging die Reise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wyoming sieht richtig geil aus. Prairie mit kleinen niedlichen Huegeln im Osten und die Rockies mit Waeldern im Westen. Hier haette auch Herr der Ringe gedreht werden koennen. &lt;br /&gt;Das Problem an diesem Land ist nur, dass das hier die absolute Cowboy-Hochburg ist. Alles ist kontaminiert mit Rednecks. Da will man glaube ich als Sandalen tragender langhaariger deutscher Grossstadtmensch nicht leben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, und Montana ist eigentlich das Gleiche. Also ganz eigentlich siehts bis nach Calgary gleich aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann haben wir die Grenze uebertreten und waren zurueck. Der ganz Trip hat viereinhalb Tage gedauert und wir sind ungefaehr 5.000km gefahren. War nicht so abwechslungsreich wie erhofft aber dafuer habe ich jetzt Erfahrung wie man einen riiiiiiiiiiiieeeeeeesigen Trailer mit einem 7,5t-Truck zieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;              &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;   Zweiter Teil: Mein Leben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich moechte nun noch einmal ein paar Gedanken zu meinem momentanen Leben loswerden, da ich immer mal wieder (fast ausschliesslich von aelteren Menschen) Kritik entgegen nehmen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Anstoss dazu kam von einer eMail meiner Mutter im Hinblick meines 23 Geburtstages, in welcher sie ernsthafte Sorgen bezueglich meines derzeitigen Lebenskonzeptes aeusserte. Doch auch aus anderen, vorwiegend familiaeren Richtungen blicken mir gelegentlich Angst- und Sorgenfalten behaftete Gesichter entgegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute, der 30. Mai, mein 23. Geburtstag ist ein gutter Anlass um ueber solche Dinge nachzudenken und zu schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bubbi und ich sind vor ein paar Minuten von einem 22 stuendigen Tongjob von einer Rig zurueck gekommen und ich bin eigentlich ziemlich muede, doch auf der Heimfahrt haben sich sehr klare Gedanken zu diesem Thema in meinem Kopf geformt und ich will sie festhalten, bevor sie sich wieder aufloesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragen um die es geht sind: Was will ich mit meinem Leben anstellen? Wann und was soll ich studieren/lernen? Will ich ueberhaupt studieren? Wovon soll ich leben? Was ist ein glueckliches bzw. erfuelltes Leben? Was ist der Sinn meines und des Lebens ueberhaupt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Anfang war das Ei und das Spermium und beide gingen eine glueckliche Ehe ein, fusionierten und was rauskam war ein Felix. Ich wurde nicht gefragt, ob ich existieren und am Leben sein will aber hier bin ich nun mal. Und meistens bin ich auch ziemlich froh, dass es so gekommen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich impliziert diese Aussage, dass ich vorher schon irgendwie da war und gefragt werden haette muessen, ob meine Seele in einen menschlichen Koerper hineingeboren werden woellte. Wie sich die Sache mit den Seelen (wenn denn jeder eine hat), Persoenlichkeit und Bewusstsein verhaellt, weiss ich natuerlich nicht. Da hab ich keine Ahnung, kann ich nicht beantworten. Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass ich nun hier bin, in die Existenz und ins Leben hineingezwaengt wurde und nichts dagegen tun konnte. Natuerlich wurde ich in ein soziales Gefuege hineingeboren, in ein Land, eine Gesellschaft, eine Familie. Und somit war alles in meinem Leben an Erwartungen und Bedingungen geknuepft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sohn vom Haeuptling soll ein grosser Baerenjaeger werden (obwohl er selbst vielleicht die Fischerei im Auge hatte), der Dalai Lama soll sich erleuchten (obwohl er vielleicht von viel Geld und nem Ferrari traeumt) und ich soll auch ein Leben leben, dass sich andere fuer mich ausgedacht haben (sei ein gutes Kind, seine in fleissiger Schueler, sei ein produktives Raechen in der Wrtschaftsmaschinerie, diene deinem Land, …), obwohl ich dieses Leben vielleicht gar nicht will und auch wieder nicht gefragt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natuerlich bin ich von folgender Version genauso ueberzeugt: Das Leben wurde mir gnaedigerweise geschenkt. Ich habe die grosse Lotterie gewonnen und bekam das Privileg in Deutschland und nicht in Indien geboren zu werden. Ich habe die Moeglichkeit und das Angebot kostenlos studieren zu koennen und beispielsweise Arzt zu werden, ein Haus zu bauen, eine Familie zu gruenden und ein geregeltes und geordnetes typisch deutsches Leben zu fuehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So weit wie alles bisher gelaufen ist, kann ich mein Leben perfekt nachvollziehen. Ich war ein Baby, ein Kind, habe bis dahin alle vorgefertigten Schienen brav befahren, wurde ein Jugendlicher, habe meinen Geist und mein Ich entwickelt, habe ein Bisschen rebelliert und nun bin ich 23, mit ziemlich hoch entwickeltem Bewusstsein und vielleicht an einem der schwierigsten, aufregendsten und gefaehrlichsten Stadien und Wegkreuzungen eines jeden menschlichen Lebens: Anfang der 20er, wo man die ersten grossen Weichen fuer die naechsten Jahrzehnte des eignen Lebens stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch nun kommt mein Konflikt: die Moeglichkeiten und Angebote werden mir zunehmend als Erwartungen und Zwaenge bewusst. Natuerlich zwingt mich niemand mehr zu irgendwas und ich empfinde mich als Herr meines eigenen Lebens aber der psychologische Druck, der durch Inakzeptanz gegenueber meines Lebensstils aufgebaut wird, ist ungeheuer gross, entmutigend und laehmend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich moechte akzeptiert und geliebt werden, ohne damit an Bedingungen gebunden sein zu muessen. Liebe ist bedingungslos, zumindest fuer mich. Ich habe jedoch Angst, dass mir manche lieben Mitmenschen als solche entfleuchen, nur weil ich andere Vorstellungen vom Leben habe, als sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige betrachten meine letzten Entscheidungen als falsch und denken, dass ich meine Zukunft und Angebote verspiele und nicht wahrnehme. Doch das ist nicht richtig. Ich nehme einfach nur andere Angebote wahr, Angebote die viele nicht sehen oder als Gefahr betrachten. &lt;br /&gt;Natuerlich ist jedes Angebot immer auch eine Gefahr, selbst bei dem Lebensstil, in dem viele aeltere Erwachsene mich sehen wollen. Die Gefahr z.B., dass man sich mit 90 im Sterbebett sagt: “Verdammt, haette ich mich doch anders entscheiden sollen, haette ich es anders machen sollen? Waere ich mit dem anderen Angebot zufriedener gewesen? Haette ich doch Grimhild anstatt Brigitte heiraten sollen? Haette ich doch Jura anstatt Medizin studieren sollen? Haette ich doch eine Weltreise machen sollen, anstatt den ueblichen Lebensweg zu gehen?” &lt;br /&gt;Natuerlich ist dieses “haette-wenn-und-aber-Spiel” voellig fuern Pops, da wir niemals wissen werden wie es anders geworden waere. Ich denke die einzige Moeglichkeit das Richtige zu tun, ist seinem Gefuehl zu folgen und sich zu fragen, ob man mit den gefaellten Entscheidungen zufrieden ist. Denn wenn man zufrieden ist und nichts bereut, woellte man logischerweise auch nichts aendern. Und jetzt ratet mal, was ich fuer ein Gefuehl zu meinem Leben habe. &lt;br /&gt;Das war nicht immer so. Frueher habe ich oft mit Unsicherheit in meine Zukunft nach der Schule geblickt. Die Angebote, die fast jeder in Deutschland sieht und wahrnimmt, machten mir Angst. Und wie ich die Angebote auch drehte und wendete, sie wurden nicht wirklich attraktiever. Ich denke das lag daran, dass ich nur einen klitzekleinen Teil der eigentlichen Angebotspalette sah, weil ich darauf konditioniert war nur diesen Teil zu sehen.&lt;br /&gt;Doch dann begann ich Vortraege ueber Reisende zu besuchen: Reinhold Messner, Stefan Glowacz oder die zwei saalfelder Fahrradfahrer, die sechs Jahre lang mit dem Rad um die Welt gefahren und jetzt, 14 Jahre spaeter immer noch auf Tour sind.&lt;br /&gt;Und da wusste ich: das ist es! Ich will reisen. Klingt erst mal komisch, verstehe ich. Aber jetzt mal ganz ehrlich, klingt es nicht genauso komisch, wenn die Eltern vom jungen Jan Ullrich ihm die Frage stellen: “Was willst du mit deinem Leben machen?” und er sagt:”Fahrrad fahren!” Und jetzt seht euch doch mal an, was aus dem Typen geworden ist! Oder wenn Gina Wild auf die gleiche Frage antwortet: “Ich will ficken!” Und sie ist jetzt der groesste deutsche Pornostar. Oder Reinhold Messner:”Ich will Berge besteigen und mal zum Nordpol laufen.” Der Mann ist reich, hat mehr in seinem Leben gesehen und erlebt als die meisten anderen Menschen und seine Eltern sagten bestimmt auch, dass er einen riesigen Fehler begeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieso haben aeltere Menschen kein Vertrauen in Juengere? &lt;br /&gt;Es ist ja nicht so, als wuerde ich pennerartig und fixend in der Gosse rumvegetieren. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte. Und ich denke, dass ich authentisch lebe. Ein recht intelligenter Freund (uebrigens schon um die 40) hat mir mal gesagt:”Authentisch lebende Menschen sind glueckliche Menschen.” Und er meinte, dass das was ich mache zu mir passt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Milliarden ueber milliarden ueber milliarden Menschen und andere Lebewesen haben im Laufe der Erdgeschichte ihr Leben gelebt und zwar auf so unterschiedlichste Art und Weise, wie man sich es sich vorzustellen wahrscheinlich gar nicht im Stande ist. Wie kann man dann denken, dass ein so super krass spezifisches Lebenskonzept das einzig Wahre und Beste ueberhaupt ist. Ist es nicht dreist und unreif andere Varianten nicht mal in Betracht zu ziehen? Ich bin ja nicht gerade dabei das Unmoegliche zu versuchen, wie z.B. Fotosythese zu betreiben. Ich lebe immer noch ein menschliches Leben und bin damit recht erfolgreich. &lt;br /&gt;Das Leben ist flexibel und fliesst. Und genauso ist der Mensch: flexible, unterschiedlich und kreativ. Ohne diese Attribute wuerde es keine Evolution geben, kein Leben, keinen Menschen. Ohne Variabilitaet gibt es keine Entwicklung, nicht in der Evolution und nicht im Leben eines jeden Lebewesens. Wuerden wir alle die gleichen Frauen und Maenner lieben und alle das gleiche Leben leben und wir ueberhaupt alle gleich waeren und sich niemand jemals etwas Neues getraut haette, dann wuerden wir jetzt immer noch mit Faustkeil in einer afrikanischen Hoehle sitzen. Beziehungsweise wuerde die Spezies Mensch schon lange nicht mehr existieren, weil die Evolution auf Starrheit und Unflexibilitaet meistens mit gnadenloser Ausrottung reagiert.&lt;br /&gt;Also strebe ich vorwaerts, in die Welt hinaus und schaue mir die Moeglichkeiten und Angebote an, nach dem Prinzip: Willst du das Leben sehen, dann musst du aufstehen und aus dem Haus gehen! Und ich sehe Angebote, die mir niemals in den Sinn gekommen waeren, waere ich zu Hause geblieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage mich, wieso viele in dem was ich tue mehr Nachteile als Vorteile sehen. &lt;br /&gt;Ich forme und staerke meine Persoenlichkeit. &lt;br /&gt;Ich muss mit Situationen und Menschen umgehen, an die ich im sicheren Deutschland vielleicht nie geraten wuerde. &lt;br /&gt;Mein Selbstbewusstsein expandiert immer weiter. &lt;br /&gt;Ich habe bisher als Schauspieler (Dehli), selbststaendiger Eierkuchenverkaeufer (Samothraki), Kuechenmeister (Berlin), Truckfahrer (USA und Kanada), Pilze Sammler (Kanada) gearbeitet, habe alle moeglichen Jobs im Oel-Bussiness gemacht, vielfaeltige Jobs fuer Calvin erledigt, habe nuetzliche neue Faehigkeiten erworben, wie das Fahren von grossen Trucks mit noch groesseren Trailern hinten dran, das Bedienen anderer Maschinen und dann sticht natuerlich noch der Sprachvorteil heraus.&lt;br /&gt;Mein Englisch ist um ein Vielfaches besser wie nach der Schule. Ganz besonders merkt man das daran, dass ich jetzt die Leute sogar am Telefon bei schlechter Verbindung mit Hintergrundrauschen oder in einer Bar mit lauter Musik verstehe.&lt;br /&gt;Und genau bei diesem Punkt faellt mir noch eine sehr merkwuerdige Sache ein: Faehrt jemand in der 10. Klasse fuer ein Jahr nach Amerika und man nennt es Schueleraustausch mit Augenmerk auf Sprachentwicklung, dann jubeln alle auf und nennen all die Vorteile, die ich gerade aufgezaehlt habe. Nennt man das ganze stattdessen Weltreise mit fast genau den gleichen Eigenschaften und Vorteilen, folgt ein grosser Aufschrei und das Projekt wird als Anfang vom Untergang des Lebens betrachtet und aus einigen Ecken ertoent das mir wohl bekannte “verlorene Jahre”. Und dann kommt noch das Geld ins Spiel. Anstatt 15.000 Euro wie beim Schueleraustausch zu bezahlen, verdiene ich mal eben diese 15.000 Euro beim arbeiten. Ich koennte meinen Blog also zusammenfassend auch umbenennen in: HerrNoldes-Buergeraustausch-fuer-Selbststaendigkeits/Persoenlichkeits/Sprachentwicklung.blogspot.com&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind wir mal ehrlich: im Grunde genommen ist die einzig wirkliche Angst, dass ich mit dem was ich gerade tue kein Geld verdienen kann. Man denkt, dass ich mir im Moment einen Bunten mache, kostbare Jahre vergeude, zurueckfalle im grossen Schneckenrennen des Lebens, bei dem jeder der schnellste sein muss und dann mit Mitte 30 als Sozialhilfeempfaenger strande und den ganzen Tag kiffe, weil ich dann nicht mehr vermittlungsfaehig bin. &lt;br /&gt;Alle Aussagen wie:”aus dir wird nichts, von was willst du leben, du verlierst den Anschluss usw”, implizieren die Kernaussage: “Nur mit Geld laesst sichs leben und zwar mit viel Geld und das bekommst du nur, wenn du so lebst wie wir.” Den ersten Teil sehe ich genauso. Von Licht und Liebe allein lebt man nicht (selbst wenn in Indien genau das viele behaupten).&lt;br /&gt;Aber im Moment siehts ja wohl so aus, dass ich in meiner Familie die meiste Kohle habe (so weit ich weiss). Ich liege niemandem auf der Tasche, mache mein eigenes Ding, tue nichts Illegales dabei und habe sogar noch ne Menge Spass am Geld verdienen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe am Anfang immer von anderen Angeboten und neu empor spriessenden Moeglichkeiten gesprochen, die sich beim Reisen auftun. Ich moechte nun mal an einem Beispiel erklaeren was ich meine. &lt;br /&gt;Als John mir im Winter das erste Mal vom Pilze sammeln erzaehlte, war ich ganz hin und weg von seinen Ausfuehrungen. Noch nie zuvor habe ich gehoert, dass man mit Pilze sammeln Geld machen kann. Nun habe ich es probiert und ich liebe es. Man arbeitet selbststaendig, hat keinen Boss, steht auf wann man will, arbeitet so viel man will, ist an der frischen Luft, bewegt sich und es macht unheimlich viel Spass. &lt;br /&gt;Als ich mehr und mehr in die Welt der Morcheln eintauchte und Informationen sammelte, leuchtete mir eine Idee auf. Wieso koennte ich nicht ein kleines Geschaeft aufbauen: im Fruehling und Sommer in Nordamerika sammeln gehen und trocknen und dann im Winter in Europa auf Maerkten und in Restaurants verkaufen. &lt;br /&gt;Wenn man an guten Tagen 40 Kilogramm Pilze sammelt (4kg trocken) und man in einer Saison sehr viele gute Tage haben kann und die Pilze zu den mir genannten Preisen wirklich verkaufen kann, dann laesst sich mal eben locker in ein paar Monaten Arbeit das Geld fuers gesamte Jahr zusammen verdienen. Und den Rest des Jahres mache ich, wozu ich Lust habe. Und genauso machen es Leute, die ich kennen gelernt habe.&lt;br /&gt;Als mir am letzten Pilz-Tag der eine Typ seine Karte gegeben hat, formte sich diese Idee zu einem wirklich leuchtenden, verheissungsvollen Stern heran. Sie suchen Bussiness-Partner in Europa, welche die gelieferten Pilze vermarkten. Das heisst es muss irgendetwas in die Richtung moeglich sein.&lt;br /&gt;Fuer mich klingt es auf jeden Fall wie ein Traumjob und ich muss keinem bloeden Arsch dafuer in den Hintern kriechen und mich hochschlafen. &lt;br /&gt;Ich habe jedenfalls geplant diese ganze Sache naechstes Jahr mal auszuschnueffeln und wenns gut laeuft, dann steige ich voll ins Mushroom-Bussiness ein. Diese Idee hat sich so in meinem Kopf eingebrannt, dass ich bis 12 Tage nach dem letzten Sammeltag jede Nacht mindestens einen Traum vom Pilze sammeln hatte. Das ist genau so eine Chance, auf die ich immer gehofft und gewartet habe und hier ist sie nun. &lt;br /&gt;Doch sogart wenn ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen koennte und selbst ueber viele Jahre hinweg, bin ich mir sicher, dass das einigen immer noch nicht recht waere. Man waere erst zufrieden, wenn ich BWL studiert habe, ich in einem Buro sitze und Versicherungen oder so verkaufe. Denn das ist ein richtiger Beruf. Pilze sammeln waere einfach wieder zu abgefahren und anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verstehe auch, dass alles Fremdartige erst mal Furcht einfloesst. Anders aussehende und lebende Menschen, Tiere und Kulturen machen Angst. Und mein Leben ist einfach fuer viele ziemlich fremdartig. Doch wenn man erst mal seine Aengste uebergeht und ins Ungewisse hinausschreitet (natuerlich auch in neue Gefahren), dann erweitert man seinen Horizont, Erfahrungsreichtum und unzaehlige neue und unerwartete Angebote spriessen empor. &lt;br /&gt;Ich weiss, dass aeltere Menschen sehr auf Sicherheit bedacht sind und immer zu wissen glauben, was das Beste fuer die juengere Generation ist. Doch man kann erst wirklich wissen ob H-oder Vollmilch besser ist, wenn man beide probiert hat. Also lasst mich kosten und probieren und selbst entscheiden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine der groessten Aengste, die mir entgegen gebracht wird ist, dass wenn ich jetzt zu lange reise, in den Tag hineinlebe und vom Boden der Tatsachen abhebe, ich dann wahrscheinlich verlerne ein Alltagsleben mit Routine und Pflichten und fruehem Aufstehen und sonst was zu fuehren. Sicher, das ist eine der Gefahren, dass wenn ich mich irgendwann entscheide solch ein Leben zu fuehren, ich dann Probleme habe dahin zurueck zu finden. Doch wieso sollte ich etwas, das ich verlernt habe nicht wieder erlernen keonnen? Der Mensch ist doch flexible. Leute erlernen das Sprechen und Laufen neu nach einem Schlaganfall. Ich denke, dass es dann nicht das Problem sein muesste fruehes Aufstehen wieder zu erlernen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele haben den Alchimisten von Paulo Coelho gelesen. &lt;br /&gt;Als der Spanier in Nordafrika in dem Laden fuer Kristallglaeser arbeitete, hatte er ein Gespraech mit seinem Arbeitgeber ueber Lebenstraeume.&lt;br /&gt;Dessen Traum war es, als Muslime einmal in seinem Leben nach Mekka zu pilgern, um vollends seiner Religion zu huldigen. Der Spanier fragte ihn, warum er es all die Jahrzehnte nicht gemacht hat. Er bekam als Vorwand: ”Aber wer soll denn dann auf meine Kristallglaeser aufpassen?”. “Das koennte ich machen”, antwortete der Spanier. Doch selbst dann lehnte er ab. Ich glaube so wars.&lt;br /&gt;Alle die ich kenne, die dieses Buch gelesen haben, lieben es. Alle schauen nach dem Lesen mit einem vertraeumten und laechelnden Gesicht auf und sagen:”Ach ist das schoen.Genauso muesste mans machen. Das Leben ist so kurz. Man sollte seine Traeume verwirklichen.”&lt;br /&gt;Und voller Mut und Optimismus stehen wahrscheinlich viele nach dem Buch auf und denken:”Ab sofort hoere ich mehr auf mein Herz und folge meinen Traeumen.”&lt;br /&gt;Der eine bucht vielleicht eine Reise nach Aegypten, weil er schon immer mal die Pyramiden sehen wollte. Am naechsten Tag storniert er sie wieder mit dem Gedanken:”Vielleicht bekomme ich einen Sonnenbrand und wie vertrage ich wohl das aegyptische Essen. Ich habe mir zwar mein Leben lang nichts sehnlicher gewuenscht, als die Pyramiden zu sehen, aber der Sonnenbrand und das Essen, nein das sind einfach viel zu grosse Gefahren. Es ist wahrscheinlich unmoeglich den grossten aller meiner Lebenstraeume zu verwirklichen”. (wegen Sonnenbrand und Essen)&lt;br /&gt;Und ich werde vielleicht nicht ins Deutschland-Leben zurueck finden und bin spaeter bestimmt zu alt zum studieren und die Konkurrenz ist so gross, dass ich keinen Job kriege. Wenn das die einzigen Gruende sind, mich von meiner Reise runter zu holen oder gar nicht erst anzutreten, also meinen Traum zu leben, dann kann ich mir ja gleich die Kugel geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Anfang meiner Reise habe ich mein Vorhaben aelteren Menschen gegenueber immer als Projekt auf Zeit dargestellt. “Ich reise ein Jahr und werden wahrscheinlich anfangen zu studieren.” Irgendwas in die Richtung habe ich immer gesagt. Das Woertchen wahrscheinlich hat mir immer ein Schlupfloch gegeben alles anders zu gestalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem einen Jahr wurden nun schon fast zweieinhalb und es tut mir leid, wenn ich damit irgendwelche Erwartungen und Hoffnungen nicht erfuellt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Kinder haben meine Schwester und ich meiner Mutter immer Versprechen abzuringen versucht, um sie festzunageln. Doch sie wurde weise und hat das Spiel durchschaut. Die Standartantwort lautete ab sofort immer:”Ich lege mich da nicht fest.” Schlaues Muetterchen, mache ich ab jetzt auch so.Und deswegen gebe ich nun eine Aussicht an die Welt: Ich werde nicht aufhoeren zu reisen, ich werde nicht studieren und kein gutbuergerliches Leben fuehren. Und wenn es 20 Jahre dauert. &lt;br /&gt;Sollte ich mich entscheiden die Buehne zu wechseln, dann lasse ich es die Welt wissen. Und bis dahin freut euch doch einfach fuer mich, dass ich mich freue und geht euren Dingen nach, so wie ich den meinigen nachgehe. Erwartet nicht, sondern gebt und nehmt, was euch gegeben wird. Amen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-3030926577858890543?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/3030926577858890543/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=3030926577858890543' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3030926577858890543'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3030926577858890543'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/06/kanada-fort-st-john-und-kelowna.html' title='Kanada - Fort St. John und Kelowna'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-8494588271240555962</id><published>2010-05-31T21:53:00.002+02:00</published><updated>2010-05-31T22:01:27.850+02:00</updated><title type='text'>kurzer Infopost</title><content type='html'>Hi Folks !!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier nur ein super kurzer Abriss der letzten Geschehnisse. Der asufuehrliche Post folgt in hoffentlich nicht mehr als 4 Tagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Pilze sammeln war geil! Es lief nich so gut wie erwartet. Am ersreh Sammeltagt habe ich nur 3,7 Pfund gefunden aber am 2. schon 12,5 Pfund. Trotzdem waren die erfofften 100 Pfund am Tag nicht drin, da zu viele Sammler unterwegs waren und das Feuer nicht ganz so gross war. Deswegen haben wir angefangen unsere Pilze zu trocknen, um sie dann in Deutschland fuer den 4fachen Preis direkt in Restaurants zu verkaufen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Calvin hat uns heute angerufen und gesagt, dass er in Texas und Oklahoma jeweils einen Trailer und in Texas noch nen neuen Truck gekauft hat. Wir fliegen wahrscheinlich dann morgen fueh nach Texas und machen nen 4 tages Roadtrip mit den Dingern zurueck nach Calgary, fahren dann weiter nach Fort sankt John und koennen puenktlich zum Wochenende nach Whitehorse trampen, um dann endlich das Floss zu bauen. &lt;br /&gt;Die Abenteuer und Geschehnisse ueberschlagen sich gerade. Wir fahren in die USA. Heiler Bimbam, was fuer ne krasse Sache !!!&lt;br /&gt;Bald mehr ihr Lieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kussi Felix&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-8494588271240555962?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/8494588271240555962/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=8494588271240555962' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8494588271240555962'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8494588271240555962'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/05/kurzer-infopost.html' title='kurzer Infopost'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-1504505616138601431</id><published>2010-05-11T23:37:00.003+02:00</published><updated>2010-05-12T00:56:31.633+02:00</updated><title type='text'>Kanada 5 - Fort St. John</title><content type='html'>Ich bin zwischendurch vor langer Weile fast gestorben.&lt;br /&gt;Mit dem Gips konnte ich nicht arbeiten. Zu tun gabs auch sowieso nichts. Und das Wetter war auch nicht grandios, um rausgehen zu koennen. Also hab ich mir die Zeit mit Fernsehgucken vertrieben. Bei mindestens 6 Stunden Glotze am Tag kriegt man aber auch recht schnell nen Rappel. Ich wuerde sagen, dass ich am Cabin Fever gelitten habe. Und ich bin teilweise echt fast durchgedreht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gluecklicherweise kam Bubbi Anfang April und hat mich besucht. Wir haben zusammen den letzten Laydownjob gamacht. Er war ziemlich beeindruckt von der ganzen Rig-Arbeit. Er hat immerzu gesagt:"Oh man, ich arbeite auf ner Oel-Rig - wie krass ist das denn?!"&lt;br /&gt;Und ein paar Tage spaeter arbeiteten wir in Ganzen das letzte Mal auf einer Rig. Wir mussten bei einem Tongjob (erklaer ich jetzt nicht, dauert zu lange) Pipes mit einer Pistole waschen und polieren und ueber Ablagegestelle rollen. Das hat 24 Stunden gedauert - eine komplette Nacht und ein Tag. Und ich kann euch versichern - das war eine echt dreckige Angelegenheit. Der Boden super schlammig und das Waschbenzin aus den Pistolen spritzt in der Gegend rum. Ausserdem wars am Tag viel zu heiss, besonders in den Coveralls und Arbeitsschuhen. &lt;br /&gt;Als ich am Ende meine Boots ausgezogen habe, vernahm ich einen Geruch, von dem ich nicht dachte, dass er von einem Lebewesen stammen koennte. Meine Fuesse stanken nach Wasserstoffperoxid (wie Haarfaerbebleiche). Da muss in den 24 Stunden in den Schuhen ein chemischer Big Bang stattgefunden haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Heimweg haben wir dann unseren ersten Baeren gesehen. Gerade wach geworden sass er neben der Strasse und stierte uns an, als wir anhielten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich meinen Arm wieder einigermassen benutzen konnte, machten wir uns an die restlichen Bretter und Baeume, die noch zu entrinden waren. Das war unsere Beschaeftigung der naechsten 2 Wochen. &lt;br /&gt;Eines Sonntags sass ich gerade auf der Couch zur Mittagspause und die Tuer der Huette war offen. So konnte ich direkt auf das Nachbargrundstueck sehen. Ich registrierte eine zarte Rauchsaeule und Traktorengeraeusch. Sind wahrscheinlich nur Qualmwolken vom Kaltstart des Traktors, dachte ich mir. Einige Sekunden spaeter gabs eine Explosion, dann dicker schwarzer Rauch und die ersten sichtbaren Flammen. Das sah dann nicht mehr nur nach nem Kaltstart aus. Ich rannte zur anderen Cabin, wo Bubbi sich gerade was zu Essen machte und zusammen rannten wir zum Nachbarn. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die komplette Scheune stand in Flammen und der Besitzer versuchte noch verzweifelt mit dem Traktor ein paar Werkzeuge rauszuholen. Sehr viel naeher als 10m konnte man aber nicht an die Scheune ran. Die Heuballen brannten wirklich gut. Bubbi sprintete zum anderen Nachbarn und rief die Feuerwehr und mehr konnte wir auch nicht tun. Fuer uns wars ein interessantes Spektakel, fuer den Nachbarn ein Schaden von ca. 30.000 Dollar.&lt;br /&gt;Der Trottel ist aber auch selbst dran Schuld. Er hat direkt neben der Scheune Wiese abgebrannt (was ich noch nie verstanden habe) und so hats die Heuballen angezuendet. Vor 10 Jahren hat er schon sein Haus abgefackelt. Das spricht nicht gerade fuer Professionalitaet. Ganz wenigen Menschen auf dieser Erde brennt einmal ein Haus nieder. Aber wenn man innerhalb von 10 Jahren 2 Gebaeude abbrennt, dann kann da was nicht richtig sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An diesem Wochenende war aber in ganz Fort St. John der Wurm drin. Neben der Scheune sind noch ein paar Hotelzimmer ausgebrannt, ein Appartmentgebaeude, das daraufhin bis zur Haelfte eingestuerzt ist und zu guter letzt ist die Wohnung von ein paar Freunden explodiert. &lt;br /&gt;Die haben ein paar Experimente gemacht, bei denen Butangas aus der Flasche nicht vollstaendig verbrannt ist. Als Andrew dann die Wohnungstuer aufgemacht hat und somit Sauerstoff einstroemte, flog die ganze Schese einfach in einem grossen Feuerball in die Luft. Dummerweise waren zu dem Zeitpunkt 2 Leute im Zimmer wos passiert ist. Die wurden dann mit Verbrennungen 2ten und 3ten Grades ins Krankenhaus gebracht. &lt;br /&gt;Wir haben das Ganze erst am naechsten Tag gesehen. Alle Fenster der 4 Raumwohnung waren zerborsten und fast alle Waende hats einfach um 20cm aus dem Gebaeude gedrueckt. Da muss man aber Dazu sagen, dass in Kanada nicht mit Beton gebaut wird sondern viel mehr mit Holz, auch mehrstoeckige Gebaeude. &lt;br /&gt;Interessanter Weise sah der Raum, wo die Explosion statt gefunden hat ziemlich gut aus. Die Schockwelle hat erst ein paar Waende weiter ihre wahre Zerstoerungskraft entfaltet. &lt;br /&gt;Jetzt sind aber alle wieder heilauf und einfach umgezogen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin gestern mit einem von Calvins Truck nach Edmonton gefahren. Wir duerfen uns ihn fuer 4 Wochen ausleihen und arbeiten dann die "Leihgebuehren" eine Woche lang fuer Calvin ab. Wir gehen naemlich Pilze sammeln. Und dafuer braucht man ein Fahrzeug. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;John hat mir vor ein paar Monaten schon von den Pilzen erzaehlt. Dort wo im letzten Jahr Waldbraende gewuetet haben, wuchern dieses Jahr Morcheln. Die werden dann gesammelt und an Aufkaufstationen (wie beim Erdbeerland) verkauft. Man bekommt 5-15 Dollar fuers Pfund steuerfrei. Und John meinte, dass man bis zu 100 Pfund pro Mann und Tag sammeln kann. Klingt das nicht nach nem Traumjob ??? Pilze sammeln und dabei reich werden. Unabhaengig sein, an der frischen Luft und campen. Alles schoene im Leben kombiniert mit extraordinaerem Profit. Aber bis ich nicht dort bin und die erste Kohle in den Haenden halte, bin ich erst mal noch skeptisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gesagt bin ich gestern nach Edmonton gefahren, um Bubbi und Meagan abzuholen. Ic dachte, dass ich mit einer Tankfuellung die 750km schaffen koennte. Doch dann wurde es knapp. Leider kam auf den letzten 150km keine Tankstelle mehr. Das ist hier nicht wie in Europa. Als ich 2km vor dem Ortseingang war und die ersten Lichter und Malls und Tankstellen sah, dachte ich, ich haette es geschafft. Doch ploetzlich stotterte der Truck und ging aus. Ich rollte aus und blieb unter einer Bruecke stehen. Ich winkte das einzige Auto heran, was ankam. Es war ein Streifenwagen. Der Officer war der freundlichste Bulle, den ich je gesehen habe. Nach meinen Polizeierfahrungen und Geschichten der letzten 2 Jahre bin ich Polizei grundsetzlich hoechst feindseelig gegenueber eingestellt. Doch dieser Mann war ein Engel. Er hat mich zur naechsten Tankstelle gefahren und war halt einfach super nett. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen fahren wir los und sind schon alle ganz aufgeregt. Hua !!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ps: Zieht euch unbedingt mal die neuesten Fotos rein, besonders das eine, wo Bubbi mit der Waschpistole vor der Rig steht. Ich hab mich zerissen vor Lachen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-1504505616138601431?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/1504505616138601431/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=1504505616138601431' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1504505616138601431'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1504505616138601431'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/05/kanada-5-fort-st-john.html' title='Kanada 5 - Fort St. John'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-7217735407513914723</id><published>2010-04-05T01:58:00.001+02:00</published><updated>2010-04-05T02:01:30.174+02:00</updated><title type='text'>Kanada 4 - Fort Sankt John</title><content type='html'>Hi Folks, &lt;br /&gt;schreiben strengt gerade an, deswegen nur ein kurzer Abriss der letzten Geschehnisse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeiten der letzten Wochen haben mich stark an meine Italienzeit bei Uschi erinnert. Ich durfte mal wieder flexen und in Metall rumbohren und stundenlang Rinde von Brettern abschaelen, die wir demnaechst an die Scheune nageln. Und ich bin mir John und Cody raus in den Wald gefahren, um 30 Baeume fuer einen neuen Pferdezaun zu faellen. &lt;br /&gt;Da gabs einen witzigen Zwischenfall in Sachen Arbeitsschutzbestimmungen. John hat entlang der Iceroad gefaellt und Cody und ich sind mit der Axt hinterher und haben die Aeste abgehackt. Ich war gerade mit einem der Baeume beschaeftigt, als John auf einmal anfaengt zu kreischen. 2 Sekunden spaeter streifte mir etwas sanft von der Muetze ueber den Ruecken bis zur Hose hinunter und knallte dann dumpf auf den Schnee. Ich drehte mich um und da lag der naechste Baum hinter mir, 10 cm von meinen Haxen entfernt. Und es waren keine Aeste die mich streiften, sondern der Stamm. Das war knapp. Einen halben Schritt weiter hinten und ich haette bestimmt mehr als nur penetrante Kopfschmerzen gehabt. Gerade auch weil wir natuerlich keinen Helm und Schutzbrillen getragen haben. John starrte mich aus riesigen Augen und mit offen stehendem Mund an und sagte: „sorry!“. Und ich sagte: „Oh, i’m fine. Let’s just continue.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende Maerz sind wir dann endlich in die Rockies nach Panorama zum Snowboarden gefahren. Calvin hat all seinen Kindern einen 4 Tagestrip zu Weihnachten geschenkt. Und da noch 2 Betten frei waren, durfte ich mit. Auf dem Weg dorthin mussten Cody und ich noch Kelsey ausm Schnee holen. Sie ist 20km ins Nichts gefahren, an der Rig vorbei, wo sie den Core Van abladen sollte, auf einer Iceroad, auf der seit Monaten niemand mehr war und die stellenweise so ziemlich unpassierbar war. Doch das dickkoepfige Maedel peitschte den armen Truck mit Van hinten dran immer weiter ins Unheil, bis sie eben in fast Knie tiefem Schnee stecken blieb. Wir haben sie wieder raus bekommen, doch das hat uns 8 Stunden gekostet und Calvin hat sie spaeter schlichtweg gefeuert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Hotel (das schickste im Ort) lag direkt an der Piste. Und ich habe mir gleich ein Nachtski-Liftpass gekauft und bin sofort aufs Brettl gesprungen. &lt;br /&gt;Das Skigebiet ist fuer oesterreichische Verhaeltnisse ein kleiner Pups, doch es hat einen grandiosen Funpark. Nach ein wenig Training habe ich ueber die mittleren Kicker perfekte threesixty‘s gestanden, sogar einen fivefourty.  Und so dachte ich, waere es Zeit mal einen 360’er ueber den grossen Kicker zu probieren. Leider hab ichs verissen und es wurde ein Rodeo-Backflip-Threesixty draus, mit Landung auf Kopf und Haenden. Kopf war nicht das Problem, ich hatte einen Helm auf, doch den rechten Arm hab ich mir gebrochen.  Erst dachte ich: aua, naja, is nich so schlimm. Bin halt hingefallen. Doch nach einer Minute war ich mir recht sicher, dass was am Knochen sein musste. Hab ja mittlerweile etwas Erfahrung wie sich ein Bruch so anfuehlt. Musste dann auch leider noch mal mit dem Lift hoch und eine andere Piste runter fahren, weil ich vom Parkn nicht zum Hotel gekommen bin. Dort hat sich dann nein Sanitaeter meinen Arm angeschaut und mich ins Krankenhaus ins Tal geschickt. Naja, und jetzt hab ich halt nen Gips und muss mir mit links einen runter holen.&lt;br /&gt;Gut dass ich auch die Reise-Krankenversicherung abgeschlossen habe. Fuer einmal Arzt drauf gucken lassen und ein paar Roentgenbilder bezahlt man hier naemlich 800 Dollar. Das waere fast ein viertel meines Februareinkommens gewesen. Bloed wenn ich all die nuetzliche Knete in einen Knochenbruch stecken muesste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn jetzt Eltern und andere Menschen nur mit dem Kopf schuetteln – lasst es einfach sein. Fragt mich gar nicht erst warum ich das mache. Ich hab doch auch keine Ahnung. Snowboarden hat nichts mit Rationalitaet zu tun, genauso wenig wie klettern. Und ja, ich habe auch einigen Leuten (hi Martin) mal versprochen nicht mehr in den Park zu gehen. Doch irgendeine unbekannte Kraft zieht mich doch immer wieder hin. Gebt mir noch 2-3 gebrochene Glieder, dann hab ichs vielleicht gelernt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenigstens kommen jetzt keine Jobs mehr rein. Die beste Zeit also um sich zu verletzen. &lt;br /&gt;So, und das Rumgehacke mit dem linken Zeigefinger auf der Tastatur geht mir langsam ziemlich auf die Nuesse. Deswegen ein dickes „yeahaaaa“ an alle die das Leben lieben. Machts jut!!!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-7217735407513914723?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/7217735407513914723/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=7217735407513914723' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7217735407513914723'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/7217735407513914723'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/04/kanada-4-fort-sankt-john.html' title='Kanada 4 - Fort Sankt John'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6701767778355295429</id><published>2010-03-19T02:20:00.002+01:00</published><updated>2010-03-19T02:25:25.691+01:00</updated><title type='text'>Canada 3 - Fort Sankt John</title><content type='html'>Also wenn ich es nicht besser wuesste, wuerde ich sagen, dass ich ein Bisschen zum Workoholic mutiert bin. Und damit mache ich mir selbst ein wenig Angst. Ich entdecke gerade eine neue Seite in mir, die mir bisher voellig unbekannt war.&lt;br /&gt;In den ersten 5 Wochen die ich fuer Calvin gearbeitet habe, hatte ich 2-3 Tage frei. Doch das hat mir ueberhaupt nichts ausgemacht. Ganz im Gegenteil – hatte ich mal frei, langweilte ich mich und fragte Calvin immerzu wann die naechsten Jobs reinkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von aussen betrachtet ist die Arbeit ziemlich beschissen: erst faehrt man stundenlang zur Rig und sitzt dann fuer bis zu 40 Stunden in dieser kleinen Kabine und befoerdert Pipes hoch und runter zum Rigfloor (mit 5 Stunden Schichtwechsel), um dann am Ende wieder todmuede nach Hause zu fahren oder im schlimmsten Fall gleich zur naechsten Rig. Und der durchschnittliche Schlaf liegt bei 5-6 Stunden pro Nacht wenns mal bussy ist. Viel zu kurz fuer mich.&lt;br /&gt;Trotzdem macht mir die Arbeit an sich unheimlich viel Spass. Wenn ich aber einen genaueren Blick auf die ganze Angelegenheit werfe, dann glaube ich, dass das wirklich zufrieden stellende an dem Job seine tiefere Bedeutung fuer mich ist.&lt;br /&gt;Ich habe das Gefuehl ernsthaft gabraucht zu werden. Ich bin eines der vielen kleinen Raedchen, das dafuer sorgt, dass die komplette Wirtschaft  des Landes und letztendlich der Welt am Laufen bleibt. Denn wie wir alle wissen ist Oel und Gas das Blut der Welt. Ohne dem geht nichts: kein Auto wuerde fahren, kein Gasherd wuerde unser Essen kochen, kein Kletterseil existieren.&lt;br /&gt;Ich bin eine der vielen Ameisen die ganz vorne an der Front Nadel fuer Nadel ranschleppt und den Haufen groesser macht. Doch jetzt kommt der Haken: so schoen ein grosser Haufen auch ist – er hinterlaesst einen noch viel groesseren Haufen Scheisse! So befriedigend dieser Job fuer mein Ego auch sein mag, weiss ich doch, dass ich damit dem Teufel diene. Der Teufel ist nun mal verfuehrerisch. Und mein oekologisches Gewissen sagt mir jede Stunde die ich in der Kabine sitze, dass ich direkt mitverantwortlich bin, dass unser Karren immer tiefer in den Mist rollt. Doch wer ist schon nicht verantwortlich? Der Hippie, der in seinem 68’er VW-Bulli ohne Kat mit 15 Liter auf 100km nach Indien cruised und dabei in einer naiven Traumwelt lebt, traegt genauso Verantwortung wie ich, die Omi von nebenan oder der Weihnachtsmann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke nicht, dass Oel und Gas prinzipiell etwas schlechtes ist. Genauso wie ich nicht denke, dass Blei boese ist, nur weil man daraus Gewehrkugeln machen kann. Es sind einfach nur Bestandteile unserer Welt – voellig neutral und ohne Wertung.&lt;br /&gt;Ich glaube aber schon, dass Oel und Gas fuer uns Menschen ein gewaltiges Geschenk von Mutter Natur ist. Nur sind wir noch zu bloede es auch anstaendig zu nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer, ich mache diesen Job ja nicht auf ewig. Ich weiss ganz genau dass nach ein paar Jahren dieses tolles Gefuehl nicht mehr da sein wuerde und dass der kleine Oeko-Engel auf meiner Schulter mir frueher oder spaeter dann doch immer heftiger auf die Finger klopfen und mir die Haende binden wuerde.&lt;br /&gt;Ich bin hier in Kanada um eine kanadische Lebenserfahrung zu machen. Und kanadischer kann mein Leben gerade nicht sein. Wuerde ich in Vancouver in einer Bar Bier ausschenken, waere das nichts anderes als in Berlin aufm Weihnachtsmarkt Gluehwein zu verkaufen. Kann ich also auch zu Hause haben.&lt;br /&gt;Und wenn jetzt immer noch jemand arge Probleme hat mit dem was ich tue, dann gebe ich halt als letzten Grund/Vorwand/Ausrede an: man muss seinen Fein kennen um ihn bekaempfen zu koennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, aber dieser Eintrag soll nun nicht nur eine Rechtfertigung meiner Lebensumstaende sein. Ich will euch noch ein Bisschen mehr ueber meine Arbeit und andere Dinge erzaehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da war eine kleine Sache auf meinem ersten Laydown-Job, die den Wissenschaftler in mir in hoechste Aufregung versetzt hat und die ich euch nun erzaehlen will und dazu fragen moechte, ob mir jemand eine wissenschaftliche Erklaerung liefern kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich legte am Abend eine volle 500ml Plastik Wasserflasche auf die Ladeflaeche des Laydown-Trucks, neben die Operators-Kabine. Es waren 20 Grad minus und 4 Stunden spaeter fiel mir ein, dass ich die Flasche dort vergessen habe. Ich ging also um sie in die Kabine zu holen, damit das Wasser auftauen und ich trinken kann. Die Flasche lag immer noch am gleichen Ort, doch zu meiner Verwunderung war das Wasser komplett fluessig, was bei der Kaelte ueberhaupt nicht haette sein duerfen.&lt;br /&gt;Ich hob sie auf und ploetzlich gefror das Wasser blitzartig zu Eis. Wenn man einen Chemotaschenwaermer aktiviert, dann kristallisiert die Fluessigkeit aus, unter der Abgabe von Waerme (exotherme Reaktion). Das sah bei der Wasserflasche ganz genauso aus, nur viel schneller. In 2 Sekunden war die Flasche komplett durchgefroren.&lt;br /&gt;Hier nun meine Vermutung: Der Motor des Trucks lief die ganze Zeit und veruarsacht dabei eine stetige Vibration. Durch die Vibration wurden die Wassermolekuele daran gehindert sich ab 0 Grad in das gewohnte Gitter zusammenzufuegen und somit zu Eis auszukristallisieren. Dadurch war das Wasser noch fluessig, obwohl es deutlich unter 0 Grad Eigentemperatur hatte. Sobald ich die Flasche von der Vibrationsquelle entfernte, setzte die Kristallisation ein. Richtig oder halbrichtig ? Aber wieso genau verhindert die Vibration die Kristallisation ? Was passiert da auf molekularer Ebene ? Hat da jemand ne Idee ? Wer, wie , was – der, die, das – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderes Phaenomen das ich beobachten durfte, waren Polarlichter. Gruene Schleier tanzten sachte quer ueber den gesamten Nordhimmel. Das war nicht mega spektakulaer aber doch spannend genug um mich im Pullover 15min draussen rumstehen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben den Laydown-Jobs mache ich jetzt auch Hotshots. Das sind Jobs, bei denen man mit Truck und Trailer (Anhaenger) zu einer Rig faehrt und dort Bohrkerne geladen bekommt, die dann nach Calgary zur Analyse ins Labor muessen. Oder man transportiert Pipes und anderes schweres Bohrgeraet zu Service-Firmen, die das Zeug dann mal wieder richtig in Schuss bringen. Genau das habe ich neulich gemacht und hatte dabei den bischissensten Tag in Kanada.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin also mit einem der Pickups und einem 10m langen Trailer 6 Stunden noerdlich in die Northwest-Terretories zu einer Rig gefahren, die ein paar Sachen nach Fort Nelson und Grande Prairie befoerdert haben wollten. So, und ich weiss nicht wo der Fehler lag, ob der Rig-Ingenieur behindert oder Calvin nicht mehr ganz knusper ist. Denn die Jungs luden mir 9 Artikel auf, die eher auf einen grossen Laster gehoerten als auf mein kleines Trailerchen.&lt;br /&gt;Davon waren 4 Mudmotors, von denen das Stueck mal eben ne Tonne wiegt, dazu noch 2 mannsdicke 18m lange Pipes, die also fast doppelt so lang waren wie mein Anhaenger und dann noch ein paar Bohrkoepfe, zu je auch ueber 100kg. Ich hatte also mindestens 7 Tonnen Ladung und einen Trailer, der halb so kurz war wie er sein sollte. Ich habe alles mit Straps und Ratschen festgezurrt, sodass sich da nichts mehr bewegen sollte. Muss ich nur noch langsam, vorsichtig und konzentriert fahren, dachte ich, dann wuerde schon alles gut gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die „Strassen“ von den Highways zu den Rigs heissen in Deutschland Forstwirtschaftswege und bestehen hier aus einer Mischung aus Eis und ein wenig Erde. Deswegen schliessen die Rigs auch im Fruehling fuer 2-3 Monate, weil die Iceroads dann schmelzen und sich in eine Schlammhoelle verwandeln.&lt;br /&gt;Auf dieser besagten Iceroad war Hoechtsgeschwindigkeit 40 km/h. Ich bin 30 gefahren, weil ich zu viel Schiss hatte. Dann kam diese spitze 90 Grad Kurve. 60m vor der Kurve begann ich zu bremsen und es passierte Nichts, null Reaktion. Als ob ich auf einem Schlitten sass. Es folgte ein „huuuuuuuu“, dann ein „Scheisse!“. Weiteres Rumgetrete auf der Bremse und Rumgefuchtel am Lenkrad, immer noch mit keiner Reaktion beider Accessiores. Die Baeume kamen naeher und die 7 Tonnen drueckten mich einfach geradewegs in den Wald hinein. Nach dem ersten grossen Rumms (Durchbrechen der 1m hohen Schnee-, Eis-, Schlamm-Mauer), weiterem lustigen Rumgehopse und 10 gefaellten Baeumen kam ich endlich zum Stehen. &lt;br /&gt;Der Truck sass 5m tief im Wald drin, in meterhohem Schnee und ich sass in einem Whirlpool aus Adrenalin. Meine allererste Reaktion war: Licht im Fahrerraum an, Tupperdose aus meinem Rucksack kramen und die Gemuesepfanne vom Vortag essen. Dazu ein kraeftiger Schluck Orangensaft und zwischendrin 30 mal „Scheisse“ geflucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Welle in Griechenland war zwar deutlich eindrucksvoller, vom Angstfaktor her jedoch ein Klacks gegen diese Achterbahnfahrt. Denn ob Ihrs glaubt oder nicht, aber der erste Gedanke der mir kam, als ich merkte dass ich nicht bremsen kann, war: Wenn die ganze Huette schlagartig zum Stehen kommt, dann rutscht bestimmt eine der Pipes froehlich weiter (Traegheit der Masse usw, nicht war?!), durchstoesst den Pickup und den Sitz, durchbohrt mich und stanzt ein Fussball grosses Loch in meinen Bauch. Das wuerde nicht gut aussehen. Doch gluecklicherweise habe ich alles gut genug festgezurrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war mir sicher, dass der Truck mehr als nur ne Beule hatte, bei den vielen Baeumen die ich umgerammt habe. Dass z.B. mindestens eine Achse gebrochen waere.&lt;br /&gt;Es war klar, dass ich nicht alleine rauskommen wuerde. Die Rig war 5km weg, es war 1.00 Uhr nachts, es waren 15 Grad minus und ich hatte zu wenig Klamotten mit. Laufen war also die letzte Option. Und mit etwas Pech waere das naechste Fahrzeug in 8 Stunden vorbei gekommen. Doch gluecklicherweise konnte ich einen LKW-Fahrer per CB-Funk erreichen, der auch gerade von dieser Rig kam. Doch selbst er mit seinem grossen LKW haette mich niemals rausbekommen. Also hat er die Rig angerufen und einer der Jungs kam mit dem Loader (riesiger Gabelstapler) und monstroesen Ketten auf den Raedern.&lt;br /&gt;2 Stunden spaeter war der Truck wieder auf der Strasse und diese hatte dann zwei 50cm tiefe gigantische Loecher, die die Raeder des Loaders trotz Ketten beim Durchdrehen gegraben haben.&lt;br /&gt;Bei einem Blick unter den Truck kam mir zunaechst das Gruseln. Ueberall steckten Aeste und Baeumchen in allen moeglichen Winkeln und Geraeteteilen. Ein 6m langer Unterarm dicker Baum hat sich in beiden Achsen und anderen Kurbelwellen-was weiss ich was verkeilt.&lt;br /&gt;Nachdem alles Gestruepp wieder raus war, durfte ich feststellen, dass rein gar nichts kaputt war. Bis auf ein paar Kratzer, einer satten Beule am Kotfluegel und zwei zerschmetterten Nebelleuchten war alles prima.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Uebergluecklich konnte ich meine Fahrt fortsetzen, die sich jedoch auch als Horrortrip herausstellte. Bei den kleinsten Lenkbewegungen schaukelte sich der Truck nach links und rechts immer weiter auf und war kaum mehr unter Kontrolle zu bringen. Jedes vorbei fahrende Fahrzeug verschaffte mir Schweissausbrueche und ich hoffte einfach nur auf meiner Spur zu bleiben. &lt;br /&gt;Ich hatte selten solche Angst in meinem Leben. Doch alles weitere ging gut, mehr oder weniger. Denn durch die ganze Aufregung und den verpassten Schlaf wurde ich auf der Heimfahrt ziemlich muede. Und ich meine wirklich ziemlich muede. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz des zwanghaften Offenhaltens meiner Augen sank ich immer wieder in einen dickfluessigen, schlickartigen Halbschlaf hinab. Der Geist versuchte verzweifelt Herr uebers Fleisch zu bleiben, doch das Fleisch zwang den Geist in die Knie und weiter hinab in die unendlichen Weiten des Deltabereichs meines Bewusstseins. Also hielt ich an und schlummerte ein Stuendchen. Das Aufwachen war aber eine hoechst unangenehme Angelegenheit. Eine Erfahrung, die ich auch schon zuvor im Laydown-Truck unzaehlige Male hatte. Da man bei den niedrigen Temperaturen hier den Motor laufen lassen muss um warm zu bleiben, erschrak ich bei jedem Erwachen fast zu Tode, weil ich durch das Motorengeraeusch und die Vibration immer dachte, dass ich beim Fahren eingeschlafen bin. Ich fuchtelte jedes Mal wild mit den Haenden in der Luft herum, um das Lenkrad zu ergreifen und den Wagen unter Kontrolle zu bringen, bis ich wenige Sekunden spaeter realisierte, dass ich gar nicht fuhr. Das ist psychisch gesehen wirklich kein sanftes Eintreten ins Wachbewusstsein. Eine ausgesprochen widerliche Situation!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Calvin ist nun schon eine Weile in Arizona auf seiner Sommeresidenz (bin nun der Herr uebers Blockhaus). Kelsey hat ihn am Flughafen abgeholt und kam dann hoch nach Fort Sankt John um auch Hotshots zu fahren. Am Flugfafen erzaehlte er Kelsey mein Rendevouz mit dem Wald und amuesierte sich praechtig darueber. Eine weitere sehr beruhigende Eigenschaft von Calvin: fuer ihn sind Autos keine rohen Eier sondern Gebrauchsgegenstaende. Da sind solche Alltagsschaeden ueberhaupt kein Drama. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kelsey ist die 18 jaehrige ziemlich schnieke Tochter von Calvins bestem Freund, die gerade ihre Highschool beendet hat und jetzt auch fuer Calvin arbeitet, eben Hotshots macht. Wir haben ein paar Tage und Naechte zusammen im Blockhaus verbracht. Halt solange wie die Rigs brauchen um die Bohrkerne fertig zu machen und in den Corevan zu laden, damit Kelsey ihn dann abholen und nach Calgary fahren kann. Ja, wir hatten jedenfalls ein paar nette Abende. Ganz besonders der eine, an dem wir uns bestimmt 5 Stunden unerhalten haben. Sie ist wirklich ein ausserordentlich huebsches, nettes und intelligentes Maedel. Und die Koversation hat uns sehr viel Spas gemacht. Doch bei einigen Dingen die sie gesagt hat, hat sich mir der Darm verknotet. &lt;br /&gt;Ich haette nie gedacht, dass ich mal auf einen solchen Menschen treffen wuerde, doch hier ist sie – Kelsey, die christliche Kanadierin, welche die Bibel komplett woertlich nimmt. Ich haette gedacht, sowas existiert nur noch bei den Amish in den Staaten oder bei den Mormonen. &lt;br /&gt;Sie offenbarte mir, dass sie unabbringlich davon ueberzeugt ist, dass sie es glaubt, fuehlt und weiss, dass die Erde nur 5000 Jahre alt ist, dass es keine Evolution gibt, dass die Welt in 7 Tagen erschaffen wurde, dass Gott ein menschliches Wesen im Himmel ist, der ueber uns richtet, dass es eine Hoelle aus Feuer und Schmerz gibt, in die wir kommen wenn wir die Suessigkeiten unserer Geschwister klauen und vieles mehr. &lt;br /&gt;Ihr koennt euch vorstellen, wie sehr mir das in meinem Hirn schmerzte. Ich konnte an einigen Stellen nicht anders als einfach in Gelaechter auszubrechen. Ich entschuldigte mich sofort dafuer und weiss, dass es unfair war, aber ich konnte einfach nicht anders und musste promt weiterlachen. &lt;br /&gt;Wenn ich sage, dass sie intelligent ist, dann meine ich das wirklich. Die Sache ist die, dass wir uns auch ueber Bildung und das kanadische Schulsytem unterhalten haben. Und was ich da hoerte, erschreckte mich zutiefst, in Anbetracht dass ich mich hier in einer der fuehrenden westlichen Industrienationen befinde. Der Schulstoff hier scheint wirklich ein Witz zu sein. Sie kann also nichts dafuer. Sie wurde einfach nicht gebildet. &lt;br /&gt;Ich habe ihr versucht das Bestimmungsalter von Jahrmillionen alten archaeologischen Artefakten mithilfe der C14-Methode zu erklaeren oder ein paar Naturgesetze zu erlaeutern, die weite Teile ihres Glaubens sprengen wuerden. Doch sie hat mir dann ein ueberzeugendes Argument gegeben es sein zu lassen: was ein Mensch glaubt und ob das richtig ist, ist voellig egal, solange es ihn erfolgreich durch den Tag bringt. Und in einigen Teilen ist sie damit vielleicht erfolgreicher als ich. Sie kann Gott und seinen Plan dafuer verantwortlich machen wenn ein Unfall geschieht. Und das Paradies nach dem Tod ist ne sichre Sache wenn man sich gut verhaelt. Das nimmt viel Verantwortung von einem und laesst schlimme Dinge sicher viel besser ertragen. &lt;br /&gt;Ich habe mit all dem kein Problem. Ich habe mich mit ihr darauf geeinigt, dass ich niemanden von meinem wissenschaftlichen Glauben ueberzeuge und jeder glauben soll was er will, solange ein Glauben und darauf basierende Handlungen Nichts und Niemanden schadet. Ich sagte ihr aber auch, dass religioeser Bullshit zu einer echten Gefahr wird, wenn ein G.W. Bush mit der Rechtfertigung von Gottes Auftrag in Laender einmarschiert und tausende Zivilisten dabei sterben. Oder wenn Inquisitoren Hexenverbrennung und Kreuzzuege betreiben. Oder wenn fucking Israel Land von Palaestina klaut und Holocaustartige Greultaten begeht, nur weil vor 2000 Jahren die Juden dort lebten und das Gott gegebene gelobte Land ihres sei. Scheisse man, wenn alle Voelker und Staemme in Europa mit diesem Vorwand kommen wuerden, dann wuerde dort alles ziemlich drunter und drueber gehen, weil jeder von jedem mal erobert und besetzt wurde und sich die Grenzen immer veraenderten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einigen Dingen haben wir aber auch uebereingestimmt oder uns ergaenzt. Ich hoffe nur, dass sie noch mal hochkommt und wir weiter quatschen koennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, und zum Abschluss wollte ich noch mal was zu Kata sagen. Leider hat sich die Geschichte als erfolglos herausgestellt. Dieses boese Maedchen hat mich nur benutzt. Oh, wie hat mich das gekraenkt. Naja, manchmal kriegt man eben den Tritt vors Schienbein und nicht die Schokolade.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-6701767778355295429?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/6701767778355295429/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=6701767778355295429' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6701767778355295429'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6701767778355295429'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/03/canada-3-fort-sankt-john.html' title='Canada 3 - Fort Sankt John'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-8166672469075693670</id><published>2010-02-14T06:18:00.001+01:00</published><updated>2010-02-14T06:23:41.051+01:00</updated><title type='text'>Canada 2 - Whitehorse/ Fort Sankt John</title><content type='html'>So, wie war nun also das Trampen nach Whitehorse? Genial! Ich stand fuer die ueber 2000km gerade mal zweieinhalb Tage an der Strasse und habe insgesamt so ca. 4-5 Stunden gewartet. Wie Andi gesagt hat: „wenn dich erst mal jemand aufsammelt, dann gleich fuer hunderte Kilometer“. &lt;br /&gt;Das Kaelteste was ich auf dem Trip hatte, waren minus 28 Grad, die laengste Fahrt mit einem Indianer (ueber 1000km) und das Coolste ein 2 Tagesaufenthalt in Beaverlodge bei zwei Couchsurf-Maedels, wo ich mit fast allen Annehmlichkeiten des Lebens nur so behangen wurde, wie ein Weihnachtsbaum mit viel Lametta und Kugeln. &lt;br /&gt;Dort sind mir dann einige Unterschiede zwischen unseren Kulturen aufgefallen. Ich sass mit Tatum und ihren Eltern im Wohnzimmer und wir unterhielten uns ueber dies und jenes ueber Stunden hinweg. Und nach einiger Zeit wurde mir bewusst, wie anders dieses Gespraech war als sonst wo. Nicht dass wir inhaltlich andere Dinge behandelt haetten, aber mir wurde klar, dass ich zu jedem meiner Gespraechspartner mindestens 4 Meter Abstand hatte. Jeder sass an einem anderen Ende des Raumes. Vielleicht wars ja auch nur Zufall doch mein Gedanke dazu war, dass Menschen die in einem Land leben, wo die naechsten Nachbarn teilweise hunderte Kilometer von  einander entfernt sind, sich auch dementsprechend der persoenliche Privatabstand erheblich vergroessert. Wo viel Platz ist, kann man weiter von einander wegruecken. Das hat Vor- und Nachteile: einerseits muss man sehr laut reden, damit der andere einen versteht, andererseits kann man ganz genuesslich pupsen, ohne dass das Gegenueber es merkt, denn in der Zeit in welcher der Pups zum Gespraechspartner wandern koennte, hat man ihn bereits selber weggeschnueffelt.&lt;br /&gt;Eine interessante Zeit hatte ich auch mit Tom, ein aelterer Herr, der mich von Watson Lake nach Whitehorse mitgenommen hat. Ich mag es Leute nach ihrem Leben auszufragen, was sie machen, wieviel Geld sie verdienen, ob sie zufrieden sind mit ihrem Leben. Das hab ich immer getan und ist (vielleicht unbewusst und nun verstaerkt offensichtlich geworden) sicherlich ein betraechtlicher Teil an Wertigkeit meiner ganzen Reiserei: auf der Suche nach dem eigenen Glueck befrage ich Menschen auf der ganzen Welt nach dem Ihrigen, schaue in ihre Gesichter und schaeze ihre Zufriedenheit ein. Welche Tips haben mir arme Menschen zu geben und was fuer welche Reiche. Ich hoffe, dass mich das weiser macht und sich die Kompassnadel meines Lebens in Zukunft langsam auf eine Richtung kalibriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schon einige reiche Leute zuvor war Johns Fazit ueber sein Leben wie folgt: „Wenn ich 500 Dollar am Tag verdiene (ca. 350 Euro) fuehle ich mich deutlich unterbezahlt. Deswegen mache ich meinen jetzigen Job ja auch fuer 750 Dollar. Ich habe ein Haus, 3 Autos, ein Boot, 3 Schneemobile, 1 Quad und vieles mehr. Dafuer musste ich viele Jahre lang 70 Stunden die Woche arbeiten. Und wars das alles wert? Nein! Was bringt einem das viele Geld und die vielen Spielsachen, wenn man keine Zeit hat es auszugeben und zu spielen. Jetzt bin ich fast Mitte Sechzig und haette ich die Wahl, wuerde ich alles von Anfang an anders machen.“ &lt;br /&gt;Indien – Kanada, von einem Extrem ins naechste. Die Ballanz ist entscheidend. Doch wo liegt sie? Bei jedem ist sie anders. Und bei mir? Keine Ahnung. Und so dreht sich die Nadel weiter im Kreis, zwar schon langsamer werdend, doch dreht sie sich noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe Watson Lake erwaehnt. Dort habe ich eine Nacht bei Couchsurfern geschlafen. Prinzipiell nicht der Rede wert, doch was der Rede wert war, war die einzige Touristenattraktion die dieses Dorf zu bieten hatte. Als 1945 rum ein Soldat beim Bau des Alaskahighways mitgearbeitet hat (in weniger als einem Jahr wurden so weit ich weiss von der Armee um die 2000km Highway gebaut), nagelte er sein Autokennzeichen an einen Pfahl. Ich will nichts Falsches erzaehlen aber ich glaube so war die Geschichte. Jedenfalls haben andere es ihm gleich getan. Und so hat sich die Sache bis heute auf einen Schilderwald ausgeweitet mit ca. 65.000 Exemplaren aus aller Welt. Dort findet man wirklich alles: geklaute Ortseingangsschilder aus nahezu jeder groesseren Stadt, Autokennzeichen, Privatschilder, Entfernungsangaben und alles aus sehr vielen Laendern dieser Welt. Jeder Reisende bring da sein legal oder illegal erworbenes Schild mit und nagelt es irgendwo hin. Sogar ein Ortsschild von Tonndorf aus Thueringen oder ein altes DDR-Schild mit Aufschrift Karl-Marx-Stadt habe ich gefunden. Und natuerlich auch Erfurt und Jena. &lt;br /&gt;Als ich dann nun in Whitehorse angekommen bin, hat mich Andi mit dem Auto abgeholt und wir sind direkt zu Hans Gatt Grundstueck gefahren, wo auch Andi wohnt – ein Grundstueck, dass 1km lang und viele hundert Meter breit ist, direkt am Yukon gelegen mit Wald bewachsen. Dazu ein rieser Hundeyard mit fast 50 liebenswerten 4-Beinern, von denen jetzt gerade einige mit Hans die Yukon Quest rennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andi hat sich echt veraendert. Nicht nur vom Aeusseren (eine ziemlich coole Hippiefrisur) sondern auch seine Art. Er ist relaxter geworden und noch mehr zum Hippie-Aussteiger mutiert, als sich dass schon vor 2 Jahren abgezeichnet hat. Wir kriegen ihn schon noch komplett auf unsere Seite nicht wahr Jungs und Maedels? &lt;br /&gt;Er arbeitet jeden Tag fast ununterbrochen seit September wirklich hart fuer 400 Dollar im Monat, lebt in einer vielleicht 10 Quadratmeter Blockhuette, die mit Holzofen geheizt wird und will gar nicht mehr als das. Er schaufelt den ganzen Tag Hundescheisse durch die Gegend, fuehrt sie mit dem Schlitten aus und ist so tierlieb, wie ich ihn nie eingeschaetzt haette.  Zudem hat er einige Einstellungen erworben, die mehr an Osho als an Andi erinnern. War wirklich witzig zu sehen. &lt;br /&gt;In Gespraechen mit ihm habe ich dann das erste Mal Dinge ausgesprochen, die ich vorher nur gedacht habe. Fragen, auf die ich bisher keine Antwort hatte, die aber schon seit Jahren in meinem Kopf rumspuken und von Ahnungen begleitet waren.&lt;br /&gt;Dabei handelt es sich zum Beispiel um Folgendes. Ich erinnere mich, wie ich in meinen Teenagejahren mit vielleicht 13 oder 14 angefangen habe gewisse Theorien aufzustellen, wie mein Leben wohl am Besten verlaufen wuerde. Zu jener Zeit war ich ziemlich angepisst von vielen Dingen wie sie verlaufen sind. Ein Hauptfaktor hat dabei die Schule gespielt. Ich denke ich habe meine inneren Konflikte ganz gut vertuscht, sodass nicht viele davon Wind bekommen haben. Doch die Wahrheit ist, dass ich die Schule mehr gehasst habe als alles andere in meinem Leben. Hatte nichts damit zu tun, dass ich leistungsmaessig schlecht war oder keine Freunde hatte oder arge Probleme mit Lehrern. Aber einfach zu viele Dinge sind mir instinktiv zuwider gewesen. Haben gegen meine innersten moralischen Vorstellungen gesprochen und mich auf eine Art von Leben vorbereitet, dass mir total falsch, Unglueck bringend und gefaehrlich erschien. Ein Leben mit Wertevorstellungen und Erwartungen und ethischen und moralischen Grundsaetzen, die meines innersten Kerns, meiner Seele, in einigen essentiellen Teilen widersprachen. Das hat mich zu teilweise extremen Ueberzeugungen gefuehrt. &lt;br /&gt;Ich dachte eine gute Loesung waere zu fliehen. Irgendwo weit weg in die Wildnis von Kanada beispielsweise und dort ein Leben als Einsiedler oder mit meiner Squa zu fuehren und zu jagen und zu fischen und viel Sex zu haben usw. Ein Aussteigerleben, wie es im Bilderbuche steht, um all den Dingen zu entgehen, die mich als gesetzter Steuerzahlender Buerger der Bundeesrepublik Deutschland erwarten wuerde.&lt;br /&gt;Fuer viele Jahre war genau das mein Plan und nur ausgewaehlten Menschen habe ich es erzaehlt. So kam es, dass das erste Buch, das ich mir jemals gekauft habe den Titel trug: „Aussteigen – aber richtig!“ Ich war nie ein grosser Leser, doch zur Verwirklichung meines Lebensplans erschien mir dieses Buch wuerdig als das erste selbst gekaufte meines Lebens zu werden.&lt;br /&gt;Aus all diesen Dingen heraus hat sich eine derartige im Untergrund schwelende Abscheu gegen die sich mir umgebende Welt aufgebaut (wovon ich uebrigens immer noch ueberzeugt bin, dass diese Abscheu in vielen Teilen berechtigt ist), dass ich kein anderes Gefuehl und keinen sich dem entgegen strebenden Gedanken zugelassen habe. Ueber Jahre hinweg war meine Einstellung allem gegenueber ziemlich festgefahren. &lt;br /&gt;Doch es kamen Zweifel. Ist das der einzige Weg, gibt es nicht noch andere Loesungen? Lange habe ich aber die Zweifel ignoriert und nichts anderes zugelassen. Irgendwie dachte ich, ich muesste mir und meinen Einstellungen treu bleiben. Alles andere waere mir wie ein Zugestaendnis an die von mir verabscheute Welt vorgekommen, ein sich Ergeben in den grossen Strom. &lt;br /&gt;Genau das hat sich geaendert. Die vielen hunderte von Menschen mit denen ich gesprochen habe und die mir ihre Geschichte erzaehlt haben, trugen bestimmt ihren gewichtigen Teil zu dieser Veraenderung bei. Auf jeden Fall habe ich Andi gegenueber erstmals ausgesprochen, was ich schon lange dachte: Diese Flucht ins andere Extrem ist wahrscheinlich doch nicht das, was ich will. Ueberall streben natuerliche Systeme einen Ausgleich an, ein Gleichgewicht oder Ballanz und vielleicht waere ein Leben ins andere Extrem ein Stueck weit der Versuch in Richtung Ballanz aus weit entfernter Sicht betrachtet. Aber fuer mich selbst, in meiner kleinen Welt, habe ich realisiert, dass ich das wahrscheinlich nicht will. Ich kann nicht ohne Menschen um mich herum leben und ich will auch nicht fluechten, nicht zwangslaeufig. &lt;br /&gt;Irgendwie hat sich meine „grimmige Sorgenfalten-Stimmung“ in eine „verschmitzte hochgezogene Mundewinkel-Stimmung“ gewandelt. Noch ist mir nicht ganz klar Wie, Was, Warum und Ob ueberhaupt, aber das kommt sicher noch.&lt;br /&gt;Nach einer Woche in Whitehorse und ein Bisschen Hilfe fuer Andi mit den Hunden merkte ich, dass die Jobs, die es dort gibt zu unterbezahlt sind, um eine Wohnung oder aehnliches zu mieten und dort den Winter zu verbringen. Also habe ich Calvin angerufen, ein ziemlich netter Typ, der mich ein kleines Stueck mitgenommen hat und mir seine Visitenkarte gab falls ich einen Job suchen wuerde.&lt;br /&gt;Ich rief ihn an und 2 Tage spaeter war ich wieder in Fort Sankt John, bei Calvin im Haus. Diesmal habe ich den Greyhoundbus genommen, weil ich so schnell wie moeglich ankommen musste. Und schwuppdiwupp stecke ich in einem Arbeitsanzug wie ihn die Oel-Arbeiter verwenden und putze den Laydown-Truck, mit dem ich die naechsten Tage arbeiten sollte. &lt;br /&gt;Celvin ist ein typischer nordamerikanischer Cowboy. Er hat ne Menge Pferde, macht Rodeo und Lassowerfen, liebt Country-Musik, Trucks und Landwirtschaft – eben der typische Redneck (uebersetzt so viel wie Rotnacken – Bauern arbeiten auf dem Feld und bekommen einen sonnengabrannten roten Nacken). Er meinte ich wuerde in der Gegend hier viel sympatischer rueber kommen, wenn ich auch wie ein Redneck ausehe, ich solle mir das also die Haare abschneiden und mich rasieren, weil sonst alle denke, dass ich ein Hippie bin (hihi, hab ihm nicht gesagt, dass ich mich als genau das sehe). So bin ich jetzt nun also im Gesicht wieder jungfraeulich (wie seit ueber 5 Jahren schon nicht mehr) und mein Haupthaar verottet im Muelleimer. Das witzige an Celvin ist, dass er halb Indianer ist und trotzdem diese Cowboy-Schiene faehrt. &lt;br /&gt;Nachdem ich nun also auch zum Redneck mutiert bin, stand ich ein paar Stunden spaeter vor der ersten Rig (Land-Oelbohrplattform) und bereite den Laydown-Truck (Lastwagen mit einer Art Krahnvorrichtung auf der Ladeflaeche) fuer den Arbeitseinsatz vor. Tja, und die folgenden 32 Stunden habe ich abwechselnd mit einem anderen Typen im 4-Stunden Takt Borgestaenge mit dem Krahn vom Bohrloch zu den Ablegerstaendern gefahren. &lt;br /&gt;Das ist einer der interessantesten Jobs, die ich je gemacht habe (haha, so viel gearbeitet habe ich ja noch gar nicht). Auf der Rig findet man ebenso viel Oel wie Testosteron aber die Jungs dort sind voll in Ordnung. Wer „Armagedon“ gesehen hat, der hat ne Vorstellung, was fuer Maenner dort arbeiten. Genau solche! Und das sind wirklich sauharte Kerle. Manche haben schon mal ueber 48 Stunden nonstop ohne Pause und Schlaf gearbeitet. Und das heisst im Detail ununterbrochen Zentner schwere Maschinen hin und her und damit dann Tonnen schwere Bohrgestaenge bewegen. Ein hochgefaehrlicher Job, fuer den man wirklich Muskeln und hoechste Konzentration braucht. Zudem kommt die staendige Gefahr von H2S-Gas (Schwefelwasserstoff) niedergestreckt zu werden und zu sterben. Aber dafuer werden die Typen auch gut bezahlt. &lt;br /&gt;Ich bekomme immerhin 15 Dollar die Stunde und wenn ich arbeite, werde ich 24 Stunden bezahlt und wohne zudem kostenlos bei Calvin und kann die Autos benutzen. &lt;br /&gt;Vor ein paar Tagem sind Calvin und Ich von einem Job wieder gekommen, bei dem wir von einer Rig 7 Stunden noerdlich, bei Fort Nelson, einen Bohrkern zur Analyse nach Calgary transportierten. Nicht das der Pickup-Truck schon das groesste Auto (wenn man es noch Auto nennen kann) gewesen waere. Nein, es hing auch noch ein 10 Meter langer Anhaenger hinter dran, auf dem 3 Tonnen Bohrkerne rumchillten. &lt;br /&gt;Eigentlich sollte ich mit Ron fahren, ein Typ den Celvin immer mal einstellt wenns viel arbeit gibt, aber Ron war betrunken und ich hab ihm gesagt, dass ich nicht fahren werde, wenn er trinkt. Also ist er kurtz ausgerastet, hat fast den Trailer in den Graben gesetzt und Celvin hat ihn kurzerhand rausgeschmissen. Ich mache also neben den Lay-down-Jobs auch alle moeglichen anderen Dinge, die so zu erledigen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern habe ich mein erstes Sozialisationsprgramm ausserhalb des Arbeitsumfeldes gestartet. Ich habe mich ins Auto gesetzt, bin in die Stadt gefahren, nach einem guten Pub gefragt und landete im „Fitzgeraldis“, einer Hotelbar in Downtown. Dort bin ich auf Darren und seine Freundin getroffen, mit denen ich dann die Opening Ceremony der Olympischen Spiele angeschaut und Bier getrunken habe. Darren ist ein Geschaeftspartner von Celvin, den ich mal fluechtig kennen gelernt habe. Eigentlich sind Bars ja nicht so mein Ding (sind fuer mich aehnliche Geldvernichtsungsmaschinen wie Zigaretten) aber irgendwo muss man ja anfangen. Und es hat sich mehr als gelohnt. &lt;br /&gt;Darren meinte, der „Looney Toons“-Nightclub ist der beste Ort fuer junge Leute. Deswegen entschied ich mich kuerzerhand die superhubsche Kellnerin dorthin einzuladen. Sie sagte, sie gehe nach Arbeitsschluss sowieso dort hin und man koenne sich dort dann wieder sehen. &lt;br /&gt;Nachdem sich der Club so richtig gefuellt hat wurde es interessant. Ich habe mich als stillen Beobachter im Hintergrund gesehen um erst mal die Lage abzuchecken. Ich wusste ja nicht wie die Tanzkultur hier im Vergleich zur Deutschen ist. Also hiess es unauffaellig in einer Ecke sitzen, brav mein Waesserchen trinken (mehr Alkohol haette nur meine Urteilsfaehigkeit eingeschraenkt) und Augen und Ohren offen halten. &lt;br /&gt;Wie man das vielleicht aus amerikanischen Filmen kennt, wird hier deutlich koerperbetonter getanzt, auch mit fremden Menschen. So wie ich das gesehen habe, wird der Club noch viel mehr als Jagdgruende wahrgenommen als in Deutschland. An jeder Ecke wird wird gebuhlt, werden grosse Brueste in engen Dekoltees schwungvoll vor den Maennchen spazieren gefuehrt, wird mit eindeutigen Gesten und Mimiken geworben und abgelehnt. Alles laeuft ne Nummer „cooler“ ab.&lt;br /&gt;Nachdem ich mich auf die kleinen aber feinen Unterschiede des Nachtlebens kalibriert habe, war der folgerichtige naechste Schritt die Tanzflaeche zu erobern. Dazu waehlte ich bewusst einen fruehen Zeitpunkt, als nur ein oder zwei andere Maennchen umgeben von mindestens 30 Weibchen umherwirbelten. Dies wuerde Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit praesentieren, zwei Gueter, die fuer den Erfolg bei der Jagd hoch im Kurs stehen. &lt;br /&gt;Diese theoretischen Gedankenkonstrukte vor und waehrend meines Handelns wurden bei der Ausfuehrung dann mit den von mir erwarteten Reaktionen erwiedert. Ich hatte zunaechst noch teilweise arge Probleme mit der Interpretation einiger Handlungsweisen einiger Weibchen, die fuer meine Verhaeltnisse zu obszoen waren. Mir wurde bestimmt 20 Mal an den Arsch gegriffen, drauf gehauen und drueber gestrichen . Doch nachdem ich mein instinktiv-animalisch veranlagtes Kleinhirn, welches mir sofort befahl: „Mit nach Hause nehmen! Mit nach Hause nehmen!“, eine Stufe runter geschalten habe und die Fuehrung der Grosshirnrinde ueberliess, welche die Situationen mit mehr Rationalitaet und Intelektualitaet bewertete, kam ich einigermassen drauf klar. Ich wusste ja wie gesagt noch nicht genau, wie solche Anzueglichkeiten aufzugreifen sind. &lt;br /&gt;Juli, die Kellnerin habe ich an dem Abend nicht mehr getroffen, doch das war mir auch total egal als ich dieses suesse Maedel reinkommen sah. Die einzige Frau im Haus, die ein Bisschen Hippie maessig aussah, nicht wie die meisten anderen, die teilweise zu billig angezogen waren und zu viel Schminke benutzten oder die Cougars (Bergloewen im Tierreich; reife Frauen ab 40, die unschuldige junge Burschen abschleppen wollen im Menschenreich). Und es gibt wirklich ne Menge Cougars in den Clubs. Das ist eben auch ein Unterschied zu Deutschland: hier gehen nicht nur die jungen Leute tanzen, sondern auch Leute bis 60, die sich eben dann ein 20 jaehriges Spielzeug mit nach Hause nehmen.&lt;br /&gt;Jedenfalls habe ich dieses Maedchen durch 5 Menschengruppengruppen hindurch gesehen und wir blickten uns sofort in die Augen. Das war fast wie Liebe auf den ersten Blick. Sogleich war ich voller Aufregung: „Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooooott! Ich muss sie ansprechen – aber wie? Mir kommt bestimmt jemand zuvor – oh mein Gooooott!“ Noch ein Schluck Mut antrinken (mit Wasser, haha) und ab, wieder auf den dancefloor. Ich tanzte mich langsam an sie heran, liess irgendeinen dummen Spruch ab, sie lachte und schon tanzten wir zusammen. Allerdings war das schon mehr Sex mit Klamotten als nur Tanzen. Und wieder musste ich mein Kleinhirn im Zaum halten. Ich wollte sie ja nicht verschrecken. Also war hoechste Konzentration und Geduld angesagt. Das war gar nicht so leicht. Die hat losgelegt, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Sie rieb ihr Becken an meinem, fasste mir an den Po, presste ihre Brueste an die meinen und kam immer mal wieder mit ihrem Gesicht bis auf wenige Zentimeter an meines heran, sodass ich dachte sie woellte mich kuessen, bis sie ploetzlich wieder abliess. Das ist dieses Spiel, das erotische Herantasten das meine, wie ich es in Deutschland so noch nicht erlebt habe. &lt;br /&gt;Doch aus Spass wurde Spiel und aus Spiel wurde Ernst (nein – Ernst ist heute nicht 8 Jahre alt) und aus Ernst wurde ein Kuss. Und dann noch einer und noch einer und dann fragte sie mich, ob ich nicht mit zu ihr nach Hause gehen will. Na und was glaubt ihr habe ich wohl gemacht ? Ich habe sofort die Herrschaft des Neocortex gestuerzt. &lt;br /&gt;Kata ist ihr Name und sie reiste die letzten 2 Jahre durch Australien, Neuseeland und Asien und arbeitet jetzt hier in Fort Sankt John fuer 2 Monate um Geld fuers weitere Reisen zu sparen, so wie ich. Im Sommer will sie zum Yukon fahren, um dort outdoor maessig aktiv werden, so wie ich. Waere doch unfassbar toll, wenn sich da was ergibt.&lt;br /&gt;Gestern war ich mit Celvin und seiner Familie auf einem Rodeo Contest. Ich war nur beim Roping (2 Reiter versuchen eine Kuh mit Lassos einzufangen) dabei. Das war schon ganz interessant. An einer Atrappe habe ich mich auch mal ausprobiert. Halluluja, das ist vielleicht schwer!!! &lt;br /&gt;Wenn ich so auf die letzten Wochen zurueck blicke, dann hat sich mein Leben gerade in eine Achterbahnfahrt verwandelt. Aber in eine spassige!!! Sehr viele neue Situationen, Erfahrungen und Leute. Und hier mach ich jetzt Schluss fuer heute.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-8166672469075693670?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/8166672469075693670/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=8166672469075693670' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8166672469075693670'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/8166672469075693670'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/02/canada-2-whitehorse-fort-sankt-john_14.html' title='Canada 2 - Whitehorse/ Fort Sankt John'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-1980487630310879988</id><published>2010-02-14T06:18:00.000+01:00</published><updated>2010-02-14T06:22:43.801+01:00</updated><title type='text'>Canada 2 - Whitehorse/ Fort Sankt John</title><content type='html'>So, wie war nun also das Trampen nach Whitehorse? Genial! Ich stand fuer die ueber 2000km gerade mal zweieinhalb Tage an der Strasse und habe insgesamt so ca. 4-5 Stunden gewartet. Wie Andi gesagt hat: „wenn dich erst mal jemand aufsammelt, dann gleich fuer hunderte Kilometer“. &lt;br /&gt;Das Kaelteste was ich auf dem Trip hatte, waren minus 28 Grad, die laengste Fahrt mit einem Indianer (ueber 1000km) und das Coolste ein 2 Tagesaufenthalt in Beaverlodge bei zwei Couchsurf-Maedels, wo ich mit fast allen Annehmlichkeiten des Lebens nur so behangen wurde, wie ein Weihnachtsbaum mit viel Lametta und Kugeln. &lt;br /&gt;Dort sind mir dann einige Unterschiede zwischen unseren Kulturen aufgefallen. Ich sass mit Tatum und ihren Eltern im Wohnzimmer und wir unterhielten uns ueber dies und jenes ueber Stunden hinweg. Und nach einiger Zeit wurde mir bewusst, wie anders dieses Gespraech war als sonst wo. Nicht dass wir inhaltlich andere Dinge behandelt haetten, aber mir wurde klar, dass ich zu jedem meiner Gespraechspartner mindestens 4 Meter Abstand hatte. Jeder sass an einem anderen Ende des Raumes. Vielleicht wars ja auch nur Zufall doch mein Gedanke dazu war, dass Menschen die in einem Land leben, wo die naechsten Nachbarn teilweise hunderte Kilometer von  einander entfernt sind, sich auch dementsprechend der persoenliche Privatabstand erheblich vergroessert. Wo viel Platz ist, kann man weiter von einander wegruecken. Das hat Vor- und Nachteile: einerseits muss man sehr laut reden, damit der andere einen versteht, andererseits kann man ganz genuesslich pupsen, ohne dass das Gegenueber es merkt, denn in der Zeit in welcher der Pups zum Gespraechspartner wandern koennte, hat man ihn bereits selber weggeschnueffelt.&lt;br /&gt;Eine interessante Zeit hatte ich auch mit Tom, ein aelterer Herr, der mich von Watson Lake nach Whitehorse mitgenommen hat. Ich mag es Leute nach ihrem Leben auszufragen, was sie machen, wieviel Geld sie verdienen, ob sie zufrieden sind mit ihrem Leben. Das hab ich immer getan und ist (vielleicht unbewusst und nun verstaerkt offensichtlich geworden) sicherlich ein betraechtlicher Teil an Wertigkeit meiner ganzen Reiserei: auf der Suche nach dem eigenen Glueck befrage ich Menschen auf der ganzen Welt nach dem Ihrigen, schaue in ihre Gesichter und schaeze ihre Zufriedenheit ein. Welche Tips haben mir arme Menschen zu geben und was fuer welche Reiche. Ich hoffe, dass mich das weiser macht und sich die Kompassnadel meines Lebens in Zukunft langsam auf eine Richtung kalibriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schon einige reiche Leute zuvor war Johns Fazit ueber sein Leben wie folgt: „Wenn ich 500 Dollar am Tag verdiene (ca. 350 Euro) fuehle ich mich deutlich unterbezahlt. Deswegen mache ich meinen jetzigen Job ja auch fuer 750 Dollar. Ich habe ein Haus, 3 Autos, ein Boot, 3 Schneemobile, 1 Quad und vieles mehr. Dafuer musste ich viele Jahre lang 70 Stunden die Woche arbeiten. Und wars das alles wert? Nein! Was bringt einem das viele Geld und die vielen Spielsachen, wenn man keine Zeit hat es auszugeben und zu spielen. Jetzt bin ich fast Mitte Sechzig und haette ich die Wahl, wuerde ich alles von Anfang an anders machen.“ &lt;br /&gt;Indien – Kanada, von einem Extrem ins naechste. Die Ballanz ist entscheidend. Doch wo liegt sie? Bei jedem ist sie anders. Und bei mir? Keine Ahnung. Und so dreht sich die Nadel weiter im Kreis, zwar schon langsamer werdend, doch dreht sie sich noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe Watson Lake erwaehnt. Dort habe ich eine Nacht bei Couchsurfern geschlafen. Prinzipiell nicht der Rede wert, doch was der Rede wert war, war die einzige Touristenattraktion die dieses Dorf zu bieten hatte. Als 1945 rum ein Soldat beim Bau des Alaskahighways mitgearbeitet hat (in weniger als einem Jahr wurden so weit ich weiss von der Armee um die 2000km Highway gebaut), nagelte er sein Autokennzeichen an einen Pfahl. Ich will nichts Falsches erzaehlen aber ich glaube so war die Geschichte. Jedenfalls haben andere es ihm gleich getan. Und so hat sich die Sache bis heute auf einen Schilderwald ausgeweitet mit ca. 65.000 Exemplaren aus aller Welt. Dort findet man wirklich alles: geklaute Ortseingangsschilder aus nahezu jeder groesseren Stadt, Autokennzeichen, Privatschilder, Entfernungsangaben und alles aus sehr vielen Laendern dieser Welt. Jeder Reisende bring da sein legal oder illegal erworbenes Schild mit und nagelt es irgendwo hin. Sogar ein Ortsschild von Tonndorf aus Thueringen oder ein altes DDR-Schild mit Aufschrift Karl-Marx-Stadt habe ich gefunden. Und natuerlich auch Erfurt und Jena. &lt;br /&gt;Als ich dann nun in Whitehorse angekommen bin, hat mich Andi mit dem Auto abgeholt und wir sind direkt zu Hans Gatt Grundstueck gefahren, wo auch Andi wohnt – ein Grundstueck, dass 1km lang und viele hundert Meter breit ist, direkt am Yukon gelegen mit Wald bewachsen. Dazu ein rieser Hundeyard mit fast 50 liebenswerten 4-Beinern, von denen jetzt gerade einige mit Hans die Yukon Quest rennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andi hat sich echt veraendert. Nicht nur vom Aeusseren (eine ziemlich coole Hippiefrisur) sondern auch seine Art. Er ist relaxter geworden und noch mehr zum Hippie-Aussteiger mutiert, als sich dass schon vor 2 Jahren abgezeichnet hat. Wir kriegen ihn schon noch komplett auf unsere Seite nicht wahr Jungs und Maedels? &lt;br /&gt;Er arbeitet jeden Tag fast ununterbrochen seit September wirklich hart fuer 400 Dollar im Monat, lebt in einer vielleicht 10 Quadratmeter Blockhuette, die mit Holzofen geheizt wird und will gar nicht mehr als das. Er schaufelt den ganzen Tag Hundescheisse durch die Gegend, fuehrt sie mit dem Schlitten aus und ist so tierlieb, wie ich ihn nie eingeschaetzt haette.  Zudem hat er einige Einstellungen erworben, die mehr an Osho als an Andi erinnern. War wirklich witzig zu sehen. &lt;br /&gt;In Gespraechen mit ihm habe ich dann das erste Mal Dinge ausgesprochen, die ich vorher nur gedacht habe. Fragen, auf die ich bisher keine Antwort hatte, die aber schon seit Jahren in meinem Kopf rumspuken und von Ahnungen begleitet waren.&lt;br /&gt;Dabei handelt es sich zum Beispiel um Folgendes. Ich erinnere mich, wie ich in meinen Teenagejahren mit vielleicht 13 oder 14 angefangen habe gewisse Theorien aufzustellen, wie mein Leben wohl am Besten verlaufen wuerde. Zu jener Zeit war ich ziemlich angepisst von vielen Dingen wie sie verlaufen sind. Ein Hauptfaktor hat dabei die Schule gespielt. Ich denke ich habe meine inneren Konflikte ganz gut vertuscht, sodass nicht viele davon Wind bekommen haben. Doch die Wahrheit ist, dass ich die Schule mehr gehasst habe als alles andere in meinem Leben. Hatte nichts damit zu tun, dass ich leistungsmaessig schlecht war oder keine Freunde hatte oder arge Probleme mit Lehrern. Aber einfach zu viele Dinge sind mir instinktiv zuwider gewesen. Haben gegen meine innersten moralischen Vorstellungen gesprochen und mich auf eine Art von Leben vorbereitet, dass mir total falsch, Unglueck bringend und gefaehrlich erschien. Ein Leben mit Wertevorstellungen und Erwartungen und ethischen und moralischen Grundsaetzen, die meines innersten Kerns, meiner Seele, in einigen essentiellen Teilen widersprachen. Das hat mich zu teilweise extremen Ueberzeugungen gefuehrt. &lt;br /&gt;Ich dachte eine gute Loesung waere zu fliehen. Irgendwo weit weg in die Wildnis von Kanada beispielsweise und dort ein Leben als Einsiedler oder mit meiner Squa zu fuehren und zu jagen und zu fischen und viel Sex zu haben usw. Ein Aussteigerleben, wie es im Bilderbuche steht, um all den Dingen zu entgehen, die mich als gesetzter Steuerzahlender Buerger der Bundeesrepublik Deutschland erwarten wuerde.&lt;br /&gt;Fuer viele Jahre war genau das mein Plan und nur ausgewaehlten Menschen habe ich es erzaehlt. So kam es, dass das erste Buch, das ich mir jemals gekauft habe den Titel trug: „Aussteigen – aber richtig!“ Ich war nie ein grosser Leser, doch zur Verwirklichung meines Lebensplans erschien mir dieses Buch wuerdig als das erste selbst gekaufte meines Lebens zu werden.&lt;br /&gt;Aus all diesen Dingen heraus hat sich eine derartige im Untergrund schwelende Abscheu gegen die sich mir umgebende Welt aufgebaut (wovon ich uebrigens immer noch ueberzeugt bin, dass diese Abscheu in vielen Teilen berechtigt ist), dass ich kein anderes Gefuehl und keinen sich dem entgegen strebenden Gedanken zugelassen habe. Ueber Jahre hinweg war meine Einstellung allem gegenueber ziemlich festgefahren. &lt;br /&gt;Doch es kamen Zweifel. Ist das der einzige Weg, gibt es nicht noch andere Loesungen? Lange habe ich aber die Zweifel ignoriert und nichts anderes zugelassen. Irgendwie dachte ich, ich muesste mir und meinen Einstellungen treu bleiben. Alles andere waere mir wie ein Zugestaendnis an die von mir verabscheute Welt vorgekommen, ein sich Ergeben in den grossen Strom. &lt;br /&gt;Genau das hat sich geaendert. Die vielen hunderte von Menschen mit denen ich gesprochen habe und die mir ihre Geschichte erzaehlt haben, trugen bestimmt ihren gewichtigen Teil zu dieser Veraenderung bei. Auf jeden Fall habe ich Andi gegenueber erstmals ausgesprochen, was ich schon lange dachte: Diese Flucht ins andere Extrem ist wahrscheinlich doch nicht das, was ich will. Ueberall streben natuerliche Systeme einen Ausgleich an, ein Gleichgewicht oder Ballanz und vielleicht waere ein Leben ins andere Extrem ein Stueck weit der Versuch in Richtung Ballanz aus weit entfernter Sicht betrachtet. Aber fuer mich selbst, in meiner kleinen Welt, habe ich realisiert, dass ich das wahrscheinlich nicht will. Ich kann nicht ohne Menschen um mich herum leben und ich will auch nicht fluechten, nicht zwangslaeufig. &lt;br /&gt;Irgendwie hat sich meine „grimmige Sorgenfalten-Stimmung“ in eine „verschmitzte hochgezogene Mundewinkel-Stimmung“ gewandelt. Noch ist mir nicht ganz klar Wie, Was, Warum und Ob ueberhaupt, aber das kommt sicher noch.&lt;br /&gt;Nach einer Woche in Whitehorse und ein Bisschen Hilfe fuer Andi mit den Hunden merkte ich, dass die Jobs, die es dort gibt zu unterbezahlt sind, um eine Wohnung oder aehnliches zu mieten und dort den Winter zu verbringen. Also habe ich Calvin angerufen, ein ziemlich netter Typ, der mich ein kleines Stueck mitgenommen hat und mir seine Visitenkarte gab falls ich einen Job suchen wuerde.&lt;br /&gt;Ich rief ihn an und 2 Tage spaeter war ich wieder in Fort Sankt John, bei Calvin im Haus. Diesmal habe ich den Greyhoundbus genommen, weil ich so schnell wie moeglich ankommen musste. Und schwuppdiwupp stecke ich in einem Arbeitsanzug wie ihn die Oel-Arbeiter verwenden und putze den Laydown-Truck, mit dem ich die naechsten Tage arbeiten sollte. &lt;br /&gt;Celvin ist ein typischer nordamerikanischer Cowboy. Er hat ne Menge Pferde, macht Rodeo und Lassowerfen, liebt Country-Musik, Trucks und Landwirtschaft – eben der typische Redneck (uebersetzt so viel wie Rotnacken – Bauern arbeiten auf dem Feld und bekommen einen sonnengabrannten roten Nacken). Er meinte ich wuerde in der Gegend hier viel sympatischer rueber kommen, wenn ich auch wie ein Redneck ausehe, ich solle mir das also die Haare abschneiden und mich rasieren, weil sonst alle denke, dass ich ein Hippie bin (hihi, hab ihm nicht gesagt, dass ich mich als genau das sehe). So bin ich jetzt nun also im Gesicht wieder jungfraeulich (wie seit ueber 5 Jahren schon nicht mehr) und mein Haupthaar verottet im Muelleimer. Das witzige an Celvin ist, dass er halb Indianer ist und trotzdem diese Cowboy-Schiene faehrt. &lt;br /&gt;Nachdem ich nun also auch zum Redneck mutiert bin, stand ich ein paar Stunden spaeter vor der ersten Rig (Land-Oelbohrplattform) und bereite den Laydown-Truck (Lastwagen mit einer Art Krahnvorrichtung auf der Ladeflaeche) fuer den Arbeitseinsatz vor. Tja, und die folgenden 32 Stunden habe ich abwechselnd mit einem anderen Typen im 4-Stunden Takt Borgestaenge mit dem Krahn vom Bohrloch zu den Ablegerstaendern gefahren. &lt;br /&gt;Das ist einer der interessantesten Jobs, die ich je gemacht habe (haha, so viel gearbeitet habe ich ja noch gar nicht). Auf der Rig findet man ebenso viel Oel wie Testosteron aber die Jungs dort sind voll in Ordnung. Wer „Armagedon“ gesehen hat, der hat ne Vorstellung, was fuer Maenner dort arbeiten. Genau solche! Und das sind wirklich sauharte Kerle. Manche haben schon mal ueber 48 Stunden nonstop ohne Pause und Schlaf gearbeitet. Und das heisst im Detail ununterbrochen Zentner schwere Maschinen hin und her und damit dann Tonnen schwere Bohrgestaenge bewegen. Ein hochgefaehrlicher Job, fuer den man wirklich Muskeln und hoechste Konzentration braucht. Zudem kommt die staendige Gefahr von H2S-Gas (Schwefelwasserstoff) niedergestreckt zu werden und zu sterben. Aber dafuer werden die Typen auch gut bezahlt. &lt;br /&gt;Ich bekomme immerhin 15 Dollar die Stunde und wenn ich arbeite, werde ich 24 Stunden bezahlt und wohne zudem kostenlos bei Calvin und kann die Autos benutzen. &lt;br /&gt;Vor ein paar Tagem sind Calvin und Ich von einem Job wieder gekommen, bei dem wir von einer Rig 7 Stunden noerdlich, bei Fort Nelson, einen Bohrkern zur Analyse nach Calgary transportierten. Nicht das der Pickup-Truck schon das groesste Auto (wenn man es noch Auto nennen kann) gewesen waere. Nein, es hing auch noch ein 10 Meter langer Anhaenger hinter dran, auf dem 3 Tonnen Bohrkerne rumchillten. &lt;br /&gt;Eigentlich sollte ich mit Ron fahren, ein Typ den Celvin immer mal einstellt wenns viel arbeit gibt, aber Ron war betrunken und ich hab ihm gesagt, dass ich nicht fahren werde, wenn er trinkt. Also ist er kurtz ausgerastet, hat fast den Trailer in den Graben gesetzt und Celvin hat ihn kurzerhand rausgeschmissen. Ich mache also neben den Lay-down-Jobs auch alle moeglichen anderen Dinge, die so zu erledigen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gestern habe ich mein erstes Sozialisationsprgramm ausserhalb des Arbeitsumfeldes gestartet. Ich habe mich ins Auto gesetzt, bin in die Stadt gefahren, nach einem guten Pub gefragt und landete im „Fitzgeraldis“, einer Hotelbar in Downtown. Dort bin ich auf Darren und seine Freundin getroffen, mit denen ich dann die Opening Ceremony der Olympischen Spiele angeschaut und Bier getrunken habe. Darren ist ein Geschaeftspartner von Celvin, den ich mal fluechtig kennen gelernt habe. Eigentlich sind Bars ja nicht so mein Ding (sind fuer mich aehnliche Geldvernichtsungsmaschinen wie Zigaretten) aber irgendwo muss man ja anfangen. Und es hat sich mehr als gelohnt. &lt;br /&gt;Darren meinte, der „Looney Toons“-Nightclub ist der beste Ort fuer junge Leute. Deswegen entschied ich mich kuerzerhand die superhubsche Kellnerin dorthin einzuladen. Sie sagte, sie gehe nach Arbeitsschluss sowieso dort hin und man koenne sich dort dann wieder sehen. &lt;br /&gt;Nachdem sich der Club so richtig gefuellt hat wurde es interessant. Ich habe mich als stillen Beobachter im Hintergrund gesehen um erst mal die Lage abzuchecken. Ich wusste ja nicht wie die Tanzkultur hier im Vergleich zur Deutschen ist. Also hiess es unauffaellig in einer Ecke sitzen, brav mein Waesserchen trinken (mehr Alkohol haette nur meine Urteilsfaehigkeit eingeschraenkt) und Augen und Ohren offen halten. &lt;br /&gt;Wie man das vielleicht aus amerikanischen Filmen kennt, wird hier deutlich koerperbetonter getanzt, auch mit fremden Menschen. So wie ich das gesehen habe, wird der Club noch viel mehr als Jagdgruende wahrgenommen als in Deutschland. An jeder Ecke wird wird gebuhlt, werden grosse Brueste in engen Dekoltees schwungvoll vor den Maennchen spazieren gefuehrt, wird mit eindeutigen Gesten und Mimiken geworben und abgelehnt. Alles laeuft ne Nummer „cooler“ ab.&lt;br /&gt;Nachdem ich mich auf die kleinen aber feinen Unterschiede des Nachtlebens kalibriert habe, war der folgerichtige naechste Schritt die Tanzflaeche zu erobern. Dazu waehlte ich bewusst einen fruehen Zeitpunkt, als nur ein oder zwei andere Maennchen umgeben von mindestens 30 Weibchen umherwirbelten. Dies wuerde Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit praesentieren, zwei Gueter, die fuer den Erfolg bei der Jagd hoch im Kurs stehen. &lt;br /&gt;Diese theoretischen Gedankenkonstrukte vor und waehrend meines Handelns wurden bei der Ausfuehrung dann mit den von mir erwarteten Reaktionen erwiedert. Ich hatte zunaechst noch teilweise arge Probleme mit der Interpretation einiger Handlungsweisen einiger Weibchen, die fuer meine Verhaeltnisse zu obszoen waren. Mir wurde bestimmt 20 Mal an den Arsch gegriffen, drauf gehauen und drueber gestrichen . Doch nachdem ich mein instinktiv-animalisch veranlagtes Kleinhirn, welches mir sofort befahl: „Mit nach Hause nehmen! Mit nach Hause nehmen!“, eine Stufe runter geschalten habe und die Fuehrung der Grosshirnrinde ueberliess, welche die Situationen mit mehr Rationalitaet und Intelektualitaet bewertete, kam ich einigermassen drauf klar. Ich wusste ja wie gesagt noch nicht genau, wie solche Anzueglichkeiten aufzugreifen sind. &lt;br /&gt;Juli, die Kellnerin habe ich an dem Abend nicht mehr getroffen, doch das war mir auch total egal als ich dieses suesse Maedel reinkommen sah. Die einzige Frau im Haus, die ein Bisschen Hippie maessig aussah, nicht wie die meisten anderen, die teilweise zu billig angezogen waren und zu viel Schminke benutzten oder die Cougars (Bergloewen im Tierreich; reife Frauen ab 40, die unschuldige junge Burschen abschleppen wollen im Menschenreich). Und es gibt wirklich ne Menge Cougars in den Clubs. Das ist eben auch ein Unterschied zu Deutschland: hier gehen nicht nur die jungen Leute tanzen, sondern auch Leute bis 60, die sich eben dann ein 20 jaehriges Spielzeug mit nach Hause nehmen.&lt;br /&gt;Jedenfalls habe ich dieses Maedchen durch 5 Menschengruppengruppen hindurch gesehen und wir blickten uns sofort in die Augen. Das war fast wie Liebe auf den ersten Blick. Sogleich war ich voller Aufregung: „Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooooott! Ich muss sie ansprechen – aber wie? Mir kommt bestimmt jemand zuvor – oh mein Gooooott!“ Noch ein Schluck Mut antrinken (mit Wasser, haha) und ab, wieder auf den dancefloor. Ich tanzte mich langsam an sie heran, liess irgendeinen dummen Spruch ab, sie lachte und schon tanzten wir zusammen. Allerdings war das schon mehr Sex mit Klamotten als nur Tanzen. Und wieder musste ich mein Kleinhirn im Zaum halten. Ich wollte sie ja nicht verschrecken. Also war hoechste Konzentration und Geduld angesagt. Das war gar nicht so leicht. Die hat losgelegt, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. Sie rieb ihr Becken an meinem, fasste mir an den Po, presste ihre Brueste an die meinen und kam immer mal wieder mit ihrem Gesicht bis auf wenige Zentimeter an meines heran, sodass ich dachte sie woellte mich kuessen, bis sie ploetzlich wieder abliess. Das ist dieses Spiel, das erotische Herantasten das meine, wie ich es in Deutschland so noch nicht erlebt habe. &lt;br /&gt;Doch aus Spass wurde Spiel und aus Spiel wurde Ernst (nein – Ernst ist heute nicht 8 Jahre alt) und aus Ernst wurde ein Kuss. Und dann noch einer und noch einer und dann fragte sie mich, ob ich nicht mit zu ihr nach Hause gehen will. Na und was glaubt ihr habe ich wohl gemacht ? Ich habe sofort die Herrschaft des Neocortex gestuerzt. &lt;br /&gt;Kata ist ihr Name und sie reiste die letzten 2 Jahre durch Australien, Neuseeland und Asien und arbeitet jetzt hier in Fort Sankt John fuer 2 Monate um Geld fuers weitere Reisen zu sparen, so wie ich. Im Sommer will sie zum Yukon fahren, um dort outdoor maessig aktiv werden, so wie ich. Waere doch unfassbar toll, wenn sich da was ergibt.&lt;br /&gt;Gestern war ich mit Celvin und seiner Familie auf einem Rodeo Contest. Ich war nur beim Roping (2 Reiter versuchen eine Kuh mit Lassos einzufangen) dabei. Das war schon ganz interessant. An einer Atrappe habe ich mich auch mal ausprobiert. Halluluja, das ist vielleicht schwer!!! &lt;br /&gt;Wenn ich so auf die letzten Wochen zurueck blicke, dann hat sich mein Leben gerade in eine Achterbahnfahrt verwandelt. Aber in eine spassige!!! Sehr viele neue Situationen, Erfahrungen und Leute. Und hier mach ich jetzt Schluss fuer heute.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-1980487630310879988?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/1980487630310879988/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=1980487630310879988' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1980487630310879988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/1980487630310879988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/02/canada-2-whitehorse-fort-sankt-john.html' title='Canada 2 - Whitehorse/ Fort Sankt John'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6110891400595290350</id><published>2010-01-30T19:16:00.002+01:00</published><updated>2010-01-30T19:18:39.128+01:00</updated><title type='text'>yukon</title><content type='html'>hier nur ganz kurz: bin jut im yukon (whitehorse) angekommen. war gar nicht so kalt wie erwartet (minus 28 das kaeltestet) und ich hab nur 3 tage gebraucht, mit 2 tagen zwiscehndrin pause bei couchsurfern. bin jetzt bei andi und helf evtl. bei den hunden mit. bis demnaechst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-6110891400595290350?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/6110891400595290350/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=6110891400595290350' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6110891400595290350'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/6110891400595290350'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/01/yukon.html' title='yukon'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-2421196207045411913</id><published>2010-01-26T02:03:00.003+01:00</published><updated>2010-01-26T06:34:07.973+01:00</updated><title type='text'>Canada 1 - Edmonton</title><content type='html'>So, also ich musste wie gesagt eine weitere Woche in Berlin verbringen, bis die naechsten Fluege gehen sollten. Hab in der Zeit mal wieder einen engeren Kontakt zu einer Person geschlossen, die mich die Haelfte meiner bisherigen Lebenszeit begleitet und sicher auch ganz entscheidend gepraegt hat und mit der ich seit einigen Jahren nicht viel zu tun hatte. Und es war ganz wunderbar und erfrischend. Danke fuer die coole Woche Shorty. Wenn ich das naechste mal im Land bin, mache ich dich am Kicker alleine fertig. =)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kaufte mir diesmal ein Ticket fuer die U-Bahn um zum Flughafen zu kommen. Allerdings nur fuer den Gueltigkeitsbereich AB. Die Station am Flughafen lag allerdings genau im Gueltigkeitsbereich ABC. Wird schon gut gehen dachte ich. Nachdem ich mit meinem Charm die Kontrolleure, welche natuerlich an der vorletzten Station einstiegen, ueberredet habe mir keine 40 Euro abzuknoepfen ging auch erst mal alles weitere gut. Der Flug von Berlin nach London Gatwick ging sogar nur mit etwas Verspaetung. Der von Gatwick nach Calgary allerdings mit 7 Stunden Verspaetung. Denn eine halbe Stunde bevor mein Flug gegangen waere wurde wieder einmal der komplette Flughafen dicht gemacht. Also wurden alle in einen Bus gesetzt, nach London Stanstead kutschiert und dort dann verflogen. Somit habe ich natuerlich auch diesmal meinen Greyhoundbus nach Edmonton verpasst doch ein nettes Maedel, das mich in London angesprochen hat, bot mir an bei ihrer Mutter mit zu fahren, die sie von Calgary abgeholt und nach Edmonton gebracht hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, und was war nun mein erster Eindruck von Kanada ?&lt;br /&gt;1. Die Autos hier sind pervers gross. Jeder scheint einen Pickup zu fahren mit Dimensionen, die man aus Europa einfach nicht kennt. Ein normales Auto hier wuerde in Deutschland als LKW klassifiziert werden. &lt;br /&gt;2. Das Stadtbild, die Haeuser sehen aus wie in amerikanischen Filmen (Bsp. American Pie). Schachbrettartige Strassenaufteilung und eben diese typischen alle gleich aussehenden Haeuser. &lt;br /&gt;3. Viel mehr Menschen sind uebergewichtig.&lt;br /&gt;4. Alle sind so nett und Autos halten automatisch an, wenn man an einer Strasse steht und lassen einen drueber laufen (ganz anders als in Griechenland).&lt;br /&gt;5. Benzin ist billig, Essen ist teuer.&lt;br /&gt;6. Wenn man einmal in der Natur ist, hoert sie gar nicht mehr auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten ist halt alles wie in Deutschland auch. Es gibt Elektrizitaet, Kloschuesseln, Klopapier (anders als in Indien), alle Nahrungsmittel die man so kennt und was sonst noch zum Leben dazu gehoert (aus deutscher Sicht).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am ersten Tag hat mich Bubbi ein wenig durch die Stadt gefuehrt und mir das nordamerikanische Leben naeher gebracht. Er hat mich schon ueber eMail vorgewarnt, dass er seit ein paar Wochen viele viele Stunden vor dem Fernseher haengt und Battlestar Galactika schaut (eine Science Fiction Serie bestehende aus ca. 35 DVDs mit a ca. 3,5h Filmmaterial) und ich da wahrscheinlich auch nicht drumrum kommen wuerde. Er hatte recht. Eigentlich hatte ich mir meinen Kanadastart anders vorgestellt aber wenn man einmal mit dieser Serie angefangen hat, kommt man nicht mehr weg. Sie ist wirklich gut, man sollte sich schon alle 4 Staffeln kaufen!!!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es blieb bisher jedoch nicht nur bei amerikanischer Fernsehkultur. Wir haben beispielsweise einen nahegelegenen Bison-Nationalpark besucht. Mit Langlaeufern ausgestattet gingen wir querfeldein auf die Pirsch. Und nach ein paar Minuten tauchten auch schon die ersten Bisons mitten auf dem freien Feld vor uns auf, auf dem wir uns auch bewegten. Bubbi und ich waren uns nicht ganz sicher, wie man sich am besten dem Biest gegenueber verhaelt. Dass sie aeusserst gefaehrlich werden koennen wussten wir doch mehr auch nicht. Weitere Instruktionen von Meagans Familie konnten wir nicht entgegen nehmen, da diese sich fuer eine andere Route entschieden haben. Sie setzten uns nur ab und liessen uns allein, mit dem Biest.&lt;br /&gt;Um jedenfalls eine bessere Foto-Position zu bekommen entschlossen wir uns noch ein paar Meter zu naehern. Das Biest hat uns natuerlich laengst bemerkt und begann mal auf uns zu zu rennen und mal einfach nur da zu stehen und uns anzustarren, waehrnd es seine brodelnden Atemwolken in die eisige kanadische Kaelte hinausstiess. Als es sich dann bis auf 100m genaehert hat und Bubbi noch mit fotografieren beschaeftigt war, habe ich mich schon mal nach der naechst gelegenen eng stehenden Baumgruppe umgesehen und meine Skier abgeschnallt, damit ich schneller rennen kann. Nach ein paar gelungenen Fotos empfand Bubbi diese Idee dann auch als ratsam und tat es mir gleich. &lt;br /&gt;Ich kann wirklich sagen, dass diese Dinger riesig sind und wohl auch nicht ungefaehrlicher als Baeren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Wochenende waren wir fuer 3 Tage in den Rockys. Nachdem wir die Mitgliedschaft fuer den Outdoorclub der Uni erworben haben sind mir mit diesem in einer 38 koepfigen Gruppe in den Jasper Nationalpark gefahren. Wenn man bei Google-Bilder "Kanada Rockys" eingibt bekommt immer wieder das gleiche Motiv von einem See mit einer Miniinsel mit ein paar Baeumen drauf und im Hintergrund die Berge. Das ist der Jasper NP. &lt;br /&gt;Das Hostel lag mitten im Wald 15km vom naechsten Haus weg umzingelt von Bergen und mit Fluss und Wasserfall vor der Tuer. Es war ein schlichtweg ein Traum. Am Sonnabend bin ich mit ein paar Jungs ins nahe gelegene Skigebiet Marmot Basin gefahren, habe mir ein Brett ausgeliehen und bin in herrlichem Sonnenschein umgeben von atemberaubendem Rocky-Panorama gesnowboardet. Tja, was kann ich da noch hinzufuegen. Jeder der mich kennt, weiss wie ich zu sowas stehe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Sonntag machten wir einen Spaziergang zu den gefrorenen Athabasca Wasserfaellen, wobei ich und 2 weitere Jungs eine Wolfsbegegnung hatten, ein aeusserst hohes Privileg. Nicht mal Meagans Eltern, die schon 50 Jahre in diesem Land leben haben jemals einen Wolf gesehen. &lt;br /&gt;Auf der Rueckfahrt (Hinfahrt war im Dunkeln) ist mir dann so richtig die Ueberdimensionalitaet der Landschaften bewusst geworden. Alpentaeler sind eng und oft Baumlos. Die Taeler in den Rockys aber sind viele Kilometer weit ausladend and mit einem Wald ueberwuchert so weit das Auge reicht. So einen Wald kennt man aus Europa gar nicht. Ich konnte mich gar nicht richtig satt sehen an diesem Anblick.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Morgen trampe ich zu Andi nach Whitehorse hoch. Eigentlich sollte ich auch als Hundepfleger fuer einen Schlittenhunderennenmann arbeiten doch der hat jetzt seit 2 Tagen schon jemand anderen. Da war die Enttaeuschung natuerlich gross. Es waere die perfekte Winterbeschaeftigung gewesen. Aber vielleicht find ich auch was anderes im Yukon. &lt;br /&gt;Interessant wird auch schon die ganze Tramp-Angelegenheit. Im Moment sind es in den kaeltesten Gebieten der Strecke nur -24 Grad. Wenn aber ploetzlich die Temperatur mal auf -40 faellt, dann kanns schon echt hart werden, besonders wenn mich keine mitnimmt. Biwakieren will ich bei den Temperaturen jedenfalls nicht. Und es sind immerhin 2000km Whitehorse. &lt;br /&gt;Nun gut, mit viele Frostbeulen und abgestorbenen Zehen ich aus der Sache rauskomme, lasse ich euch dann in den naechsten Wochen wissen. =)&lt;br /&gt;Nein nein, keine Sorge, so weit wirds schon nicht kommen. Ich ziehe 4 Hosen und 5 Pullover an und fuehre mir permanent Erdnussbutter intravenoes ein. So sollte es moeglich sein warm zu bleiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-2421196207045411913?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/2421196207045411913/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=2421196207045411913' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2421196207045411913'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2421196207045411913'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/01/canada-1-edmonton.html' title='Canada 1 - Edmonton'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-804078664651603258</id><published>2010-01-08T22:36:00.005+01:00</published><updated>2010-01-09T02:57:25.571+01:00</updated><title type='text'>Deutschland - Vorbereitung zum Aufbruch in die neue Welt</title><content type='html'>Wenn der heutige Tag ein Fisch wäre - ich würde ihn wieder reinwerfen !!! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Spruch ist mir vorgestern über den Weg gelaufen und passte perfekt zu den Ereignissen dieses Tages - Mittwoch der 6.1.2010, ein schwarzer Tag in meiner Reisekarriere. Wieso das Ganze ? Dazu komme ich später. Erst einmal möchte ich die letzten Monate meines (nicht)-Reiselebens wiederkäuen und euch so kurz wie möglich präsentieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verließ also Griechenland mit dem Flugzeug. Bei der Ausführung dieses Plans geriet ich wieder einmal arg in Bedrängnis durch den mich ewig hetzenden Begleiter:Zeit. Um ein Haar hätte ich den Check-in verpasst doch alles ging gut und ich landete bei Nieselregen und 10 Grad plus in Berlin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die folgenden Wochen verliefen eher unspektakulär. Ich besuchte ein paar Wochen lang einige Freunde in anderen Städten. Doch dann fügte es sich, dass mein Urplan meines Deutschlandaufenthaltes sich aus der Gedankenwelt meines Kopfes in die Realität hinaus gebar, der ja beinhaltete ein paar extra Euronen fürs teure Amerika zu erwirtschaften. &lt;br /&gt;Über Freunde hörte ich vom Arbeitseinsatz auf dem Charlottenburger Weihnachtsmarkt, auf dem es laut Mundpropaganda ne Menge Asche abzustauben gäbe. Das klang genau nach dem was ich wollte: 4 Wochen knallhart arbeiten und Kohle machen. Und so kam es. Ende November stand ich mit Paula und Michel (Erfurter Freunde) vorm Schloss Charlottenburg und wir begutachteten unseren neuen Arbeitsplatz: Der 2 etagige Glühwein-Langos-Kesselgulasch-Palatschinken-Stand. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wurde zusammen mit Paula und Michel sogleich zu den Herrschern übers Essen gemacht. Wir waren sozusagen Küchenchefs. Mein Reich: die Fritöse, Paulas Reich: die Crepe-Platten, Michels Reich: die Schippelküche und Ephron (der nach 2 Wochen erst dazu kam) wurde gleich nach seinen ersten 2 Arbeitsstunden zur Bedienung "befördert", da er sich beim Kräuterhexeln ein Drittel seiner Daumenkuppe abgeschnitten hat . Tja, und so taten wir die nächsten 4 Wochen nichts anderes. Ich frittierte die Langos´, Paula machte Palatschinken, Michel schnippelte alles Mögliche und Ephron schnippelte selten mehr was, sondern bediente und heimste sich wahrscheinlich das meisten Trinkgeld ein mit der Masche: ich armer Junge musste in der Küche Kräuter schneiden und habe mir dabei die Kuppe abgehackt - deswegen der dicke Verband. =(&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Nach all der langen Zeit des Geld verbrauchens schlüpfte ich nun auch mal in die Rolle des Geld Vermehrens. Und es hat mir unanständig viel Spaß gemacht. Ganz im Ernst, die ersten 3 Wochen haben wir dermaßen viel gelacht und gegessen und Freude am arbeiten gehabt, dass ich schon fast dachte freiwillig in die Klasse des Prolatariats einzutreten. Dazu muss ich sagen, dass die Wochenendtage mit zu den stressigsten meines bisherigen Lebens zählen. Allerdings war das Erstaunliche, dass mir diese Art von Stress nicht auf den Bauch geschlagen hat (wie ich es erwartete), sondern zu Höchstleistungen beförderte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser ganzen Zeit fokussierten sich all meine Gedanken auf die Produktion von Langos. Ich dachte nur an Langos, ich ass nur Langos, ich roch nach Langos, ich träumte sogar fast jede Nacht von Langos. Dieses Phänomen war an einigen Tagen das Anstrengendste, da ich manchmal nach dem Aufwachen das Gefühl hatte 2 Arbeitstage hinter mir zu haben: einmal der reelle Arbeitstag und gleich im Anschluss der Erträumte in der Nacht, der prinzipiell ein Wochendtag war! Auch hatte ich in der ganzen Zeit kaum die Möglichkeit zur Sozialisation mit anderen Menschen außerhalb meines Arbeitsumfeldes. Ich stand auf, fuhr zum Markt, fuhr nach Hause und ging ins Bett. Was soll man auch sonst bei einer 70 Stunden-Woche ohne einen Tag Pause in 4 Wochen machen? Aber was anderes war ja auch in meinem Urplan nicht vorgesehen. Also alles bestens!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 24. fuhr ich per Mitfahrgelegenheit nach Erfurt und feierte mit family Weihnachten und bespaßte mich die letzte Woche in 2009 mit meinen Freunden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3 Tage nach Sylvester war ich dann wieder bei Berlin. Erst habe ich noch langjährige Freunde besucht, bei denen ich schon Jahre nicht mehr war. Das war ganz wunderbar und erfrischend, da sich unsere Gespräche auf einer völlig neuen qualitativen Ebene abspielten, was logisch ist wenn ich das letzte Mal im Teeny-Alter Kontakt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich mich in den letzten Tagen noch mit einer Freundin beschäftigt habe kam dann der schwarze Tag.&lt;br /&gt;Ich stand frühs um 4.15 Uhr auf und machte mich auf den Weg zum Flughafen Berlin Schönefeld. Und sowie ich das Terminal erreichte knallte mir die Botschaft entgegen: Flug nach London Gatwick gestrichen! Mhhh, dachte ich. Das is aber doof, dann verpasse ich doch aber den Anschlussflug von Gatwick nach Calgary und den Greyhoundbus von Calgary nach Edmonton und dann kann mich ja Bubbi auch gar nicht abholen und wir können auch gar nicht zusammen Abendbrot essen. Und das ganze Geld, das ich für den Kanadaflug und den Bus bezahlt habe, ist ja dann wahrscheinlich auch weg. Das war ganz schön blöd!!! Mir wurde gesagt, dass komplett Gatwick dicht gemacht wurde und nix mehr geht. Das einzig Interessante an der ganzen Geschichte war, dass ich in der Woche vorm dem geplanten Abflug in ca. 4 Nächten geträumt habe, dass ich meinen Flug verpasse. Nur helfen tut mir das jetzt auch nicht. Also bin ich wieder zu meiner Freundin gefahren und saß erst mal ne ganze Weile vorm PC um irgendwas rauszufinden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Endeffekt ging mein Flug von Gatwick nach Kanada mit 24h Verspätung, was aber nirgends heraus zu bekommen war - nicht im Netz und nicht bei Telefongesprächen. Ich hätte also noch getrost Zeit gehabt um anders nach London zu kommen. Tja, aber nu isses vorbei. Wenigstens konnte ich von Easyjet einen anderen Flug kostenlos nach London buchen und bekomme für den verpassen Kanadaflug die Steuern und Gebühren wieder. &lt;br /&gt;Nun fliege ich am 12. nach London und am 13. nach Calgary. Das ganze Spiel noch mal - nur mit dem Risiko dass jetzt nicht Gatwick sondern Schönefeld dicht ist (sollten die Hiobsbotschaften des Wetterdienstes stimmen) und ich wieder nicht nach London komme. Aber diesmal hab ich einen Tag dazwischen und wenn alle Stricke reißen, dann fahr ich halt mit Schlittschuhen nach England.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-804078664651603258?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/804078664651603258/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=804078664651603258' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/804078664651603258'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/804078664651603258'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2010/01/deutschland-vorbereitung-zum-aufbruch.html' title='Deutschland - Vorbereitung zum Aufbruch in die neue Welt'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-3455564922304748197</id><published>2009-10-03T16:48:00.004+02:00</published><updated>2009-10-04T18:54:31.471+02:00</updated><title type='text'>Griechenland - Samothraki die 4. und Thessaloniki</title><content type='html'>Nachdem ich mich von der Giali-Tour wieder erholt hatte, war es endlich Zeit meinen schon lange gehegten Plan der Selbststaendigkeit umzusetzen. Schon letztes Jahr kam mir die Idee, unten im Wald bei den anderen Hippies, welche alle Schmuck an den Mann bringen, mich dazu zu setzen und Eierkuchen zu verkaufen. Mein erstes eigenes Geschaeft. Vielleicht die primitivste Creperie der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ein paar Stunden Vorbereitung am Vortag, was Holzsuchen, Feuerstelle einrichten und Zutaten einkaufen beinhaltete, sass ich am Morgen um 11.00 Uhr vor meiner Pfanne und goss zischend den ersten Schwenk Teig hinein. &lt;br /&gt;Die ersten Tagestouristen waren schon unterwegs aber wahrscheinlich noch vom Hotelbuffet gesaettigt und liefen deshalb nur mit suspekt aufgesetztem Gesicht an mir vorrueber. &lt;br /&gt;Nach einer Stunde war der erste Eierkuchen verkauft und es ging stetig bergauf. Zeitweise haette ich mir sogar Shivas Koerper gewuenscht, um mit meinen 6 Armen schneller arbeiten zu koennen. &lt;br /&gt;Am Ende waren 60 Eierkuchen zu je 1 Euro verkauft. Bei 10 Euro Investition war der Gewinn also ganz ok. Immerhin sass ich 7 Stunden vorm Feuer, gegen Ende war mein Ruecken ein einziges Krampfpaket und an den Haenden formierten sich Blasen-Grueppchen heraus, doch der Spass, den ich mit den anderen Hippies hatte und das verdiente Geld war das alles wert. &lt;br /&gt;All meine Freunde kamen ja auch noch zwischendurch runter und leisteten mir Gesellschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ploetzlich rief einer von den Schmucklern "Polizei". Alle Hippies klappten auf der Stelle ihre Staende in wenigen Sekunden zusammen. Ich warf all meine Eierkuchenutensilien ins Gebuesch und loeschte das Feuer. Doch am Ende war die Polizei gar nicht an uns interessiert. Sie sagten nur zu mir, dass ich mit dem Feuer aufpassen soll, gingen weiter zum Fluss hoch und kamen 20min spaeter mit einem Typen auf einer Bare zurueck. Der arme Kerl ist beim Rumkraxeln gefallen und hat sich sein Bein gebrochen. Also wurden alle Staende wieder aufgebaut und weiter gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weinig spaeter schrie es "Felix". Ich sah 2 Maedels von der Ferne kommen und dachte es waeren die 2 Oesterreicher, die schon seit einer Woche in der Gegend waren. Und dann stehen sie auf einmal vor mir: Hanni und Paula aus Erfurt. Ich war so was von platt, schaute sie erst nur an und konnte gar nichts sagen. Ich habe zwar gehoert, dass sie evtl. kommen wuerden aber dass sie auf einmal einfach vor mir stehen, das war schon eine hammer Ueberraschung. Und ich hab mich natuerlich wie wahnsinnig gefreut, bin aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden haben sich gut eingelebt. &lt;br /&gt;Nach vielleicht einer Woche habe ich ihnen meinen Plan eine Ziege zu schlachten vorgetragen. Sie waren nicht abgeneigt. Geplant hatte ich mit Bubbi schon alles, aber unser Plan wurde damals vereitelt. Doch dieses Mal lief alles nach glatt. Fruehs um 7.00 Uhr setzte ich mich auf den Ast ueberhalb unseres Lagers, wo normalerweise die Ziegen um diese Zeit vorbeikamen, um sich an unserem Essen zu vergehen. Mit dem Strick in der Hand, der auf dem Boden zu einer Schlinge gelegt war und in deren Mitte Bioabfaelle auf ein Opfer warteten, musste ich nicht lange warten und eine Ziege stieg rein. Ich zog am Seil, die Schlinge zog sich zu und die Ziege war gefangen. Das dumme Tier hat nicht mal versucht wegzurennen. Es hat sogar gemerkt, dass sich da was um sie zuzog, doch sie wollte nur weiter fressen. Sie hat gegen den Strick gekaempft, aber nur um wieder mit dem Kopf zum Essen runter zu kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammen mit zwei Griechen sind wir dann den Hang etwas hinaufgegangen, bewaffnet mit Messern und Tueten. Kurz vor dem Toeten haben wir die Ziege nochmal beruhigt. Selbst in dieser Stresssituation konnte sie noch ans Fressen denken. Sie hat die von uns angebotenen Blaetter zwar zoegernd aber dennoch angenommen. Tja, und dann kam der Moment. Ich schaute dem Tier noch einmal in die Augen, welches natuerlich nicht wusste, was ihm bevorstand. Das war das haerteste an der ganzen Aktion. Innerlich habe ich geweint und unendlich oft um Vergebung gebeten und gleichzeitig mit vielen ruppigen und schnellen Schnitten ihr den Hals durchgeschnitten. Sie hat kurz aufgeschrien, mir ist ein Schwall warmes Blut ins Gesicht gespritzt und nach 20 Sekunden war sie tot. &lt;br /&gt;Es war getan. Ich habe mich sehr merkwuerdig gefuehlt. Auf eine Art schuldig, als haette ich ein Verbrechen am Leben begangen. Ich habe der Ziege das Leben genommen, um mich und andere zu ernaehren. All das diente fuer mich vordergruendig dem Zweck herauszufinden, ob ich berechtigt bin Fleisch zu essen. Ob ich im Stande bin das Tier zu toeten wenn ich es essen will. Fleischesser, die mich jetzt als Babar und grausam ansehen, haben in meinen Augen eine ziemloch verklaerte Sichtweise vom Fleischessen. Wenn man Fleisch essen will, muss man auch im Stande sein das Tier zu toeten. Punkt!!! Da gibts nichts zu drehen und wenden. Alles andere waere nur Selbstbetrug. &lt;br /&gt;Im Prinzip bin ich im Stande es zu tun. Ich habe es ja getan. Doch ich habe es ganz und gar nicht gerne getan. Das hat einen tagelang andauernden inneren Konflikt ausgeloest. Denn im Grunde war das Toeten emotional viel schwieriger und schrecklicher als dass der gute Geschmack von Fleisch das ueberdecken koennte. Ich bin immer noch am Ueberlegen, ob ich Vegetarier werden soll. Zumindest habe ich seitdem meinen Fleischkonsum fast auf null herunter gefahren. Mit jedem Stueck Salami und Schinken, das in meinen Mund wandert, sehe ich die Ziege vor mir. Und dann frage ich mich: ist dir das wirklich wert diese Schuld jedes Mal auf dich zu laden, nur weil es dir schmeckt? &lt;br /&gt;Ich habe gesehen wie das Leben aus diesem Wesen entfleuchte. Und dafuer moechte ich nicht verantwortlich sein. Das waere ich aber, wenn ich Fleisch esse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem wir sie gehaeutet, ausgenommen und zerlegt haben, legte ich mich wieder hin um noch mal zu schlafen. Doch an Schlafen war nicht zu denken. Natuerlich kreisten meine Gedanken nur um ein Thema. &lt;br /&gt;An diesem Tag habe ich wenig gelacht, wenig geredet, war lange in mich gekehrt und habe ueber das Leben und den Tod nachgedacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend wurden alle Freunde eingeladen zur grossen Grillparty. Die Steaks vom Grill waren zaeh wie Gummi. Man konnte sie kaum essen. Dann haben wir es mit einer Art Gulaschtopf probiert und nach ueber 2 Stunden kochen war das Fleich relativ weich. Leider hat jemand vergessen das restliche Fleisch wieder in den Fluss zum kuehlen zu stellen, sodass es am naechsten Tag schlecht war. Es hat angefangen leicht zu stinken und ueberall waren Fliegeneier abgelegt, ein paar hundert Maden krabbelten schon drauf rum. &lt;br /&gt;So mussten wir den Rest wegschmeissen. Ein Fuenftel der ganzen Ziege haben wir vielleicht verwendet. Es war ein Desaster, eine absolute Katastrophe. Und ich fuehlte mich noch viel schlechter und depremierter als am Vortag. Nicht nur, dass ich die Ziege getoetet habe, ich habe sie auch fast um sonst getoetet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und um die Geschichte der bloeden Umstaende um diese Aktion abzurunden, kam am Ende noch hinzu, dass der Schaefer irgendwie von alldem mitbekommen hat und relativ veraergert war. Er hat erst ueberlegt die Polizei zu schicken, es sich dann aber doch anders ueberlegt. Ich habe nicht mit ihm persoenlich gesprochen aber Freunde von mir. Sie sagten, dass er ein cooler Typ sei und es in Ordnung ist, vorbei und abgeschlossen. Nur wenn ich es nochmal tue, wuerde er mich an einem der schoenen Baeume aufhaengen. Das merkwuerde ist, dass er ALLES wusste. Er kannte jeden im Fluss, wusste wie wir die Ziege gefangen haben, wo wir das Fleisch im Fluss zum kuehlen gelagert hatten usw. Woher auch immer er es wusste, die ganze Sache war ziemlich unheimlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht habe ich nach der Schlachtung wieder mal eine handvoll Abszesschen bekommen, weil ich Karma auf mich geladen habe. Mein Reikimeister aus Indien hat mir ja auch erzaehlt, dass Ziegenfleisch Karma verursacht, geschweige denn eine Ziege sogar noch zu toeten. Auf jeden Fall war ich wieder mal ziemlich im Arsch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als mein Bein wieder einigermassen in Ordnung war, habe ich den letzten grossen Fluss der Insel erkundet, Vatos. Dieser liegt genau auf der anderen Seite der Insel. Und so bot es sich an, das Experiment "Inselueberquerung" durchzufuehren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6.30 Uhr bin ich losgelaufen, es war noch daemmrig, und erreichte nur ein paar Stunden spaeter den Gipfel. Die ganze Szenerie war unglaublich. Beim Austieg dachte ich einige Male, es wuerde regnen. Die Wolken haetten nicht dicker sein koennen. Doch dann war ich ploetzlich in und gerade am Gipfel ueber den Wolken. Es war unglaublich, und unglaublich kalt. In Verbindung mit dem Wind war die Kaelte kaum auszuhalten. Der eisige Wind hat mir die Waerme sofort vom Koerper geblasen, sodass ich sogar Ohren- und Kopfschmerzen bekam. Deswegen schoss ich nur schnell ein paar Fotos und huepfte ueber den klingenartigen Kamm auf die Suedseite der Insel. Das ist jedes Mal ein Phaenomen. An den Berghaengen der Nordseite stirbt man vor Wind und Kaelte und sobald man 1 Meter ueber den Kamm drueber ist, weht nicht ein Lueftchen und man kann sich genuesslich in der Sonne aalen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So konnte ich wenigstens den Blick auf den Sueden etwas geniessen und mich wieder aufwaermen. Dann gings an den Abstieg ins Quellgebiet von Vatos, den mit Abstand laengsten Fluss Samothrakis. &lt;br /&gt;Dieses Mal habe ich mich ganz schoen verschaetzt. Da ich fuer den Aufstieg auf den Berg nur zweieinhalb Stunden gebraucht habe, dachte ich, koennte man den Abstieg in Vatos bis zum Meer in vier schaffen. Dass ich im Endeffekt ganze elf Stunden laufen wuerde, haette ich nicht fuer moeglich gehalten.&lt;br /&gt;Nach der Haelfte der Strecke war ich schon total erschoepft. So oft musste ich Wasserfaelle umlaufen oder meine Sachen ausziehen, Wasserfaelle runter klettern und den am Grund liegenden See durchschwimmen um weiter zu kommen. Diese Prozedur war nach einer Weile recht nervig und zeitraubend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einer Stelle hats mich dann ganz schoen erwischt. Da hat die fehlende Konzentration zugeschlagen. Ich huepfte gerade 50m ueberhalb des Flusses am Hang von Fels zu Fels, als vor mir in den Thymianbueschen etwas raschelte. Das ist ja nichts besonderes, es raschelt durchschnittlich auf jedem 3. Meter auf Samothraki, da es mindestens 10 Milliarden Eidechsen dort geben muss. Doch leider gibt es auch alle moeglichen Vipern-Arten, von denen die giftigste einem ca. 2 Stunden Zeit laesst, um sich das Antiserum zu besorgen, bevor das Sterben beginnt. &lt;br /&gt;Jedenfalls stockte ich kurz, konnte nichts sehen und sprang dann doch genau ueber diesen Busch auf den 2m vor mir liegenden Fels. Im Sprung drehte ich mich schon um, mit der eventuellen Erwartung eine Schlange auf mich zuschnellen zu sehen. Da kam zwar gluecklicherweise nichts, dummerweise verlor ich aber deswegen auf dem naechsten Stein mein Gleichgewicht und kippte in Zeitlupe rueckwaerts kopfueber den Hang hinunter. Instinktiv spreizte ich alle Gliedmassen von mir, um hoffentlich irgendwo haengen zu bleiben. Ich landete anderthalb Meter weiter unten auf den naechsten Brocken mit der kompletten Rueckseite und mein Oeffnungsreflex sowie mein kleiner Rucksack hat mich wahrschinlich davor bewahrt mir von einer tueckischen Felsspitze einen Wirbel zertruemmern zu lassen. &lt;br /&gt;Es folgte durch den Schwung eine Rolle rueckwaerts und das Ganze widerholte sich noch einmal den naechsten Felsen hinunter, nur dass ich diesmal mit einem moerderischen Knall mit dem Kopf gegen einen Stein zum stehen kam. &lt;br /&gt;Ich lag nun da, kam wieder zu mir und realisierte erst einige Sekunden spaeter, dass mir im Prinzip nicht das Geringste passiert ist. Abgesehen von einer Abschuerfung am Bein und einer ganz leichten Prellung am Arm war da gar nichts. Mein Kopf tat zwar kurz etwas weh aber das war auch 3 min spaeter wieder weg. Ich haette minestens mit einem Knochenbruch gerechnet und das mein Kopf immer noch die gleiche Form hat wie jetzt ist aussergewoehnlich. &lt;br /&gt;Fuer mich war das ein Wunder. Ein Wunder und ein deutliches Zeichen von mangelnder Konzentration und steigender Schwaeche. Also machte ich eine einstuendige Pause, ass etwas und dachte ueber mir das soeben passierte nach. Witzig ist, dass in den wirklich gefaehrlichen Situationen nie etwas passiert sondern immer nur da, wo es wirkich einfach zu laufen ist. Genau wie an dieser Stelle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, aber sowas passiert eben. Wer sich bewegt riskiert. Wer lebt riskiert. Wer riskiert, der kann viel gewinnen. Natuerlich aber auch verlieren. Es geht ja im Leben nicht darum um alles in der Welt am Leben zu bleiben (zumindest nicht fuer mich). Wenn das so waere, wuerde ich mich mit Tonnen von Essen in einem sterilen Raum verbunkern, um alle Gefahren des Lebens von mir fern zu halten und moeglichst 150 Jahre alt zu werden. Ich wurde aber als menschliches Wesen geboren, mit einem Koerper, der einen zu viel mehr befaehigt als viele denken. Ich habe Muskeln und Sehnen und Knochen und Gelenke um diese auch zu benutzen. Die Ziegen und Affen und Eidechsen muessten auch nicht in den unmoeglichsten Terrain rumstolpern und tun es doch. Die Natur und das Leben ist denke ich einfach so. Sie will in alle Winkel des Universums vordringen. &lt;br /&gt;Die Polregionen sind hoechst lebensfeindlich und trotzdem hat die Evolution es fertig gebracht mit aller Gewalt Organismen dort unter zu bringen. Man kann sich ja fragen: "Muss das denn sein? Muss es denn unbedingt auch an den Polen Leben geben??" Keine Ahung ob das sein muss und was sich Gott dabei gedacht hat aber es ist eben so. Das Leben ist eben so. Und ich bin eben so, dass ich gerne irgendwo rumklettere und immer neue Herausforderungen suche und meine Limits, Potentiale und Grenzen immer weiter ausdehne und nach oben korrigiere. Das ist rational nicht zu erklaeren und ich kann nur ansatzweise Rechtfertigungen dafuer suchen. Denn wirklich Plan davon habe ich ja auch nicht.&lt;br /&gt;Darum verzeiht mir bitte meine lieben Liebenden, wenn ich in euern Augen immer mal ein paar Dummheiten mache. Ich riskiere vielleicht mehr als andere (in dieser Hinsicht) aber nicht weil ich lebensmuede bin sondern weil ich hungrig bin und mit der Natur spielen will. Und das Spielen ist wirklich ein riesen grosser Spass. =)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt habe ich mich verzettelt. Ich habe also die Pause gamcht und dann gings nach einem Minisnack weiter Richtung Meer. Das Ende des Flusses fuehrte durch eine gigantische Schlucht, in der man aber bequem laufen kann. Den kompletten Tag habe keine Menschengestalt gesehen. Und dann laeuft mir vertraeumt eine halbnackte junge Frau meines Alters entgegen. Das war ein heiliger Moment. Ich sah sie aus 200m Entfernung kommen und je naeher ich kam desto elfenhafter und schoener wurde ihr Aussehen. Nur sie und ich und diese grandiose Natur ueberall. Und in dieser Schlucht kreuzten sich unsere Wege. &lt;br /&gt;Ich sprach sie an, fragte sie nach dem Strand. Sie laechelte und gab eine kurze Antwort, dann trennten sich unsere Wege wieder. Sie ging bergauf, ich ging bergab. Es war im Grunde keine besondere Begegnung aber fuer mich war sie es. Sie erhellte meine Stimmung auf das Doppelte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gelangte ich mit neuer geistiger Frische an den Strand von Vatos. Und ich weiss jetzt, dass mein naechster Samothrakiaufenthalt dort meine Basis haben wird. Die Stimmung war aehnlich wie bei "The Beach". Ein einsamer Strand mit einem kleinen Platanen-Waeldchen in dem ca. 20 Zelte stehen. Es gab einen riesigen Steinkreis, in dessen Mitte sich eine Feuerstelle befand, die Platz fuer wahrscheinlich alle Strandbewohner bot. Der Strand ist nur mit dem Boot zu ereichen oder ueber den "markierten Wanderweg", der aber eher ein Klettersteig als Wanderweg ist. Nachdem ich ueber diesen "Wanderweg" zum ein paar km entfernten Nachbarstrand "Pachia Ammos" gelaufen bin, wurde ich von einem Paaerchen wieder zurueck auf die andere Seite der Insel gefahren und kam beseelt mit einer neuen grossartigen Erfahrung wieder in Therma an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Woche spaeter sind dann endlich auch die anderen angekommen. Die 6 Jungs (Bjoern, Martin, Lukas, Ludi, Johannes, Michel) sind mit dem Fahrrad von Zagreb (kroatische Hauptstadt) bis nach Thessaloniki gefahren. Noch mal ganz dicken Respekt Jungs!!!&lt;br /&gt;So wuchs unsere Gruppe auf ca. 10 Leute an. Spaeter kamen dann noch Terry (Ludis und Hannis Schwester) sowie Frida (Ludis Freundin). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle zusammen sind wir fuer ein paar Tage wieder mal in die Berge von Fonias, nach Karya gegangen. Ein spassiger Weg wars bis dahin. In dieser Ameisenstrasse durch die Berge zu wackeln.&lt;br /&gt;Und als naechstes stand Essen gehen an. Es wurde sozusagen der Abschied von einigen gefeiert. Zufaelligerweise fand ganz in der Naehe der Taverna eine illegale Tranceparty statt, zu der wir dann noch liefen. Dort waren ziemlich verstrahlte Gestalten, genau wie letztes Jahr, auf der gleichen Party. &lt;br /&gt;Am naechsten Morgen stand ich 8.00 uhr schon wieder auf den Beinen und habe vier Stunden durchgetanzt. Es war eine ganz neue Erfahrung. Oft hatte ich die verruecktesten Tanzabende aber so frueh am Tag mit der Sonne im Gesicht und lauter lieber Menschen, das war was anderes. Ganz besonders auch, weil ich mich voellig befreien konnte und so getanzt habe, wie ich wollte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach und nach sind alle wieder verschwunden. Frida, Ludi und ich waren die letzten, die den Fluss verlassen haben. Wir waren die letzte Festung in Gria Vathra. Wassilli und die anderen wurden an den ersten Regentagen schon rausgespuelt. Deren Lagerplatz war nach einem Flussanstieg voellig im Eimer. Und wir hatten derweil die beste Lagerkonstruktion jemals. Mit Planen haben wir das "Wohnzimmer" ueberdacht, sodass wir selbst bei Regen noch gemuetlich am Feuer sitzen konnten. Doch die Naechte waren sehr unruhig. Der Fluss kam dem Camp gefaehrlich nahe und staendig dachten wir, das Getoese einer erneuten Welle zu hoeren. Deswegen verliessen auch wir nach dem 5. Regentag den Fluss endgueltig, was eine weise Entscheidung war. Denn einen Tag spaeter hat es wieder derartig geregnet, dass bei einem letzten Besuch meines Exhauses zu sehen war, dass an der Stelle wo sich mein Zelt befunden hat eine Menge Wasser daruebergeflossen war.&lt;br /&gt;So verbrachten wir die letzten Tage unten im Wald. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit alten Freundn aus Oesterreich wurde dort die Mission "Schwitzhuette" verwirklicht. einer der hohlen Baeume hat sich perfekt dafuer angeboten. Wir mussten nur eine Plane als Dach darueber spannen und jegliche Loecher abdichten. In einem monstroesen Feuer wurden dann ca. 10 grosse Steine zum Gluehen gebracht und in den holen Baum transportiert. Und dann sassen wir zu fuenft nackt in diesem holen Baum, starren alle auf den Steinhaufen in der Mitte und warteten, dass es heiss wie in einer Sauna wird. &lt;br /&gt;Doch es wurde nicht heiss. Es wurden vielleicht 30 Grad. Das Raumvolumen war einfach zu gross und unsere Abdichtungsarbeiten waren nicht perfekt genug. Also sassen wir eine Weile so da, fingen an zu frieren und setzten uns wieder ans Feuer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die letzte Woche habe ich mit der Indien-Gokarnacrew verbracht. Wassilli, Fin, Miriam und Germann kamen alle aus Deutschland, um sich auch mal die "Hippiinsel" anzuschauen. War eine tolle Zeit mit denen und so war der Abschluss dieses grandiosen Sommers perfekt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach fast genau 4 Monaten Samothraki begab ich mich wieder einmal auf die Faehre, um zurueck in die andere Welt zu fahren, die man so oft am Horizont schimmern sehen konnte. Ich bin nicht wehleidig gefahren. Es war Zeit fuer einen Tapetenwechsel. Aber was mich auf der anderen Seite erwarten wuerde verunsicherte mich ein wenig. Letztes Jahr zumindest war es ein Schock. Sicherlich, Istanbul war noch mal ein groesserer Hammer als Thessaloniki aber es kommt dem schon sehr nahe. &lt;br /&gt;Gluecklicherweise hat mich Nadja zu sich gerufen, sodass ich wenigstens von einem Engel in die Zivilisation zurueck gefuehrt wurde. Samothraki begann mit Nadja und es endete mit Nadja (zumindest in meinem Kopf). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alexadropouli war schon mal ein guter Anfang. Die Faehre kam abends an und am naechsten Morgen gings mit Zug nach Saloniki. Genug Zeit, um ein wenig umher zu schlendern , sich auf einer Bank mit einem Stueck Pizza nieder zu lassen und das schnelle, so voellig fremde Leben zu beschnuppern. Und ich muss sagen, es war mir diesmal eine Wonne. Vielleicht war die Vorbereitungszeit in Istanbul und Indien ein gutes Training. Jedenfalls machte es mir regelrecht Spass ueber eine Stunde lang nur da zu sitzen und die geschaeftigen Leute zu beobachten. Alle waren so emsig und betriebsam und interessant. Selbst der viel hoehere Laermpegel der Strassen hat mich nicht sonderlich gestoert. &lt;br /&gt;Nach einer guten Nacht auf dem Hafenparkplatz sass ich im Zug in die grosse Stadt. Meine Gedabken kreisten jetzt fast nur noch um Nadja. Ueber 3 Monate war es her, dass ich sie gesehen habe. Ich weiss nicht, ob ich mich in sie verliebt habe oder ob ich sie nur aussergewoenlich huebsch finde oder ob sie einfach nur ein engelsguter Mensch ist. Jedenfalls war ich verdammt gespannt sie wieder zu sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da war sie. Nadja empfing mich mit einem Nacktfoto von mir, wo ich mit Koerperbemalung in Gria Vathra rumstakse, und auf dem in grossen Buchstaben " FELIX NOLDE" stand. So, wie wenn Reiseleiter mit einem Schild ihre Kuecken in Empfang nehmen. Schallend lachend torkelte ich ihr mit meinem 45 Kilorucksack (der Kristall ist dabei) entgegen und wir fallen uns in die Arme. Es war so schoen. Und damit begann das neue Kapitel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir fuhren sofort in ihre Wohnung und bereiteten die Party vor, die am gleichen Tag statt finden sollte. Ich wurde also so richtig zurueck ins Grossstadtleben katapultiert. Es gab Alkohol, Musik und jede Menge Menschen. Leider habe ich in den letzten 4 Monaten etwas verlernt, wie man verantwortungsbewusst Ethanol konsumiert und lag deshalb schon drei Stunden nach Partybeginn auf dem Bett und im Koma, bevor alles ueberhaupt erst so richtig losging. Viele Freunde von Samothraki, die wohl auch da waren registrierte ich also leider gar nicht. So ist der Senkrechtstart in die neue Welt gleich mit einem deftigen Crash geendet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An den Aktivitaeten der letzten Woche hat sich zum ersten Abend nicht viel geaendert. Ausser dass ich kaum mehr was trinke verlief bis jetzt jeder Tag fast genau gleich ab. Die Maedels hier schleifen mich von einer zur naechsten Party, wir gehen viel zu spaet ins Bett, schlafen dann bis mindestens 14.00 Uhr und der Rest des Tages wird vor dem PC verbracht, um stundenlange Nachforschungen und Weiterbildungen zu den verschiedensten Themen zu betreiben, die ich in den letzten Monaten nicht anstellen konnte. &lt;br /&gt;Erstaunlicherweise bin ich bei diesem Lebensstil in einer Woche noch nicht durchgedreht. Ich finde ihn sogar ganz interessant, aber auch nur weil ich weiss, dass in einer Woche wieder ein anderer Rhytmus ansteht. Gegensaetzlicher koennten die Tagesablaeufe von vor einiger Zeit und jetzt nicht sein. Doch so langsam merke ich, dass sich da ein Rappel anbahnt. Ich muss wieder in die Natur und mich abkuehlen. Da das hier in Thessaloniki aber nicht geht (es gibt im naeheren Umkreis keine Natur), werde ich vielleicht in den naechsten Tagen noch mal zum Olympus fahren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In 7 Tagen geht dann auch schon mein Flug nach Deutschland. Dort werde ich die naechsten paar Monate verbringen und am 6.1.10 fliege ich nach Kanada, wo ich meine Kasse wieder vervielfachend aufstocken will, um dann evtl. komplett Amerika bis in den Sueden zu erkunden. Das zumindest sind meine jetzigen Ideen. &lt;br /&gt;Ich habe bei Mutti vor einiger Zeit mal anklingen lassen, dass ich vielleicht ab 2010 ein Studium beginnen wolle, doch Plaene aendern sich eben. Es ist noch nicht genug. Deswegen wird weitergemacht. &lt;br /&gt;Ich hoffe darueber aergert sich jetzt niemand. Waere ja aber auch anmassend. Aus meinen Augen koennte mein Leben nicht besser verlaufen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-3455564922304748197?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/3455564922304748197/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=3455564922304748197' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3455564922304748197'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/3455564922304748197'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2009/10/griechenland-samothraki-die-4-und.html' title='Griechenland - Samothraki die 4. und Thessaloniki'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-2458653852636697880</id><published>2009-09-29T12:46:00.003+02:00</published><updated>2009-09-29T12:48:17.838+02:00</updated><title type='text'>back in Thessaloniki</title><content type='html'>Nach fast genau 4 Monaten Samothraki bin ich wieder in der Zivilisation angekommen.&lt;br /&gt;die letzten Wochen kommen bald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe erstmal alle Fotos und Videos hochgeladen, bevor mit einem Speicherkartenfehler alles aus ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/237315916324405742-2458653852636697880?l=tuffis-weltreise.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/feeds/2458653852636697880/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=237315916324405742&amp;postID=2458653852636697880' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2458653852636697880'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/237315916324405742/posts/default/2458653852636697880'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://tuffis-weltreise.blogspot.com/2009/09/back-in-thessaloniki.html' title='back in Thessaloniki'/><author><name>Tuffis-Weltreise</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='24' src='http://bp2.blogger.com/_hD3UwpcrjxU/R2WPT9agU8I/AAAAAAAAAKk/RRFOyVv_xdw/S220/1.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-237315916324405742.post-6515455637145758590</id><published>2009-08-05T18:10:00.002+02:00</published><updated>2009-08-05T20:53:31.159+02:00</updated><title type='text'>Griechenland Samothraki die 3.</title><content type='html'>Die Wochen nachdem Nadja und David abgereist sind waren sehr ruhig. Fast schon ein Bissl zu ruhig.&lt;br /&gt;Ich war 2 Wochen lang komplett allein im Fluss. Also musste ich mir Beschaeftigung suchen. Ich richtete mneinen Lagerplatz immer haeuslicher ein. &lt;br /&gt;Um mir meine taegliche Dosis Adrenalin zu injizieren erschien mir der Ast ueber meinem Lagerplatz mit dem darunter befindlichen Abgrund ideal fuer eine uebergrosse Schaukel, bei der sich wahrscheinlich viele gerne in die Hose kacken wuerden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein ganzer Stolz ist der Pizzaofen, den ich gebaut habe. Dieser hat die besten Pizzas und Brote hervorgebracht, die ich je produziert habe. &lt;br /&gt;Und um nicht die gesamte Gegend mit einzelnen Haeufchen vollzuscheissen installierte ich ein koenigliches Klo, damit der Gestank und alles dazu gehoerige auf eine kleine Ecke beschraenkt bleibt. Nach einigen Tagen musste ich jedoch feststellen, dass es andere Interessenten im Fluss gibt, welche die oertliche Beschraenkung des Kots als unwichtig erachteten. Immer am Folgetag des letzten Stuhlgangs war jeder Stein im Umkreis einiger Meter mit einer zarten Schicht aus Scheisse 
